DSGVO – Blog schließen?

Howdy!

Heute werde ich „Gemeinsam Lesen“ mal ausfallen lassen (es gibt eh nicht viel zu berichten) und mich einem Thema widmen, das gerade die Blogosphäre verrückt macht: die DSGVO.

Am 25. Mai 2018 tritt die neue EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft, die viele Blogger (vor allem von Blogger.com und WordPress.com) dazu gebracht hat, ihre Blogs zu schließen. Fakt ist, auf beiden Plattformen lässt sich die DSGVO nicht komplett umsetzen, vor allem nicht in der kostenlosen Variante, weil man da keine Plugins installieren kann (das geht bei WordPress.com nur mit dem Business Tarif für 25 Euro im Monat).

Ich habe mein Bestes gegeben, der DSGVO so gut wie möglich zu entsprechen. Und doch ist es vermutlich nicht genug. Die Frage ist: Was nun? Den Blog schließen?

Da dieser Blog eines meiner größten Hobbys ist und mir hilft, meinen Alltag zu strukturieren, möchte ich ihn ungern aufgeben. Er ist für mich sogar mehr als ein Hobby – er ist eine Tätigkeit für mich, die mich am Leben hält, weil sie mir einen Ort gibt, an dem ich meine Gedanken loswerden kann. Ich verdiene mit meinem Blog kein Geld und trotzdem ist es fast wie ein Beruf für mich geworden. Einfach, weil ich sonst keiner beruflichen Tätigkeit nachgehe und das Bloggen ständig in meinem Leben präsent ist.

Ich frage mich, ob so ein kleiner Blog wie meiner überhaupt interessant für Abmahner ist. Genaugenommen hätte man mich schon längst abmahnen können, weil ich ewig keine Datenschutzerklärung hatte (aus Unwissen).

Aber wenigstens habe ich jetzt eine Datenschutzerklärung und ich habe sämtliche YouTube-Videos und Social-Media-Widgets von meinem Blog gelöscht, sowie auch das Kontaktformular. Es tat mir weh, diese Sachen zu löschen, aber ich wollte so DSGVO-konform wie nur möglich werden.

Ich wollte dich jetzt einfach mal fragen, wie du mit der Sache umgehst. Schließt du deinen Blog? Oder machst du weiter? Und inwiefern ließ sich die DSGVO bei dir umsetzen?

Ich bin gespannt auf deinen Kommentar und würde mich über Feedback sehr freuen.

Achtung!

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29 Kommentare zu “DSGVO – Blog schließen?

  1. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ich habe mit Hilfe eines Onlinegenerators und vieler Tipps getan, was ich tun konnte (z.B. Gravatar möglichst überall ausgesperrt) und werde weiterbloggen.
    Nur eben mit dem Verweis in der Datenschutzerklärung, dass ich Youtubevideos etc. einbinde.
    Wordpress kann es sich nicht leisten, die werbestreuenden Kund*innen zu verlieren und das sind eben wir. Leute, die ihre Blogs nicht werbefrei schalten lassen. WordPress braucht uns und wird schon rechtzeitig was machen <3

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  2. Hallo,

    ich denke im Moment überlegen alle ganz genau, was sie als nächstes tun.

    Da ich in Österreich daheim bin, habe ich es gut. Es gab nämlich vor kurzem die Meldung, dass man auch als Blogger die Datenschutzverordnung umsetzen soll/muss aber es wird dies bezüglich keine Kontrollen bzw. Strafen geben wird.

    Deshalb habe ich mich entschlossen, die wichtigen Dinge wie zB Datenschutzdisclaimer usw. umzusetzen.
    Wir sammeln ja nicht so wahnsinnig wichtige Daten, wie Versicherungsnummern, Adressen oder ähnliches.

    Ich habe mich entschieden meinen Blog bei Blogspot zu belassen und den WordPress Blog (den ich aus Versuchszwecken gestartet habe) komplett löschen.

    Liebe Grüße aus Tirol
    Marie

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    • Hallo liebe Marie,

      dass Österreich da so reagiert hat, finde ich wirklich toll. Ich wünschte, Deutschland würde auch so darauf reagieren. Am Ende muss ich doch noch auswandern … (Scherz!) :D

      Ich habe meinen englischen WordPress-Blog auch komplett gelöscht. Einfach, weil es mir zu viel Arbeit war, da auch noch alles DSGVO-konform umzustellen. Reicht, wenn ich es für diesen und meinen Zweitblog tun muss.

      Liebste Grüße
      Myna

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  3. Ich könnte es mir jetzt einfach machen und auf den entsprechenden Beitrag in meinem Blog verlinken (wobei das schon wieder grenzwertig wäre, weil ich damit ja dazu auffordere, Daten bei mir zu lassen *g).

    In Kurzform: Ich mache weiter wie bisher. Ich habe eine angepasste und bis ins Unendliche aufgeblähte Datenschutzerklärung erstellt. Aber das soll es dann auch, zunächst, gewesen sein. Zum einen, weil auch ich nicht glaube, dass wir kleinen Blogger von alleine ins Ziel der Abmahner geraten – da gibt es lohnendere Adressaten. Und zum anderen, weil ich mir nicht vorstellen mag, dass irgendein fauler Apfel uns die Abmahnanwälte gezielt auf den Pelz jagt. Wäre ich bereits veröffentlichter Autor und Millionenseller, dann sähe ich (oder mein Agent) das vielleicht anders. Dann gäbe es bei mir ja was zu holen und, wenn ich Glück hätte, auch 1-2 Neider. Die kommen ja mit dem Erfolg ;-) .

    Aber so lasse ich mich nicht ins Bockshorn jagen. Es ist einfach noch viel zu vieles ungeklärt. Weil da auch alle, die davon wussten (oder es hätten wissen müssen), geschlafen haben. Ganz oben in den Bundesbehörden angefangen.

    Die Österreicher haben es da tatsächlich besser, weil bei denen (man korrigiere mich) die Sache mit den Abmahnungen nicht so leicht geht wie hier in Deutschland. Ich meine, ich habe da noch irgendwas Entsprechendes aus der Filesharer-Debatte im Ohr.

    Denn dass „der Staat“ loszieht und sich Blogger sucht, die vielleicht, vielleicht auch nicht, gegen den Datenschutz verstoßen, das kann ich nach allem, was ich bisher weiß und gelesen habe (ich spreche hier von offiziellen Kommentierungen, die ich auf dem Dienstweg erhalten habe), getrost ausschließen. Und wenn sich das irgendwann ändern sollte, dann käme da erst einmal ein freundlicher Hinweis und nicht gleich die Löschkeule :-) .

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    • Hallo Michael,

      das scheint jetzt ein Zufall zu sein – gerade war ich auf deinem Blog und habe entsprechenden Artikel kommentiert, ohne zu merken, dass du auch bei mir warst. :D

      Du hast recht, es wird uns kleinen Bloggern vermutlich keiner ans Bein pissen wollen. Da gibt es größere Blogs und Websites, bei denen sich das mehr lohnt.

      Ja, den Österreichern wurde ja von ganz oben garantiert, dass sie keine Strafen zu befürchten haben, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Daran sollten sich unsere deutschen Politiker mal ein Beispiel nehmen.

      Ich finde es gut, dass du dir keine Panik machen lässt und beim Bloggen bleibst. Viel zu viele Blogger sehen es nicht so und geben ihre Blogs auf, das finde ich sehr schade un deswegen habe ich auch eine Scheißwut auf die DSGVO.

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  4. Ich stelle aktuell Abends immer mal wieder ein bisschen um , in der Hoffnung WordPress reagiert langsam mal . Denn bis zum 25. Ist es nicht mehr ewig lange und nächstes Jahr soll ja nochmals eine Umstellung kommen. Mein Herzblut steckt in diesem Blog und ich werde alles versuchen um ihn halten zu können . Die letzte Möglichkeit wird ein Umzug sein , aber soweit mag ich einfach noch nicht denken . Ich hoffe so sehr das WordPress reagieren wird.

    Liebe Grüße
    Lotti 😊

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    • Hallo Lotti,

      ja, das hoffe ich auch. Es wäre schade, wenn WordPress sich da nicht anpassen würde. Ich möchte meinen Blog auch nicht verlieren. Nicht wegen solch einer blöden Verordnung.

      Liebste Grüße
      Myna

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  5. Hallo :) Oh, diese Verordnung raubt mir noch den letzten Nerv. Ich bin vor allem verunsichert, weil ich Schweizerin bin und die Schweiz kein EU-Mitglied ist und es immer kompliziert ist, welche Normen inwiefern gelten. Und das, obschon ich Rechtswissenschaften studiere. Ich hab einfach versucht, alles so gut wie’s geht umzusetzen. Auf jeden Fall habe ich nicht vor, den Blog aufzugeben :)

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    • Wenn ich mir Artikel 3 der VO ansehe, kann sie theoretisch für dich gelten, wenn du

      – deinen Blog auf einem Server in der Union hostest (Absatz 1, „soweit diese im Rahmen der Tätigkeiten einer Niederlassung eines Verantwortlichen oder eines Auftragsverarbeiters in der Union erfolgt“),

      – Personen in der EU Waren oder Dienstleistungen anbietest (Absatz 2, Punkt a, „betroffenen Personen in der Union Waren oder Dienstleistungen anzubieten, unabhängig davon, ob von diesen betroffenen Personen eine Zahlung zu leisten ist“),

      – du Personen in der EU „ausspionieren“ möchtest/könntest (Absatz 2, Punkt b, „das Verhalten betroffener Personen zu beobachten, soweit ihr Verhalten in der Union erfolgt), oder

      – wenn die Schweiz neuerdings laut Völkerrecht dem Gesetz eines Mitgliedsstaates unterliegen sollte, was meines Wissens nicht der Fall ist (Absatz 3, „Diese Verordnung findet Anwendung auf die Verarbeitung personenbezogener Daten durch einen nicht in der Union niedergelassenen Verantwortlichen an einem Ort, der aufgrund Völkerrechts dem Recht eines Mitgliedstaats unterliegt“)

      Ist natürlich im besten Gesetzesdeutsch ausgedrückt und ich bin auch nicht berechtigt, juristischen Rat zu erteilen. Das, was ich schreibe, resultiert aus meinen Erfahrungen im Verwaltungsrecht/-alltag :-) .

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      • Danke für die Info!! Waren/DL biete ich nicht an, aber natürlich habe ich vorwiegend Besucher aus Deutschland auf meinem Blog, deshalb könnte ich sie theoretisch wohl ausspionieren. Ich gehe einfach mal davon aus, dass es für mich auch gilt. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Auf jeden Fall danke!

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      • Ja, das ist wahr. Datenschutz etc. ist ja an sicher schon was sehr Sinnvolles. Wobei ich Abmahnungen für „kleine“ Blogger schon etwas übertrieben finde.

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      • Natürlich ist es übertrieben. Ich hoffe wirklich, dass sich die „Experten“ bei den Massenabmahnungen für Filesharer etc. genug blutige Nasen geholt haben, dass sie es jetzt nicht erneut versuchen.

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  6. Genau mein Thema!
    :-)
    Ich habe auch lange mit mir gehadert und diskutiert. Das Gesuche durch Texte, Genaratoren und diverse Foren hat mir momentan die Lust aufs Bloggen ziemlich verhagelt.
    Aber deshalb aufhören…ich gebe zu, ich habe ernsthaft darüber nachgedacht. Aber ich hänge zu sehr an meinem Hobby, um einfach aufzugeben. Also hab ich mich mit Generator für diverse Erklärungen herumgeschlagen, social media buttons entfernt, Verträge zum Ausdrucken vorbereitet- und hoffe, damit alles Nötige getan zu haben.
    Jetzt werde ich einfach darauf warten, das sich der Paragraphen-Nebel in meinem Kopf wieder lichtet und die Lust, Rezensionen zu schreiben, wiederkommt.

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  7. Hi, hinsichtlich des Kontaktformulars: Da kannst du auch beim kostenlosen WordPress.com Blog ein Kästchen einfügen in dem die Zustimmung erklärt wird. Du erhältst dann die E-mail mit dieser Zustimmung vorab und dem Text der Nachricht drunter…
    Die Kommentarfunktion macht mir aber Bauchweh… Hoffentlich bessert WordPress.com da schnell nach!

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  8. Hallo, ich werde alle meine Blogs löschen, weil ich nicht bereit bin mich auf so einen Zirkus einzulassen. Ich verdiene keinen Cent mit meinem Blog, den ich seit 5 Jahren mit Leidenschaft führe und klaue nun wirklich auch keine Daten. Wenn Google das tut, ist Google das Problem und nicht ich. Oder wahlweise Facebook oder Regierungen oder Geheimdienste :) Kurzum, ich schließe meinen Blog, der mich viel Arbeit gekostet hat und jetzt deswegen nicht NOCH mehr Arbeit oder Ärger kosten soll nur weil schlecht durchdachte Systeme jetzt durch einen ganzen Kontinent gejagt werden sollen. Wäre es nicht in aller Munde, hätte ich die ganze Aktion eh für einen schlechten Scherz gehalten. Eine Lösung ist die ganze Aktion auch nicht und ich reagiere auch nicht auf die rund 30 Mails am Tag die mich aktuell erreichen, weil jeder arme Idiot, der irgendwie im Internet ist, sich jetzt Erlaubnisse von jedem einzigen User einholen soll. Ich sehe es ganz salopp so: wenn ich mich im Internet bewege, riskiere ich damit, dass meine Daten irgendwie genutzt werden, So ist das nun mal. Wenn ich das nicht will, muss ich eben offline bleiben.
    Drücke euch die Daumen, dass ihr eure Blogs online lassen könnt ohne von irgendwem Stress zu bekommen.

    LG aus Genua (Oh Gott, so viele Daten von mir… ;O ) )
    Catherine

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    • Hallo Catherine,

      schade, dass du deinen Blog schließt wegen der DSGVO. Es ist echt traurig, dass so viele tolle Blogs deshalb geschlossen werden. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen die DSGVO umgesetzt, Smileys abgeschaltet, Gravatar abgeschaltet, das Kontaktformular gelöscht, Impressum und Datenschutzvereinbarung aktualisiert, etc. Ich hoffe, dass das reicht – meinen Zweitblog habe ich übrigens auch erst mal auf „privat“ gesetzt.

      Ich sehe das genauso wie du: Wer sich online bewegt, muss sich bewusst sein, dass seine Daten genutzt werden. Ich finde die Sache mit der DSGVO einfach nur beschissen. Aber ich hoffe jetzt einfach mal, dass die Abmahnanwälte so kleine, private Blogger wie uns verschonen.

      Liebste Grüße
      Myna

      PS: Sorry für die späte Antwort. Ich war verreist und deshalb kaum online in den letzten Tagen.

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