Wordcount – Nützlich oder irreführend?

Passend zur Camp NaNoWriMo-Zeit ist mir letzte Nacht eine Frage in den Sinn gekommen, die so penetrant war, dass ich nicht einschlafen konnte.

Wie ihr ja alle wisst, geht es beim Camp NaNoWriMo darum, ein bestimmtes Wortziel innerhalb eines Monats zu erreichen. Ich habe mittlerweile die 30.000-Wortmarke geknackt und bin auch mächtig stolz darauf, da ich nicht erwartet hätte, das in so kurzer Zeit zu erreichen. Aber genau da setzt die Frage an, die mich letzte Nacht so heftig gequält hat: Was sagt der Wordcount eigentlich über einen Autor bzw. einen Text aus? Ist es wirklich etwas Positives, möglichst viele Wörter zu Papier bzw. auf den Bildschirm zu bringen oder birgt das womöglich sogar Fallstricke?

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Ich frage mich das deshalb, weil ich folgende Beobachtung gemacht habe: Wenn ich mir zum Ziel setze, einen bestimmten Wordcount zu erreichen, leidet die Qualität meines Textes beträchtlich. Ich beginne zu schwafeln, mich zu wiederholen und lange Monstersätze zu konstruieren. Mein Camp NaNoWriMo-Projekt mag momentan über 25.000 Wörter haben, aber sollte ich das Manuskript jemals überarbeiten, werde ich es ziemlich kürzen müssen.

Im Gegenzug ist mir aufgefallen, dass, wenn ich großen Wert auf die Qualität meines Textes lege und plane, diesen zu veröffentlichen, ich automatisch kürzere Texte schreibe. Ich lasse lange Beschreibungen weg, bringe die Sache auf den Punkt, kürze Füllwörter.

Ich muss allerdings hinzufügen, dass ich ein Fan kürzerer Texte bin. Ich lese relativ selten wirklich dicke Wälzer (die müssen schon sehr spannend sein, um mich bei Stange zu halten) und auch bei Kapiteln ziehe ich drei kurze einem langen vor.

Natürlich möchte ich damit nicht sagen, dass lange Texte automatisch schlecht sind. Es gibt Autoren, die so wortgewandt sind, dass sie lange und qualitativ hochwertige Geschichten schreiben können. Dennoch ist aber die Gefahr größer, gerade bei Nicht-Profis,  dass sie ihre Texte unnötig in die Länge ziehen.

Habt ihr schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht? Findet ihr, dass der Wordcount irreführend sein kann, wenn es darum geht, ob jemand ein guter Autor ist? Mögt ihr lieber lange Texte oder seid ihr von der „In der Kürze liegt die Würze“-Fraktion? Ich würde mich sehr über eure Gedanken zu diesem Thema freuen.

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