Rezension: „Carrie“ ****

Titel: CarrieIMG_0029
Autorin: Stephen King
Genre: Horror
Verlag: Bastei Lübbe
Jahr: 1974
Seiten: 317
ISBN: 978-3-404-16958-0
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 €
Urteil:
4/5

Klappentext:

„Carrie war schon immer anders. Wegen ihrer unbeholfenen Art ist sie in der Schule eine Außenseiterin und wird gnadenlos gehänselt. Zu Hause leidet sie unter dem religiösen Fanatismus ihrer Mutter. Nur ein einziges Mal fühlt sich Carrie so wie alle anderen Mädchen: Als sie zum Schulball eingeladen wird. Doch der Abend endet nach einem grausamen Streich in einer Katastrophe. Denn Carrie ist beseelt von einer unheimlichen Gabe. Einer Gabe, die sie ein Inferno entfesseln lässt, gegen das die Hölle wie ein lieblicher Garten Eden aussieht …“
(Stephen King: Carrie. Bastei Lübbe, 2013)

Rezension:

Stephen Kings Erstlingswerk „Carrie“ war auch für mich der erste Roman, den ich vom „Master of Horror“ gelesen habe. Bisher kannte ich nur einige seiner Kurzgeschichten – und eben seine Autobiografie, die ich bereits rezensiert habe.

Die Geschichte beginnt damit, wie Carrie mit ihren Klassenkameradinnen duscht und dabei zum ersten Mal ihre Periode bekommt. Da sie nicht weiß, was da mit ihr geschieht, gerät sie in Todesangst. Die anderen Mädchen machen sich jedoch einen Spaß daraus, sie mit Tampons und Binden zu bewerfen und „Stopf es zu!“ zu rufen. Dieses Erlebnis ist ein Trauma für Carrie, an dem sie während der ganzen Geschichte zu knabbern hat. Auch als sie gegen Ende des Romans auf Rache sinnt, erinnert sie sich an den Vorfall im Duschraum.

Sofort wird klar: Carrie ist eine Außenseiterin. Keiner in der Klasse mag sie. Auch zu Hause hat sie es nicht leicht, denn ihre Mutter ist von einem geradezu abnormalen religiösen Fanatismus besessen und behauptet, Carries Periode sei eine Strafe Gottes. Im Verlauf der Handlung beginnt Carrie jedoch, sich zu wehren. Das hat sie für mich sehr sympathisch gemacht. Sie hat sich nicht mehr in ihre Opferrolle zwängen lassen, sondern den anderen gezeigt, was sie drauf hat. Auch wenn das Ganze in einem schrecklichen Disaster endet.

Der Roman wird aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers geschildert. Immer wieder wechseln die Orte und Personen, von denen erzählt wird. Da wären zum einen Carrie und ihre Mutter Margaret White, aber auch aus der Sicht der Mitschülerin Sue Snell und der aufmüpfigen Anwaltstochter Chris Hargensen und deren Freund Billy Nolan wird berichtet. Zwischendurch finden sich immer wieder Zitate aus fiktiven Berichten über die Geschehnisse in der Ballnacht, so wie Befragungsprotokolle, Notrufnachrichten und Berichte von Augenzeugen. Ich fand diese Art des Erzählens zuerst ein bisschen verwirrend. Es dauerte eine Weile, bis ich mich daran gewöhnt hatte.

Hinzu kam, dass das ganze Buch nicht in Kapitel unterteilt war. Das fand ich anfangs etwas merkwürdig. Die Geschichte ist lediglich in drei längere Teile untergliedert, von denen sich der zweite Teil „Ballnacht“ über den größten Teil der Handlung erstreckt.

Eine meiner Lieblingsfiguren war die Lehrerin Miss Desjardin. Sie ist die Einzige, die Carrie zur Hilfe eilt, als die Mädchen sie in der Dusche mit Tampons bewerfen. Zuerst ist sie mit der Situation überfordert, doch dann versteht sie, dass Carrie wirklich nicht weiß, dass sie ihre Periode hat und dass das ein ganz normaler Körpervorgang ist. Sie übernimmt die Rolle der Mutter und klärt Carrie auf. Auch als in der Ballnacht der im Klappentext erwähnte „grausame Streich“ gespielt wird, ist sie die Erste, die Carrie unterstützen möchte. Ich habe mich auch sehr gefreut, als am Ende erwähnt wurde, dass Miss Desjardin die Katastrophe überlebt hat.

Insgesamt fand ich die Handlung sehr spannend, auch wenn schon früh vorweggenommen wird, dass gewisse Personen sterben werden und dass Chris Hargensen einen bösen Streich gegen Carrie plant. Ich konnte gut mit der Protagonistin Carrie mitfühlen. In gewissem Sinne finde ich sogar mich selbst in der Figur wieder. Nicht eins zu eins, doch es gibt gewisse Gemeinsamkeiten. Leider habe ich keine Ahnung von Telekinese.

Fazit

Wer sich langsam an Stephen King herantasten möchte, ohne gleich einen seiner 1000-Seiten-Wälzer zu lesen, ist mit „Carrie“ gut bedient. Es ist spannend und blutig, doch nicht zu gruselig (ich habe mir sagen lassen, dass der Film schlimmer ist). Ich empfehle „Carrie“ gerne weiter.

Meine Bewertung

4 sterne

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15 Kommentare zu “Rezension: „Carrie“ ****

  1. Der Film ist in so fern schlimmer, dass er Grotten schlecht ist….die King Filme aus den 80ern kann man vergessen…ausser Cujo…der war gut….Ist schon ewig her, dass ich das Buch gelesen habe….aber ich kann mich noch daran erinnern, dass ich es gut fand….

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      • Ich habe noch keinen getroffen, der ihn gut fand. Allerdings sehen die Kritiken anders aus. Als Kultfilm und aus neugier kannst Du schon mal reinschauen. Ich hab ihn vor über – ich glaub bald 30 jahren – gesehen. Schade es gibt ihn nicht als full movie bei you tube. Als Film zum mitreden geeignet. Aber aus den 70 ern halt.

        Gefällt 1 Person

  2. Carrie habe ich letzten Sommer gelesen und war mein erstes Buch von King und auch das erste Horrorbuch, soweit ich mich erinnern kann. Ich fand es auch gut, aber ich hatte es mir gruseliger vorgestellt.

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