#Depribattle Reloaded | KW 9

In der KW 9 war ich anfangs noch bei meinen Eltern. Ich habe ein paar Tage bei ihnen in der alten Heimat übernachtet. Jetzt bin ich aber wieder zu Hause und der Alltag nimmt seinen Lauf.

Ich habe mich entschlossen, die #Depribattles jetzt mit der Kalenderwoche (KW) zu kennzeichnen, das macht die Beiträge wohl etwas leichter zu finden, als die Durchnummerierung. Mehr Infos zum Ablauf findest du hier.

Das #Depribattle basiert auf einer Idee von der lieben Thekla von Wintermohn.

Der Beitrag umfasst den Zeitraum vom 25. Februar bis 3. März 2019. Er ist wie eine Art Tagebuch aufgebaut und zeigt dir in regelmäßigen Updates, wie es mir gerade geht und wie ich im Kampf gegen meine psychischen Probleme vorankomme.

Achtung! Triggergefahr!

In diesen Beiträgen schreibe ich ziemlich hoffen und ehrlich über meinen Alltag. Es könnte passieren, dass ich Depression, Angstzustände, SVV oder ähnliche Symptome bei Menschen triggere, die dafür anfällig sind. Falls du zu solch einer Risikogruppe gehörst, rate ich dir davon ab, weiterzulesen.

#depribattle (2)

Montag, 25. Februar 2019, 16:37 Uhr

Heute gab es wieder leckeres Mittagessen von meiner Mama (Brätknödelsuppe und danach Apfelküchle mit Puderzucker). Sehr kalorienreich leider, aber dafür sehr, sehr schmackhaft. Danach habe ich mit meinem Papa im strahlenden Sonnenschein eine Schneewanderung mit Schneeschuhen gemacht. Das war total cool, aber auch sehr anstrengend. Die extra Vater-Tochter-Zeit hat mir sehr gutgetan. Wir haben nicht viel geredet, aber mein Papa ist einer dieser wenigen Menschen, bei denen es nicht komisch ist, wenn man einfach schweigt.

Meine Eltern haben mich letzte Woche aus einem großen Tief gezogen. Mir ging es nach dem Urlaub meines Lieblingsmenschen überhaupt nicht gut. Auch wenn ich mich tapfer durchgekämpft habe, sodass es am Ende der Woche 7:0 für die Disziplin stand, war ich ziemlich am Boden. Ein wenig Zeit mit meiner Familie war da genau richtig. Und jetzt bin ich hier und es geht mir gleich viel besser. Ich hoffe nur, dass ich dann am Mittwoch nicht wieder in ein Loch falle, wenn ich zurück zu Hause bin.

Dienstag, 26. Februar 2019, 22:10 Uhr

Heute bin ich wieder zurück nach Hause gekehrt. Wir haben unterwegs noch einen kurzen Spaziergang gemacht und ein letztes Mal die Schneelandschaft genossen. Jetzt bin ich wieder daheim, wo bereits die Krokusse blühen. Noch fühle ich mich nicht einsam, aber das kommt vielleicht in den nächsten Tagen noch. Momentan geht es mir noch richtig gut. Ich bin fast ein bisschen aufgeputscht. Aber ich werde Mamas gute Küche vermissen und die gemeinsame Zeit. Meine Eltern haben aber vorgeschlagen, dass ich jetzt öfter mal übers Wochenende zu ihnen kommen könnte. Das hat mich sehr gefreut.

Früher hätte ich vielleicht die Augen verdreht. Als Teenager galt es als uncool, Zeit mit den Eltern zu verbringen. Aber wenn man älter wird, lernt man das wieder zu schätzen. Ich bin jetzt 29 und ich muss sagen, ich freue mich immer, meine Eltern zu sehen oder mit ihnen zu telefonieren.

Die Punkte von gestern und heute gehen ganz klar an die Disziplin, auch wenn ich mich nach der Rückkehr erst mal aufs Ohr gelegt und prompt eingeschlafen bin. Somit steht es 2:0 für die Disziplin. Mal schauen, ob ich diese Woche wieder so perfekt abschneide, wie letzte Woche. Aber ich mache mir keinen Druck. Es darf auch mal Tage geben, an denen ich schwach bin. Das ist normal und geht jedem so.

Freitag, 1. März 2019, 17:28 Uhr

Heute ist ein guter Tag. Mal abgesehen davon, dass heute Vormittag plötzlich der Strom weg war und ich kurz vor der Verzweiflung stand. Aber inzwischen geht wieder alles und ich kann meinen Blog updaten.

Mir geht es heute eigentlich ganz gut. Ich fühle mich stabil, zumindest von der Stimmung her. Ich bin nicht depressiv oder extrem ängstlich. Ich fühle mich … normal. Auch wenn ständig die leichte Angst mitschwingt, dass der Strom wieder ausfallen könnte. Was natürlich Blödsinn ist.

Im Übrigen habe ich den Stromausfall auch nur mitbekommen, weil ich heute früher aufgestanden bin. Schon um kurz vor zehn. Das ist zwar nicht besonders früh, aber für mich schon, wenn man bedenkt, dass ich vor zwei Monaten noch bis nachmittags geschlafen habe.

Auch die letzten Tage ist es mir soweit gut ergangen. Ich hatte wenig bis gar keinen Stress und konnte mich etwas von meinem Trip zu meinen Eltern erholen. Das war zwar schön, aber für mich auch immer etwas anstrengend, weil ich nicht in der gewohnten Umgebung war.

Gerade höre ich die Beatles und singe laut mit. Denke mal, das ist ein gutes Zeichen. :D

Die letzten Tage bekommen alle einen Punkt für die Disziplin. Somit steht es für diese 4:0.

22:44 Uhr

Wollte mich nochmal kurz melden, wenn ich das schon die letzten zwei Tage etwas schleifen ließ.

Ich habe soeben mein Buch „Restart – Die Begegnung“ von Mela Wagner ausgelesen und rezensiert. Die Rezension kommt am 10. März online. Außerdem habe ich vorhin noch „Feder & Klinge“ von Rebecca Andel rezensiert, das ich gestern beendet hatte (die Rezension geht am Mittwoch, den 6. März online). Und den Beitrag für Sonntag habe ich auch gleich geschrieben.

Außerdem gibt es auf meinem Zweitblog hier eine Kürzestgeschichte von mir zu lesen, die ich heute ganz spontan geschrieben habe. Daher ist sie auch alles andere als perfekt. Aber vielleicht eine nette kleine Gutenachtgeschichte.

Ich fühle mich gut, weil ich heute echt viel getan habe. Darum gibt es wieder einen Punkt für die Disziplin – und es steht für diese 5:0.

Samstag, 2. März 2019, 20:12 Uhr

Heute habe ich wieder den halben Tag verpennt. Ich war einfach so müde und geschafft. Lag vielleicht auch daran, dass ich gestern eine Beruhigungstablette genommen habe, um schlafen zu können. Dabei musste ich heut früher aufstehen, weil ich ein Paket erwartet habe. Das ist auch angekommen – und anschließend bin ich gleich wieder ins Bett gegangen. Schlimm, schlimm mit mir.

Dann dachte ich, dass wir um 19 Uhr eine Besprechung mit dem Geheimprojekt haben, aber die fiel überraschenderweise aus. Hauptsächlich wohl, weil viele krank waren. Jetzt versuche ich den angebrochenen Abend sinnvoll zu nutzen.

Der heutige Punkt geht aber an die Depression, weil ich mich tagsüber so habe gehen lassen. Es steht also 5:1 für die Disziplin.

Sonntag, 3. März 2019, 18:55 Uhr

Ich überlege gerade, was ich heute gemacht habe. Mir fällt hauptsächlich schlafen ein. Ich habe mal wieder viel zu lange geschlafen. Ein bisschen die neue Flow gelesen und einen kurzen Text fürs Fernstudium geschrieben, aber sonst geschlafen. Das ist nicht gut. Das ist GAR NICHT gut.

Das heißt nämlich, dass ich der Lethargie nachgegeben habe. Und das, obwohl ich mir vorgenommen hatte, den Tag zu nutzen. Eigentlich sollte ich ja Besuch bekommen, aber der hat es sich kurz vorher wieder anders überlegt. Kommt bei dieser Person öfters vor. Deshalb ärgere ich mich schon gar nicht mehr darüber. Es ist eben, wie es ist.

Und am liebsten würde ich jetzt schon wieder zurück ins Bett, aber ich werde mich zwingen, wachzubleiben. Vielleicht ein bisschen lesen oder fürs Fernstudium lernen. Mal schauen. Aber der Punkt von heute geht an die Depression. Somit steht es 5:2 für die Disziplin.

Wochenfazit

5:2 ist zwar nicht so toll wie das Ergebnis letzte Woche, aber ich bin damit zufrieden. Es zeigt, dass ich mich die meiste Zeit über doch im Griff hatte. Ich hoffe, dass die kommende Woche ähnlich gut verläuft.

 


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