Rezension: „Eine echt verrückte Story“ ****

Titel: Eine echt verrückte Story (Original: It’s Kind Of A Funny Story)craigs story
Autor: Ned Vizzini
Genre: Jugendroman, Gesellschaftsroman
Verlag: Heyne
Jahr: 2006
Seiten: 381
ISBN: 978-3-453-53438-4
Format: Taschenbuch
Preis: 8,99 €
Urteil: 4/5 Sterne

Klappentext

„Ein wunderbarer Roman!“ (Süddeutsche Zeitung)

Craig, der eine Elite-Highschool in Manhattan besucht, ist klug und begabt. Er macht sich seine ganz eigenen Gedanken über sich und die Welt. Denn manchmal passen er und die Welt nicht so ganz zusammen – findet er. Doch dann lernt er an einem unerwarteten Ort Menschen kennen, denen es ähnlich geht wie ihm. Craig schließt Freundschaften, die er vorher nie für möglich gehalten hätte. Und er begreift, dass es manchmal auch schön sein kann, ein wenig aus der Reihe zu tanzen …

Eine berührende Geschichte, verfilmt mit Zach Galifianakis und Keir Gichrist in den Hauptrollen.

Rezension

Als der fünfzehnjährige Craig Gilner auf die Executive Pre-Professional Highschool kommt, geht es mit ihm immer weiter bergab. Er ist zunehmend erschöpft, kann nicht mehr essen und will sich zuschlussendlich sogar von der Brooklyn Bridge stürzen. Craig leidet, wie viele junge Menschen, an Depressionen.

Eine Statistik besagt, dass 20 Prozent der Jugendlichen depressive Phasen eleben, bevor sie erwachsen sind. Zunehmender Druck in der Schule und auch im Freundeskreis, Probleme bei der Selbstfindung und beim Umgang mit dem anderen Geschlecht, erster Kontakt mit Drogen und Alkohol, all das führt dazu, dass junge Menschen an einer Depression erkranken. Diese kann zwar heutzutage gut behandelt werden, doch eine Genesung erfordert oft viel Energie und Zeit.

Ned Vizzini schildert in seinem Buch den Ausbruch von Craigs Depression, seine ersten ambulanten Behandlungsversuche und schließlich den totalen Absturz. Dabei befindet man sich in Craigs Kopf, der als Ich-Erzähler auftritt, und bekommt hautnah mit, wie sich der Protagonist fühlt. Ich finde, Ned Vizzini hat sehr gut recherchiert und Craigs Depression echt und glaubhaft beschrieben.

Die Kapitel sind eher kurz, was ich beim Lesen als einen Vorteil empfinde, da ich Bücher mit kurzen Kapiteln viel schneller lese. Komme ich nämlich an einem Kapitelende an und sehe, dass das darauffolgende Kapitel kurz ist, lese ich das meist auch noch und immer so weiter, bis ich wieder viel mehr gelesen habe, als ich mir eigentlich vorgenommen habe 😀 Hinzu kommt, dass ich die Handlung sehr interessant fand und immer wissen wollte, wie es weitergeht.

Sogar eine Prise Romantik kam in der Geschichte vor, was mir gut gefallen hat. Craig hat so viel Scheiße mitgemacht, da darf er ruhig auch ein bisschen verliebt sein. Die Liebesszenen passen gut in die Geschichte und sind auch nicht schnulzig.

Ich mochte die Charaktere in der Geschichte sehr gerne. Craig war ein sympathischer Protagonist, den ich gerne begleitet habe. Seine kleine Schwester Sarah hat mir auch gut gefallen. So eine Schwester kann man sich bloß wünschen! Ebenso seine Eltern, die sich gut um Craig kümmern und sich Sorgen machen. Sein bester Freund Aaron war mir hingegen überhaupt nicht sympathisch. Er nutzt Craig meiner Meinung nur aus und als dieser in Behandlung ist, macht er sich auch noch lustig über ihn. Nia ist eine ziemlich selbstverliebte Zicke. Ständig denkt sie, Craig würde nur deshalb leiden, weil sie mit Aaron zusammen ist anstatt mit ihm. Eine meiner Lieblingsfiguren war Noelle, die später in der Geschichte auftaucht. Sie hat etwas Geheimnisvolles, das gefällt mir sehr an ihr. Auch Humble, Präsident Armelio, Bobby, Johnny, Jimmy, Ebony, die Professorin und Muqtada sind interessante Charaktere, die man in der zweiten Hälfte des Buches besser kennenlernt und die Craigs Leben bereichern.

Der einzige Kritikpunkt ist gleichzeitig auch ein Spoiler, also alle, die sich von dem Buch noch überraschen lassen wollen, sollten diesen Abschnitt überspringen. Craig verbringt ingesamt fünf Tage in der psychiatrischen Klinik und danach ist er fast geheilt, obwohl er sich vor Kurzem noch umbringen wollte. Das fand ich unglaubwürdig. Meiner Erfahrung nach dauert es erheblich länger, bis man sich von einer Depression erholt, vor allem wenn sie so schlimm ist, wie bei Craig. Aus diesem Grund habe ich dem Buch, das mir ansonsten wirklich gut gefallen hat, ein Herzchen abgezogen.

Fazit

„Eine echt verrückte Story“ setzt sich mit dem Thema Depression im Jugendalter auseinander und verbindet dies auch noch mit einer fesselnden Geschichte. Ich empfehle das Buch gerne weiter.

Meine Bewertung

4 sterne

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2 Kommentare zu “Rezension: „Eine echt verrückte Story“ ****

  1. Pingback: 10 Bücher über psychische Krankheiten | Myna Kaltschnee

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