Quergebloggt: Wabuwabui

Wie bereits angekündigt, startet heute meine neue Reihe „Quergebloggt“, in der ich euch meine Lieblingsblogs und die Blogger dahinter vorstelle. Wir beginnen heute mit einem Blog, den ich letzten Sommer entdeckt habe und seither regelmäßig besuche.

Er heißt Wabuwabui und dahinter versteckt sich die liebe Lisa. Sie ist 22 Jahre jung, liest und schreibt gerne Geschichten und liebt Katzen. Außerdem bastelt sie ganz tolle Karten ❤ Momentan macht sie eine Ausbildung in einer Bibliothek.

Für „Quergebloggt“ hat sie mir Rede und Antwort gestanden.

Hallo Lisa, du hast 2012 deinen Blog „Wabuwabui“ gegründet. Wie kam es dazu, dass du unter die Blogger gegangen bist?

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf andere Bücherblogs gestoßen bin, aber ich habe mich in der Szene umgeschaut und fand das alles wahnsinnig spannend. Ich hatte schon früher immer mal wieder versucht, eine Website aufzuziehen. Leider war nie etwas dabei, was mich länger gefesselt hätte. Das besondere Format „Blog“ hingegen… Das bot viele Möglichkeiten, also wollte ich es ausprobieren. Für Bücher habe ich mich entschieden, weil es damals (und heute leider immer noch) keine Leute in meinem Umfeld gab, die gerne dieselben Genre wie ich lasen (und lesen) und ich niemals das Interesse verliere. So ein Blog schien mir eine gute Plattform zu sein, um mich mit anderen über meine Hobbys austauschen zu können. Kleine Zusatzinfo: Ich habe schon vorher einen anderen Bücherblog bei einem anderen Anbieter gehabt, den ich dann zu Blogger mitgenommen habe! 😉

Der Name ist ja ziemlich ungewöhnlich. Wie kamst du auf „Wabuwabui“?

2012 ging ich noch zur Schule. Im Philosophieunterricht lasen wir „Selbstdenken! 20 Praktiken der Philosophie“ von Jens Soentgen (aus 2007, ISBN 978-3-407-75526-1). Dort wird der Begriff „Wabuwabu“ erklärt: Es geht darum, dass die Objektivität nicht gewahrt werden kann, wenn man etwas zusammenfasst und nicht derselben Meinung wie der Verfasser ist. Auf Seite 34 heißt es außerdem: „Durch Verstärkung gewisser Züge und Auslassung anderer wird dann, ähnlich wie bei einer Karikatur, der Eindruck von Lächerlichkeit erzeugt.“ Diese Gesprächstechnik ist ein zweischneidiges Schwert: Sie kann einen sachlichen Meinungsaustausch verhindern, aber auch die Diskussion anheizen.

So viel zur Theorie. 😉 In der Praxis fand ich das Wort an sich, aber auch die Bedeutung ansprechend, weswegen ich den Namen meines Blogs daran angelehnt habe. Wobei ich hoffe, dass ich weniger karikiere und mehr zu einem angenehmen Meinungsaustausch anrege. 😀

Worum geht es auf deinem Blog? Was können die Leser erwarten?

Alles und nichts. 😀 Nein, wenn man ein Oberthema finden wollte, wäre es „Hobbys“. Ich blogge übers Lesen, übers Schreiben, aber auch übers Basteln. Manchmal gibt es Posts zu Veranstaltungen, die ich besucht habe (z. B. die LoveLetter Convention 2015), oder ich schreibe über privatere Dinge (z. B. meine Pläne für 2016).

Hast du vom Bloggen etwas gelernt? Vielleicht etwas, dass dich im Leben weitergebracht hat?

Die wichtigste Sache, die ich gelernt habe, ist: Mach‘, was du willst. Anfangs habe ich mich sehr an anderen Blogs orientiert und auch viele Blogs über Bloggestaltung und -optimierung gelesen. Das hat mich auf Dauer aber nur deprimiert, weil mein Blog eine geschützte Sphäre für mich ist. Da tobe ich mich aus, aber das geht nicht, wenn ich mich an zig „So wird dein Blog ganz groß!“-Regeln halten muss. Das bin dann nicht mehr ich, sondern nur noch jemand, der möglichst viel verkaufen will. Dabei möchte ich doch, dass die Leute „Wabuwabui“ mögen, weil der Blog ein Teil von mir ist, nicht weil ich die besten reißerischen Überschriften verfasse.

Diese Erkenntnis hilft natürlich auch im privaten Bereich. Ich gehöre zu den Leuten, die es immer allen recht machen wollen. Dass das nicht geht, weiß ich, aber ich versuche es trotzdem immer und immer wieder, bekomme aber nichts dafür zurück. Also versuche ich jetzt, nur noch zu machen, was ich will. Ein Beispiel: Was nützt es, wenn ich Jura oder Medizin studiere, nur weil es mir von vielen empfohlen wird und angeblich meine Zukunft sichert? Jura stelle ich mir sehr langweilig vor und von Blut wird mir häufig schlecht. Da bin ich besser bedient, wenn ich mich auf meine Wünsche und Ideen verlasse. 😉

Was liebst du am Bloggen am meisten?

Dass ich mich mitteilen kann. Ich habe lange geschwiegen und mich isoliert. Als ich den Blog gegründet habe, hatte ich nur eine einzige Freundin, die sich, wie bereits erwähnt, nicht für meine Lektüre interessierte. Dennoch wollte ich mich austauschen und meine Meinung darstellen. Der Blog hat mir dabei geholfen, auch wenn ich erst seit kurzem regelmäßige Leser habe.

Ich finde es übrigens ganz toll, dass du auch E-Books rezensierst. Viele Bücherblogs beschränken sich ja auf Printexemplare. Dabei sind E-Books groß im Kommen und sogar viele Bibliotheken bieten sie mittlerweile an. Was gefällt dir so gut an E-Books?

Oh, ursprünglich wollte ich mit E-Books auch gar nichts zu tun haben! 😀 Meine Mutter hat mir dann zu Weihnachten einen Kindle geschenkt, weil sie die Bücherberge in meinem Zimmer genervt haben. Ich habe aber schnell ihre Vorteile zu schätzen gelernt. Einmal hat mich sehr beeindruckt, dass es viele Klassiker umsonst gibt. Ebenso gut gefallen hat mir damals, dass viele Selfpublisher ihre Romane gratis angeboten haben. Das ist für eine arme Schülerin wirklich praktisch, auch wenn ich schnell erkannt habe, dass das meiste leider Schund ist. Ein paar Tatsachen, die meinen Kindle für mich immer noch sehr liebenswert machen: Unfassbar viele Bücher, die man äußerst platzsparend besitzen kann. Man braucht nicht mehr fünf dicke Wälzer mit in den Urlaub zu nehmen, weil man eine viel größere Menge an Büchern kleiner und leichter mitnehmen kann. Außerdem sind E-Books in vielen Fällen deutlich günstiger als Printexemplare. Auch wenn ich diese Funktionen selbst nicht nutze, bestünde auch die Möglichkeit, den Text zu vergrößern. Das könnte für einige Leute sehr praktisch sein. Oder die Anpassung der Helligkeit des Hintergrunds. Ich finde es auch nicht anstrengend, auf einem Bildschirm zu lesen, aber das könnte daran liegen, dass ich mit PCs und Technik aufgewachsen bin. Es gibt viele Vorteile, die E-Books gegenüber Printbüchern haben. Keine Ahnung, wie andere Leute das nicht sehen können. Es ist hauptsächlich Gewöhnungssache. Auf Printexemplare würde ich dennoch nicht verzichten wollen!

Denkst du, dass es irgendwann nur noch E-Books und keine Printbücher mehr geben wird?

Nein, das denke ich nicht. Genau so wenig kann ich mir vorstellen, dass man irgendwann nicht mehr auf Papier, sondern nur noch auf Tablets schreiben wird. Es erscheint mir auch nicht sinnvoll, sämtliche Vorgänge zu digitalisieren. Da kann immer so viel schiefgehen… Außerdem wird es immer Menschen geben, die Papier, aus welchen Gründen auch immer, bevorzugen. Man kann z. B. viel besser mit Printbüchern lernen als mit E-Books. Es gibt Studien, die belegen, dass das Leseverhalten bei digitalen Medien anders ist, oberflächlicher. Wir Menschen neigen dazu, digitale Texte eher zu überfliegen und nicht richtig aufzunehmen. Das ist fürs Lernen selbstverständlich schlecht. Ich würde immer zu einem Printbuch greifen, wenn ich etwas lernen müsste!

Du hast beruflich mit Büchern zu tun – ist das ein Vorteil, wenn man nebenher einen Bücherblog betreibt?

Für mich leider nicht. ^-^“ Natürlich kann ich zu einigen Diskussionsfragen wie deiner letzten gute Antworten verfassen, weil ich berufsbedingt mit solchen Themen zu tun habe. Aber insgesamt gesehen hilft mir meine Bibliothek nicht bei meinem Blog. Warum? Weil ich in einer Universitätsbibliothek arbeite. Da ist keine Unterhaltungsliteratur vorhanden. Da ich über diese blogge, muss ich sie mir immer noch selbst beschaffen. 😉

Gibt es Dinge, die du ohne deinen Blog nicht erlebt hättest? Wenn ja, was wäre das?

Dieses Interview zum Beispiel! ;D Ich wurde noch nie zuvor interviewt… Aber auch tolle Bloggeraktionen wie „Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit“. Dadurch kommt man mit vielen interessanten Leuten aus ganz Deutschland, manchmal sogar aus Österreich, der Schweiz oder anderen Ländern, in Kontakt. Wie hätte man diese Menschen sonst treffen sollen?

Hast du Ziele und Wünsche für die Zukunft deines Blogs?

Ich hätte gerne eine größere Reichweite, sprich mehr Leser. Wie bereits erwähnt, werde ich das nicht forcieren. Aber es wäre einfach schön, wenn mehr Leute, die sich für dieselben Dinge interessieren wie ich, meinen Blog finden würden. Ich bin mir sicher, es gibt noch einige dort draußen!

Ansonsten würde ich meinen Blog gerne ein wenig hübscher machen. Da ich keine Mediendesignerin bin oder besondere Programmierkenntnisse besitze, werde ich das langsam und Schritt für Schritt machen. Auf „Wabuwabui“ habe ich dieses Thema schon mehrmals angesprochen, aber bisher leider nie die Zeit gefunden, um mich intensiv damit auseinander zu setzen. Neben der Arbeit, der Berufsschule und meinen Hobbys bleibt nur wenig Zeit, bei der man immer wieder entscheiden muss, für was man sie verwenden will. Da hat die Bloggestaltung bisher immer den Kürzeren gezogen. ^-^“

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3 Kommentare zu “Quergebloggt: Wabuwabui

  1. Ein schönes Interview 🙂
    Was mir jetzt erstmals aufgefallen ist: Die digitale Bibliothek, die viele als Vorteil empfinden, habe ich bei meinen Hörbüchern und muss sagen, dass das wirklich eine praktische Sache ist :-).
    Allerdings kann ich mich mit dem Satz „Es gibt keinen, der dasselbe Genre liest, wie ich“ nicht so richtig anfreunden. Zwar habe ich ihn selbst lange Zeit benutzt, habe aber auch mal just for fun in einer regionalen Gruppe gefragt, ob oder wer Interesse an einem „Bücherstammtisch“ hätte. Und ich war wirklich erstaunt, wie viele Antworten da kamen.

    Und der Blogname ist wirklich genial!

    viele Grüße
    Emma

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Emma,

      freut mich, dass dir das Interview gefallen hat! 🙂 Ich hatte auch viel Spaß bei der Beantwortung der Fragen.

      Was den Satz „Es gibt keinen, der dasselbe Genre liest wie ich“ betrifft: Ich bin auf einer kleinen Insel im Norden Deutschlands aufgewachsen. Da gab es höchstens einen Lesekreis für Senioren. Ich war froh, dass wenigstens eine klitzekleine Stadtbibliothek vorhanden war. 😉
      Jetzt, wo ich in einer Stadt wohne, könnte ich mir wirklich einen Lesekreis besorgen. Danke für den Hinweis!

      Danke für das Kompliment! ❤ Ich habe mich lange Zeit für den Namen geschämt, weil er mir so nichtssagend und unkreativ vorkam. ^-^" Mittlerweile habe ich mich damit angefreundet.

      Liebe Grüße
      Lisa

      Gefällt 1 Person

      • Wieso hast du dich für deinen Blognamen geschämt? Er ist ja sogar philosophisch! Das ist doch mal wirklich ausergewöhnlich. Mein Blog hat nicht mal einen richtigen Namen 😀 Übrigens, Funfact am Rande: Anfangs wollte ich meinen Blog „Mynatopia“ nennen. Aber habe mich dann kurzfristig nochmals umentschieden ^^

        Liebe Grüße
        Myna

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