Rezension: „Lea“ *****

Titel: LeaLea
Autorin: Dana Müller
Genre: 
Psychothriller
Verlag: 
BookRix
Jahr:
2015
Seiten:
201 S.
Format:
Kindle E-Book
Preis: 
2,99 €

Klappentext

„Die 25-jährige Lea Florence ist dem Teufelskreis einer hörigen Beziehung entflohen. Der Preis ihrer Freiheit ist hoch, denn aus der gewaltbestimmten Ehe mit Mike resultiert eine schwere Form der Agoraphobie, die sie an die Wohnung fesselt und kaum Kontakt zur Außenwelt erlaubt. Lediglich die Reporterin Emily Brown, die ihre Leidensgeschichte publik machen möchte und Leas Schwägerin Sandy umgeben die junge Frau, die sich mit der Situation arrangiert und ihr Leben der Krankheit angepasst hat.

Doch bald erschüttern schreckliche Träume das Fundament ihres Daseins. Leas kleine Welt droht zusammenzubrechen, als sie im Traum Mike ermordet und dieser tatsächlich tot aufgefunden wird. Leas Alibi ist die Agoraphobie, die ihr keinen Schritt vor die Tür erlaubt.

Dennoch fühlt sie sich auf eine unerklärliche Weise verantwortlich für die Geschehnisse und begibt sich auf eine gefährliche Spurensuche.

Wieso werden Leas Träume bittere Realität?“

Rezension

Nachdem ich Dana Müllers Roman „Traumbold“ rezensiert hatte, wurde die Autorin auf mich und meinen Blog aufmerksam und bot mir an, mir ein Rezensionsexemplar von einem beliebigen anderen Buch aus ihrer Feder zuzuschicken. Ich habe mich auf Amazon ein wenig über ihre weiteren Bücher informiert und bin dabei auf „Lea“, ihren einzigen Psychothriller, gestoßen. Das Buch hat mich sofort angesprochen, da es die Krankheit Agoraphobie behandelt, zu der ich einen persönlichen Bezug habe.

Die 25-jährige Lea Florence leidet an einer schweren Form der Agoraphobie. Außer ihrer Schwägerin Sandy, die für sie einkauft und Dinge erledigt, und der Reporterin Emily Brown lässt Lea niemanden an sich ran.

Als Sandy eines Tages erwähnt, dass Lea doch Kontakt zu anderen Menschen über das Internet aufnehmen könnte, meldet sich diese in einem Forum an, in dem sich Leute treffen, die Gewalt in der Beziehung erlebt haben. Dort lernt sie relativ schnell Mary und Karl kennen, die in ihrer Nachbarschaft wohnen.

Eines Tages hat Lea einen seltsamen Traum: Sie sieht sich selbst, wie sie ihren gewalttätigen Ex Mike ermordet. Am nächsten Tag stellt sich heraus, das Mike tatsächlich getötet wurde. Lea fällt aus allen Wolken. Wie kann das sein? Weitere Morde geschehen und immer sieht sie Lea vorher im Traum. Ist sie etwa ein Medium, das in den Kopf des Killers hineinsehen kann? Und warum wird sie im Forum von Mary und Karl plötzlich ignoriert? Wer ist der rätselhafte Kerl mit der Kamera, der sich vor ihrem Haus herumtreibt? Fragen über Fragen stellen sich der jungen Frau, sie versucht Lösungen zu finden und doch ahnt sie nicht, was in Wahrheit hinter all den Geschehnissen steckt.

Für all jene unter euch, die nun kopfkratzend vor dem Bildschirm sitzen und denken: „Agoraphobie? Was ist das denn? Habe ich ja noch nie gehört …“ möchte ich das Krankheitsbild kurz näher erläutern. Agoraphobie tritt häufig gepaart mit einer Panikstörung auf. Meistens erkrankt der Betroffene zunächst an einer Panikstörung und entwickelt dann immer mehr eine Agoraphobie. Der Begriff „Agoraphobie“ kommt aus dem Altgriechischen, wobei „agorá“ soviel wie „Marktplatz“ und „phóbos“ gleich „Furcht“ bedeutet. Man bezeichnet Agoraphobie auch als „Platzangst“, wobei man sie keinesfalls mit der „Klaustrophobie“, also der Angst vor engen Räumen, verwechseln darf. Agoraphobie ist die Angst vor öffentlichen Plätzen, wo es schwierig wird, im Fall einer Panikattacke zu „flüchten“. Dazu zählen zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel, Supermärkte, Menschenansammlungen, usw. Menschen mit Agoraphobie leiden unter Panikattacken und vermeiden öffentliche Plätze aus der Angst heraus, an einem solchen Platz eine Panikattacke zu erleiden.

Dana Müller hat sehr gute Recherche betrieben, was die Panikattacken und die Agoraphobie von Lea betreffen. Man könnte beinahe denken, sie würde die Krankheit aus ihrem persönlichen Umfeld kennen. Lea ist an einer besonders starken Form der Agoraphobie erkrankt und traut sich überhaupt nicht mehr aus dem Haus. Schlimmer noch, sie hat auch Angst, wenn Leute zu ihr ins Haus kommen wollen. In einer Szene, in der sie die Polizei ruft, wird dies deutlich. Ihre Schwägerin Sandy erledigt alle Einkäufe für sie und besucht sie regelmäßig. In ihr hat Lea eine Verbündete, die auch über die Trennung von Mike hinweg, zu ihr hält. Man bekommt fast das Gefühl, Sandy hätte wegen des üblen Verhaltens ihres Bruders ein schlechtes Gewissen und möchte dieses durch ihre Unterstützung kompensieren.

Neben Sandy gibt es nur die Figur der Reporterin Emily Brown. Sie möchte einen Artikel über Lea schreiben. Zunächst hat Lea Vertrauen zu ihr, doch später nutzt sie dieses Vertrauen aus, indem sie Sandy hinter Leas Rücken über den Tod von Mike ausfragt. Das fand ich ziemlich mies von ihr und ihr Charakter war mir ab da auch ziemlich unsympathisch. Vor allem, als sie sich später Lea gegenüber noch ziemlich zickig verhält.

Ich fand die ganze Geschichte wahnsinnig spannend und habe sie innerhalb weniger Tage gelesen (was selten für mich ist). Die Kapitel waren einigermaßen kurz, was mich dazu verleitet hat, immer noch eins zu lesen, wenn ich eines beendet hatte 😀 So kam ich natürlich rasend schnell durch den Roman.

Ganz besonders toll fand ich das Ende, die große Auflösung. Es ist ein trauriges Ende, doch es hat mir sehr gut gefallen. Alle offenen Fragen werden beantwortet und es bleibt spannend bis zum Schluss. Und ihr wisst ja bereits: Ich stehe auf gute Enden! „Gut“ im Sinne von „überzeugend“, nicht unbedingt von „happy“. Auch traurige Enden können „gute Enden“ sein.

Über die Autorin

Dana Müller wurde 1974 geboren und veröffentlicht ihre Bücher seit April 2014. Meist sind sie im Bereich Fantasy mit einem Schuss Romantik angesiedelt, doch auch ein Mystery-Roman und ein Psychothriller stammen aus ihrer Feder. Sie begann mit Gedichten, entwickelte dann ein Interesse an Kurzgeschichten und schrieb 2006 schließlich ihren ersten Roman. In ihrer Freizeit ist sie gerne kreativ, bastelt, malt, zeichnet oder träumt mit offenen Augen. Sie ist Mutter, Ehefrau und Frauchen eines Chihuahua-Pinscher-Mixes und einer Perserkatze. Mehr Infos findet ihr auf ihrer Homepage.

Fazit

Ein spannender Psychothriller für alle, die gerne in die Abgründe der Psyche des Menschen eintauchen.

Meine Bewertung

5 sterne

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3 Kommentare zu “Rezension: „Lea“ *****

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