Myna fragt … Eva-Maria Obermann (Blogtour) + Gewinnspiel

(Unbezahlte Werbung)

Heyho!Eva-Maria Obermann

Gerade läuft ja die Blogtour zu „Tropfen der Ewigkeit“ von Eva-Maria Obermann. Heute ist mein Blog als Station der Blogtour dran und in dessen Rahmen habe ich die Autorin interviewt. :) Am Schluss gibt es ein E-Book zu gewinnen. Mehr dazu findest du unter dem Interview.

Eva-Maria Obermann wurde 1987 am Rande der Pfalz geboren. Sie studierte Literatur- und Medienwissenschaften und promoviert derzeit in Literaturwissenschaft. Sie veröffentlichte bereits mehrere Bücher in Verlagen und im Selfpublishing. „Tropfen der Ewigkeit“ ist ihr erster Roman, der im Steampunk-Milieu stattfindet. Am 24.08.2018 wurde sie zum vierten Mal Mutter.

Hallo Eva-Maria, vielen Dank, dass ich dich interviewen darf. Die Märchenspinnerei hat sich ja über das Forum Tintenzirkel entwickelt. Was hat dich davon überzeugt, an diesem Projekt mitschreiben zu wollen?

Ich liebe Märchen. Wirklich. Ich lese sie immer noch unheimlich gerne und genieße auch Adaptionen. Seit längerem schreibe ich an einem Gedichtzyklus, der Märchen mit anderen Augen betrachtet. Gerade die Motive hinter den Geschichten interessieren mich sehr und die Umsetzung der Stoffe in ganz neue Gefilde. Als ich von der Märchenspinnerei und der Idee dahinter hörte, war ich sofort begeistert und wollte mitmachen. Märchen bestehen aus relativ einfachen Grundkonstrukten, aus denen sich umso tiefere und aufwendige Stränge aufbauen lassen. Das fasziniert mich und juckt mich immer wieder in den Fingern.

Wie wurdest du zu deiner Geschichte inspiriert? Und wusstest du von Anfang an, dass du etwas zu „Rapunzel“ schreiben wolltest oder kam die Idee erst später?

Am Anfang habe ich zwischen Dornröschen und Rapunzel geschwankt. Wer das Buch kennt, wird die Ansätze für das zweite Märchen kennen. Die Faszination des Schlafes und die Möglichkeiten einer Traumwelt fand ich sehr interessant. Letztlich hat es mich mehr zu Rapunzel gezogen, weil das Märchen schon in der grimmschen Vorlage etwas Besonderes ist. Rapunzel ist keine Prinzessin, sondern ein einfaches, eigentlich armes Mädchen. Sie wird nicht etwa geraubt, wie viele denken, sondern regelrecht als Bezahlung benutzt. Im Turm wächst sie isoliert auf, ein naives ewiges Kind. Diese Komponenten haben mich sehr gereizt und auch die Entwicklung von Mädchen zur Frau, die hier schön angelegt werden kann.

Hast du eigentlich ein Lieblingsmärchen? Wenn ja, welches?

Heute ist das schwer zu sagen, weil ich Märchen anders bewerte und auf andere Dinge achte. Als Kind liebte ich Rotkäppchen. Mit drei Jahren konnte ich „unsere“ Version auswendig und habe die Leute berichtigt, wenn sie ein Wort in meinen Augen falsch vorgelesen haben. Meine Lieblingsstelle war „Happs, in den Bauch hinein“. Mit dem Wissen um die Vorlagen und Metaphern geht dieser kindliche Blick einfach verloren. Rotkäppchen, das ja eigentlich eine Geschichte von Vergewaltigung und Brutalität ist, kann ich heute einfach nicht mehr lesen wie damals.

Ich weiß, es ist, wie eine Mutter nach ihrem Lieblingskind zu fragen – aber hast du eine Lieblingsfigur in „Tropfen der Ewigkeit“?

Minna. Sie war meine fixe Komponente und gleichzeitig eine besondere Herausforderung, da sie stumm ist. Ich musste ihre Aussagen nahezu komplett in ihr Handeln und ihre Reaktionen einbinden, was nicht leicht war. Gerade ihre Innensicht ist nur angedeutet, ihre Beziehung zu Valeria kann von ihr selbst nicht kommentiert werden. Gleichzeitig aber finde ich unglaublich wichtig und denke, wer sich ganz darauf einlässt, wird in Minna schnell mehr sehen.

Dein Roman beinhaltet viele Steampunk-Elemente. Wie war es für dich, diese Maschinen zu erfinden? Ist es dir leicht gefallen, dir eine solche Welt zu basteln oder hattest du dabei Schwierigkeiten, zumal das ja deine erste Steampunk-Geschichte war?

Ich habe schon Steampunk-Romane gelesen und mich natürlich in das Genre eingearbeitet. In vielen Fällen erfinde ich ja nichts komplett Neues, sondern greife eher bestehende Elemente auf, wie Aetherflugschiffe oder mechanische Körperteile. Das hat mir eigentlich großen Spaß gemacht, weil es den Blickwinkel erweitert und Raum für neue Ideen macht. Wichtig war eher, alles auf eine stimmige Basis zu bringen. Da Valeria lange in ihrem „Turm“ bleibt, werden die Steampunk-Elemente gerade in der zweiten Hälfte des Romans mehr, das Tempo nimmt zu, die Dynamik ändert sich. So etwas mag nicht jede_r Leser_in.

Wenn du deine Hauptfigur Valeria persönlich treffen könntest, was würdest du ihr sagen wollen?

Kommt ganz darauf an, zu welchem Moment des Romans. Natürlich gab es Stellen, an denen ich sie selbst am liebsten geschüttelt hätte, in den Arm genommen oder ihr die Hand gereicht. Valeria macht unglaublich viele Entwicklungen durch, verliert sich vollkommen und steht vor ihrer zerbrochenen Identität, ehe sie die ersten eigenen Schritte macht. Menschlich würde ich an vielen Stellen eingreifen und helfen wollen. Als Autorin weiß ich aber, dass diese Momente am Boden für den Verlauf der Handlung und Valerias Fortschritte elementar sind. Sie muss fallen, um aufstehen zu können. Vielleicht würde ich darum gar nichts sagen wollen, sondern nur da sein, damit sie weiß, dass sie trotz allem nicht alleine ist.

Nehmen wir an, ein/e junge/r Autor/in liest dieses Interview und bekäme nun auch Lust darauf, mal eine Märchenadaption zu schreiben. Welche Tipps hast du für ihn/sie?

Zunächst einmal sich das Originalmärchen genau anschauen. Nicht nur die grimmsche Vorlage oder ein, zwei Adaptionen, sondern wirklich bis auf die ersten Verschriftlichungen. Rapunzel beispielsweise kommt von einer italienischen Erzählung, Petrosinella. Kein Wunder also, dass ich Valeria aus Italien kommen lasse und auch ihr Name auf „Rapunzel“ anspielt. Oft verbirgt sich in den ersten Texten auch noch der ein oder andere Hinweis, der später gestrichen wurde, oder eine Stelle ist einfach anders formuliert, sodass neue Assoziationen geweckt werden. Wenn es eine Vorlage gibt, ist außerdem das konstante Festhalten an einem Plot einfacher, das Grundgerüst besteht schon. Ich setzte mir dann eigene Wegmarken und überlege, was ich wie ändern will.

Wolltest du als Kind schon Autorin werden oder hat sich dieser Wunsch erst später herauskristallisiert?

Ich wollte tatsächlich schon relativ früh auch Geschichten schreiben, konnte aber diesen „Beruf“ lange nicht fassen. Im Grunde habe ich wirklich entdecken müssen, dass es Menschen gibt, die Bücher schreiben, dass ich das auch machen kann.

Hast du jetzt Blut geleckt und würdest gerne noch mehr Märchenadaptionen schreiben? Oder möchtest du dich erst wieder deinen anderen Projekten widmen?

Ich würde sehr gerne noch mehr Märchenadaptionen schreiben. Das Feld ist so weit und es gibt so viele unterschiedliche Märchen, die einen zweiten Anstrich verdient haben. Gleichzeitig aber darf ich mein aktuelles Hauptprojekt, meine Dissertation, nicht aus den Augen lassen. Also abwarten 😉

Was wünschst du dir für die Zukunft der Märchenspinnerei?

Wir haben Einiges an Überraschungen in Vorbereitungen. Neue Romane, neue Projekte, auch die ein oder andere Kooperation. Die Märchenspinnerei hat es geschafft, unabhängig und mit einer eigenen Idee nicht nur einen grandiosen Start hinzulegen, sondern die Möglichkeiten weiter auszuschöpfen und immer wieder zu erweitern. Ich hoffe, dass diese Arbeitsgemeinschaft noch lange bestehen bleibt und bin selbst gespannt auf alles, was die Zukunft für uns bereit hält.

Vielen Dank, liebe Eva-Maria, für das Interview. Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft.

blogtour tropfen der ewigkeit

Unter allen, die diesen Beitrag kommentieren, verlosen wir bis zum 9. September 2018 um 23:59 Uhr ein E-Book von „Tropfen der Ewigkeit“. Also lass uns wissen, wie dir das Interview gefallen und ob dich das Buch neugierig gemacht hat. Bitte nenne auch das gewünschte Format (epub der mobi) für das E-Book.

Folgende Regeln sind zu beachten:

  • Weder WordPress, noch Facebook, Twitter oder sonst eine Seite hat mit dem Gewinnspiel zu tun.
  • Teilnahme ab 18 Jahren (Minderjährige nur mit Einwilligung der Eltern)
  • Gewinn kann nicht ausgezahlt werden.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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2 Kommentare zu “Myna fragt … Eva-Maria Obermann (Blogtour) + Gewinnspiel

  1. Meine Lieben, wieder ein sehr spannendes und interessantes Interview! Vielen Dank! Wie Eva-Maria Obermann mittlerweile weiß, lecke ich mir schon leger die Finger nach ihrem Buch, auch die letzte Blogtour war so spannend! Daher würde ich mich riesig über das Buch freuen!
    Lieben Dank sagt Sabrina

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