#Depribattle Reloaded | Woche #1

Heute geht also der erste #Depribattle-Beitrag der Reloaded-Version online. Mehr Infos zum Ablauf findest du hier.

Das #Depribattle basiert auf einer Idee von der lieben Thekla von Wintermohn.

Der Beitrag umfasst den Zeitraum vom 14. bis 20. Januar 2019. Er ist wie eine Art Tagebuch aufgebaut und zeigt euch in regelmäßigen Updates, wie es mir gerade geht und wie ich im Kampf gegen meine psychischen Probleme vorankomme.

Achtung! Triggergefahr!

In diesen Beiträgen schreibe ich ziemlich hoffen und ehrlich über meinen Alltag. Es könnte passieren, dass ich Depression, Angstzustände, SVV oder ähnliche Symptome bei Menschen triggere, die dafür anfällig sind. Falls du zu solch einer Risikogruppe gehörst, rate ich dir davon ab, weiterzulesen.

#depribattle (2)

Montag, 14. Januar 2019, 20:18 Uhr

Phew, was für ein Tag. Ich hatte ja bereits gestern getwittert, dass ich mal wieder viel zu viel futtere.

tweet depression futtern

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, auf mein morgendliches Wiegen daher zu verzichten. Doch ich habe es doch gemacht – und einen Schock bekommen. Ich habe seit meinem Geburtstag im Oktober fast 8 kg zugenommen. Das darf einfach nicht sein. Sofort überfiel mich wieder die Depression und ich ging erst mal zurück ins Bett. Dort habe ich mich vergraben und wollte von der Welt nichts mehr mitbekommen. Draußen regnete es und das passte ideal zu meiner Stimmung.

Ich hatte mir vorgenommen, heute zum Hausarzt (ein Rezept abholen) und zur Apotheke zu gehen, doch bei dem Regenwetter wollte ich nicht raus und so war es mir eine willkommene Ausrede, um die Sache auf morgen zu verschieben. Doch das Wetter schlug mir ein Schnippchen! Gegen 16:00 Uhr verebbte der Regen und die Sonne kam raus. Also habe ich schnell noch was gegessen (ich gehe nicht gerne mit nüchternem Magen aus dem Haus, da da die Gefahr, unterwegs ohnmächtig zu werden, größer ist) und mich dann überwunden, doch nach draußen zu gehen und die erwähnten Dinge zu erledigen.

Das hat auch soweit ganz gut geklappt – und ich habe mich zumindest ein bisschen bewegt. Ich bin schnellen Schrittes gelaufen, also kann man das vielleicht schon als Walking werten? Ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich stolz auf mich, dass ich das geschafft habe, aber gleichzeitig fühle ich mich immer noch niedergeschlagen.

Mein fetter Körper macht mich fix und fertig. Ich will nicht mehr dick sein. Ich will wieder so schlank sein wie früher. Ich war mal so hübsch und jetzt sehe ich aus wie der Glöckner von Notre-Dame in weiblich. :(

Ich fühle mich heute wirklich scheiße und total unnütz. Hoffen wir, dass es morgen wieder besser ist …

Trotzdem gebe ich der Disziplin (wegen des Rausgehens) den heutigen Punkt. Es steht also 1:0 für die Disziplin.

Dienstag, 15. Januar 2019, 18:25 Uhr

Heute geht es mir wieder etwas besser. Ich war schon ein bisschen fleißig und habe mich um meinen Blog gekümmert. Demnächst werden wieder mehr Beiträge zum Thema Mental Health online gehen. Ich bin schon auf die Reaktionen gespannt und freue mich darauf, meine „Psychoartikel“ mit dir zu teilen.

Ansonsten geht es mir – abgesehen von den Rückenschmerzen aus der Hölle – relativ gut. Ich bin froh, dass ich das mit der Apotheke bereits gestern erledigt habe. So konnte ich heute meine Kreativität ganz in Blogartikel stecken.

Donnerstag, 17. Januar 2019, 15:00 Uhr

Sorry, dass ich gestern kein Update geschrieben habe. Da hab ich den ganzen Tag verschlafen. Lediglich in den späten Abendstunden habe ich noch ein bisschen geschrieben (ca. 1.700 Wörter) und ein paar Kapitel von „Das Joshua Profil“ von Sebastian Fitzek gelesen.

Da ich aber sonst nur gepennt habe und das sogar, obwohl draußen endlich mal wieder die Sonne geschienen hat, vergebe ich an diesem Tag meinen Punkt an die Depression. Da war gestern einfach nicht viel Disziplin vorhanden.

Während ich diese Zeilen schreibe, kommt ebenfalls wieder die Sonne hinter den Wolken hervor. Dabei fühle ich mich völlig müde, antriebslos und niedergeschlagen. Und dem kann auch das Sonnenlicht nicht entgegenwirken. Am liebsten würde ich sofort wieder ins Bett gehen und mir die Decke über den Kopf ziehen.

Die Welt macht mir Angst. Alles macht mir Angst. Ich bin einfach noch nicht bereit dazu, erwachsen zu sein. Ich fühle mich noch wie ein Kind, hilflos und ängstlich. Dabei werde ich dieses Jahr dreißig. Ich sollte mich also schon ziemlich erwachsen fühlen. Aber man wird ja nicht gefragt, ob man bereit für das Erwachsenenleben ist. Man wird einfach ins kalte Wasser geworfen, nach dem Motto: „So, jetzt schwimm mal.“

Auf der anderen Seite bin ich froh, kein Kind mehr zu sein. Ich kann in meiner eigenen Wohnung leben, kann tun und lassen was ich will. Als Kind wird dir immer vorgeschrieben, was du zu tun hast. Okay, nicht immer, aber immer wieder. Du musst zur Schule gehen, Hausaufgaben machen, um neun ins Bett gehen, usw. Heute kann ich selbst entscheiden, wie ich mein Leben gestalte und das ist auch gut so. Okay, natürlich muss ich mich dabei nach meiner Krankheit richten, die mich doch an manchen Stellen ziemlich einschränkt.

Du siehst schon, ich bin hin- und hergerissen was ich eigentlich will und wie ich mich fühle. Ich weiß nur: Ich habe Angst vor dem Leben.

… und ich will wieder zurück ins Bett.

Samstag, 19. Januar 2019, 15:51 Uhr

Mir geht’s gar nicht gut. Ich habe die letzten zwei Tage wieder zugenommen und fühle mich einfach nur fett und nicht liebenswert. Ich würde am liebsten … nein, das kann ich hier nicht sagen. Ich will keinen triggern, der das trotz Triggerwarnung liest.

Ich kann einfach langsam nicht mehr und ich will auch nicht mehr. Immer der gleiche Scheiß. Ich will mich in meinem Bett verstecken und nie wieder rauskommen.

Gestern habe ich viel an meinem Manuskript gewerkelt, aber richtig zufrieden war ich nicht. Am liebsten würde ich alles löschen und nochmal von vorn beginnen – nur dass es dann vermutlich auch nicht besser wird. Außerdem würde das bedeuten, dass die ganze bisherige Mühe umsonst war. :(

Ich habe Gedanken an Selbstverletzung und Suizid. In letzter Zeit kommen sie immer häufiger. Ich habe nur nicht die Kraft, es auch auszuführen. Und irgendwie hänge ich ja doch am Leben …

Dem gestrigen Tag gebe ich einen Punkt der Diszplin, weil ich trotz allem an meinem Manuskript gearbeitet habe. Somit steht es 3:2 für die Disziplin (heute noch nicht mitgerechnet).

Sonntag, 20. Januar 2019, 15:48 Uhr

Heute geht es mir so lala. Ich habe von gestern auf heute wieder etwas abgenommen, was mich motiviert hat, dranzubleiben. Trotzdem bin ich müde und habe keine Lust auf den Tag. Habe vorhin schon gebloggt, aber da musste ich mich echt zusammenreißen. Ich glaube, ich werde mich jetzt gleich wieder ins Bett kuscheln und ein bisschen lesen.

Außerdem sollte ich mal was essen, hab ich den ganzen Tag noch nicht und so langsam kriege ich Hunger.

Die Depression ist da und die Angst auch, aber ich kann sie heute gut aushalten. Gestern war es schlimmer. Trotzdem habe ich geschrieben, gelesen und sogar die Nachrichten im Fernsehen angeschaut. Alles Dinge, die Kraft brauchen. Und ich hab sie geschafft. Juhu!

Daher gebe ich dem gestrigen Tag einen Punkt für die Disziplin. Es ging mir zwar sehr schlecht, aber ich habe mich trotzdem beschäftigt und nicht nur geschlafen oder so. Somit steht es 4:2 für die Disziplin.

Wochenfazit

Diese Woche war nicht besonders gut. Mir ging es oftmals sehr schlecht, ich kam kaum aus dem Bett, hing nur rum und war kaum produktiv – von den abendlichen Schreibsessions mal abgesehen. Erst nachts wurde ich ein bisschen aktiver. Ich hoffe trotzdem, dass die kommende Woche besser wird.

Das Endergebnis ist 4:3 für die Disziplin.  Mir ging’s zwar sieben Tage schlecht, doch an vier konnte ich mich trotzdem irgendwie aufraffen, etwas zu tun.


Achtung!

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2 Kommentare zu “#Depribattle Reloaded | Woche #1

  1. Eigentlich verbietet es sich, bei diesem Beitrag auf „Like“ zu klicken, ich habe es aber trotzdem getan und zwar für die Ehrlichkeit, Offenheit und auch die Disziplin, mit der Du den Depri-Battle betreibst. Ich hoffe, dass es Dir baldmöglichst wieder besser geht!

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