Lexikon der Fabelwesen: Werwölfe

Des Tags leben sie unscheinbar als ganz normale Menschen in der Bevölkerung. Sie gehen einem Job nach, studieren, sind Familienväter, liebende Partner.

Doch sobald der Vollmond aufgeht, verwandeln sie sich in blutrünstige Bestien. Es sprießt ihnen Fell aus allen Poren, ihr Gebiss wächst zu Reißzähnen heran und ihre Hände verformen sich zu spitzen Krallen, die nur darauf warten, ihr Opfer zu packen und zu töten.

Die Rede ist von Werwölfen, die sehr beliebt sind in der heutigen Literatur und Filmwelt. Es gibt zahlreiche Geschichten über Werwölfe und falls du jetzt versucht bist, auch mal eine zu schreiben, habe ich dir hier die wichtigsten Infos über diese Fabelwesen zusammengefasst.

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Wichtigste Merkmale eines Werwolfs

Der Begriff „Werwolf“ setzt sich aus dem germanischen Wort „Wer“ für „Mann“ und eben dem Wolf zusammen. Wortwörtlich übersetzt bedeutet Werwolf also Mannwolf.

Früher glaubte man, dass hauptsächlich Männer zu Werwölfen würden. Von Frauen war selten die Rede. Es hieß, dass Männer einen Pakt mit dem Teufel eingingen und dieser ihnen einen Gürtel aus Wolfsfell gegeben habe. Wenn sie diesen umlegten, verwandelten sie sich in blutrünstige Wölfe. Auch erzählte man sich, dass Werwölfe ihre Natur an die Söhne der Familie vererben würden.

Erst 1941 kam mit dem Film „The Wolf Man“ der Glaube auf, dass Werwölfe andere Menschen in ihresgleichen verwandelten, indem sie sie bissen.

Trotzdem heißt es, dass Werwölfe in der Nacht ihrer Verwandlung völlig die Erinnerung an ihr menschliches Leben verlieren und wahllos Menschen angreifen, sogar die, die sie eigentlich lieben. Am nächsten Morgen, wenn sie sich meist irgendwo nackt und voller Blut zurückverwandeln, fehlt ihnen jede Erinnerung an die vergangene Nacht. Manche erinnern sich jedoch in Traumbildern an ihre Gräueltaten als Werwölfe.

In manchen Geschichten werden Werwölfe bis zu zwei Meter groß. Es heißt, dass ihre Verletzungen ziemlich rasch verheilen und sie so nahezu unverwundbar macht. Man kann einen Werwolf nur töten, wenn man ihn mit einer Kugel aus Silber erschießt. Dieses Metall ist für Werwölfe ein tödliches Gift. Auch gibt es Geschichten die berichten, dass Werwölfe sterben, wenn sie eine Mondfinsternis sehen.

Worauf basiert der Mythos Werwolf?

Es gibt eine Theorie, die sagt, dass Menschen, die unter der sogenannten „Wolfskrankheit“ litten, die eigentlich Systemischer Lupus erythematodes (SLE) heißt, als Werwölfe bezeichnet wurden. Im Mittelalter fürchtete das abergläubische Volk diese Menschen.

Ebenso kann es auf Menschen zurückgehen, die an Tollwut erkrankten, da diese ebenfalls wahllos um sich bissen und krampfartige Anfälle bekamen. Im Mittelalter glaubte man, dass sich diese Patienten in die Tiere verwandelten, die sie gebissen hatten.

Im Mittelalter wurden zudem Männer als Werwölfe angeklagt und getötet, so wie Frauen als Hexen verbrannt wurden. Vor allem Hirten wurden bezichtigt, sich in blutrünstige Bestien zu verwandeln. In der populärwissenschaftlichen Literatur ist von 30.000 Werwolfprozessen zwischen 1520 und 1630 die Rede, doch diese Zahl ist nicht belegt.

Werwölfe in der modernen Literatur

Sowohl in Harry Potter von J. K. Rowling kommen mit Professor Lupin und Fenrir Greyback Werwölfe vor, als auch in der Biss-Reihe von Stephenie Meyer. In letztem verwandeln sich die jungen Leute aber selbstständig in Wölfe und nicht abhängig vom Mond. Stephenie Meyer selbst räumte ein, dass es sich hierbei wohl eher um Gestaltwandler handelt als um Werwölfe.

Um nochmal auf Harry Potter zu sprechen zu kommen: Remus Lupin leidet darunter, dass er sich bei Volmond in einen Wolf verwandelt. Das wird vor allem im dritten Band der Reihe „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ deutlich. Fenrir Greyback ist das genaue Gegenteil von Lupin. Er hat sich mit seiner Wolfsgestalt so verbrüdert, dass er auch in seiner menschlichen Gestalt Menschen tötet und nach deren Fleisch giert.

Auch im neuen Buch der Märchenspinnerei „Ein Mantel so rot“ geht es um einen Mann, der sich in einen Wolf verwandelt. Allerdings wird dieser hier als „rasender Wolf“ und nicht als Werwolf bezeichnet. Die Verwandlung hat auch nichts mit dem Vollmond zu tun, sondern mit einem Mantel aus Wolfsfell.

Es gibt zahlreich weitere Bücher, in denen Werwölfe eine Rolle spielen. Eine ausführliche Liste dazu findest du auf Wikipedia, wo es auch weitere Informationen zu Thema gibt. Eine andere interessante Seite zu Werwölfen ist diese.

 

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6 Kommentare zu “Lexikon der Fabelwesen: Werwölfe

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