Rezension: „Der Axolotlkönig“ von Sylvia Rieß *****

Titel: Der Axolotlkönig (Märchenspinnerei, Book 1)axolotlkonig
Autorin: Sylvia Rieß
Genre: Fantasy, Coming of Age, Young Adult, Märchenadaption
Verlag:
 Selfpublishing
Seiten: 304
Jahr: 2017
ISBN: 978-1537193625
Format: Kindle E-Book
Preis:   1,99 €
Offizielle Website: *klick*

Klappentext

Eine Träne im Wasser. Ein Splitter im Herzen. Ein verwunschener Prinz.

Als der Spiegel ihrer Großmutter zerbricht, verliert Leonie mit der Erinnerung an sie auch den letzten Halt in ihrem Leben. In der Schule nur als Brillenschlange gehänselt und verlacht, hat sie längst aufgegeben dazugehören zu wollen. Ihr bleibt nur eine Möglichkeit, mit allem fertig zu werden.

Eine beschissene Möglichkeit, wie Fynn meint. Nur kann er ihr gerade keinen guten Rat geben, weiß er ja selbst nicht einmal, warum er sich in Leonies Aquarium wiederfindet. Nur noch 20 cm groß mit glitschiger, kupferfarbener Haut und seltsamen Wucherungen dort, wo eigentlich sein Hals sein sollte, werden die zehn Quadratmeter ihres Zimmers seine neue Welt. Bevor er das Rätsel seiner Verwandlung allerdings lüften kann, enthüllt eine blutige Scherbe ihm Leonies bitteres Geheimnis.

Nun hat er die Wahl: Will er weiter in Selbstmitleid baden, oder wird er die helfende Hand, die Leonie braucht?“

Meine Meinung

Voller Aufregung habe ich auf das erste Märchenspinnerei-Buch hingefiebert. Nachdem ich meine Rätseltüte bekommen und die Märchen erraten hatte, konnte ich es nicht mehr abwarten, endlich in den Genuss des Buches zu kommen. Schließlich erreichte mich mein Rezensionsexemplar, an dieser Stelle noch einmal vielen Dank an die Autorin Sylvia Rieß.

Fynn gehört zu den beliebtesten Jungs in der Schule. Er hat reiche Eltern, spielt Gitarre in einer Band und möchte berühmt werden. Doch das Schicksal hat andere Pläne mit ihm und so findet sich Fynn eines Tages plötzlich als Axolotl in der Schultoilette wieder. Die „Brillenschlange“ Leonie nimmt sich seiner an und setzt ihn in ihr heimisches Aquarium. Von nun an kann Fynn Leonie täglich beobachten und findet bald heraus, dass sie ganz anders ist, als er erwartet hätte. Denn Leonie hat ein finsteres Geheimnis.

Das Buch ist sehr locker-leicht geschrieben, obwohl es durchaus mit ernsten Themen einhergeht. Nicht nur Mobbing ist ein wichtiger Punkt in der Geschichte, sondern auch psychische Erkrankungen und sogar Selbstmord. Ich fand es sehr toll, dass die Autorin sich diesen Themen annahm. Sie sind heutzutage aktueller den je und jeder sollte sich zumindest einmal damit auseinandersetzen. Gerade im Jugendalter haben Menschen oft mit Problemen zu kämpfen und fühlen sich dem Leben nicht gewachsen – genauso wie Poison, ein Junge den Leonie im Internet kennen und lieben lernt.

Die Geschichte geht unter die Haut und ich habe die beiden Hauptfiguren Fynn und Leonie, aus deren beider Perspektiven die Geschichte erzählt wird, schnell lieben gelernt. Zwar war mir Fynn ganz am Anfang noch etwas unsympathisch, da er einen ziemlich oberflächlichen Charakter hatte, doch das ändert sich im Laufe der Geschichte glücklicherweise. Leonie habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie erinnerte mich ein bisschen an mich selbst, auch wenn ich nie so schlimm gemobbt wurde wie sie. Aber ich war auch nie eines der beliebten Kids in der Schule, daher konnte ich gut mit ihr mitfühlen.

Ein weiterer interessanter Charakter ist Mamba, die eigentlich Cecille heißt, und Leonie in einem Online-Forum kennen lernt. Sie kennt sich mit Voodoo-Zaubern aus und am Schluss reicht sie Leonie die helfende Hand, die diese so dringend benötigt. Eine andere Lieblingsfigur von mir war Rob, Fynns älterer Bruder, der selbst mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen hatte und Leonie gut zuredet.

Ab und zu zweifelte ich ein bisschen an der Glaubwürdigkeit der Handlung, aber wenn man bedenkt, dass es eine Märchenadaption ist, ist natürlich alles möglich. Eine solche Stelle war z. B. die, als ein Krebs aus dem Aquarium klettert und auf der Tastatur eine Nachricht schreibt. Ein echter Krebs könnte das natürlich niemals, aber ich denke, dass man das einfach unter dem Fantasy-Aspekt der Geschichte verbuchen könnte. Auch die Tatsache, dass Leonie und Fynn gegen Ende der Geschichte eine Glasscherbe wiederfinden, die diese in den See geworfen hat, fand ich nicht ganz glaubwürdig. Aber auch hier zählt der Märchen-Joker.

Die beiden behandelten Märchen „Der Froschkönig“ der Gebrüder Grimm und „Die Schneekönigin“ von Andersen fand ich sehr schön in die Geschichte verwoben. Man erkannte sie wieder, doch es war dennoch eine völlig neue Handlung und in die moderne Zeit versetzt.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und es ist für mich klare Sache, dass ich ihm fünf Herzchen verleihe. Die Geschichte hat mich persönlich sehr berührt und ich habe sie innerhalb kurzer Zeit gelesen.

Über die Autorin

Sylvia Rieß wurde 1985 in Wetzlar geboren. Bereits im Grundschulalter machte sie erste Schreibversuche. Sie lebt in Hessen und arbeitet als Tierärztin. Nebenher veröffentlicht sie Bücher wie ihre Sternenlied Saga ,“Der Stern von Erui“.

Fazit

Ein spannender Fantasy-Roman nicht nur für Jugendliche. Ich empfehle das Buch gerne weiter.

Meine Bewertung

5 sterne

 

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4 Kommentare zu “Rezension: „Der Axolotlkönig“ von Sylvia Rieß *****

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