Myna fragt … Julia Maar

Heyho!Julia Maar

Schön, dass du bei mir vorbeischaust. Heute gibt es wieder ein Interview und zwar mit der wunderbaren Julia Maar, die „Der siebte Sohn“ geschrieben hat.

Julia Maar wurde 1993 im schönen Rheinland geboren. Schon als Grundschülerin begeisterte sie sich fürs Schreiben und Bücher. Mit dem 9. Buch der Märchenspinnerei „Der siebte Sohn“, einer Aschenputtel-Adaption, erfüllte sie sich ihren Traum vom eigenen Buch.

Hallo Julia, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, meine Fragen zu beantworten.

Vielen Dank, dass du mich interviewst. Eine Premiere übrigens. *lach*

Ende letzten Jahres ist dein Debütroman „Der siebte Sohn“ erschienen. Was war das für ein Gefühl, endlich das erste eigene Buch in den Händen zu halten?

Ein ganz komisches, ehrlich gesagt. Ich hatte erwartet, dass es wie ein Geschenk ist, das man sich immer gewünscht hat. Stattdessen war es ziemlich unwirklich, obwohl ich das Taschenbuch ja in Händen gehalten habe.

Du hast ja sicher auch über das Tintenzirkel-Forum zur Märchenspinnerei gefunden. Was hat dich überzeugt, bei diesem Projekt mitzuwirken?

Die Idee hat mich gereizt. Sprich, alte Märchen ins Jetzt zu ziehen. Hat bei dem Sohn ja nicht ganz geklappt *lach* Mein ursprünglich geplantes Märchen wurde aber modernisiert und erscheint hoffentlich auch noch in der Märchenspinnerei.

Was hat dich zu deinem Buch inspiriert? Und warum hast du dich für das Märchen von „Aschenputtel“ entschieden?

Ehrlich gesagt, hat die Idee mich überrumpelt, als ich auf dem Sofa saß. Was ich ursprünglich gemacht habe, weiß ich gar nicht mehr, aber die Idee und das Märchen haben sich wohl eher für mich entschieden. Zu dem Zeitpunkt haben wir nach Märchen für unsere Anthologie gesucht und ich dachte mir, warum nicht. Allerdings habe ich mich da etwas mit der Länge vertan und so wurde aus der Kurzgeschichte ein eigenständiger Roman.

Wenn wir gerade von Märchen sprechen – hast du denn ein Lieblingsmärchen?

Eigentlich bin ich kein wirklicher Märchenfan, die Disneyfilme mal außen vor gelassen. Aber die Schöne und das Biest kommt dem Begriff Lieblingsmärchen recht nah.

Wenn du deinen Protagonisten Robin persönlich treffen könntest, was würdest du ihm sagen wollen?

Nichts Nettes. *lach* Er soll endlich mal den Hintern hochbekommen und seine eigenen Interessen vertreten. Statt immer erst die schlechten Dinge zu sehen, soll er einfach mal machen, denn in ihm steckt viel mehr, als er zeigt. Er soll wissen, dass man auch ein guter Mensch sein kann, wenn man manchmal „nein“ sagt.

Ich weiß, als Autorin hängt man meist an all seinen Figuren (sogar den Bösen). Aber gibt in deinem Buch „Der siebte Sohn“ einen Charakter, den du besonders ins Herz geschlossen hast?

Eindeutig Vivienne. Eigentlich sollte ich das vermutlich nicht sagen, aber sie ist meine wahre Heldin der Geschichte. Sie setzt sich etwas in den Kopf und zieht es dann einfach durch. Für Vivienne gibt es den Begriff „unmöglich“ nicht und das mag ich an ihr am liebsten.

Wenn ein Buch entsteht, durchläuft man ja verschiedene Etappen. Zunächst steht das Worldbuilding und Plotten auf dem Plan, dann das eigentliche Schreiben und schließlich muss der Roman noch mehrmals überarbeitet werden. Welche dieser Etappen macht dir am meisten Spaß? Gibt es auch Dinge, die du am Bücherschreiben gar nicht magst?

Am meisten gefällt mir das Schreiben an sich. Für den siebten Sohn habe ich das erste Mal ausführlich geplottet, und es war unglaublich angenehm, die eigentliche Geschichte dann „nur noch“ runter schreiben zu können. Alle anderen Projekte entstanden bisher aus dem Bauch heraus und wenn überhaupt mit einem groben Ideengerüst.

Was ich einfach nur stressig und lästig finde, sind die Schritte, die folgen, wenn das Manuskript fertig ist. Überarbeiten und Korrigieren ist überhaupt nicht meins. Dafür bin ich zu ungeduldig und der Krieg mit den Kommata ist dabei auch nicht sonderlich hilfreich. *lach*

Nehmen wir an, ein/e junge/r Autor/in liest dieses Interview und bekäme nun auch Lust darauf, mal eine Märchenadaption zu schreiben. Welche Tipps hast du für ihn/sie?

Einfach anfangen. Manchmal ist der erste Schritt der schwerste und gerade beim Schreiben ergibt sich meiner Meinung nach vieles erst im laufenden Prozess. Allerdings läuft bei mir alles über den Bauch und das ist nicht für jeden etwas.

Wolltest du schon als Kind Autorin werden oder hat sich dieser Wunsch erst später herauskristallisiert?

Der Wunsch, Autorin zu werden, keimte erst im Laufe der Mittelstufe auf, so mit 16 würde ich sagen, und ist danach auch relativ schnell wieder in der Versenkung verschwunden. Eigentlich wollte ich einfach nur schreiben. Egal ob für die Schule oder meine damalige beste Freundin, Hauptsache meine Ideen waren festgehalten.

Hast du jetzt Blut geleckt und würdest gerne noch mehr Märchenadaptionen schreiben? Oder möchtest du dich erst wieder deinen anderen Projekten widmen?

Meine ursprüngliche Adaption wartet immer noch darauf, beendet zu werden und da mir das Thema persönlich am Herzen liegt, hoffe ich natürlich, dass sie irgendwann gedruckt in meinem Regal steht. Aktuell fehlt mir allerdings die Disziplin, kontinuierlich an einem Projekt weiterzuschreiben – daran muss ich definitiv noch arbeiten – deswegen weiß ich nicht, wann es soweit sein wird. Vielleicht drängelt sich auch noch eine andere Geschichte vor.

Was wünschst du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Dass wir unsere Leser begeistern können und noch viele weitere Adaptionen folgen. Das Autorenkolleg ist mir in den letzten 1,5 Jahren wirklich ans Herz gewachsen und ich hoffe natürlich, dass unsere Zusammenarbeit noch lange anhält.

Vielen Dank für deine Antworten. Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft und viel Erfolg mit deinen weiteren Projekten.

Vielen Dank! Das Interview hat mir wirklich Spaß gemacht.

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