Rezension: „Das Leben und das Schreiben“ *****

Titel: Das Leben und das SchreibenIMG_0011
Autor: Stephen King
Genre: Schreibratgeber, Biografie
Verlag: Heyne
Jahr: 2011
Seiten: 382
ISBN: 978-3-453-43574-2
Format: Taschenbuch
Preis: 10,99 €
Urteil: 5/5 Sterne

Klappentext
 
„Ich schreibe so lange, wie der Leser davon überzeugt ist, in den Händen eines erstklassigen Wahnsinnigen zu sein.“ – Stephen King
„Während der Genesung nach einem schweren Unfall schreibt Stephen King seine Memoiren – Leben und Schreiben sind eins. Ein unverzichtbarer Ratgeber für alle angehenden Schriftsteller und eine Fundgrube für alle, die mehr über den König des Horror-Genres erfahren wollen. Ein kluges und zugleich packendes Buch über gelebte Literatur.“

Rezension
 
Bis auf ein paar Kurzgeschichten habe ich noch nie einen Text von Stephen King gelesen. Noch keinen einzigen seiner Romane. Und ja, ich schäme mich, das als Horror-Autorin zugeben zu müssen. Dennoch bin ich vor einiger Zeit auf diesen Autor gestoßen und wollte mehr über ihn erfahren. Schließlich handelt es sich bei Stephen King um einen der ganz Großen und ich war mir sicher, von ihm noch einiges lernen zu können. Also besorgte ich mir seine Autobiografie, sowie seinen Debütroman „Carrie“ (der derzeit auf meinem SuB relativ weit oben liegt).
Kings Memoiren beginnen mit dem biografischen Teil. Mit seinem einzigartigen Humor plaudert er über seine Kindheit und Jugendzeit, die ersten Versuche, Texte zu veröffentlichen und seine ersten Erfolge. Es macht einfach Spaß, diesem Ausnahmetalent „über die Schulter zu blicken“ und zu sehen, wie er sich zu dem entwickelte, was er heute ist: einer der erfolgreichsten Schriftsteller unserer Zeit. King war nicht immer Millionär, er hat ganz unten angefangen. In gewissen Sinne lebte er den amerikanischen Traum: von einem schlecht bezahlten Job in einer Wäscherei schaffte er es an die Spitze der Bestsellerlisten. Sein Durchhaltevermögen und sein unterschütterlicher Glaube an sich selbst und seine Geschichten hat mich beeindruckt. Kings Kindheit war nicht immer leicht und von Armut geprägt, doch er jammert in seinem Buch nicht. Ganz im Gegenteil, er plaudert von den witzigen und ausergewöhnlichen Dingen, die seine Kindheit geprägt haben.
Nach dem biografischen Teil folgt ein Teil über das Schreiben. Hier verrät er, was ihn zu dem gemacht hat, wer er heute ist und gibt Anfängern Tipps zur Schriftstellerei. Ich war in diesem Teil nicht immer einer Meinung mit King. Gerade zum Beispiel den Teil über das Discovery Writing würde ich nicht so unterschreiben. King ist der Meinung, dass Geschichten wie Fossilien sind, die man ausbuddeln muss. Seiner Meinung nach geht das nur durch Discovery Writing. Geplottete Geschichten sind demnach konstruiert und minderwertig. Ich habe auch schon pures Discovery Writing ausprobiert, aber da bin ich bisher immer, ich wiederhole IMMER, an irgendeinem Punkt hängen geblieben und nicht mehr weitergekommen. Laut King macht mich das wohl zu einem schlechten Geschichtenerzähler. Dennoch habe ich schon von vielen erfolgreichen Autoren gehört, dass sie ebenfalls plotten. Ich möchte sogar behaupten, dass die Mehrzahl zumindest in einem gewissen Maß einen Plot erstellt.
Wo ich King allerdings Recht gebe, ist bei dem Punkt, dass man regelmäßig schreiben sollte, weil man sonst den Faden der Geschichte verliert. Dem kann ich aus eigener Erfahrung zustimmen. King schlägt vor, tausend Wörter am Tag zu schreiben und sich gegebenenfalls einen Tag in der Woche freizunehmen. Das halte ich für eine gute Lösung, wobei die tägliche Wortzahl individuell festgelegt werden sollte. Leute, die den ganzen Tag arbeiten und auch noch Kinder zu versorgen haben, sollten auch mit fünfhundert Wörtern am Tag genug geleistet haben. Das ist zumindest meine Meinung. Hauptsache ist doch, dass man sich regelmäßig mit seinem Projekt auseinandersetzt und dran bleibt.
Abgesehen von diesen beiden Punkten finden sich in „Das Leben und das Schreiben“ noch viele weitere, die Stoff für Diskussionen unter Autoren bieten. Das Buch ist kein Patentrezept dafür, wie man einen Bestseller schreibt. Dennoch enthält es wertvolle Tipps und ist wohl eines der besten Schreibratgeber die es derzeit gibt. Es lohnt sich allemal, das Buch zu lesen und sich mit Kings Thesen auseinanderzusetzen. Abgesehen davon hatte das Buch auf mich eine sehr inspirierende Wirkung. Ich habe selbst, nach einer Schreibflaute, wieder angefangen, an Geschichten zu arbeiten. Das hat in letzter Zeit fast kein Schreibratgeber mehr geschafft.
Fazit
 
„Das Leben und das Schreiben“ ist eines der besten Bücher über Schriftstellerei die es derzeit zu kaufen gibt. Ich empfehle es allen Stephen-King-Fans, sowie Autoren, die sich weiterbilden möchten. Das Buch hat fünf Sterne verdient!
Meine Bewertung
5 sterne
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4 Kommentare zu “Rezension: „Das Leben und das Schreiben“ *****

  1. Ich habe noch nie ein Buch von King gelesen – stimmt nicht, ich habe „Das Mädchen“ angefangen, aber dann doch bald wieder zur Seite gelegt. Warum, kann ich jetzt nicht mehr sagen. Auf jeden Fall habe ich aber auch „Das Leben und das Schreiben“ gelesen und fand seine Biografie mehr als motivierend.
    Vom Schreibratgeberteil hatte ich mir mehr erwartet und auch bei seiner Aussage über die Wortzahl, die man am Tag schreiben sollte, bin ich eher skeptisch. Ich bin überzeugt, dass man nicht von Null auf hundert Gas geben sollte, auch nicht beim Schreiben. Es reicht, klein anzufangen und sich dann gegebenenfalls zu steigern. Wichtig ist dabei aber, dass man dran bleibt. Es ist wahrscheinlich das wichtigste und da stimme ich teilweise King zu. Man sollte jeden Tag schreiben oder sich zumindest in irgendeiner Form mit seiner Geschichte beschäftigen.

    Schöne Rezension 🙂
    Knuddelige Grüße,
    Tinka ^^

    Gefällt 1 Person

    • Ich habe bisher auch nur „Carrie“ und eine Kurzgeschichtensammlung von ihm gelesen. Die meisten seiner Bücher schrecken mich ein bisschen ab, weil sie so dick sind … *hust*

      Ja, du hast Recht, er schlägt ja 1000 Worte am Tag vor, aber das finde ich ganz schön ehrgeizig. Ich fange auch lieber mit weniger Wörter an, aber dafür regelmäßig. Wenn man beim Schreiben nicht täglich dran bleibt, verliert man irgendwann die Verbindung zu seiner Geschichte. Ist mir leider häufig passiert. 😦

      Liebste Grüße
      Myna

      Gefällt mir

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