Bloggerwoche zum Opfermond | Sekten in „Opfermond“

(Dieser Beitrag beinhaltet unbezahlte Werbung für das Buch „Opfermond“ von Elea Brandt, erschienen 2017 im Mantikore-Verlag, Frankfurt)

Hallo und herzlich Willkommen bei meiner Station der „Bloggerwoche zum Opfermond“ von Elea Brandt, anlässlich des Blutmonds am 27.  Juli 2018.

Ich freue mich sehr, Teil dieses Events zu sein und darf mich heute einem spannenden Thema widmen. Nämlich den Sekten bzw. Religionen in „Opfermond“. Genaugenommen kommen zwei Sekten in „Opfermond“ vor. Die Chras-Kirche und der Ulthai-Kult. Auf letzteren werde ich allerdings nur oberflächlich eingehen, um nicht zu viel zu spoilern. Du sollst schließlich dadurch Lust auf das Buch bekommen und nicht schon alle Geheimnisse vorher kennen. ;-)

Falls nicht anders angegeben, stammen alle als Zitate gekennzeichneten Stellen aus dem Buch „Opfermond“ von Elea Brandt (Mantikore-Verlag, Frankfurt, 2017)

Bloggerwoche zum Opfermond

Sekte – was ist das?

Zuerst einmal möchte ich darauf eingehen, was eine Sekte überhaupt ist. Das Wort „Sekte“ leitet sich von dem lateinischen Begriff „secta“ ab, der so viel wie „Partei“ oder „Lehre“ bedeutet. Man versteht darunter Religionsgemeinschaften, „die sich durch ihre Lehre oder ihren Ritus von vorherrschenden Überzeugungen unterscheiden und oft im Konflikt mit ihnen stehen.“ (Quelle: Wikipedia)

In der realen Welt versteht man beispielsweise die Zeugen Jehovas oder Scientology unter dem Begriff Sekte. Das Wort ist meist abwertend gemeint und soll auch die Gefahr betonen, die von Sekten ausgeht.

Doch welche Merkmale hat eine Sekte?

  • In der Regel hat eine Sekte einen Anführer, Leiter, Guru, o. ä., dessen Wort unbestritten ist.
  • Die Gemeinschaft wird als die einzige „richtige Religion“ angesehen, die allein im Besitz der „Wahrheit“ ist.
  • Man  soll nicht über die Lehre der Gruppe nachdenken oder sie prüfen. Zweifel sind eine Sünde und werden nicht gerne gesehen.
  • Man soll möglichst viel Zeit mit der Gruppe verbringen, z. B. indem man an Zusammenkünften teilnimmt, Bücher oder Zeitschriften verkauft, andere Menschen in die Gemeinschaft einlädt, usw.
  • Wenn sich der versprochene Erfolg nicht einstellt, heißt es, man sei „selbst schuld“, weil man nicht fest genug geglaubt hat.
  • Es werden Opfer verlangt. Entweder in Form von Zeit oder Geld oder in manchen sehr krassen Sekten auch das Opfer von Tieren oder Menschen.
  • Die Gruppe kontrolliert sich untereinander.
  • Wissenschaft wird negativ bewertet und alles, was „weltlich“ ist, verteufelt.
  • Es entsteht ein „Gemeinschaftsgefühl“ und jedes neue Mitglied wird übertrieben freundlich willkommen geheißen.

Die Chras-Kirche in „Opfermond“

Die Chras-Kirche ist die vorherrschende Religion in der Welt von „Opfermond“. Sie dient ihrem Gott, dem stierhäuptigen Blutigen. An der Spitze der Sekte steht der Schwurmeister, bei dem es sich gleichzeitig um einen mächtigen Blutmagier handelt, sowie die Hohepriester.

Jeder, der nicht die Lehre der Chras-Kirche glaubt, gilt als Ketzer und wird verfolgt und getötet. Die Chras-Priester dulden jedoch die Verehrung von Daimonen. Das sind persönliche Schutzgeister, an die die Bewohner von Ghor-el-Chras glauben. Doch andere Götter anzubeten gilt als Ketzerei und wird mit dem Tode bestraft.

Varek, der Protagonist von „Opfermond“, hat sich der Chras-Kirche verschrieben und wurde ein „Unbestechlicher“. Dabei handelt es sich um einen Auftragsmörder, der im Namen der Kirche tötet. Die Hälfte seines Lohns muss er der Sekte abgeben, den Rest kann er behalten.

Auf seiner Stirn befindet sich ein V-förmiges Brandmal, durchkreuzt von einer waagrechten Linie. Dieses Brandmal ist mit Blutmagie besiegelt, was bedeutet, dass der Schwurmeister und die Chras-Kirche Varek überall finden würden, wenn er versuchte, abzuhauen. Die meisten Unbestechlichen scheren sich den Kopf, als Zeichen ihres Gehorsams, so wie Vareks Kollegin Nashiri es getan hat. Varek tat das allerdings nicht. Er trägt sein Haar geflochten, um sich das letzte Stück Würde zu bewahren. Denn als Unbestechlicher gilt man als „Abschaum“.

Unbestechliche müssen ihren Namen mit dem Blutschwur ablegen. Sie werden zum Töten gezwungen, ob sie wollen oder nicht. Das Morden wird unter den Anhängern des blutigen Gottes geradezu zelebriert, „als sei es eine Kunst“. Blut gilt als Verbindung zwischen den Sterblichen und Chras, dem „Hort der Seele, die eins war mit dem blutigen Gott“. Tote Menschen, die kein Blut mehr in ihren Adern haben, können nicht „ins Reich des Chras eingehen, um an seiner Seite zu streiten, sondern verbleiben im ewigen Nichts“.

Es heißt, dass nur der Blutige Magie schenken kann. „Hochrangige Chras-Priester verpfändeten ihren Seelen dem Blutigen und mit jedem Tropfen Blut, den sie vergossen, mehrten sie ihre magische Kraft. Ihr Blut konnte Wunden heilen, Schwüre besiegeln und den Tod bringen“. Man sieht: Die hohe Riege der Chras-Kirche verfügt über sogenannte „Blutmagie“, womit sie ihre Gläubigen in Schach halten.

Alle andere Magie wird als Ketzerei und schwarze Magie verteufelt, die von der Blutigen Garde verfolgt wird. Leute, die Menschen verraten, die andere Arten von Magie nutzen, werden reich belohnt. Alle schweigenden Mitwisser hingegen werden gevierteilt.

Das Zentrum der Chras-Kirche ist die Tempelstadt. Sie liegt auf dem höchsten Punkt der ringförmig angeordneten Stadt Chor-el-Chras. Der Blutige Palast bildet den Mittelpunkt der Tempelstadt. Vom Goldenen Tor aus führt eine Pilgerstraße in die Tempelstadt hinauf. Es ist Sklaven und Dienstboten untersagt, die Pilgerstraße zu benutzen. Doch Varek als Unbestechlicher darf das.

Die Pilgerstraße ist von Statuen und Symbolen gesäumt, z. B. von brutalen Kriegshelden, Obelisken und Siegessäulen großer Schlachten. Schließlich muss man noch die Sirkh-amal, die „Brücke der Tapferen“ überwinden. Vor der Tempelstadt stehen stierköpfige Statuen mit vor der Brust gekreuzter Geißel und Schwert, den Insignien des Chras. Wachen achten darauf, dass niemand unerlaubt die Tempelstadt betritt. Sie tragen goldene Helme von Form von Stierhäuptern und dunkelrote Kurzmäntel – die Garderobe der Blutigen Garde, der Eliteeinheit der Chras-Kirche.

In der Tempelstadt findet man aber nicht nur den Blutigen Palast, sondern auch „eine riesige Bibliothek, die Privatgemächer der Priester, ein eigenes Badehaus und alle Strukturen, die zur Versorgung der Bewohner notwendig waren.“ Außerdem befindet sich hinter ihren Mauern der zentrale Opferplatz, eine riesengroße Arena. Hier wird am höchsten Feiertag, dem Tag des Erscheinens, ein Stier geopfert und „verurteilte Ketzer vor den Augen der Gläubigen gevierteilt“. Ein Stück weiter befindet sich eine Mauer aus rotem Sandstein – die Ehrenmauer. Darauf sind Wappen, Symbole und Namen in den alten Stein gemeißelt. Varek bleibt vor ihr einen Moment stehen, schneidet sich mit seinem Dolch in den Finger und fährt die Linien des Namens seiner Familie nach.

Man sieht, die Chras-Kirche hat einige Parallelen mit den oben genannten Merkmalen einer Sekte, z. B. den Besitz der einzigen Wahrheit, das Darbringen von Opfern und die Kontrolle untereinander.

Der Ulthai-Kult

Wie schon oben erwähnt, werde ich hier nur oberflächlich darauf eingehen. Der Ulthai-Kult entspricht eigentlich der klassischen Sekte neben der bestehenden Chras-Kirche. Die Gläubigen verehren die Göttin Ulthai und haben eine Priesterin als Anführerin, die sogenannte Sherami, was soviel wie „Mutter“ bedeutet. Wer das ist, musst du selbst nachlesen, das verrate ich an dieser Stelle nicht.

Ulthai wurde als Fruchtbarkeitsgöttin verehrt und als Herrin über Stürme, Unwetter, Dürre und Katastrophen. Um ihren Zorn zu bannen, bringen die Gläubigen ihr Opfer dar, darunter auch Menschenopfer.

Der Ulthai-Kult ist von der Chras-Kirche verboten und all ihre Mitglieder gelten als Ketzer und Verräter. Deshalb treffen die „Kinder Ulthais“ sich heimlich, unter der Stadt, in einer alten Kultstätte.

Der Kult lockt mit seinem gemeinschaftlichen Ziel, auf das ich hier nicht näher eingehen möchte, seine Mitglieder an. Was das ist, musst du selbst nachlesen. Das würde einfach zu viel spoilern.

Auch hier sieht man viele Merkmale einer Sekte erfüllt. Es werden Opfer dargebracht, eine Anführerin leitet den Kult und es entsteht ein „Gemeinschaftsgefühl“, das den Mitgliedern eine gewisse „Geborgenheit“ vorgaukelt.


Das war mein Beitrag zu Sekten in Opfermond. Ich hoffe, ich konnte dir das Buch etwas schmackhaft machen – denn es ist ganz ehrlich ein tolles Buch und gehört zu meinen absoluten Favoriten des Jahres 2017. Bei meinen Top Lesehighlights belegte es Platz vier.

Wie geht es jetzt weiter? Die nächsten Stationen findest du hier:

24. Juli: Von Auftragsmördern und Huren: Analyse der Hauptfiguren | Buchdrache

25. Juli: Lieblingsstellen | Team Buchmagie

26. Juli: Opfermond meets Rollenspiel | Nerds gegen Stephan

27. Juli: Live-Lesung mit Elea Brandt & Gewinnspiel | 18 Uhr via Facebook

Weiterführende Links zum Thema „Sekten“:

https://www.sekten-sachsen.de/checkliste.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Sekte


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8 Kommentare zu “Bloggerwoche zum Opfermond | Sekten in „Opfermond“

    • Ich habe mir auch echt Mühe gegeben :D Dank meines Kindles konnte ich mir alle wichtigen Stellen markieren und dann von Info zu Info hüpfen und mir Stück für Stück eine Zusammenfassung basteln. Freut mich sehr, dass dir mein Ergebnis gefällt. Ich war mir echt unsicher, ob es dem entspricht, was du dir vorstellst. :)

      Liebste Grüße
      Myna

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