Weihnachten in Malta und Schweden

maltaschwedenweihnachten

Huhu ihr Lieben,

schön, dass ihr wieder vorbeischaut. Die Zeit schreitet voran und Weihnachten ist nur noch eine Woche von uns entfernt. Deshalb gibt es heute noch einmal einen Weihnachtsartikel, diesmal geschrieben von der jungen Bloggerin Tiziana aus Malta.

Ich bin bereits seit 2012 mit Tiziana befreundet und sie ist mehr oder weniger auch „schuld“ daran, dass ich diesen Blog gegründet habe. Sie hat mich mit ihrem eigenen Blog, Scrabbled Rambles, nämlich sehr inspiriert. Schaut doch mal vorbei, der Blog ist zwar auf Englisch, aber sehr interessant.

Heute wird uns Tiziana in einem Gastbeitrag erzählen, wie wie sie in Malta Weihnachten feiert. Außerdem berichtet sie uns auch von schwedischen Weihnachtstraditionen, denn sie ist mit einem Schweden zusammen.

(Anmerkung: Dieser Beitrag wurde von mir aus dem Englischen übersetzt. Ein paar holprige Formulierungen könnten deshalb vorkommen, ich bitte das zu verzeihen.)

Malta

Die Weihnachtsatmosphäre beginnt, wenn die Läden und Straßen dekoriert werden und normalerweise sind die meisten Häuser ab der ersten Dezemberwoche mit Lichtern geschmückt. Abgesehen vom traditionellen Baum, beinhalten die Dekorationen Kränze, Sterne, Figuren vom Weihnachtsmann und viele, viele bunte Lichter, vor allem außen an Balkonen und Haustüren. Die Malteser mögen es üppig, was das angeht.

Da Malta römisch-katholisch ist, gibt es natürlich kein Weihnachten ohne religiöse Symbole. Daher ist die Krippe eine beliebte Dekoration in Häusern. Die Krippe (presepju auf Maltesisch) kann eine einfache Darstellung von Maria, Josef und dem Jesuskind sein, aber auch komplexer und künstlerischer mit viel mehr Charakteren. Das Krippenspiel ist so wichtig für die Malteser, dass sie sogar Ausstellungen und Inszenierungen organisieren. Die beliebteste ist das echt nachgestellte Krippenspiel in Ghajnsielem in Gozo (Anmerkung: Gozo ist eine kleine Insel, die zu Malta gehört).

Die Kirche feiert ihre religiösen Bräuche im Advent, doch der wichtigste Brauch findet in der Nacht von Heiligabend auf den ersten Weihnachtsfeiertag statt: die Predigt, die als il-priedka tal-Milied bekannt ist. Bei diesem Anlass wird ein Junge oder ein Mädchen ausgewählt, das von der Empore oder Kanzel der Kirche herunter die Geschichte von Jesus‘ Geburt aufsagt und er oder sie beendet seinen Vortrag immer, indem er/sie ruft: „Hooray for Baby Jesus!“. Dann gibt es Applaus und Standing Ovation von den Zuhörern. Nach der Messe genehmigen sich die Familien ein frühes Weihnachtsfrühstück, entweder Zuhause oder in einem Restaurant, wobei Sirupringe (qaghaq tal-ghasel) und ein heißes Maronen-Kakao-Getränk (imbuljuta) serviert werden.

Die hauptsächlichen Feierlichkeiten finden am ersten Weihnachtsfeiertag statt. Die Familien organisieren entweder ein großes Mittagessen bei sich zuhause oder sie reservieren einen Tisch in einem Restaurant oder Hotel. Heutzutage ist Truthahn ein übliches Gericht für diesen Anlass geworden, doch was Süßigkeiten betrifft, haben wir eine größere Auswahl. Sie beinhalten internationale Importe wie Weihnachtspudding (pudina auf Maltesisch), Julkuchen, Früchtekuchen und Mince Pies aus Großbritannien und Panettone und Pandoro aus Italien.

Während oder nach dem Mittagessen ist es üblich, den Fernseher einzuschalten und das Urbi et Orbi aus dem Vatikan anzusehen. Es ist immer amüsant für uns Malteser, den Papst dabei zu hören, wie er seinen Segen auf Maltesisch und vielen anderen Sprachen ausspricht.

Schweden

Die Weihnachtsfeierlichkeiten in Schweden, welches überwiegend evangelisch ist, beginnen mit dem Anzünden der ersten Kerze am adventsljusstake (Anmerkung: ähnlich wie unser Adventskranz, nur dass die Kerzen in einer Reihe angeordnet sind. Siehe hier!). Dieses besondere Ornament kann echte Kerzen oder elektrische haben. Eine andere typisch nordische Dekoration ist der Julbock (julbocken) aus Stroh. Eine größere Version des Julbocks findet man manchmal in den größeren Ortschaften und Städten. Diese beiden besonderen Dekorationen sind ein Zeichen der Verschmelzung von religiösen und heidnischen Traditionen in Schweden.

Etwas worauf die Kinder sehnsüchtig warten, ist die klassische Weihnachtsfernsehserie, die als Julkalendern bekannt ist. Jeden morgen ab dem 1. Dezember werden insgesamt 24 Folgen von 15 Minuten Länge gesendet. Jedes Jahr gibt es brandneue, weihnachtliche Folgen.

Das wichtigste vorweihnachtliche Fest in Schweden ist das Fest der St. Lucia am 13. Dezember. Es ist der christlichen Märtyrerin St. Lucia gewidmet, deren Name „Licht“ bedeutet. Zu diesem Anlass wird ein Mädchen in einem Wettbewerb ausgewählt, das die Lucia darstellt. Sie trägt ein weißes Kleid mit einer roten Schärpe um ihre Hüften und eine Krone mit Kerzen. Lucia und andere Mädchen, die ebenfalls in weiß gekleidet sind und Kerzen tragen, sowie Jungs mit kegelförmigen Hüten, die Sterne tragen, bilden einen „Luciazug“ und singen für die Öffentlichkeit. Das Ereignis findet in Schulen und an öffentlichen Plätzen in Ortschaften und Städten statt. An diesem Tag ist es auch üblich lussekatter zu essen, katzenförmige Safranbrötchen, die speziell für den St.-Lucia-Tag hergestellt werden.

Die hauptsächliche Feier mit der Familie findet am Heiligabend statt, wo das julbord organisiert wird. Das ist ein buffetartiges Mittagessen mit vielen Speisen, wie z. B. dem Weihnachtsschinken, Fleischbällchen, Würstchen, Leberpastete, Roggenbrot und „Janssons Versuchung“ (ein Auflauf mit Kartoffeln, Sprotten und Sahne). Beliebte Desserts für diese Zeit sind Lebkuchen (pepparkakor) und Milchreiscreme (ris à la Malta – es hat nichts mit Malta zu tun!). Alles wird mit Glühwein hinuntergespült oder julmust, einer Limonade, die nur um die Weihnachtszeit erhältlich ist.

Nach dem Mittagessen kommt die Familie vor dem Fernseher zusammen, um um 15:00 Uhr die jährliche Ausstrahlung der“Kalle Anka“ (Donald Duck) Show zu sehen. Es ist ein Weihnachtsspecial, das aus Folgen zusammengeschnitten ist, die frühe Disney Kurzfilme ebenso beinhalten wie Szenen von berühmten Disneyfilmen wie Schneewittchen, das Dschungelbuch oder Robin Hood. Diese Show ist weltweit bekannt, doch in Schweden ist sie eine große Tradition. Danach werden die Geschenke ausgetauscht und der erste Weihnachtsfeiertag ist einfach nur ein ruhiger Tag, der dem Gang in die Kirche oder dem Zusammensein mit der Familie gewidmet ist.

Das war Tizianas Bericht über Weihnachten in Malta und Schweden. Ich fand es sehr interessant, dass es selbst in europäischen Ländern, die von Deutschland gar nicht so weit entfernt liegen, solch unterschiedliche Traditionen gibt.

Ich wünsche euch einen entspannten und besinnlichen 4. Advent!

Liebste Grüße,
eure Myna

 

 

 

 

 

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7 Kommentare zu “Weihnachten in Malta und Schweden

  1. Hallo,
    schönen Dank für den Einblich nach Schweden und nach Malte. Diese waren recht interessant, obwohl ich von Schweden und seinen Traditionen zu Weihnachten schon gehört habe.
    Ganz liebe Weihnachtsgrüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Anja,

      schön, dass dir der Beitrag gefallen hat. Für mich war beides noch neu und ich habe mich sehr gefreut, dass meine Freundin Tiziana sich die Zeit genommen hat, für meinen Blog etwas zu schreiben. 🙂

      Dir ein schönes Weihnachtsfest!

      Liebste Grüße
      Myna

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  2. Huhu,
    Danke an euch zwei für diesen tollen Einblick. Ich finde es interessant zu Lesen, wie Weihnachten wo anders gefeiert wird. Die Wurzeln sind ja die selben, aber es ist anders ausgeprägt.
    Einen schönen 2. Weihnachtstag wünsche ich noch.

    LG Chia

    Gefällt 1 Person

    • Hallo liebe Chia,

      freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat. Ich fand das Thema auch sehr interessant, deshalb war ich auch so froh, Tiziana für diesen Beitrag gewonnen zu haben 🙂 Dir auch noch einen schönen 2. Weihnachtstag – wenn er auch nur noch eine gute Stunde andauert.

      Liebste Grüße
      Myna

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