Rezension: „Hochsensibel“ *****

Titel: Hochsensibel – Wie Sie Ihre Stärken erkennen und Ihr wirkliches Potenzial entfaltenCover_Hochsensibel_sm
Autorin: Eliane Reichardt
Genre: Sachbuch, Psychologie
Verlag: Irisiana Verl.
Jahr: 2016
Seiten: 255 S.
ISBN: 978-3-424-15293-7
Format: Taschenbuch
Preis: 19,99 €
Offizielle Verlagsseite: *klick*

Klappentext

„Stark (und) Hochsensibel

Laut Schätzungen ist jeder siebte Mensch hochsensibel und nimmt die Welt um sich herum intensiver und detaillierter wahr als der Rest der Welt. Doch oft weiß er selbst nichts von seiner besonderen Veranlagung, die von anderen Menschen leider nur allzu oft als Schwäche gedeutet oder von manchen Ärzten/Therapeuten gar als psychische Störung gewertet wird. Dieses Buch erläutert das Phänomen Hochsensibilität ausführlich und beschreibt, in welcher Weise hochsensible Menschen Alltagssituationen wie Einkaufen, Schule oder Arbeit erleben. Auch Ausgehen und Feiern fühlt sich für sie anders an …

Wie können sie ihr Leben trotz oder gerade mit ihrer Hochsensibilität am besten meistern? Wie lässt sich die vermeintliche Schwäche Hochsensibilität in eine echte Stärke umwandeln? Und zu guter Letzt: Wie können Hochsensible das in ihnen schlummernde Potenzial erwecken und voll entfalten?“

Rezension

„Hochsensibel“ war das erste von einer ganzen Reihe Bücher über Hochsensibilität, die ich mir in den nächsten Monaten zu Gemüte führen möchte. Meine gebündelten Erkenntnisse plane ich euch in einem Video vorzustellen, doch das dauert noch eine Weile. 😉

„Hochsensibel“ wurde von einer hochsensiblen Autorin, Eliane Reichardt, verfasst. Die Dame weiß also, wovon sie spricht – und das merkt man auch. Ganz am Anfang führt die Autorin ins Thema ein und bietet einen ausführlichen Selbsttest, mit dem man überprüfen kann, ob man selbst hochsensibel ist oder nicht. Ich war überrascht, wieviel davon tatsächlich auf mich zutraf – sogar Dinge, die ich nie mit meiner Hochsensibilität in Verbindung gebracht hätte. Der Test ist um einiges ausführlicher als andere Tests, die ich schon zu dem Thema gesehen habe. Er gliedert sich in fünf Bereiche: Das Fremdbild, Sensorisches, Körperliches, das Innenleben und weiteres.

Das Buch ist in zwei Teile geteilt. Im ersten Teil geht es um die Forschungsgeschichte. Hier wird erklärt, was Hochsensibilität ausmacht. Typische Eigenschaften von Hochsensiblen werden unter die Lupe genommen, beispielsweise ihr „anderer“ Humor, reiches Innenleben oder auch ihre starke Schmerzempfindlichkeit. Dieses Kapitel erstreckt sich über die ersten fünfzig Seiten. Anschließend geht die Autorin darauf ein, wie sich unser Leben im Laufe der Zeit verändert hat, beginnend im Jahr 1960, und beschreibt, wie es immer schwieriger wurde, als Hochsensibler den Alltag zu bestreiten. Im letzten Kapitel dieses Teils beschäftigt sich die Autorin mit angrenzenden Themen, die mit der Hochsensibilität einhergehen. So erläutert sie die Themen Introversion und Extraversion, Hochbegabung und Synästhesie. Letzteres hatte ich bis dato noch gar nicht gekannt und war sehr überrascht, davon zu hören, dass es so etwas gibt. Ich bin mir nicht ganz sicher, doch ich glaube, bei mir selbst eine Sequenz-Raum-Synästhesie entdeckt zu haben. Ich muss mich allerdings noch genauer mit dem Thema auseinandersetzen, um auch wirklich sicher zu gehen. Interessant davon zu erfahren war es aber allemal.

Im zweiten Teil des Buches geht es um das Leben mit der Hochsensibilität. Er ist in zwei große Kapitel gegliedert: das eine handelt davon, wie Hochsensible ihren Alltag meistern können, das zweite widmet sich dem langfristigen Umgang mit Hochsensibilität. Eliane Reichardt geht dabei auf verschiedene Lebensbereiche ein. Wie erleben Hochsensible einen Einkauf? Mir war es nicht bewusst, dass ich nicht die Einzige bin, die sehr ungern in Supermärkte geht. Auch die Themen „Ausgehen und Feiern“, „In der Arbeit“ und „In der Schule“ werden unter die Lupe genommen. Ferner gibt die Autorin „Tipps zur Gesundheitsvorsorge“ und geht auf „Hochsensible und Psychotherapie“ ein. Im abschließenden Kapitel gibt sie Tipps, wie man mit seiner Hochsensibilität umgehen kann, in Hinsicht auf Stress, eigene Emotionen und Gefühle und das Respektieren von Grenzen von sich selbst und anderen.

Ich fand das Buch sehr interessant und ich konnte viel davon lernen. Leider kann ich mir beim erstmaligen Lesen von Sachbüchern meist gar nicht alle Informationen einprägen, dazu müsste ich es ein zweites Mal lesen. Was ich vielleicht auch noch tun werde. Aber es ist dennoch einiges hängengeblieben, was ich bisher noch nicht gewusst habe. Ich fühle mich jetzt weniger „verkorkst“ als früher, weil ich weiß, dass es noch viele andere gibt, die so ticken wie ich und dass das ganz normal ist.

Einen Satz fand ich noch ganz toll, den ich abschließend gerne zitieren möchte. Auf Seite 221 schreibt die Autorin: „Hochsensibilität ist ein trait, ein grundlegendes, ein konstitutives Merkmal, das Charakteristikum einer intuitiv wahrnehmenden Persönlichkeit. Das bedeutet: Man hat nicht HS (Hochsensibilität) sondern man ist es.“ Das ist etwas, was viele Leute noch nicht begriffen haben. Hochsensibilität ist eine feste Charaktereigenschaft von einem, keine Diagnose wie eine psychische Krankheit. Demnach kann man es auch nicht einfach ablegen oder wegtherapieren. Hochsensibilität begleitet einen ein Leben lang und das hier rezensierte Buch kann einem helfen, damit umzugehen.

Über die Autorin

Foto von Eliane Reichardt

Eliane Reichardt wurde 1959 geboren und lebt in der Nähe von Münster, sie studierte Architektur, BWL und Psychologie. Selbst hochsensibel, hochbegabt und Synästhetin, arbeitet Frau Reichardt als freie Dozentin, Beraterin und Coach für Hochsensible und Hochbegabte. In ihrer Eigenschaft als Counselor unterstützt sie Unternehmen beim Umgang mit hochsensiblen Mitarbeitern. Mehr Informationen über sie findest du auf ihrer Homepage.

Fazit

Ein sehr informatives und interessantes Buch über das Thema „Hochsensibilität“. Ich empfehle es gerne weiter.

Meine Bewertung

5 sterne

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10 Kommentare zu “Rezension: „Hochsensibel“ *****

  1. Das Buch habe ich auch gelesen! Wie kamst du dazu es zu lesen?
    Ich bin über eine Freundin auf das Thema aufmerksam geworden und es hat mich nicht mehr losgelassen, da ich mich in einigen Punkten wiederfand. Es war wirklich sehr interessant! Ich kann zwar nicht genau sagen, ob ich nun hochsensibel bin, doch es tut tatsächlich gut zu wissen, dass man nicht die Einzige ist, die nicht gerne „im Getümmel“ ist und Ruhepausen braucht, oder so 🙂

    Liebe Grüße,
    Anna

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Anna,

      ich bekam eine E-Mail, in der mir ein Rezensionsexemplar angeboten wurde. Da ich mich schon lange für das Thema „Hochsensibilität“ interessiere und auch weiß, dass ich davon selbst betroffen bin, habe ich zugesagt und mir das Buch schicken lassen.

      Ich habe vor, in nächster Zeit noch mehr Bücher zu den Thema zu lesen. Wie hat es dir denn gefallen?

      Ganz liebe Grüße
      Myna

      Gefällt 1 Person

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  3. Huhu 🙂
    Ich habe das Buch auch als Reziexemplar hier liegen und bin schon sehr gespannt darauf.
    Ich selber weiß seit einiger Zeit, dass ich hochsensibel bin und freue mich immer wieder darüber, wenn das Thema mehr Aufmerksamkeit erhält. 🙂

    Liebe Grüße
    Miriam

    Gefällt 1 Person

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