#Depribattle Reloaded | Woche #2

Und schon geht die zweite Woche des #Depribattles online. Mehr Infos zum Ablauf findest du hier.

Das #Depribattle basiert auf einer Idee von der lieben Thekla von Wintermohn.

Der Beitrag umfasst den Zeitraum vom 21. bis 27. Januar 2019. Er ist wie eine Art Tagebuch aufgebaut und zeigt euch in regelmäßigen Updates, wie es mir gerade geht und wie ich im Kampf gegen meine psychischen Probleme vorankomme.

Achtung! Triggergefahr!

In diesen Beiträgen schreibe ich ziemlich hoffen und ehrlich über meinen Alltag. Es könnte passieren, dass ich Depression, Angstzustände, SVV oder ähnliche Symptome bei Menschen triggere, die dafür anfällig sind. Falls du zu solch einer Risikogruppe gehörst, rate ich dir davon ab, weiterzulesen.

#depribattle (2)

Montag, 21. Januar 2019, 23:09 Uhr

Der heutige Tag war nicht so gut. Ich bin viel im Bett rumgelegen, habe vor mich hingeträumt und mir Horrorszenarien in meinem Kopf gestellt. Ich weiß nicht warum, aber in letzter Zeit komme ich immer wieder auf so ganz schreckliche Gedanken. Ich weiß gar nicht, woher diese schlimmen Tagträume herkommen. Sie machen mir Angst und ich will sie nicht mehr. Sollte mir lieber mal so ein Tagtraum zu meinen Geschichten kommen. Da könnte ich etwas Grauen durchaus gebrauchen. Aber diese Gedanken drehen sich meist um meine Lieben oder mich selbst. Und ich will nicht daran denken, dass uns etwas zustoßen könnte.

Muss unbedingt mal mit meinem Psychiater darüber sprechen. Mir macht das echt Angst. Gut, dass ich am Freitag wieder einen Termin bei ihm habe.

Heute morgen habe ich den Blutmond beobachtet. Beinahe hätte ich ihn verschlafen, aber dann habe ich ihn doch noch gerade so erwischt und ein paar Fotos gemacht. Das war schön. Es war so eine ganz besondere Atmosphäre – das lässt sich gar nicht beschreiben. Einfach sehr inspirierend und faszinierend.

Da ich heute noch ein bisschen sauber gemacht habe (bekomme morgen Besuch), gibt’s trotz allem einen Punkt für die Diziplin.

Mittwoch, 23. Januar 2019, 00:41 Uhr

Es ist nach Mitternacht und irgendwie bin ich gestern gar nicht mehr dazugekommen, einen Eintrag zu schreiben, da ich Besuch hatte und danach noch mit anderen Dingen beschäftigt war. Aber mir ging’s am Dienstag richtig gut. Meine Depression konnte ich unterdrücken und mich ablenken. Das hat gut getan.

Nur leider habe ich im Asia Restaurant eine Panikattacke bekommen, als ich auf mein Essen gewartet habe. Ich hatte an dem Tag nämlich noch nichts gegessen und auf nüchternen Magen bekomme ich gerne mal Panikattacken. Ich bin einfach zu spät aufgestanden, um noch zu frühstücken und dachte, das sei nicht nötig, da es ohnehin bald Mittagessen geben würde.

Ich habe die Attacke aber gut überstanden und danach war der Tag wieder richtig schön. Da ich heute weder sinnlos im Bett rumgelegen habe noch sonst irgendwie typisch depressiv gehandelt habe, gibt’s noch einen Punkt für die Disziplin, somit steht es 2:0. Die Depression kann einpacken …

Donnerstag, 24. Januar 2019, 17:12 Uhr

Heute vor einem Monat war Heiligabend. Ich kann es noch gar nicht fassen, dass die Zeit wieder so schnell fortgeschritten ist. Und was habe ich so lange gemacht? Genau: Geschlafen. Die meiste Zeit habe ich verpennt. Heute bin auch erst wieder gegen 15:30 Uhr aufgestanden. Gestern sogar noch eine Stunde später.

Ich bin so müde, dass ich auf der Stelle einschlafen könnte. Es ist ein wahrer Kampf, aus dem Bett draußen zu bleiben. Ich glaube, ich bin irgendwann zwischen zwei und drei Uhr nachts eingeschlafen.

Meine Sorge ist, dass ich morgen den Psychiater verschlafen könnte. Da habe ich nämlich vormittags einen Termin. Außerdem habe ich furchtbare Angst davor, wieder mit dem Bus zu fahren. Überall Leute und Leute sind gefährlich. Zumindest denkt das mein Kopf. Irgendwo tief in mir drin weiß ich, dass das Schwachsinn ist, aber mein Kopf sagt mir immerzu, dass es draußen sehr gefährlich ist und mir was Schlimmes passieren könnte.

Naja, irgendwie werde ich das schon hinkriegen. Der gestrige Punkt geht übrigens an die Depression. Somit steht es 2:1 für die Diziplin.

23:08 Uhr

Natürlich  bin ich nach dem Eintrag oben wieder ins Bett gegangen – und prompt eingeschlafen. Wäre schön, wenn ich heute Nacht auch so gut schlafen könnte, damit ich morgen fit bin, wenn’s zum Psychiater geht.

Der Punkt für heute geht eindeutig an die Depression, denn besonders viel Disziplin habe ich heute nicht an den Tag gelegt. Es steht also 2:2.

Freitag, 25. Januar 2019, 17:21 Uhr

Heute Vormittag war ich bei meinem Psychiater. Ich hatte große Angst davor, das Haus zu verlassen und in den Bus zu steigen, doch es hat alles gut geklappt. Auch im Wartezimmer hatte ich ständig das Gefühl, aus Glas zu sein und dass andere Leute meine Gedanken und Emotionen sehen können. So geht es mir, wenn ich psychotisch bin und mein Psychiater hat schließlich bestätigt, dass das psychotische Symptome sind und hat ein Medikament erhöht. Mal schauen, ob es damit besser wird.

Leider hat es mir nach dem Arzt nicht mehr in die Apotheke gereicht (ich habe ca. 45 Minuten im Wartezimmer verbracht), deshalb musste ich am Nachmittag nochmal los in den Ortskern und meine Medikamente holen/bestellen. Eines habe ich gleich bekommen, die anderen kann ich nächste Woche abholen.

Momentan fühle ich mich, als würde ich gleich auseinanderfallen. Noch so eine Ich-Störung. Die Angst hat mich auch fest im Griff. Dabei ist die nächsten Tage nichts los, keine Termine, gar nichts. Also könnte ich mich eigentlich entspannen. Nur das will nicht in meinen Kopf. Man hat einfach nichts zu Lachen, wenn die Seele krank ist.

Samstag, 26. Januar 2019, 22:23 Uhr

Aufstehen? Nein, danke. Unter dieses Motto könnte man diesen Tag stellen. Ich habe fast den ganzen Tag verpennt und mich der Realität entzogen. Lediglich in den Abendstunden habe noch die Nachrichten angesehen und dann die Dokumentation meiner Schwester fertig korrigiert und damit angefangen, die Bachelorarbeit meines Freundes durchzusehen. Ich sollte Geld für meine Korrekturarbeiten verlangen, da würde ich noch reich werden. :D Nein, Scherz. Ich mache es ja gerne, denn es bedeutet auch für mich, dass meine Lieben mir zutrauen, dass ich das richtig mache.

Dadurch, dass ich die Dokumentation meiner Schwester durchgelesen habe, habe ich auch einen Einblick in ihren Berufsalltag bekommen. Sie kümmert sich u. a. um Behinderte und ich finde das sehr stark und habe großen Respekt davor. Ich könnte das nicht. Ich kann generell nicht sonderlich gut mit Menschen. Ich kann ja nicht mal sonderlich gut mit mir selbst. :P Aber meine Schwester macht das mit so einer Hingabe, dass ich ihr einfach nur Bewunderung dafür entgegenbringen kann.

Sie ist ein wunderbarer Mensch. So, das musste jetzt einfach mal gesagt werden. ;-)

Ich selbst bin eine totale Loserin im Vergleich zu ihr. Auch wenn ich Träume habe, schaffe ich es einfach nicht, sie anzupacken. Ich könnte z. B. als Autorin schon viel mehr geschafft haben, wenn ich mich einfach täglich an die Arbeit machen würde. Aber stattdessen verpenne ich den ganzen Tag und hänge lethargisch herum. Echt super, Myna. Weiter so! Nicht!

Die Depression bekommt noch einen Punkt von mir, so steht es 3:3 zwischen Depression und Disziplin. Morgen entscheidet, wer die Woche gewinnt.

Sonntag, 27. Januar 2019, 23:35 Uhr

Es ist bald Mitternacht, doch davor wollte ich nochmal melden. Heute war ein blöder Tag. Mein Lieblingsmensch ist gerade völlig neben der Spur. Er keift mich an, obwohl ich ihm überhaupt nichts getan habe und schimpft über Menschen, die mir wichtig sind. Das macht mich total fertig. Aber ich versuche jetzt einfach mal den Kontakt so gut es geht zu meiden.

Ansonsten habe ich mich heute den ganzen Tag auf das Schreibabenteuer der Schreibnacht gefreut. Ich dachte, dass ich dann mal wieder ein großes Stück bei meinem Roman weiterkommen würde – Pustekuchen! Ich hab den Start verschlafen und als ich schließlich aufgewacht bin, war ich zu müde, um noch einzusteigen. Das ging ja mal wieder schön nach hinten los.

Ich hoffe jetzt einfach, dass bald wieder ein Schreibabenteuer stattfindet, bei dem ich diesmal auch wirklich mitmache. Ich hasse diese blöde Müdigkeit und Lethargie. Mein Psychiater hat ja die Medikamentendosis erhöht. Vielleicht bin ich auch deshalb so schlapp. Keine Ahnung. :(

Der Punkt geht jedenfalls an die Depression und so steht es diese Woche:

Disziplin 3:4 Depression

Wochenfazit

Diese Woche war fast noch schlimmer als die letzte. Jedenfalls hat die Depression diesmal gewonnen. Ich war einfach sehr lethargisch und depressiv. Auch meine psychotischen Symptome wurden wieder stärker. Ich weiß nicht, ob das an der Jahreszeit liegt (im Januar hatte ich schon öfter mal ne Krise) oder ob es andere Gründe hat (z. B. mein Übergewicht). Wahrscheinlich kommen mehrere Faktoren zusammen.

Ich hoffe, die nächste Woche wird besser. Bin im Moment ein bisschen frustriert, aber das wird schon wieder irgendwann …


Achtung!

Beim Senden eines Kommentars werden Daten (Name, E-Mail, Website, IP-Adresse) gesammelt. Mit dem Abschicken deines Kommentars erklärst du dich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.

Werbeanzeigen