Website-Icon Myna Kaltschnee

Schreiben gegen Depressionen

mhm

Huhu ihr Lieben,

die Zeit verging wie im Fluge und dieses ist auch schon der letzte Artikel zu den Mental-Health-Months. Ich möchte in diesem Beitrag noch einmal eine Brücke schlagen zwischen Autoren und psychischer Erkrankung. Dass mentale Leiden gerade bei Kreativen häufig auftreten, habe ich bereits in diesem Artikel näher erläutert. Heute soll es darum gehen, wie Autoren durch Schreiben ihre depressive Symptomatik lindern können.

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass die hier vorgestellten Methoden nicht die Untersuchung und Behandlung eines Psychiaters ersetzen. Es ist lediglich ein Weg, um zusätzlich zu einer ärztlichen und therapeutischen Behandlung etwas für sich selbst zu tun.

Schreiben ist für viele Autoren wie ein Ventil. Indem sie ihre Gefühle in Worte packen und ausdrücken, können sie Druck ablassen und Stress mildern. Das haben auch Wissenschaftler beobachtet und die Poesietherapie entwickelt, die sowohl bei psychischen Erkrankungen als auch bei z. B. Krebspatienten zum Einsatz kommt. Hierbei werden Gefühle in Form von Gedichten, Liedtexten, Tagebucheinträgen, Briefen oder auch Kurzgeschichten niedergeschrieben und können so besser verarbeitet werden.

In Deutschland steckt die Poesietherapie noch in den Kinderschuhen, doch in den USA hat sie bereits ihren eigenen Berufsverband. Man kann nur hoffen, dass sie in Zukunft auch hierzulande häufiger angewandt wird. Dass Schreiben unglaublich befreiend wirken kann, hast du sicher auch schon gemerkt.

Im folgenden möchte ich dir verschiedene Möglichkeiten vorstellen, die man zum therapeutischen Schreiben verwenden kann.

Tagebuch und Briefe

Es gibt nichts Persönlicheres als ein Tagebuch, in das man seine geheimsten und intimsten Gedanken schreibt. Man kann das zu Papier bringen, was man sonst niemandem anvertrauen kann oder möchte. Ganz wichtig ist, dass man beim Tagebuch schreiben unbedingt ehrlich ist. Es ist ja nur für dich und nicht für andere Personen bestimmt.

Eine weitere gute Möglichkeit, z. B. um Konflikte oder Trauer zu überwinden, ist das Schreiben von Briefen an bestimmte Personen, mit denen man z. B. Streit hatte oder die verstorben sind. Auch hier gilt es: Ehrlich sein! Schreibe einfach all deine Gedanken auf, die du dem anderen gerne mitteilen würdest. Ob du den Brief tatsächlich abschickst, ist dir überlassen. Manchmal kann es schon genügen, überhaupt einmal die Worte formuliert zu haben, die man der anderen Person gerne gesagt hätte.

(Krasse) Geschichten

Wenn ich depressiv bin, hilft es mir oft, düstere oder auch richtig krasse Texte zu schreiben. Gewalt, Tod und viel Blut sind dabei eben so Thema, wie Schmerz und Verlust. Lass deiner Fantasie freien Lauf und schreibe deine düstersten und abgedrehtesten Gedanken auf. Manchmal muss man heftige Texte schreiben, damit es einem danach besser geht.

Ich habe z. B. neulich, als es mir sehr schlecht ging, über einen Mann geschrieben, der im Krankenhaus auf seine Freundin wartet, die versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. Die Geschichte war sehr dramatisch und traurig, aber danach ging es mir viel besser.

Gedichte und Liedtexte

Noch zwei Möglichkeiten, seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Gedichte müssen sich nicht reimen, aber sie sollten einen gewissen Rhythmus haben. Man muss nicht gleich seitenlange Balladen verfassen, es tut auch erst mal ein Haiku oder ein Elfchen. Falls du Hilfe beim Reimen brauchst, kannst du ein Reimlexikon wie 2rhyme verwenden. Das habe ich auch schon öfter benutzt.

Auch Liedtexte eignen sich gut für’s therapeutische Schreiben. Wenn man zudem auch noch musikalisch ist und eine Melodie dazu komponieren kann, ist dieser Weg besonders effektiv. Aber auch Liedtexte ohne Melodie sind hilfreich.

Fazit

Egal, welche Form du wählst, fest steht, dass es in erster Linie darum geht, deinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und ehrlich zu dir selbst zu sein. Behalte im Hinterkopf, dass diese Texte nicht für die Veröffentlichung bestimmt sind, sondern in erster Linie dafür, Stress abzubauen. Du musst sie niemandem zeigen, wenn sie dir zu persönlich sind.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Schreiben bezüglich Stressabbau oder Gefühlsausgleich gemacht? Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen. :)

 

 

Die mobile Version verlassen