Myna fragt… Sarah Böcker

Ich freue mich, euch heute die Autorin und Bloggerin Sarah Böcker vorstellen zu dürfen. Sie wurde 1987 geboren, machte 2007 ihr Abitur und anschließend eine Lehre zur SarahRechtsanwaltsfachangestellten. Mittlerweile lebt die Autorin mit ihrem Mann in Brandenburg. Sie studiert Wirtschaft und Recht. Neben ihrer Tätigkeit als Redakteurin und Marketingassistentin beim Schreibnacht-Magazin, schreibt sie derzeit an ihrem Fantasy-Roman „Florescence of the Light“. Im Sommer 2015 rief sie außerdem ihren Bücher-Blog „Write Love Read“ ins Leben.

Hallo Sarah, schön, dass du dir für mich Zeit nimmst. Du schreibst ja momentan an deinem Roman „Florescence of the Light“. Ganz kurz, worum geht es in deiner Geschichte?

Da Fantasy bisher immer noch mein liebstes Genre unter meinen Lieblingsgenre ist, mag ich alles Magische und Nicht-Weltliche. Zudem liebe ich von Figuren zu lesen, die über sich hinauswachsen und ihre wahre Stärke in Extrem-Situationen entdecken.

Darum geht es auch in meinem Buch. Freya denkt zunächst, dass sie eine normale Studentin aus London ist. Ereignisse, die sie jedoch nicht erfassen kann, gehen vor, die ihr Schicksal lenken und sie zu ihrer Bestimmung führen. Eine Große Schlacht, die in einer parallelen Welt begonnen, sich aber auch auf unsere Welt ausgebreitet hat, bringt die Mächte ins Rollen, die an Freyas Veränderung, aber auch an ihren Zweifeln und Schmerzen schuld sein werden. Sie entdeckt Kräfte an sich, die sie nicht verstehen kann, lernt (vermeintliche) Menschen kennen, denen sie mit der Zeit vertraut, die aber teilweise ein falsches Spiel mit ihr spielen. Freya muss sich dem Kampf stellen, den die Große Schlacht mit sich bringt und nun auch sie betrifft und dabei aber herausfinden, wem sie wirklich glauben kann und ob sie wirklich sich und ihren Fähigkeiten vertrauen kann.

Wie bist du auf die Idee gekommen? Was hat dich inspiriert?

Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht mehr so genau. 😀 Irgendwann hatte ich ein Buch in der Hand, was wirklich nicht so toll war – Logikfehler, Rechtschreibfehler usw. (Keine Ahnung, wie das Buch hieß) und da kam mir der Gedanken, dass ich das auch kann. „Ich kann auch ein Buch schreiben!“, beschloss ich. Vielleicht etwas überheblich, da es doch schwerer ist, als anfangs gedacht, aber es motiviert mich einfach.

Ziemlich schnell war auch klar, dass es Fantasy sein würde und dann überlegte ich tatsächlich einfach, wovon ich gern mal lesen würde. Etwas Neues, aber doch Vertrautes. Ich beneide die Autoren, die einen Song hören und dann eine komplette Story vor Augen haben, ich kann so leider nicht starten. Bei mir ist das eine reine Kopf-Denk-Sache – zumindest für den ersten groben Plot. Wenn ich dann ein paar Eckdaten habe, dann geht es komischerweise alles von allein.

Wie gehst du beim Schreiben vor? Folgst du einem festen Plot oder bist du ein Verfechter des Discovery Writing?

Wie gesagt, zunächst ist da die Kopf-Denk-Sache, also wirklich zu Beginn ein grober Plot mit wenigen Eckdaten. Daran hangele ich mich zunächst erstmal ungefähr entlang, dann ist es aber jedoch wieder so, dass ich während des Schreibens komplett Discovery Writer bin und nicht an meinen Plot denke und die Story laufen lasse. Ich kann also nicht wirklich einer der beiden Kategorien zugeordnet werden. 😉

Ein fester Bestandteil des Romanschreibens ist ja die Entwicklung der Figuren. Gibt es eine Figur, die du besonders ins Herz geschlossen hast?

Kian, weil er ohne mein Zutun viele Eigenschaften meines Mannes angenommen hat. ❤

Wenn du deine Protagonistin Freya persönlich treffen würdest, was würdest du ihr sagen?

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Sarahs Lieblingsschreibplatz auf ihrer Terasse

Dass sie stark bleiben und auf sich und ihr Können vertrauen soll. Sie ist oft unsicher, was sie nicht sein müsste und macht sich dadurch einiges unnötig schwer.

Du hast einen Teil deines Romans auf Wattpad veröffentlicht. Warum hast du dich dafür entschieden und welche Erfahrungen hast du mit Wattpad gemacht?

Ja, die ersten 20 Kapitel sind auf Wattpad, wobei es sich dabei um die „1. Auflage“ handelt. 🙂 Derzeit schreibe ich einiges um und neu, weshalb man zwar die grobe Geschichte von Freya bereits auf Wattpad lesen kann, aber sich doch noch einiges an der Story ändern wird.

Ursprünglich hatte ich mich dazu entschieden, die einzelnen Kapitel auf Wattpad zu veröffentlichen, weil ich ein Feedback wollte. Klar, es ist einfach ein fremdes Buch beim Lesen einzuschätzen und nach seinem Geschmack zu sagen „gut oder schlecht“. Bei seinem eigenen ist das unheimlich schwer, weil man einfach voreingenommen ist. Auch hat man eine ganz andere Sichtweise auf sein eigenes Buch als die Menschen, die „nur“ Leser sind. Ich habe mir von Wattpad einfach erhofft, gute konstruktive Kritik zu bekommen. Leider habe ich diese nur von sehr wenigen bekommen. Ja, hier und da wurde abgestimmt und ich habe mich darüber über sehr gefreut, aber mir wurde damit nicht gesagt, was gut war oder verbessert werden könnte.

Derzeit veröffentliche ich nichts mehr auf Wattpad oder Bookrix, da ich mir die Kritik dann lieber direkt bei Testlesern hole.

Das Cover zu „Florescence of the Light“ zeigt eine junge Frau mit einer Blüte über der Schulter. Wie ist das Cover entstanden?

Florescence

Eigentlich ist es ein Premade von Sabine Kosmin, das ich in einer Facebook-Gruppe für Coverdesign entdeckt hatte. Ich habe mich direkt in das Cover verliebt, weil es einfach passte. Das Mädchen erinnert mich an Freya und auch die Blüte sowie die Farbe der Blüte spielen eine wichtige Rolle in meinem Buch. 😉

Wird „Florescence of the Light“ ein Einzelband sein oder ist es Teil einer Reihe?

Zunächst war es ein Einzelband, dann dachte ich „Ne, du quetschst das nicht alles einen Band – mach ´nen 2-Teiler draus.“ und dann war ich mit meinem Mann auf dem Weg in den Urlaub und hatte auf der Autobahn viel Zeit… Der dritte und letzte Teil, also zumindest der grobe Plot, entstand somit komplett auf der Autobahn. 🙂

Neben dem Schreiben studierst du, leitest deinen Blog und arbeitest für das Schreibnacht-Magazin. Wie bekommst du das alles unter einen Hut? Hast du einen festen Tagesrhythmus, wann du was erledigst?

Nicht wirklich. Derzeit habe ich Semesterferien und bin dahingehend recht flexibel. Wie ich alles hinbekomme, wenn ich wieder zur Uni muss, weiß ich noch nicht, aber das ist nur eine Sache von guter Planung und vielleicht ein wenig Delegierung. Keine meiner Tätigkeiten möchte ich aufgeben. Ich wüsste nicht, für welche ich mich entscheiden würde, wenn ich es müsste.

Viele Autoren haben das Problem, dass ihnen beim Schreiben die aufregendsten Ideen für andere Geschichten kommen. Kennst du dieses Problem auch? Wenn ja, wie gehst du damit um?

Wie gesagt, ich bin da etwas kopflastig. Für eine neue Idee, muss ich nachdenken, wenn das Grobe da ist, fließt es aus mir raus. Wenn ich also gerade an „Florescence of the Light“ schreibe, bin ich nicht in der Lage neue Ideen zu fabrizieren. 😀

Noch schlimmer als zu viele Ideen, ist ein blanker Kopf. Hattest du schon mit Schreibblockaden zu kämpfen und welches Mittel wendest du dagegen an?

Leider recht oft. Anfangs habe ich es leider auch häufig so gemacht, dass ich dann einfach nicht geschrieben und „abgewartet“ habe, bis es wieder läuft. Blöder Fehler. Ich rate allen trotzdem zu schreiben, auch wenn es „Müll“ zu sein scheint, ist das besser als nichts zu schreiben – und wenn es nur 500 Wörter am Tag sind. Oft ist mein Kopf auch einfach damit voll, dass ich hier was plane und organisieren muss, ob für Studium, Magazin, Blog oder privat, dann setzt ich mir meine Kopfhörer auf und höre meine Lieblingsmusik. Ob ich dabei entspannt auf der Couch liege oder putze, macht bei mir keinen Unterschied. Mein Kopf kommt dann zur Ruhe und ich kann mich wieder mehr auf das Schreiben konzentrieren.

Wie bist du zum Schreibnacht-Magazin gekommen und was sind dort deine Aufgaben?

Ich war bereits einige Zeit im Forum angemeldet, da wurden auf Facebook Lektoren gesucht. Da ich auch so schon gern privat Beta- bzw. Testleserin war, fand ich es spannend, mich für die Position beim Magazin zu bewerben. Leider hat es nicht geklappt. Dafür wurde mir der Posten als Redakteurin angeboten, den ich unmöglich ablehnen konnte. Das Schöne ist, dass wir weiterhin Redakteure und Gastautoren suchen, da das Forum und auch das Magazin immer größer werden und gerade von ihrer Vielfalt leben.

Als Redakteurin schreibe ich in Eigenregie Artikel über diverse Themen, die wir uns selbst überlegen oder aus einer Liste auswählen können. Sobald ich dafür recherchiert habe, erstelle ich die Grafiken für meinen Artikel und verfasse ihn natürlich letztendlich. Dann wandert er ins Lektorat und wird korrigiert bis er dann schließlich im Magazin online geht.

Außerdem unterstütze ich Patricia beim Marketing, indem ich natürlich Beiträge teile und Werbung mache, aber auch indem ich mich um die Facebook-Gruppe des Magazins kümmere. Derzeit hauptsächlich mit den Posts zu unserem Special „Schreibnacht Backstage“, bei dem sich alle Foren- und Magazin-Mitarbeiter eine Woche lang vorstellen. Diese Posts teile ich aber auch in einem speziellen Thread im Forum.

Dann bin ich auch noch für den Newsletter des Magazins mit Aurelia zuständig. Wir fassen jeden Freitag alle Artikel kurz und mit dem entsprechenden Link in einem Post in der Facebook-Gruppe und im Forum zusammen.

Vor einigen Monaten hast du deinen Bücher-Blog „Write Love Read“ ins Leben gerufen. Wie kamst du auf die Idee dazu?

Ich wollte eine Seite haben, an dem alles zentral geschieht. Ich bin auf recht vielen Seiten angemeldet und alle immer aktuell zu halten und zu kontrollieren wurde recht viel neben der Arbeit im Magazin. Eigentlich sollten nach und nach die anderen Profile verschwinden… Diese sind aber nun fest mit dem Blog verbunden. 🙂 Zudem wollte ich auch meine Gedanken mit anderen teilen, die ebenso über Bücher denken wie ich, da in meinem Umfeld nicht viele so buchverrückt sind.

Seit Kurzem seid ihr zu zweit – was wird sich auf deinem Blog mit Biggis Einstieg ändern?

Zunächst noch nicht so viel 😀 Natürlich muss Biggi sich erstmal etwas einarbeiten und ich helfe ihr natürlich gern dabei. Aber es ist schon toll, sich über den Blog auszutauschen, was man ändern kann, wie etwas besser wäre usw. Ich denke, wir brauchen beide noch ein bisschen Zeit. Da Biggi vorher mit dem Selber-Bloggen auch nicht wirklich was zu tun hatte, braucht sie, wie ich anfangs, einfach ein wenig Zeit zur Einarbeitung und ich aber auch, damit alles rund läuft.

Grundsätzlich bleibt alle wie es ist. Wir bloggen über Bücher, führen Interviews mit Menschen der Branche, schreiben Rezensionen und Tipps. Natürlich wollen wir irgendwann unser Repertoire erweitern, aber zunächst müssen wir uns organisieren. 😀

Ich bin sehr froh, dass ich so schnell jemanden gefunden habe, bei dem es auch wie die Faust aufs Auge passt! ❤

Hast du neben dem Schreiben und Büchern noch andere Interessen?

Ja, und leider habe ich meist keine Zeit dazu, alles zu machen, was ich gerade möchte. 😀

 

 

 

 

Ich zeichne gern, mit Bleistift oder Kohle, aber auch auf Leinwand mit Acryl und anderen Materialien wie Strukturpaste, Zeitung, Wachsmalstiften… Ich liebe außerdem das Backen, eigentlich alles, bei dem man aus verschiedenen Rohstoffen etwas ganz anderes schaffen kann: Töpfern beispielsweise. Aber ich fotografiere auch sehr gern. Leider kann ich mir keine „anständige“ Kamera leisten, aber ich versuche das Beste mit meinem Handy oder meiner Mini-Cam rauszuholen. Früher habe ich die Filme noch selber entwickelt und mit den Lösungen experimentiert. Aber auch digital liebe ich es einfach mit dem Licht, Blickwinkeln, Schärfe und Effekten zu spielen.

Vielen Dank für das schöne Interview!

Ich habe dir zu danken! Es hat mir viel Spaß gemacht und mich auch mal wieder zum Nachdenken angeregt. 🙂

Weiterer Kontakt zu Sarah:

Die Bildrechte liegen, wenn nicht anders angegeben, bei Sarah Böcker.
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