#Depribattle Reloaded | KW 8

In der KW 8 hat der Alltag wieder begonnen. Mein Lieblingsmensch musste wieder in die Hochschule und so war ich viel allein und habe versucht, mich selbst zu beschäftigen.

Ich habe mich entschlossen, die #Depribattles jetzt mit der Kalenderwoche (KW) zu kennzeichnen, das macht die Beiträge wohl etwas leichter zu finden, als die Durchnummerierung. Mehr Infos zum Ablauf findest du hier.

Das #Depribattle basiert auf einer Idee von der lieben Thekla von Wintermohn.

Der Beitrag umfasst den Zeitraum vom 18.  bis 24. Feburar 2019. Er ist wie eine Art Tagebuch aufgebaut und zeigt dir in regelmäßigen Updates, wie es mir gerade geht und wie ich im Kampf gegen meine psychischen Probleme vorankomme.

Achtung! Triggergefahr!

In diesen Beiträgen schreibe ich ziemlich hoffen und ehrlich über meinen Alltag. Es könnte passieren, dass ich Depression, Angstzustände, SVV oder ähnliche Symptome bei Menschen triggere, die dafür anfällig sind. Falls du zu solch einer Risikogruppe gehörst, rate ich dir davon ab, weiterzulesen.

#depribattle (2)

Montag, 18. Februar 2019, 15:03 Uhr

So, diesmal schreibe ich wieder regelmäßig Updates. Habe ich zumindest vor. Denn ich bin nach zwei aufregenden Wochen wieder zurück im Alltag und das bedeutet, dass ich mich von den letzten beiden Wochen erst mal ein bisschen erholen muss. Sie waren schön, keine Frage, und mir ging’s oft auch richtig gut. Aber ich hatte auch oft Menschen um mich, was mich ziemlich erschöpft hat.

Was sich definitiv positiv auf mich ausgewirkt hat, ist, dass ich jetzt jeden Tag gegen 10 Uhr aufwache und auch viel früher (meist sogar noch vor Mitternacht) schlafen kann. Also liege ich nicht mehr bis Nachmittags im Bett. Das ist schon einmal wunderbar. Auch wenn ich mich meist nicht sofort aus dem Bett bewege. Das morgendliche Aufstehen fällt mir nach wie vor sehr schwer. Einfach, weil ich Probleme habe, in den Tag zu starten. Ich fühle mich schlapp und lethargisch. Auch wenn ich eigentlich ausgeschlafen habe.

Außerdem träume ich nach wie vor schlecht. Nämlich von meiner Schulzeit und Situationen, die mir große Angst gemacht oder mich geärgert haben. Das verfolgt mich schon seit Monaten, wenn nicht sogar Jahren. Fast jede Nacht träume ich davon. Ich kann mit dem Geschehenen einfach nicht abschließen. Dabei würde ich die Vergangenheit einfach gerne vergessen und positiv in die Zukunft starten. Aber daran ist nicht zu denken, wenn ich jede Nacht an die Sache erinnert werde.

Dienstag, 19. Februar 2019, 21:40 Uhr

Mir geht’s gerade richtig schlecht. Gestern auch schon. Da hatte ich wieder extreme Angstzustände, aber es aber geschafft, mich abzulenken, was die Angst etwas abflauen ließ. Lesen hat geholfen. Fürs Schreiben wäre ich zu unkonzentriert gewesen.

Und heute hat mich die Depression wieder eingeholt. Ich kann die ganze Zeit nur an Selbstverletzung denken. Dabei weiß ich, dass das keine Lösung ist. Ich habe gerade mit meinem Vater telefoniert. Das hat gutgetan, aber auch er meinte, dass ich mich nicht selbstverletzen soll, wenn ich es irgendwie anders aushalten kann. Ich will wirklich versuchen, durchzuhalten, aber das ist gar nicht so einfach.

23:00

Mir geht’s ein bisschen besser, weil ich jetzt doch einige Dinge erledigt bekommen habe und außerdem ein paar Zukunftspläne geschmiedet habe. Oder zumindest Ideen für die Zukunft, um sie mir so schön wie möglich zu gestalten.

Für gestern, als ich mich von den Angstzuständen nicht habe in die Knie zwingen lassen, gibt es einen Disziplinpunkt, ebenso für heute, weil ich es geschafft habe, den SVV-Gedanken zu entkommen. Es steht also 2:0 für die Disziplin.

Samstag, 23. Februar 2019, 02:02 Uhr

Es ist mitten in der Nacht und ich bin noch fit. Habe gestern einen schönen Tag mit meinen Eltern gehabt und ihn sehr genossen. Die letzten Tage ging’s mir auch ganz okay. Ich würde sagen, es steht hiermit 5:0 für die Disziplin. Ich habe mich doch immer irgendwie zu beschäftigen gewusst und bin auch früher aufgestanden. Das hat mich sehr stolz gemacht. Denn das morgendliche Aufstehen ist für mich noch immer jeden Tag ein Kampf.

Ich weiß noch gar nicht, was ich heute unternehmen werde. Vermutlich auch wieder etwas mit meinen Eltern. Das Wetter soll ja ganz gut werden. Abends sind wir bei Opa zum Abendessen eingeladen. Ich hoffe, das wird ganz nett. Ich habe nämlich immer ein bisschen Angst, dass Opa unangenehme Fragen stellt. Er kann das mit psychischen Krankheiten nämlich nicht so nachvollziehen.

23:06 Uhr

So, meine Eltern sind jetzt gegangen und ich schreibe noch schnell ein kurzes Update, bevor ich mich ebenfalls auf den Weg ins Bett mache.

Heute war ein schöner Tag. Wir haben eine Wanderung gemacht und abends wie gesagt bei Opa. Mir ging es die ganze Zeit über echt überraschend gut, auch wenn die Wanderung für mich körperlich sehr anstrengend war. Ist nicht so leicht, mein ganzes Gewicht durch die Gegend zu schleppen. War danach auch richtig müde und k.o. Ich hoffe, ich werde heute Nacht gut schlafen.

Leider  hat das Schreiben am heutigen Abend überhaupt nicht hingehauen. Ich habe 90 Wörter geschafft, dann war ich der Sache überdrüssig. Es gibt bereits jetzt so viele Stellen im Roman, die ich anders machen müsste, so viele Plotholes und Unstimmigkeiten, dass mir die Lust auf das Projekt vergeht. Das Frustrierende daran ist, dass es mir mit fast allen meinen Projekten so ging/geht. Ich weiß, es ist nur die Rohfassung, aber es nervt mich, wenn ich bereits beim Schreiben der Rohfassung merke, dass ich da mal wochenlang dran überarbeiten muss, bis die Geschichte überhaupt nur ein kleines bisschen spannend ist.

Aber so sehr mich das Schreiben im Moment auch ärgert und frustriert, ich werde niemals aufgeben. Denn wie sonst soll ich den Geschichten in meinem Kopf Raum geben?

Sonntag, 24. Februar 2019, 22:25 Uhr

Vor zwei Monaten war Weihnachten. Ist es nicht krass, wie schnell die Zeit verfliegt? In wenigen Tagen beginnt der März und es wird langsam, aber sicher Frühling.

Heute war ich viel unter Menschen. Wir haben Freunde besucht und einen Todesmarsch … äh, ich meine einen (nicht enden wollenden) Spaziergang gemacht. Danach waren wir noch Pizza essen. Das war sehr schön, aber ich war danach sehr erschöpft und müde. Bin ich auch jetzt noch. Körperlich bin ich völlig am Ende, aber der Geist ist noch fit und verlangt nach Unterhaltung.

Eine Weile saßen wir zu fünft dicht an dicht im Auto (zu dritt auf der Rückbank) und das war schon ganz schön eng, sodass ich ein bisschen Angst bekommen habe. Ich habe einfach ein Problem damit, auf meinen persönlichen „Freiraum“ zu verzichten. Ich brauche einen gewissen „Sicherheitsabstand“ zu anderen Menschen, sonst fühle ich mich bedrängt.

Mein Kopf hat mich auch wieder geärgert, indem er mir ständig unpassende Gedanken geschickt hat. Das hat genervt. Die Stimmen meiner inneren Dämonen haben mich die ganze Zeit über angemault. Aber ich habe versucht, mich auf das Gespräch mit unseren Freunden zu konzentrieren und das lief dann doch ganz gut.

Wochenfazit

Diese Woche lief, bis auf ein paar Stimmungseinbrüche und Ängste, eigentlich ganz gut. Auf jeden Fall habe ich viel gekämpft und versucht, trotz Angstzuständen und Depressionen meinen Alltag auf die Reihe zu kriegen. Deshalb steht es diese Woche auch 7:0 für die Disziplin. So dürfte es weitergehen …


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Ein Kommentar zu “#Depribattle Reloaded | KW 8

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