Blogtour zu „Hollerbrunn“ von Tina Skupin

Hallöchen,

schön, dass du im Rahmen der Blogtour zu „Hollerbrunn“ von Tina Skupin auf meinem Blog vorbeischaust. Dies ist die letzte Station auf dieser Tour und es soll über ein Thema gehen, dass den einen oder anderen vielleicht auch selbst betrifft.

„Hollerbrunn“ ist ja bekanntlich eine Märchenadaption zum Grimmschen „Frau Holle“ und behandelt somit auch die beiden Schwestern Goldmarie und Pechmarie, im Buch Marie und Pegg genannt.

Die beiden erleben eine ständige Rivalität und genau damit möchte ich mich im heutigen Beitrag einmal auseinandersetzen. Es geht um das Thema:

Geliebt und gehasst: Geschwister

Hollerbrunn Banner Tour

Sie kommt in den besten Familien vor und viele von uns können davon ein Lied singen: Geschwisterrivalität.

Schon in biblischen Zeiten gab es Rivalitäten zwischen Geschwistern. Wenn wir die Bibel zur Hand nehmen, dann entdecken wir darin zum Beispiel die Geschichte von Kain, der seinen jüngeren Bruder Abel aus Eifersucht tötete oder die Begebenheit, bei der Josephs Brüder den Lieblingssohn ihres Vaters nach Ägypten als Sklave verkauften.

Ganz so dramatisch spielen sich Geschwisterrivalitäten meist nicht nicht ab und doch kann sie zu Streitigkeiten bis ins Erwachsenenalter führen (man denke an die Dassler-Brüder, die Gründer von Adidas und Puma). Auch der Brudermord ist ein Motiv, von dem man immer wieder hört. In der Regel schwächt die Rivalität mit zunehmendem Alter aber ab.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass vor allem Geschwister um die Liebe ihrer Eltern konkurieren, die altersmäßig nah beieinander liegen und das gleiche Geschlecht haben. Das trifft auf Marie und Pegg sehr gut zu. Familienpädagogen raten, einen Altersabstand von drei Jahren einzuhalten. Die Konstellation „großer Bruder“ und „kleine Schwester“ hat beispielsweise kaum Probleme, da die Kinder sehr unterschiedlich sind und daher nicht im direkten Konkurrenzkampf stehen.

Wenn ein jüngeres Geschwister geboren wird, kommt es beim älteren Kind zu einem sogenannten „Entthronungstrauma“. Es muss ab sofort die Aufmerksamkeit der Eltern mit seinem Geschwisterchen teilen, was ihm zu Beginn erst einmal gar nicht leicht fallen wird. Ich kann das sehr gut nachempfinden, denn ich bin selbst eine Erstgeborene und hatte nach der Geburt meiner Schwester sehr damit zu kämpfen, dass meine Eltern weniger Zeit für mich hatten. Manchmal hätte ich meine Schwester am liebsten auf den Mond geschossen.

Hilfreich kann in solch einem Fall sein, wenn der Vater sich dem Erstgeborenen verstärkt annimmt. Dann fühlt es sich weniger benachteiligt. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Mutter sich um beide Kinder kümmert und der Vater dafür den Haushalt und dergleichen übernimmt und die Mutter somit entlastet.

Was Eltern unterlassen sollten

Ganz schlecht ist, wenn die Eltern zusätzlich die Rivalität anstacheln, indem sie vor den Kindern sagen: „Der Kleine war viel schneller trocken als der Große.“ oder „Die Große ist viel sportlicher als die Kleine.“ Indem Kinder mit ihren Geschwistern verglichen werden, bauen sie umso mehr feindselige Gefühle für die Schwester oder den Bruder auf und werden versuchen, ihnen diese Ungerechtigkeit heimzuzahlen. Das kommt auch bei Marie und Pegg vor, als Frau Hollerbrunn betont, dass Marie fleißig und Pegg faul sei.

In einer besonders schwierigen Lage sind auch mittlere Kinder. Sie werden gerne ein bisschen vergessen, während das große Kind als Vorbild für die Geschwister dient und das Kleine das Nesthäkchen ist.

Was Eltern auch unbedingt unterlassen sollten, ist, älteren Kindern eine gewisse Macht oder Verantwortung über die Kleinen zu geben. „Was dein großer Bruder sagt, das musst du befolgen“ führt nur dazu, dass der große Bruder mit Missgunst betrachtet wird und sich gegebenenfalls Sticheleien von den jüngeren Geschwistern anhören muss.

Auch vom ständigen Gleichhalten ist abzuraten. Wenn ein Kind etwas Tolles geschafft hat, soll es belohnt werden, ohne dass sein Geschwister ebenfalls eine Belohnung erhält – dafür das es gar nichts geleistet hat. Das würde beim älteren Kind dazu führen, dass es sich ungerecht behandelt fühlt.

Gespräch als Konfliktlösung

Das Beste ist, wenn sich die Eltern nicht in den Konflikt der Kinder einmischen oder gar Partei für ein Kind ergreifen. Die Kinder sollten das unter sich ausmachen und es ist lediglich Aufgabe der Eltern, sie zu einem Gespräch zu bewegen.

Auch bei Marie und Pegg hat es schließlich geholfen, dass die beiden sich ehrlich ausgetauscht haben. Bei den beiden merkt man ganz deutlich, dass hinter all der Abneigung, die füreinander empfinden, auch ein bisschen Liebe steckt. Immer wieder setzt sich Pegg für Marie ein und andersherum. Zwischen den beiden besteht eine gewisse Hassliebe. Sie können nicht miteinander, aber ohne einander geht es irgendwie auch nicht.

Weiterführende Links

Wenn du neugierig auf das Thema geworden bist, empfehle ich dir folgende Websites für nähere Informationen:

Diese Websites dienten mir auch als Quellen für den heutigen Beitrag.

Ich hoffe, ihr fandet den Beitrag interessant und konntet vielleicht sogar noch etwas Neues lernen.

Hier seht ihr nochmal den Fahrplan aller Blogs:

2. Mai – Elchi’s World of Books & Crafts: Hollerbrunn – Das Buch
3. Mai – Lesemaus87: Die Figur der Frau Holle
4. Mai – Leseengels Buchblog: Verlust als Jugendlicher
5. Mai – Bookwormdreamers: Patchworkfamilien
6. Mai – Buchstäbliches: Sagen und Legenden der Alpen
(7. Mai – Myna Kaltschnee (bei mir): Interview mit Tina Skupin)
8. Mai – Myna Klatschnee (bei mir): Geliebt und gehasst: Geschwister

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Ein Kommentar zu “Blogtour zu „Hollerbrunn“ von Tina Skupin

  1. Gute Tipps jedoch höre ich diese so gut wie täglich und denke mir auch immer dabei: na und jeder ist anders da muss man das doch nicht immer weider frisch aufs Butterbrot schmieren und erzählen, meistens sind es doch immer die älteren die dies erzählen- spreche da von meinem Familien/Bekanntenkreis. Habe davon selbst noch nie was davon gehalten und finde es mehr als unsinnig sowas immer weiter tratschen zu müssen, wobei es da auch sicher Sachen gibt die einfach im Alter unangenehm sind und man nicht wieder auftischen muss.

    Danke für deinen Beitrag.

    LG Jenny

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