Rezension: „Zwischen Nacht und Dunkel“ von Stephen King

Titel: Zwischen Nacht und Dunkel (Original: Full Dark, No Stars)Zwischen Nacht und Dunkel von Stephen King
Autor: Stephen King
Genre: Horror, Thriller
Verlag:
  Heyne
Seiten: 527
Jahr: 2010
ISBN: 978-3-453-26699-5
Format: Kindle E-Book (auch als Gebundene Ausgabe und Taschenbuch erhältlich)
Preis: 8,99 € (19,99 € bzw. 9,99 €)

Klappentext

Schuld, Sühne, Rache, Gerechtigkeit –
Stephen King at his best!

Stephen King gilt als größter Geschichtenerzähler unserer Zeit. Nun legt er vier große Novellen vor, die alle ein Thema haben: Vergeltung! Ob als Täter oder Opfer, unschuldig oder schuldig, durch Schicksal oder Absicht – wir kommen in Situationen, die uns eine Entscheidung abverlangen: Wie weit muss ich gehen, bis mir Gerechtigkeit widerfährt? Manchmal muss man sehr weit gehen …

„1922”: Ein Vater überredet seinen Sohn auf perfide Weise, gemeinsam mit ihm die Ehefrau/Mutter umzubringen – und der Horror für den Rest des Lebens der beiden nimmt seinen Anfang.

„Big Driver”: Die Schriftstellerin Tess wird nach einer Lesung brutal vergewaltigt. Sie will auf eigene Faust Vergeltung üben …

„Faire Verlängerung”: Der schwer krebskranke Streeter geht einen teuflischen Pakt ein. Seine Genesung und sein Glück scheinen fortan Unglück und Untergang für andere zu sein. Kann er dem Einhalt gebieten? Will er das überhaupt?

„Eine gute Ehe”: Zufällig entdeckt Darcy, dass der Mann, mit dem sie 27 Jahre lang glücklich verheiratet ist, ein Doppelleben als wahres Ungeheuer führt. Bis dass der Tod euch scheidet … ist das der einzige Ausweg?

Vier grandiose, bislang unveröffentlichte Novellen.

Meine Meinung

Nachdem ich in letzter Zeit viel Romantisches und Fantastisches gelesen hatte, war mir mal wieder nach einem richtigen Horrorschocker. Ich wollte Gänsehaut und ein klopfendes Herz beim Lesen bekommen. Mit „Stephen King at his best“, wie’s im Klappentext versprochen wurde, dachte ich, mir Horror vom Feinsten gekauft zu haben. Meine Erwartungen waren diesbezüglich hoch – und wurden leider enttäuscht.

„Zwischen Nacht und Dunkel“ ist eine Sammlung von vier Novellen aus der Feder vom „Master of Horror“ Stephen King selbst. Da seine Romane brutal dick sind und ich mich erstmal an etwas Kürzeres von ihm setzen wollte, entschied ich mich für dieses Buch.

Das Cover ist schlicht gehalten, der Untergrund zeichnet ein mit Blut verschmiertes Fell ab – möglicherweise ein Rattenfell, was gut zur ersten Novelle passen würde. Ich fand das Cover ansprechend, aber nicht außergewöhnlich.

Das Buch beginnt mit der Novelle „1922“ in der ein Farmer gemeinsam mit seinem Sohn die Mutter/Ehefrau umbringt und versteckt. Dieses Buch war bis zum Mord recht unterhaltsam und direkt während und kurz nach dem Mord auch ziemlich gruselig. Das hat mir zunächst gut gefallen – aber dann wurde es mit der Zeit immer langweiliger. Nichts passierte mehr und von Horror war nichts mehr zu erkennen. Lediglich der Schluss war wieder ziemlich gruselig und hat mir auch gut gefallen.

Die zweite Novelle, „Big Driver“, hat mir von allen am besten gefallen. Es geht um die Autorin Tess, die nach einer Lesung brutal vergewaltigt wird und dann auf eigene Faust Vergeltung üben möchte. Diese Geschichte war spannend und ich habe richtig mit der Protagonistin mitgefiebert. Lediglich der Schluss war etwas schwach, wenn man ihn mit dem tollen Schluss von „1922“ vergleicht.

„Faire Verlängerung“ war die kürzeste Novelle und hat mich auch eher enttäuscht zurückgelassen. Bis zu dem „teuflischen Pakt“, von dem im Klappentext die Rede ist, war die Geschichte noch ganz interessant. Aber danach bestand sie einfach nur noch aus Aufzählungen negativer Geschehnisse, so nach dem Motto „2005 passierte dies und das, 2006 dieses und jenes“ etc. Ganz überzeugen konnte mich die Geschichte leider nicht.

„Eine gute Ehe“ war wiederum ganz spannend. Zumindest zu großen Teilen. Nicht gruselig, aber spannend. Vor allem, als die Ehefrau das Geheimnis ihres Mannes entdeckt und Nachforschungen anstellt. Das Ende war so mittelmäßig, aber die Geschichte war an sich ganz gut.

Trotzdem war ich insgesamt eher enttäuscht. Ich hätte mir mehr Horror und Grusel gewünscht – aber das blieb leider aus.

Daher gibt’s von mir nur 3 Herzchen für dieses Buch.

Über den Autor

Stephen King wurde 1947 in Maine, USA geboren. Nach der Schule und Universität heiratete er früh und arbeitete dann als Englischlehrer. Er schrieb damals lediglich in seiner Freizeit und am Wochenende, bis ihm mit „Carrie“ sein erster großer Erfolg gelang und er vom Schreiben leben konnte. Heute wohnt King mit seiner Frau Tabitha in Maine und Florida. Er hat drei Kinder und mehrere Enkelkinder.

Fazit

Für echte Kingfans sicher eine gelungene Lektüre, aber ich habe mir mehr davon erhofft.

Meine Bewertung

3herzchen

 

 

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11 Kommentare zu “Rezension: „Zwischen Nacht und Dunkel“ von Stephen King

  1. Guten Morgen :)
    Schade, dass er dich mit dem Buch nicht überzeugen konnte. Kennst du seine Kurzgeschichtensammlung Nachtschicht? Die finde ich persönlich sooooo cool und es sind extrem gruselige Geschichten drinnen. Kann ich also nur empfehlen :)

    Liebe Grüße,
    Smarty

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  2. Der Empfehlung für „Nachtschicht“ schließe ich mich an. Auch „Blut“ hat in puncto Grusel noch einiges zu bieten. Die späteren Novellen und Kurzgeschichten von King bauen demgegenüber in den von dir genannten Punkten etwas ab, das stimmt. Aber das ist im selben Maß, wie King generell seinen Horrorfaktor ein wenig eingebüßt hat. Vielleicht wird der Mann einfach altersmilde ;-) .

    Liebe Grüße
    Michael

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Michael,

      „Nachtschicht“ habe ich vor einiger Zeit gelesen und es hat mir auch richtig gut gefalllen. „Blut“ kenne ich noch nicht. Ist das auch eine Kurzgeschichtensammlung? Seine Romane habe ich bisher noch nicht gelesen, außer „Carrie“ (das ich auch sehr gut fand). Aber die meisten seiner Bücher sind mir einfach zu dick.

      Liebste Grüße
      Myna

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      • Hallo Myna,

        ja, „Blut“ ist auch eine Kurzgeschichtensammlung. Ältere Ausgaben gibt es auch in drei Einzelbänden, die dann „Der Fornit“, „Der Gesang der Toten“ und „Im Morgengrauen“ heißen. Stilistisch ist hier vieles noch sehr nahe bei „Nachtschicht“.

        Wenn du bis jetzt nur „Carrie“ gelesen hast, hast du ja noch einige Bücher vor dir – und es sind ja nicht alles dicke Wälzer. Wenn ich eine Empfehlung aussprechen darf, dann wäre das „Todesmarsch“. Nicht übersinnlich, aber unheimlich intensiv.

        Liebe Grüße
        Michael

        Gefällt 1 Person

      • Hallo Michael,

        vielen lieben Dank für die Tipps. Ja, du hast recht, ich habe noch einiges vor mir. :D „Todesmarsch“ werde ich mir mal genauer ansehen. Vielleicht ein Kandidat für meine Wunschliste. :)

        Liebste Grüße
        Myna

        Gefällt 1 Person

  3. Hallo Myna,
    mir hat diese Novellensammlung recht gut gefallen, aber du hast Recht: Für King-Verhältnisse nichts Besonderes. Ich möchte dich ermuntern, dich an die Romane der 1970er und 1980er Jahre heranzuwagen. Ja, sie sind dick – aber sie lesen sich dennoch schnell herunter: Christine, Shining, Friedhof der Kuscheltiere, Cujo, Misery, Es. Das war der Stephen King, mit dem ich aufgewachsen bin.
    Liebe Grüße
    Jens

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    • Hallo Jens,

      vielen lieben Dank für die vielen Tipps. Ich werde sie mir mal genauer anschauen. Vielleicht werde ich sie mir dann doch mal noch besorgen oder in der Bibliothek ausleihen. Neugierig bin ich ja schon. Vor allem auf „Es“ und „Friedhof der Kuscheltiere“.

      Liebste Grüße
      Myna

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