Bloggeralphabet #10: J wie Journalismus

blogger-aphabet-900x266Hallo zusammen,

heute haben wir Grund zum Feiern. Es ist nämlich ein ganz besonderer Tag. Nein, ich meine nicht Freitag, den 13. Heute wird mein Blog ein Jahr alt! Ja, ihr habt richtig gelesen, heute vor einem Jahr habe ich den Vorgängerblog „Myna liest und schreibt“ gestartet. Die Zeit ist rasend schnell verflogen und ich habe so viel Neues dazugelernt, was das Bloggen betrifft. Ich bin schon sehr gespannt darauf, was ich im zweiten Blogjahr alles lernen werde 😀

Zudem ist dieser Beitrag auch noch der 150. Blogpost. Zufall? Eher nicht. Eigentlich wäre dieser ja schon gestern online gegangen, aber ich habe mit den Bloggeralphabet einfach einen Tag länger gewartet, damit die zwei Ereignisse zusammenfallen. 😉

Nun wollen wir uns aber ganz dem Bloggeralphabet widmen. Es findet immer 14-tägig auf dem Blog von Neontrauma.de statt. Heute geht es um den Buchstaben J wie Journalismus.

Ich möchte mich hierbei gerne auf die Inspirationsfragen beziehen, die uns Anne von Neontrauma.de an die Hand gegeben hat.

Findest du, dass Bloggen eine Form von Journalismus ist oder sein kann?

Absolut! Es kommt natürlich immer darauf an, wie ernst man einen Blog betreibt und über welches Thema man schreibt. Wenn eine 14-jährige von ihrem Alltag erzählt, ist das vermutlich nicht so sehr mit Journalismus zu vergleichen, wie wenn jemand seriöse Artikel über Menschenrechte, Literatur, Kunst oder ein sonstiges Thema schreibt. Auch Buchblogger, die Rezensionen schreiben, betreiben meiner Meinung nach journalistische Arbeit. Für viele mag das einfach nur ein Hobby sein, aber es gibt auch welche, die damit wirklich ernstgenommen werden möchten.

Was macht für dich Journalismus aus?

Journalismus wird heutzutage längst nicht nur von studierten Journalisten betrieben. Es gibt auch viele Quereinsteiger, Blogger, Vlogger und dergleichen, die journalistische Arbeit leisten. Viele machen das in ihrer Freizeit, neben Beruf, Studium oder Schule. Trotzdem finde ich, dass man gerade diese Stimmen „aus dem Volk“ ernstnehmen sollte. „Journalist“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung in Deutschland. So kann sich heutzutage jeder nennen, der auf irgendwelche Art Artikel schreibt. Und das finde ich auch gut so, denn man muss nicht Journalismus studiert haben, um gute Artikel schreiben zu können. Sicher, man lernt während eines solchen Studiums das Handwerk von Grund auf und das ist sicher nicht zu unterschätzen. Ich möchte das auch gar nicht runterspielen. Aber ich finde, man sollte gerade Bloggern und Vloggern Beachtung schenken, die das ernsthaft betreiben. Ihre Beiträge sind vielleicht nicht perfekt, doch es ist gut, dass sie ihre Meinung kundtun und zur Meinungsbildung der Allgemeinheit beitragen.

Wo siehst du Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Bloggern und Journalisten?

Journalisten werden meist für ihre Artikel bezahlt, während das nur auf wenige, glückliche Blogger zutrifft. Die meisten Blogger schreiben ehrenamtlich in ihrer Freizeit Artikel. Sie haben sich das Artikelschreiben selbst beigebracht oder Kurse besucht. Journalisten hingegen haben Journalismus studiert. Man trifft sie meist beim Fernsehen oder Zeitungen an, aber auch die Internetseiten von Zeitungen und Zeitschriften bringen Artikel von Journalisten. Bloggern hingegen werden auf Seiten wie Huffington Post die Chance gegeben, Artikel einer breiten Masse zugänglich zu machen. Oder eben auf ihrem eigenen Blog. Allerdings gibt es Blogs wie Sand am Meer und nicht alle werden seriös betrieben. Ich finde, man sollte hier unterscheiden, ob es um einen reinen Hobbyblogger geht, der von seinem letzten Urlaub auf Sylt berichtet, oder ob er sich wirklich ernsthaft mit Themen auseinandersetzt. Auch auf die Länge und Aussagekraft seiner Blogposts kommt es an und ob man seine Beiträge überhaupt als „Artikel“ bezeichnen kann.

Gemeinsamkeiten von Journalisten und (professionelleren) Bloggern sind auf jeden Fall das Schreiben von Artikeln und die Veröffentlichung dieser. Beide tragen zur allgemeinen Meinungsbildung bei und sollten sich dieser Verantwortung bewusst sein.

Ist Journalismus „Beruf oder Berufung“ – sprich, entscheidet nur eine journalistische Ausbildung darüber, wer Journalist sein darf und wer nicht?

Wie schon einmal erwähnt, ist der Begriff „Journalist“ in Deutschland nicht geschützt und jeder kann sich so bezeichnen. Trotzdem finde ich, man sollte bei der Begrifflichkeit einen Unterschied machen, ob jemand Journalismus studiert hat oder nicht. Aber das heißt nicht, dass die Arbeit von Bloggern weniger wert wäre oder weniger „journalistisch“ wäre als die von studierten Journalisten.

Es kommt sicher auch darauf an, ob jemand Geld mit seiner journalistischen Arbeit verdient oder nicht. Ich persönlich blogge ja für meinen eigenen Blog und schreibe auch Artikel für das Schreibmeer. Beides mache ich unentgeltlich, deshalb sehe ich mich auch nicht als Journalistin, sondern „nur“ als Bloggerin.

Stellst du bei deinem Blog selber einen journalistischen Anspruch an deine Beiträge?

Es kommt immer darauf an, worum es geht. Bei Aktionen wie den „Bloggeralphabet“ oder der „Montagsfrage“ sind meine Antworten sicherlich nicht „journalistisch“. Das ist einfach Hobby – nicht mehr und nicht weniger. Aber wenn ich Artikel z. B. über das Schreibhandwerk schreibe (ob für meinen eigenen Blog oder das Schreibmeer), dann stelle ich schon gewisse Ansprüche an mich. Ich weiß, dass meine Artikel noch lange nicht perfekt sind und ich noch viel lernen muss, bis sie so gut sind, wie ich es gerne hätte. Aber ich gebe mein Bestes und versuche, Beiträge zu schreiben, die man ernstnehmen kann.

 

 

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8 Kommentare zu “Bloggeralphabet #10: J wie Journalismus

      • Danke für das Kompliment – nach dem ich aber gar nicht fischen wollte ;-).

        In der Tat schreibe ich, gefühlt, immer noch so frei von der Leber weg, wie ich das von Anfang an getan habe. Auch schon ein Jahr her. Die Weiterentwicklung, so es sie denn gegeben hat, ist also wirklich an mir vorbei gegangen. Beiträge wie deine zum Plotten haben für mich immer eine gewisse „Ernsthaftigkeit“. Da habe ich das Gefühl, dass sich wirklich jemand hingesetzt und sich Gedanken gemacht hat. Viele Gedanken :-).

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      • Ich achte bei Blogbeiträgen beispielsweise sehr auf die Sprache und wie sich jemand ausdrückt. Da bist du mir gleich positiv aufgefallen. Deine Sätze waren nicht nur von der Rechtschreibung und Grammatik her fehlerfrei (was längst keine Selbstverständlichkeit in der Blogosphäre ist), sondern klangen auch noch gut 😀 Ich weiß nicht, ob das bei dir eine Weiterentwicklung war oder ob du schon immer so gut geschrieben hast, denn ich kenne deinen Blog ja erst seit kurzem. Aber es ist mir auf jeden Fall positiv aufgefallen und das darfst du auch ruhig wissen 🙂

        Und ja, an den Beiträgen zum Plotten bin ich in der Tat ziemlich lange gesessen 😀 Freut mich, dass man das auch gemerkt hat 😉

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      • Dankeschön! Einfach mal ein dickes Dankeschön! 🙂

        Natürlich merkt man das deinen Beiträgen an. Und deswegen gehören sie für mich auch absolut in den Bereich des Journalismus hinein. Wichtig ist für mich nur, gerade in der Blogosphäre, dass es ein Gleichgewicht gibt zwischen eher „leichten“ und eher „gewichtigen“ Themen. Ich finde es jedenfalls gut, wenn ich nicht bei jedem einzelnen Beitrag das Gefühl habe, hier würde jemand aus einem Lehrbuch zitieren (oder anstreben, das nächste zu schreiben).

        Das ist in deinem Blog auf jeden Fall gegeben – was auch du wissen darfst! 🙂

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      • Ich danke dir für das liebe Kompliment 🙂 ❤ Freut mich, dass dir mein Blog so gut gefällt 🙂 Ich habe vor diesem Blog schon andere Blogs gehabt, aber die sind immer irgendwann eingeschlafen. Dieser Blog ist mein erstes "ernsthaftes" Projekt und ist auch schon zu einem festen Teil meines Lebens geworden. Ich gebe mir Mühe, meinen Lesern eine interessante Mischung an Beiträgen zu bieten. Freut mich, wenn mir das deiner Meinung nach gelingt 🙂

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