#Depribattle Reloaded | Woche #3

Und schon geht die dritte Woche des #Depribattles online. Mehr Infos zum Ablauf findest du hier.

Das #Depribattle basiert auf einer Idee von der lieben Thekla von Wintermohn.

Der Beitrag umfasst den Zeitraum vom 28. Januar bis 3. Feburar 2019. Er ist wie eine Art Tagebuch aufgebaut und zeigt dir in regelmäßigen Updates, wie es mir gerade geht und wie ich im Kampf gegen meine psychischen Probleme vorankomme.

Achtung! Triggergefahr!

In diesen Beiträgen schreibe ich ziemlich hoffen und ehrlich über meinen Alltag. Es könnte passieren, dass ich Depression, Angstzustände, SVV oder ähnliche Symptome bei Menschen triggere, die dafür anfällig sind. Falls du zu solch einer Risikogruppe gehörst, rate ich dir davon ab, weiterzulesen.

#depribattle (2)

Montag, 28. Januar 2019, 23:37 Uhr

Heute war ganz okay. Ich habe zwar nicht sonderlich viel gemacht, aber ich hab auch nicht den ganzen Tag verschlafen. Zumindest habe ich ein bisschen am meinem Schreibprojekt gewerkelt, die Bachelorarbeit meines Lieblingsmenschen weiter korrigiert und die Abholtermine für den Gelben Sack in meinen Kalender eingetragen. Ja, auch solche Kleinigkeiten kosten meist schon eine Menge Kraft und Energie und ich bin stolz, dass ich sie geschafft habe.

Außerdem hat sich für Freitag Besuch angekündigt und darauf freue ich mich auch schon sehr. Meine Eltern wollen mal wieder kommen und das wird sicher wieder schön. Besuch tut mir immer gut und lenkt mich von einen psychischen Problemen etwas ab. Aber gleichzeitig ist es auch Stress für mich, der meine Symptome manchmal noch ein  bisschen schlimmer macht. Vor allem kurz davor.

Übrigens läuft es mit dem Abnehmen gerade richtig gut. Ich hoffe, es klappt weiterhin so toll und ich habe genügend Disziplin, um die Abnehmerei durchzuhalten.

Der heutige Punkt geht jedenfalls an die Disziplin. Somit steht es 1:0.

Mittwoch, 30. Januar 2019, 00:39 Uhr

Gestern war ein guter Tag. Ich habe an meinem #ProjektBlutsauger geschrieben, habe die Bachelorarbeit des Lieblingsmenschen fertigkorrigiert und – und das freut mich am meisten – habe die letzte Einsendeaufgabe für mein Fernstudium erledigt und eingesandt.

Nach ganzen 20 Monaten (hätte es eigentlich in 12 Monaten schaffen müssen, aber pssst) habe ich es endlich abgeschlossen und jetzt muss ich nur noch auf das Zertifikat warten. Ich freue mich so total, dass ich mich jetzt endlich Social Media Managerin schimpfen kann. Und einen ersten „Job“ habe ich auch schon in Aussicht. Natürlich geht’s jetzt erst mal ums Erfahrung sammeln und weniger ums Geldverdienen. Ich arbeite nämlich zunächst mal ehrenamtlich.

Aber ich freue mich schon so auf die Zukunft und habe das Gefühl, dass irgendwie doch alles gut wird. Ich hoffe es zumindest …

22:44 Uhr

Vorhin, als ich meine Tabletten genommen habe, ist mir eingefallen, dass ich diese Woche ja eigentlich zur Apotheke wollte, um meine Medikamente abzuholen. Ich hatte das völlig vergessen.

Ich werde das am Freitag nachholen, denn da kommen meine Eltern und dann muss ich nicht alleine zur Apotheke gehen. Ja, ich weiß, ich vermeide wieder und das ist nicht gut. Aber meine Angst ist gerade besonders schlimm, vor allem seitdem ich neulich wieder mit Panikattacken zu kämpfen hatte.

Ich hoffe jetzt einfach, dass das am Freitag klappt und ich meine Medizin dann bekomme. Nicht zu glauben, dass schon bald wieder Februar ist. Und mein Leben ist noch immer totales Chaos …

Der heutige Tag war aber ganz okay. Ich würde sagen: Punkt geht an die Disziplin. Somit steht es 3:0.

Donnerstag, 31. Januar 2019, 21:11 Uhr

Schlafen, schlafen und nochmals schlafen. So könnte man den heutigen Tag beschreiben. Ich hab mal wieder überhaupt nichts auf die Reihe bekommen und dafür schäme ich mich sehr. Dabei hätte ich noch aufräumen sollen, weil meine Eltern doch morgen kommen. Aber das schiebe ich noch immer vor mir her. *hust*

Ich bin gerade ein bisschen traurig, weil ein Anthologie-Projekt, bei dem ich mitgemacht habe, jetzt doch abgeblasen wurde. Soll heißen, die Anthologie wird nicht herausgebracht. Somit gibt es auch keine Veröffentlichung meiner Geschichte.

Letzte Nacht habe ich geträumt, ich hätte eine Weihnachtsanthologie geplant. Bin dann aufgewacht und mir war sofort klar, dass ich die schöne Vorfreude, die ich im Traum hatte, wohl nie erleben werde. Einfach, weil ich es wohl nie schaffen werde, meine Geschichten zu veröffentlichen. Zumindest ist das mein Gefühl. Ich habe zu große Angst vor Ablehnung und Kritik. Und ich weiß auch, dass ich keine besonders gute Autorin bin. Sorry, dass ich mich so pessimistisch ausdrücke, aber das fühle ich im Moment einfach so.

Heute bekommt die Depression den Punkt, also steht es 3:1 für die Disziplin.

Freitag, 1. Februar 2019, 23:21 Uhr

Wie ich schon angekündigt habe, kamen heute meine Eltern vorbei und ich hatte eine schöne Zeit mit ihnen. Wir waren beim Asiaten essen und haben danach noch einen schönen Spaziergang gemacht, u. a. an der Apotheke vorbei, wo ich endlich meine Tabletten abgeholt habe.

Ich habe den Tag heute sehr genossen. Es war einfach mal etwas anderes, als der übliche Alltagstrott. Und irgendwie war ich durch den Besuch meiner Eltern viel motivierter, auch als sie gegangen sind. Ich weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht, weil ich abgelenkt wurde und mal die freie Zeit genießen konnte.

Jetzt im Moment fühle ich mich wieder etwas komisch. Fast so, als würde ich auseinanderfallen. Mir entgleitet gerade jede Chance, meine Geschichten zu veröffentlichen. Ich will aber nicht aufgeben. Einfach, weil ich gar nicht aufgeben kann.

Ich habe den Drang in mir, Geschichten zu erzählen. Den hatte ich schon als Kind und jetzt als Erwachsener ist er noch immer nicht verschwunden. Schreiben ist meine Leidenschaft, auch wenn ich nicht so gut bin, wie andere in meinem Alter oder sogar Jüngere. Meine Geschichten sind immer irgendwie zu schlecht oder „passen nicht ins Konzept“.

Aber ich lebe für diese Geschichten und deshalb werde ich immer schreiben, egal was die Gesellschaft dazu sagt. Und wenn ich mein Leben lang nur für mich selbst und zum Spaß schreibe, dann ist das eben so. Veröffentlichen ist toll, aber ich schreibe nicht, um zu veröffentlichen, sondern um den Geschichten in meinem Kopf Raum zu geben und meine Leidenschaft auszuleben.

So, das wollte ich mal loswerden.

Der heutige Punkt geht ganz klar an die Disziplin. Somit steht es 4:1.

Samstag, 2. Februar 2019, 21:50 Uhr

Irgendwie geht es mir zur Zeit nicht so gut. Ich hatte letzte Nacht einen Albtraum, der mich den ganzen Tag über gefangen hielt. Manchmal haben wir Träume, die so lebendig sind, dass wir sie förmlich spüren können. Sie fühlen sich an wie Erinnerungen, obwohl es keine sind. Und wir fragen uns, was sie uns mitteilen wollen.

Aber hey, wenigstens habe ich nicht davon geträumt, dass ich in der Schule verspottet werde. Ich reise nämlich sehr oft im Traum in die Vergangenheit und muss wieder zur Schule gehen. Bin dann immer ganz erleichtert, wenn ich aufwache und merke, dass alles gut ist und ich die Schulzeit längst hinter mich gebracht habe.

Ich weiß nicht, ob es an der Jahreszeit liegt, dass es mir schlechter geht (Januar/Februar habe ich öfters mal Krisen) oder einfach an der Tatsache, dass mir gerade alles entgleitet.

Fakt ist allerdings, dass ich heute ganze drei Blogposts verfasst habe. Ich werde nämlich nächste Woche etwas beschäftigt sein und nicht so viel Zeit zum Bloggen haben, weswegen ich die kommenden Beiträge schon einmal vorgeschrieben habe.

Ich würde sagen, unter diesen Umständen darf ich mir einen Punkt für die Disziplin geben, oder? Es steht somit 5:1, die Depression hat erst einen Punkt bekommen. Diese Woche scheint viel besser zu laufen, als die letzte. Ich hoffe, das bleibt so.

Sonntag, 3. Februar 2019, 23:41 Uhr

Heute war ein richtig guter Tag. Ich habe ihn mit meinem Lieblingsmenschen verbracht. Wir waren Burger essen, danach sind wir zu ihm gefahren. Ein kleines Eis gab es auch noch zum Nachtisch. Ansonsten haben wir viel gekuschelt und sind Arm in Arm eingeschlafen. Wir waren wohl beide ziemlich k.o. :D

Ich fühle mich jetzt richtig gut und hoffe, dass das gute Gefühl noch lange anhält. Er hat jetzt nämlich zwei Wochen frei und da wollen wir öfter was miteinander unternehmen. Das heißt, die nächsten Tage habe ich viel Unterhaltung. Das freut mich natürlich, denn das hilft mir vielleicht, um die Depression für eine Weile ignorieren zu können. Auch wenn es keine Instantheilung sein wird – die Depression wird bleiben, aber ich kann mein Leben trotzdem genießen. Hoffe ich zumindest.

Heute geht der Punkt wieder an die Disziplin.

Wochenfazit

Es steht 6:1 für die Disziplin. Das ist natürlich ein hervorragendes Ergebnis. Die Depression war zwar da, aber ich konnte sie immer wieder verdrängen oder überwinden. Diese Woche ist wirklich toll gelaufen und ich hoffe, dass die nächste Woche genauso gut wird.


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Ein Kommentar zu “#Depribattle Reloaded | Woche #3

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