Mit Wordcount zur Schreibroutine? | Gastartikel

Von Tanja Hanika

Wenn es um den NaNoWriMo geht, scheiden sich oft die Geister. Im National Novel Writing Month geht es darum, ein Romanprojekt von mindestens 50 000 Wörtern innerhalb eines einzigen Monats, des Novembers, zu schreiben.

Viele Stimmen sind skeptisch und meinen, dass man unter solchem Zeitdruck keine qualitativ hochwertige Geschichte zu Papier bringen kann. Es gibt aber auch eingefleischte NaNo-Fans, die überzeugt sind, lediglich im November richtig produktiv sein zu können.

In diesem Artikel sollen nicht Pro- und Contra-Argumente zum NaNo abgewogen werden. Ich möchte vielmehr aufzeigen, was jedeR AutorIn vom NaNo lernen kann, wenn er/sie das möchte. Auch ohne daran teilzunehmen.

Beitragsbild Mimi

Schreibmotivation

Das erste Wort, das mit dem NaNo in Verbindung gebracht wird, ist der Wordcount. Damit bezeichnet wird die Anzahl der in einem bestimmten Zeitraum geschriebenen Wörter. Im NaNo geht es meist vorrangig um die Tageswortzahl. Aber das Wichtigste: Um bei dieser Aktion erfolgreich zu sein, ist es ratsam, tatsächlich jeden Tag zu schreiben.

Und genau das kann sich jeder Autor für seinen Alltag abschauen: Die Motivation zustande zu bringen, sich zumindest jeden Tag ans Manuskript zu setzen oder sich anderweitig darum zu kümmern.

Obwohl ich selbst keine Verfechterin der Regel »Schreib jeden Tag!« bin, geht es mir um die Motivation, zumindest die Zeit für das Projekt zu nutzen, die man tatsächlich hat. Ohne Ausreden oder Aufschieberei. Und wenn dann ein Tag dennoch ausfallen muss, ist das nicht schlimm.

Wordcountmodelle

Falls der Schreibdrang selbst nicht groß genug ist, gibt es einige Wordcountmodelle, die man nutzen kann, um sich zu motivieren:

1. Es jeden Tag anpacken. Oder es zumindest versuchen.

Wenn Druck den Schreiber hemmt, dann ist kann er sich schon als erfolgreich ansehen, wenn er die Datei geöffnet und das Gehirn bemüht hat. An sich wird kein genaues Ziel formuliert, lediglich der Versuch genügt.

2. Der eigentliche Wordcount.

Andere Schreiberlinge setzen sich Tagesziele nach tatsächlichen Wortzahlen, die geschrieben werden sollen. Das Soll beträgt vielleicht 200, 500 ,1000 Wörter oder mehr. Es gilt, einen positiven Druck aufzubauen, der nicht nur motiviert und inspiriert, sondern auch eine Schreibblockade fernhält.

3. Festgelegte Schreibzeit.

Eine weitere Möglichkeit ist es, sich eine bestimmte Zeit/Dauer festzulegen und zu schauen, wie viele Wörter man derweil geschrieben hat. Von Tag zu Tag kann man so versuchen, sich selbst zu übertrumpfen. Aber man hat, abgesehen von der Zeit selbst, kein festes Soll an Wörtern, das geschrieben werden muss.

4. Abarbeiten von Plotpunkten.

Wer vorher plottet, kann sich auch vornehmen eine bestimmte Anzahl von Plotpunkten zu einem Text auszuformulieren. Dabei den Wordcount im Auge zu behalten, wäre allerdings nur ein zusätzliches Extra.

Solche Ziele können sich nicht nur für das Schreiben, sondern auch für Korrekturdurchgänge gesetzt werden: Planbar wäre beispielsweise, jeden Tag eine bestimmte Textlänge (wie beispielsweise ein Kapitel oder fünf Manuskriptseiten) zu überarbeiten.

Fazit

Ich finde, wenn das Leben über einen hereinbricht, muss man sich auch eine kurze Auszeit eingestehen dürfen. Ich liebe das Autorenleben und habe keine Probleme damit, mich zu motivieren, an meinen Projekten zu arbeiten, wenn ich irgendwie Zeit dafür habe. Wenn es aber gerade chaotisch läuft, muss man sich die (benötigte) Auszeit auch gönnen dürfen, sofern nicht gerade eine Deadline wartet.

Solange man selbst zufrieden ist und es das Schreibprojekt voranbringt, ist jedes Ziel, das man sich selbst setzt, sinnvoll. Damit kein Frust aufkommt, setzt man sich am besten erreichbare Ziele, die man gegebenenfalls nach und nach erhöhen kann.

Selbst falls die Wordcount-Modelle nicht für jeden Schreiber tauglich erscheinen, das intensive Auseinandersetzen mit der Schreibzeit, die man wirklich hat, bringt Routine und Motivation in den Schreiballtag.


Über die Autorin

Autorin Tanja Hanika (1)

Foto: D. Pfingstmann

Tanja Hanika ist Autorin von Horror- und Schauerromanen und Verfasserin vom »Arbeitsbuch für Schriftsteller«. Geboren wurde sie 1988 in Speyer, studierte in Trier Germanistik und zog anschließend in die schaurig-schöne Eifel, wo sie mit Mann, Sohn und Katze lebt. Seit sie mit acht Jahren eine »Dracula«-Ausgabe für Kinder in die Hände bekam, schreibt und liebt sie Gruselgeschichten.

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