Myna fragt … Susanne Eisele

Am 13. Mai erschien mit „Kein Schnee im Hexenhaus“ das vierte Buch der SusanneMärchenspinnerei. Es handelt von den beiden Teenagern Hansi und Gretel, die der Drogensucht verfallen sind und in ein Erziehungsheim müssen.

Autorin dieser wunderbaren Märchenadaption ist Susanne Eisele und ich freue mich sehr, sie heute interviewen zu dürfen.

Susanne Eisele wurde 1965 in der Nähe von Ludwigsburg in Baden-Württemberg geboren. Sie schreibt vor allem Fantasygeschichten. Die Autorin lebt mit ihrem Mann im Nordschwarzwald.

Hallo Susanne, vielen Dank, dass du mir heute Rede und Antwort stehst.

Ich danke Dir, dass du mir diese Gelegenheit gibst.

Erzähle uns doch mal, wie du zur Märchenspinnerei gekommen bist. Was hat dich überzeugt, eine Märchenspinnerin werden zu wollen?

Alle Märchenspinnerinnen sind Mitglieder des „Tintenzirkel“. Irgendwann hatte Sylvia Rieß die Idee, Märchen in einem neuen Gewand zu erzählen. Dafür hat sie von einigen anderen Mitgliedern, mir eingeschlossen, viel Zustimmung erhalten. Sylvia hat dann innerhalb des Tintenzirkels eine eigene Gruppe eröffnet. Dieser durfte ich beitreten. Dass aus der Idee dann wirklich die Märchenspinnerei entstanden ist, liegt auch daran, dass wir alle uns nach Kräften unterstützen und uns gegenseitig Mut machen, wenn jemand mal einen Durchhänger hat. Letztlich würde ich sagen, dass mich dieser Zusammenhalt überzeugt hat.

Was hat dich zu „Kein Schnee im Hexenhaus“ inspiriert?

Diese Frage kann ich gar nicht so genau beantworten. Als im Tintenzirkel des Thema Märchenadaptionen aufkam, hatte ich das Bild im Kopf, wie zwei Teenies völlig stoned durch den Wald irren. Nachdem ich für diese Grundidee viel Zustimmung erhalten habe, habe ich mit meiner Muse Zwiesprache gehalten und einfach drauflos geschrieben.

War für dich von Anfang an klar, dass du eine Hänsel-und-Gretel-Adaption schreiben wolltest? Oder hat sich das später ergeben?

Wie gesagt, als das Thema aufkam, hatte ich als erstes dieses Bild von Hänsel und Gretel im Kopf. Ich hatte noch ein paar andere Sachen angedacht, aber das Feedback der anderen war: „Schreib das!“ Von daher war zumindest ziemlich schnell klar, dass es Hänsel und Gretel werden würde.

Wenn wir grade von Märchen sprechen: Welches ist dein Lieblingsmärchen?

Das absolute Lieblingsmärchen habe ich nicht, das ist eher stimmungsabhängig. Auf jeden Fall gehören „Tischlein-deck-dich“ und „Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“ dazu. Also eher die Märchen ohne Prinzessin.

In „Kein Schnee im Hexenhaus“ geht es ja um Drogensucht. Hast du selbst schon Erfahrungen mit berauschenden Substanzen oder Drogensüchtigen gemacht oder war das Thema noch neu für dich und du musstest erst mal recherchieren?

Das Thema war völlig neu für mich, da ich selbst keinerlei Drogenerfahrungen habe. Vor vielen Jahren habe ich „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ gelesen und aktuell Berichte über Drogenerfahrungen gesehen und auch im Internet recherchiert. In der ersten Fassung waren ein paar heftige Fehler drin. Zum Glück hatte ich sehr gute Betaleser, die mir an diesem Punkt weitergeholfen haben.

Angenommen, ein/e junge/r Autor/in liest dieses Interview und würde selbst gerne mal versuchen, eine Märchenadaption zu schreiben. Was für Tipps hättest du für ihn/sie?

Jeder geht anders an so eine Geschichte dran, von daher sind Tipps nie allgemeingültig. Es hilft aber sicherlich, wenn man sich erstmal darüber klar wird, ob die Adaption in der heutigen Welt, in der Vergangenheit, in einer Fantasiewelt oder in einer Mischung davon spielen soll. Dann sollte man sich überlegen, wie genau man am Originalmärchen dran bleiben will oder ob man nur einen bestimmten Aspekt des Gesamtmärchens herausgreifen möchte.

Außerdem sollte man sich darüber klar werden, ob man einen Liebes- oder Abenteuerroman schreiben möchte oder ob ein bestimmtes Thema behandelt werden soll. So wie bei „Kein Schnee im Hexenhaus“ das Thema Drogen. Wobei das eine das andere nicht ausschließt.

Nach diesen Vorüberlegungen fallen dann schon ein paar Märchen durch das Raster, vom Rest sucht man sich dann das aus, das am besten zur Geschichte passt. Das muss keineswegs das Märchen sein, das einem im Original am besten gefällt.

In „Kein Schnee im Hexenhaus“ steckt ja auch viel Humor. Wie wichtig findest du Humor in Büchern und sind all deine Bücher humorvoll geschrieben oder war das „Hexenhaus“ eine Ausnahme?

Ich lese gerne Bücher, bei denen man auch mal lachen oder zumindest schmunzeln kann. Spannend darf es trotzdem sein. Ich denke, dass das „Hexenhaus“ mein bislang humorvollstes Buch ist. Es gibt aber auch bei meinen Vampir- und Werwolfkrimis durchaus humorvolle Szenen. Es würde mir eher schwerfallen, ein völlig ernstes Buch zu schreiben.

Wie bist du denn überhaupt zum Schreiben gekommen? Wolltest du schon immer Autorin werden oder hat sich das erst später herauskristallisiert?

Ich habe schon immer gerne gelesen. Auf die Idee selbst zu schreiben, bin ich aber erst recht spät gekommen. Mein erstes – unveröffentlichtes – Werk ist etwa 25 Jahre alt. Dann hatte ich eine sehr lange Schreibpause und habe eigentlich erst 2013 richtig losgelegt und 2014 dann mein erstes Buch veröffentlicht. Was mich genau zum Schreiben gebracht hat, kann ich selbst nicht mehr wirklich nachvollziehen. Mein Kopfkino war schon immer ziemlich aktiv. Irgendwann wollte dann die eine oder andere Geschichte auch zu Papier gebracht werden.

Hast du jetzt Blut geleckt und würdest gerne noch mehr Märchenadaptionen schreiben? Oder möchtest du dich erst wieder deinen anderen Projekten widmen?

Sowohl als auch. Die nächste Märchenadaption ist gerade in der Überarbeitung, der grobe Plot für eine weitere Märchenadaption steht ebenfalls. Auf meinem Netbook befinden sich aber auch grobe Plots und Anfänge für etwa zehn Romane, die ich eher unter Fantasy-Abenteuer-Roman oder Fantasy-Krimi einsortieren würde. Mal sehen, mit welcher Idee ich dann tatsächlich weitermache, wenn die aktuelle Überarbeitung durch ist.

Was wünschst du dir für die Märchenspinnerei für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass der Zusammenhalt unter den Märchenspinnerinnen weiterhin so gut ist, wie bis jetzt, dass wir weiterhin so eine tolle Unterstützung von unseren Feen und unseren Lesern bekommen und dass wir genügend Erfolg damit haben, dass es uns alle noch zu weiteren Geschichten inspiriert.

Vielen Dank, liebe Susanne, für das Interview. Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft und deine weiteren Projekte.

Danke, Dir auch alles Gute für Deinen Blog und Deine sonstigen Projekte.

Advertisements

Ein Kommentar zu “Myna fragt … Susanne Eisele

  1. Pingback: Monatsrückblick Juni 2017 | Myna Kaltschnee

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s