Rezension: „Ein Mantel so rot“ von Barbara Schinko

Titel: Ein Mantel so rot (Märchenspinnerei, Book 2)einmantelsorot
Autorin: Barbara Schinko
Genre: Fantasy, Märchenadaption
Verlag:
 Selfpublishing
Seiten: 118
Jahr: 2017
ISBN: 978-1542356527
Format: Kindle E-Book
Preis:   2,99 €
Offizielle Website: *klick*

Klappentext

Eine rote Kapuze.
Ein Jäger
und ein Wolf.

Als Zoyas Mann zum ersten Mal die Gestalt eines Wolfs annimmt, ahnt Zoya nicht, welches Unglück damit über sie und ihr Dorf hereinbricht. Wie liebt man jemanden, der kein Mensch mehr ist? Haben die anderen Dorfbewohner mit ihren Befürchtungen Recht – wird Zoyas Mann seinen Namen vergessen und sich in ein Mischwesen aus Mensch und Tier, einen „rasenden Wolf“ verwandeln?

Zoya kämpft um ihre Liebe. Kann sie mit Hilfe Grischas, des Jägers, den Fluch abwenden?

Rotkäppchen mal anders: In „Ein Mantel so rot“ verwebt die Autorin Barbara Schinko Elemente des bekannten Märchens der Brüder Grimm zu einer ebenso bittersüßen wie düsteren Geschichte über die Liebe zwischen einer jungen Frau … und ihrem Wolf.

Band 2 aus der Reihe der Märchenspinner.

Meine Meinung

Mit „Ein Mantel so rot“ reiht sich die zweite Märchenadaption bei der Märchenspinnerei ein. Diesmal galt das beliebte „Rotkäppchen“ von den Brüdern Grimm als Vorlage – und es wurde meiner Meinung nach super umgesetzt.

Zoyas Mann Venko ist als Soldat mit den anderen Männern des Dorfes ausgezogen. Als er zurückkehrt, trägt er einen Mantel aus Wolfsfell. Zoya erinnert sich an die alten Geschichten: Wer den Pelz eines Wolfs trägt, verwandelt sich selbst in einen. Und tatsächlich: Venko wird zu einer Art Mischwesen zwischen Mensch und Wolf. Als er eines Tages wieder auszieht und nicht mehr zurückkehrt, macht sich Zoya auf die Suche.

„Ein Mantel so rot“ ist eine Geschichte über die Liebe. Zoya, die von den Dorfbewohnern ausgegrenzt wird, weil ihr Mann Venko zum Wolf wird, hält fest zu ihrem Liebsten. Sie glaubt an das Gute in Venko, selbst als alle ihn als gefährlich einstufen. Und diese Willenskraft macht Zoya zu einer ganz besonderen Heldin.

Der Schreibstil der Autorin ist nahezu poetisch und passt sehr gut zu der Geschichte. Er klingt, als sei das Buch in alten Zeiten geschrieben worden. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen. Die Autorin ist achtsam bei ihrer Wortwahl und pickt sich nur die schönsten Begriffe heraus. Das hebt die Geschichte von anderen ab.

Mit 68 Seiten ist das Buch recht kurz, doch es lohnt sich trotzdem, es zu lesen. Was ich etwas schade fand, war, dass es nicht in Kapitel gegliedert ist, sondern nur in einen ersten und einen zweiten Teil. Aber bei so einem kurzen Buch braucht man vielleicht auch keine Kapitel. Mich hat das jedoch anfangs ein wenig irritiert. Ich habe ständig darauf gewartet, dass das erste Kapitel endet und es kam einfach kein zweites. 😀 Als ich dann nachsah, wo im Buch ich mich befand, bemerkte ich, dass ich schon fast 50 Prozent gelesen hatte.

In die Figur Zoya konnte ich mich gut hineinversetzen. Ich habe mit ihr gelitten und gebangt, habe neue Hoffnung geschöpft, als sie Grischa, den Jäger und seinen Wolf kennenlernt. Und ich habe am Ende getrauert – denn soviel sei verraten, wirklich glücklich geht die Geschichte nicht aus.

Auch Venko fand ich toll. Er ist ein liebevoller Ehemann und meint es nicht böse, doch er hört nicht auf seine Frau und das wird im schlussendlich zum Verhängnis.

Was ich auch toll fand, ist, dass das Thema Alkoholismus erwähnt wurde. Gerade junge Menschen unterschätzen die „Droge Alkohol“ oft und sind sich nicht bewusst, wie schädlich sie ist. In der Geschichte bekommt man vor Augen geführt, wie sich eine Frau fühlt, deren Mann zu tief ins Glas schaut. Das hat mir gut gefallen, auch weil ich einen persönlichen Bezug zu diesem Thema habe.

In „Ein Mantel so rot“ kommt alles vor, was auch im „richtigen“ Rotkäppchen vorkommt: Eine junge Frau, die einen roten Mantel mit einer Kapuze trägt, Kuchen und Wein, ein Wolf, ein Jäger und sogar eine Großmutter. Das fand ich interessant – man erkannte doch die Parallelen zur Vorlage, obwohl die Geschichte an sich eigentlich eine ganz andere ist.

Vielleicht hätte man aus der Idee noch ein wenig mehr rausholen können. Vielleicht hätte ich mir auch einfach ein anderes Ende gewünscht. Fakt ist, das Buch hat mir gut gefallen, aber ich kann ihm leider nur 4 Herzchen geben. Zum 5. Herzchen fehlt noch das I-Tüpfelchen.

Über die Autorin

Barbara Schinko wurde 1980 im österreichischen Linz geboren und wuchs in einer Kleinstadt auf. Sie studierte Internationale Wirtschaftsbeziehungen und war im Controlling- und Finanzbereich tätig. Barabra Schinko schreibt Kinder- und Jugendbücher und gewann mit ihrer Märchenadaption „Schneeflockensommer“ sogar den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis im Jahr 2016. Die Autorin lebt heute mit ihrer Familie in Linz.

Fazit

Eine rührende Fantasygeschichte mit viel Gefühl und einem Hauch Poesie. Ich empfehle sie gerne weiter!

Meine Bewertung

4herzchen

 

 

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6 Kommentare zu “Rezension: „Ein Mantel so rot“ von Barbara Schinko

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