Myna fragt … Christina Löw

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Heyho!

Freut mich, dass du bei mir vorbeischaust. Vor ein paar Monaten erschien „Träume voller Schatten“ von Christina Löw. Heute teile ich mit dir ein Interview, das ich vor ein paar Tagen mit ihr geführt habe. Christina Löw02_72dpi

An Ideen mangelt es Christina Löw nie. Schon seit ihrer Kindheit hüpfen unzählige Plotbunnys in ihrem Kopf herum, die sie zu zähmen versucht. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin, verdient sie als Übersetzerin, Lektorin, Korrektorin, Journalistin, Moderatorin, Schreibcoach und Kunstvermittlerin ihre Brötchen. Mit „Träume voller Schatten“ erschien ihr Roman-Debüt im Mai 2018.

Hallo Christina, vielen Dank, dass ich dich interviewen darf.

Hallo Myna, vielen Dank, dass du mich interviewen magst. 😊

Die Märchenspinnerei hat sich ja über das Forum Tintenzirkel entwickelt. Was hat dich davon überzeugt, an diesem Projekt mitschreiben zu wollen?

Mich hat die Idee, Märchen in unsere heutige Welt zu holen, direkt fasziniert. Ich bin mit Märchen aufgewachsen, kannte also eine ganze Menge an Ausgangsmaterial, sodass die Plotbunnies direkt in meinem Kopf herumhüpften … Mit dem Konzept der Märchenspinnerei habe ich mich schreibend direkt heimisch gefühlt.

Wie wurdest du zu deiner Geschichte inspiriert? Und wusstest du von Anfang an, dass du etwas zu „Zwerg Nase“ schreiben wolltest oder kam die Idee erst später?

Die ersten adaptierten Märchen der Märchenspinnerei stammten maßgeblich von den Brüdern Grimm, mit einem Hauch Hans Christian Andersen. Da war für mich klar, dass ich ein neues „Märchen-Fass“ aufmachen wollte, eine etwas unbekanntere Geschichte – zu einem Märchen von Wilhelm Hauff war es also nicht weit.

Dann habe ich mich in seinen Werken umgeschaut, habe in meiner Erinnerung gekramt und überlegt, welche Geschichte ich mir gut als Adaption vorstellen könnte und mit welchen Themen. „Der Zwerg Nase“ war also eher eine systematische Entscheidung, aber eine, die – wie ich finde – einfach wunderbar passte.

Hast du eigentlich ein Lieblingsmärchen? Wenn ja, welches?

Hättest du mich das bloß mal in meiner Kindheit gefragt. :D Da hätte ich dir wahrscheinlich eine ganze Liste runtergerattert. Heute sehe ich viele Geschichten kritischer als damals, was mir aber immer noch sehr gut gefällt, sind Märchen mit starken Frauenfiguren und tierische Begleiter/Unterstützer, wie sie auch in „Der Zwerg Nase“ zu finden sind.

Ich weiß, es ist, wie eine Mutter nach ihrem Lieblingskind zu fragen – aber hast du eine Lieblingsfigur in „Träume voller Schatten“?

Hmm … das ist wirklich eine schwierige Frage. Wenn ich ehrlich bin, hänge ich tatsächlich an den meisten, die wichtig für die Handlung sind – ob das nun Patrick und Melissa oder selbst Tamara bei den Menschen sind oder die Gans bzw. Herr Tick bei den Tieren. Klassische Lieblings-Lieblingsfiguren sind sie vielleicht nicht für alle Leser*innen, aber für mich sind sie auf ihre Weise besonders, gerade durch ihre Ecken und Kanten.

In deinem Roman kommt auch eine psychiatrische Klinik vor. Ich finde es ja wichtig, dass mehr über das Thema psychische Erkrankungen aufgeklärt wird. Wolltest du in diese Richtung eine Botschaft vermitteln? Und wie wichtig findest du es, über solche „Tabuthemen“ zu schreiben?

Ich finde es sehr wichtig, eben solche Themen literarisch aufzugreifen – ein Grund mehr, wieso ich die Idee der Märchenspinnerei toll finde. Meiner Meinung nach sollte es eben nicht „tabu“ sein, wenn man ärztliche/therapeutische Hilfe braucht, ob nun für physische oder psychische Leiden. Wenn mein Buch einen kleinen Anteil leisten kann, diese immer noch in weiten Teilen unserer Gesellschaft vorherrschenden Vorbehalte zu reduzieren, freut mich das auf jeden Fall.

Wenn du deine Hauptfiguren Patrick und Melissa persönlich treffen könntest, was würdest du ihnen sagen wollen?

Das hängt davon ab, zu welchem Zeitpunkt der Geschichte ich die beiden treffen würde. 😉 Ganz allgemein würde ich ihnen sagen, dass sie beide wundervolle Menschen sind, dass in ihnen ein unglaubliches Potenzial steckt und dass sie sich von niemandem ausreden lassen sollen, an sich zu glauben. Aber auch, dass Freundschaft etwas sehr Kostbares ist. Also eigentlich ganz viel von dem, was Melissa (zu weiten Teilen) schon weiß – und Patrick im Verlauf der Geschichte lernt.

Nehmen wir an, ein/e junge/r Autor/in liest dieses Interview und bekäme nun auch Lust darauf, mal eine Märchenadaption zu schreiben. Welche Tipps hast du für ihn/sie?

Da ich jetzt ja auch noch nicht sooo viele Märchenadaptionen geschrieben habe, bin ich natürlich nicht gerade Expertin in dem Thema. Mein Rat wäre aber auf jeden Fall, es einfach mal auszuprobieren! Denn ob es einem liegt, Märchen zu adaptieren und welche Art der Adaption einem besonders liegt, kann man nur durch Versuch herausfinden. Mein Tipp an der Stelle: Am besten als Erstes mit einer Kurzgeschichte starten … die sind vom auch vom Aufwand überschaubar und eignen sich super als Test-Ballon.

Wolltest du als Kind schon Autorin werden oder hat sich dieser Wunsch erst später herauskristallisiert?

Tatsächlich habe ich mir auch schon als Kind Geschichten ausgedacht und fand den Beruf der Autorin sehr faszinierend – allerdings habe ich das in dem Alter noch nicht als festes Ziel gefasst. Bis ich anfing, Geschichten zu schreiben, bei denen ich zum ersten Mal ernsthaft über eine Veröffentlichung nachgedacht habe, hat es seit den ersten Schreibversuchen noch viele Jahre gedauert.

Hast du jetzt Blut geleckt und würdest gerne noch mehr Märchenadaptionen schreiben? Oder möchtest du dich erst wieder deinen anderen Projekten widmen?

Wer sagt denn, dass ich nicht beides tun kann? :-D Im Moment ist das Inhaltliche zwar zu weiten Teilen noch geheim, aber ich kann dir auf jeden Fall verraten, dass bereits mehrere neue Märchenadaptionen in Planung sind. Und derweil schlafen meine sonstigen Schreibprojekte ebenso wenig, eines überarbeite ich gerade, bei einem anderen werde ich das im kommenden Jahr tun.

Was wünschst du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Viele weitere Märchenadaptionen! 😊 Wobei das rein von den Ideen her kein Problem darstellen sollte, davon haben wir eindeutig genug. Ansonsten wünsche ich mir weiterhin ein schönes Miteinander, ein gemeinsames Projekt, das mehr ist als die Summe seiner Teile, weil alle sich gegenseitig unterstützen und zusammen füreinander einstehen.

Vielen Dank, liebe Christina, für das Interview. Ich wünsche dir noch alles Gute für die Zukunft.

Vielen Dank, liebe Myna, für das Interview und die guten Wünsche! Und für die schreibende Zukunft freue ich mich natürlich besonders, wenn du mich und die anderen Märchenspinnerinnen weiterhin als gute Fee begleitest. <3


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2 Kommentare zu “Myna fragt … Christina Löw

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