„Ich lebe noch!“ – Warum ich manchmal einfach nicht bloggen kann

Hallo ihr lieben Leseratten und Federschwinger,

vielleicht ist es euch aufgefallen, dass am Mittwoch und am Donnerstag diese Woche keine Blogposts kamen.

Es tut mir sehr Leid, dass ich meinen Blog diese Woche so vernachlässigt habe, aber es ging einfach nicht anders. Ich weiß nicht, ob es eine Nachwirkung meiner Grippe ist, die ich letzte Woche hinter mir gelassen habe oder ob sich eine neue Depression anbahnt – Fakt ist, ich kriege diese Woche einfach nichts gebacken. Ich bin froh, dass ich wenigstens Montag und Dienstag meine Blogposts gebracht habe. Aber Mittwoch/Donnerstag hat mir einfach völlig die Energie gefehlt. Ich hätte mich dazu hinprügeln müssen, meine Blogposts zu schreiben und das Ergebnis wäre dann vermutlich auch nur lieblos hingeklatschte Buchstaben gewesen und das war es mir nicht wert.

Ihr, meine lieben Leser, seid mir sehr wichtig und ich habe größten Respekt vor euch. Deshalb war für mich ganz klar: Lieber gar nichts bringen, als irgendetwas Halbherziges.

Gestern hatte ich mir sogar noch überlegt, gegen Abend den Blogpost zu bringen, doch als ich dann von einer erneuten Angstattacke gepackt wurde, die mich den ganzen Abend auf Trab hielt, habe ich es lieber gelassen. In solch einem Zustand hätte ich nichts Gutes auf die Beine stellen können. Das versteht ihr doch sicher, oder?

Es tut mir auch Leid, dass ich immer nur erwähne, dass es mir mal wieder nicht gut geht, aber nicht, was eigentlich mit mir los ist. Deswegen möchte ich heute ein für alle Mal Farbe bekennen und euch wissen lassen, warum ich manchmal einfach nicht in der Lage bin, meinen Blog und YouTube-Kanal so zu betreiben, wie ich das gerne würde.

Ich leide seit zehn Jahren an einer Schizoaffektiven Störung. „Was zum Teufel ist das denn?“, höre ich euch schon rufen. Keine Angst, bevor das bei mir diagnostiziert wurde, hatte ich auch keine Ahnung was das ist 😉 Es handelt sich hierbei um eine Mischung aus schizophrenen Symptomen (wie z. B. Verfolgungswahn) und bipolaren Symptomen, also Manie und Depression im Wechsel. Hinzu kommt, dass ich seit etwa sechs Jahren eine immmer wiederkehrende Panikstörung mit Agoraphobie habe. Also, ich bekomme Panikattacken aus heiterem Himmel und habe eine Phobie davor entwickelt, öffentliche Plätze zu betreten, weil dort diese Panikattacken auftreten könnten. Ich habe also quasi Angst vor der Angst. Das ist ziemlich tricky und es braucht viel Zeit und Geduld, gegen so etwas anzukämpfen. Aber ich habe schon Fortschritte gemacht und bin auch gewillt, immer weiter zu kämpfen.

Warum erzähle ich euch das jetzt alles? Garantiert nicht, um irgendwie Mitleid zu bekommen oder Aufmerksamkeit zu erhaschen. Ich erzähle es euch, weil ich das Gefühl habe, es euch schuldig zu sein. Ihr lest meine Blogbeiträge, kommentiert und likt – da dürft ihr auch ruhig wissen, wer eigentlich dahinter steckt und warum ich manchmal einfach nicht so kann, wie ich gerne würde. Meine psychischen Probleme sind auch der Grund, warum ich meinen YouTube-Kanal momentan auf Eis gelegt habe. Aber ich plane, wieder damit anzufangen. Im besten Fall schon nächsten Monat.

Wie geht’s jetzt weiter? Ich werde versuchen, den Donnerstagbeitrag (Bloggeralphabet) nächsten Donnerstag nachzureichen. Auch den Mittwochsbeitrag werde ich nächsten Mittwoch bringen. Das wirbelt zwar meinen Blogplan durcheinander, aber damit muss ich leben. Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse, dass ich diese Woche in so einer Flaute gesteckt habe.

Ganz liebe Grüße,

eure Myna

 

 

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10 Kommentare zu “„Ich lebe noch!“ – Warum ich manchmal einfach nicht bloggen kann

  1. Liebe Myna,

    hier schreibt dir einer, der zumindest das schlechte Gewissen kennt, wenn er es mal nicht schaffe, irgendwie ein Update auf den Blog zu zimmern. Spannend, dass es dir auch so geht – auch wenn die Gründe bei mir ein wenig anders gelagert sind, als es bei dir der Fall ist. Ich finde es mutig, dass du deine Diagnose hier so öffentlich machst und wünsche dir, dass die Fortschritte weitergehen. Ein langwieriges Geschäft, ich weiß.

    Liebe Grüße
    Michael

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  2. Pingback: Die „Mental Health Months“ kommen! | Myna Kaltschnee

  3. Pingback: Updates zu #blubberXmas – 5. Tag | Myna Kaltschnee

  4. Hallo Myna,
    irgendwie bin ich jetzt ziemlich spät auf diesen Beitrag aufmerksam geworden. Ich finde es sehr mutig, dass du offen über deine Erkrankungen berichtest und auch im Rahmen der Mental Health Wochen versucht hast, auf das Thema „Psychische Erkrankungen“ aufmerksam zu machen. Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen in unserer Gesellschaft Angst vor diesem Thema haben und froh sind, wenn es sie nicht betrifft.

    Nun zum Thema Blogposts: Ich bin der Meinung, dass es nicht jeden Tag einen Blogpost geben muss. Natürlich finde ich es als Leser schön, regelmäßig von den Bloggern zu lesen und nicht z.B. in einem Monat 10 Posts zu lesen und die nächsten drei Monate auf einen Artikel zu warten. Ich denke aber auch, dass das Reallife vor geht und es eben Phasen gibt, in denen es wichtigere Dinge gibt, als den Blog. Ich hoffe, du lässt dich da nicht allzu sehr unter Druck setzen :-).

    ganz viele Grüße
    Emma

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    • Hallo nochmal, liebe Emma,

      danke, deine Worte tun mir gut. Es war wirklich nicht einfach, sich offen dazu zu bekennen, doch ich bereue den Schritt nicht und bin froh, ihn gegangen zu sein. Denn es macht alles irgendwie leichter, wenn man offen damit umgehen kann. Und ich schäme mich auch nicht (mehr) für meine Erkrankung.

      Ja, du hast recht, das Reallife geht vor. Trotzdem versuche ich, mich an meinem Blogplan zu halten und meistens klappt das auch irgendwie. Nur in ganz schlimmen Phasen lasse ich Beiträge auch mal ausfallen. Das kommt aber zum Glück in letzter Zeit selten vor. Irgendwie schaffe ich es immer, mich hinzusetzen und an meinen Beiträgen zu arbeiten – denn eigentlich gibt mir das Bloggen auch Kraft. Es ist eine sinnvolle Tätigkeit, die für mich wichtig ist, weil ich eben momentan keinem Beruf nachgehe. Trotzdem versuche ich natürlich, mich nicht zu sehr unter Druck zu setzen und wenn’s mal einfach gar nicht geht, dann geht’s eben nicht.

      Danke für dein Verständnis. Einen guten Rutsch ins Jahr 2017 wünsche ich dir noch 🙂

      Liebste Grüße,
      Myna

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