Rezension: „Der Mann mit der Säge“ von Jens van der Kreet ****

Titel: Der Mann mit der Sägeder-mann-mit-der-sage2
Autor: Jens van der Kreet
Genre: Politthriller
Verlag: Selfpublisher
Seiten: 358
Format: Kindle E-Book
Preis:  1,49 €
Offizielle Website: *klick*

Klappentext

Martin Wolf steht politisch unter Druck: Seine Wiederwahl als Bürgermeister ist in Gefahr, nachdem Oskar Lafontaine aus der Bundesregierung ausgeschieden ist und die Umfragewerte in den Keller gehen. Martin beschließt, seinen Freund und Förderer Erwin Lohse zu opfern, weil er zu alt ist. Doch Erwin nimmt den Kampf auf. Ein Kampf, der mit harten Bandagen im Stil der Mafia geführt wird.

Währenddessen führt Erwin Lohses Sohn einen Ehekrieg gegen seine Frau. Mittendrin Erwins Enkeltochter Nina, die scheinbar einzige Familienangehörige, die einen klaren Kopf bewahrt.
Als ein fürchterliches Familienunglück geschieht, erkennt Nina den Bürgermeister als Hauptschuldigen. Sie versucht, die Ehre ihrer Familie wiederherzustellen und die Wiederwahl Martin Wolfs mit allen Mitteln zu verhindern.

Politik-Thriller trifft Familienroman. Jens van der Kreet spannt einen großen Bogen, der sich über zwei Legislaturperioden streckt. Das saarländische Arbeitermilieu wird genauso lebendig wie die politische Berliner Bohème.

Meine Meinung

„Der Mann mit der Säge“ war mein erster Thriller von Jens van der Kreet. Der Autor bot mir ein kostenloses Rezensionsexemplar an, das ich gerne angenommen habe. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal!

Der betagte Erwin Lohse ist Mitglied des Gemeinderats Altweiler und hat bisher immer großes Ansehen genossen. Doch der amtierende Bürgermeister Martin Wolf möchte, dass Erwin sich aus der Politik verabschiedet und stachelt den Gemeinderat gegen ihn auf. Als Erwin nicht aufgeben möchte, geschehen furchtbare Dinge, die den alten Kommunalpolitiker zum Rücktritt drängen sollen. Auch seine Familie wird mit hineingezogen – sein alkoholkranker Sohn Michael, dessen Frau ausgezogen ist, ebenso wie seine Enkelin Nina. Letztere ist die Einzige, die bei der ganzen Sache einen kühlen Kopf bewahrt. Sie versteht, dass Bürgermeister Martin Wolf hinter all den Unglücken steckt, die ihrer Familie widerfahren und beschließt, alles dafür zu tun, dass Wolf bei der nächsten Bürgermeisterwahl nicht mehr wiedergewählt wird.

Das Cover ist sehr schlicht gestaltet, zeigt ein Sägeblatt auf schwarzem Grund. Hätte ich es einfach so beim Stöbern gesehen, hätte es mich wohl eher nicht angesprochen. Aber bei diesem Buch sollte man sich die Regel „Never judge a book by it’s cover“ sehr zu Herzen nehmen. Der Inhalt ist nämlich viel besser, als der Umschlag verspricht.

„Der Mann mit der Säge“ ist kein typischer Thriller mit Kommissaren, die einen Fall aufklären wollen. Er erzählt die Geschichte der Familie Lohse aus verschiedenen Perspektiven, enthält Romantik, Dramatik ebenso wie ein Schuss Erotik und deckt die Machtspielchen des Bürgermeisters und seiner Gefolgsleute auf. Hauptermittlerin ist dabei die Enkelin Nina Lohse, eine sympathische Figur, trotz – oder vielleicht auch gerade wegen – ihrer Schwächen und Makel. Man schließt sie einfach ins Herz und sie leistet gegen Ende des Buches großartige Arbeit und beiweist, was für ein intelligentes Mädchen sie ist.

Das Buch ist sehr politisch und die Kommunalpolitik in Altweiler spielt eine große Rolle. Wer dieses Buch lesen möchte, sollte also schon ein gewisses Interesse an Politik haben, sonst ist es nicht so passend. Aber es geht nicht ausschließlich um Politik, sondern auch um die Familienmitglieder und ihre Probleme. Häusliche Gewalt wird eben so angesprochen wie Fremdgehen oder Alkoholismus.

Der Autor hat sehr gut recherchiert, das Buch hat mir noch einiges über Politik beigebracht, was ich bisher noch nicht wusste. Ich fand es spannend, einmal einen Wahlkampf aus der Perspektive der Kandidaten zu betrachten. In dieser Situation war ich bisher noch nicht. Meines Wissens nach ist Jens van der Kreet auch selbst politisch aktiv – und das merkt man auch. In diesem Roman steckt viel Wissen und Herzblut und ist mit einer Leidenschaft geschrieben, die ansteckt.

Leider ist das Ende mehr oder weniger offen. Es wird zwar ein Teil aufgeklärt, aber ein paar Punkte bleiben ungewiss und der Autor überlässt es dem Leser selbst, sich eine Meinung zu bilden. Ob das gut oder schlecht ist, darüber lässt sich streiten. Aber ich hätte lieber noch eine klare Auflösung gehabt.

Über den Autor

Bereits in jungen Jahren schrieb Jens van der Kreet gerne Kurzgeschichten, Songtexte und Gedichte. Später, in der Studienzeit, kamen auch Hausarbeiten, Pressemitteilungen, Büttenreden und schließlich seine Diplomarbeit dazu. 2008 gründete er seinen Blog. 2010 schrieb er innerhalb von 10 Monten seinen Debütroman „Der Mann mit der Säge“. Es folgte der New-Adult-Roman „Habichthorst“. Seit Oktober 2016 ist er Mitglied der BartBroAuthors. Weitere Projekte sind in Planung.

Fazit

Ich empfehle dieses Buch gerne allen politikbegeisterten Thrillerfans.

Meine Bewertung

4 sterne

 

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