#Depribattle Reloaded | KW11/2019

Die KW11 brachte wieder viel Angst mit sich. Das lag vielleicht auch daran, dass ich am Freitag einen Psychiatertermin hatte und da habe ich vorher schon ziemliches Muffensausen gehabt (wegen dem Alleine-aus-dem-Haus-müssen, nicht wegen dem Psychiater selbst).

Ich habe mich entschlossen, die #Depribattles jetzt mit der Kalenderwoche (KW) und dem Jahr zu kennzeichnen, das macht die Beiträge wohl etwas leichter zu finden, als die Durchnummerierung. Mehr Infos zum Ablauf findest du hier.

Das #Depribattle basiert auf einer Idee von der lieben Thekla von Wintermohn.

Der Beitrag umfasst den Zeitraum vom 11. bis 17. März 2019. Er ist wie eine Art Tagebuch aufgebaut und zeigt dir in regelmäßigen Updates, wie es mir gerade geht und wie ich im Kampf gegen meine psychischen Probleme vorankomme.

Achtung! Triggergefahr!

In diesen Beiträgen schreibe ich ziemlich hoffen und ehrlich über meinen Alltag. Es könnte passieren, dass ich Depression, Angstzustände, SVV oder ähnliche Symptome bei Menschen triggere, die dafür anfällig sind. Falls du zu solch einer Risikogruppe gehörst, rate ich dir davon ab, weiterzulesen.

#depribattle (2)

Mittwoch, 13. März 2019, 00:31 Uhr

So, die ersten beiden Wochentage habe ich wieder vergessen, was einzutragen. D. h. vor einer halben Stunden war’s ja noch Dienstag. Deshalb kommt hier meine kleine Zusammenfassung für Montag und Dienstag.

Die beiden Tage liefen ganz gut, aber die Angst war noch immer unterschwellig da. Vor allem fürchte ich mich vor Freitag, weil ich da zu meinem Psychiater muss und dazu muss ich wieder Bus fahren. Das macht mir immer ganz besonders große Angst. Aber ich schaffe das schon irgendwie – hoffe ich!

Von der Stimmung her geht es einigermaßen. Ich bin jetzt nicht richtig glücklich, aber auch nicht unglücklich. Irgendwie so zwischendrin. Trotzdem würde ich sagen, ich habe mich in den letzten beiden Tagen gut geschlagen und gebe daher zwei Punkte für die Disziplin.

22:20 Uhr

So, da melde ich mich nochmal kurz. Die Angst, diese feige Nuss, hat sich mal wieder heimlich angeschlichen und mich von hinten überfallen. Soll heißen: Mir geht’s gerade gar nicht gut, aber ich werde mein Bestes geben, der blöden Angst zu trotzen.

Wenigstens ist jetzt sicher, dass ich am Freitag zu meinem Psychiater nicht den Bus nehmen muss. Das ist schon mal gut. Da brauche ich gleich weniger Angst davor zu haben. Oder nicht?

Diese blöde Angst lähmt mich total. Ich wäre super motiviert, noch ein bisschen zu schreiben oder an neuen Projekten zu plotten, doch irgendwie bin ich völlig blockiert. Es hilft lediglich, Bücher zu lesen und mich damit abzulenken.

Donnerstag, 14. März 2019, 15:41 Uhr

Heute bin ich wieder ganz schlecht aus dem Bett gekommen. Aber inzwischen hab ich’s geschafft und ich hoffe, dass ich vor heute Abend auch nicht mehr ins Bett zurück krieche.

Ich habe ein bisschen Angst vor dem Tag morgen, weil ich da wieder das Haus verlassen muss. Erst zum Psychiater und dann mit meinen Eltern essen gehen und etwas unternehmen. Eigentlich freue ich mich ja auf meine Eltern, aber mir liegt das trotzdem alles ziemlich schwer im Magen.

Samstag, 16. März 2019, 00:31 Uhr

So, der Freitag ist zu Ende und ich muss sagen, dass es doch ein ganz ordentlicher Tag war. Ich habe die Zeit mit meinen Eltern sehr genossen. Wir waren lecker essen, haben einen Spaziergang gemacht und dann noch bei mir Kuchen gegessen und Spiele gespielt. Rundum ein gelungener Tag.

Aber es gab auch negative Nachrichten und zwar von meinem Psychiater. Ich habe ihn nochmals auf meine extreme Gewichtszunahme angesprochen und da meinte er, dass das an der Kombination meiner Medikamente läge und man dagegen nichts tun könne.

Ich tausche also quasi mein psychisches gegen mein körperliches Leiden. Ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll. Irgendetwas muss ich mir einfallen lassen, denn ich will wirklich nicht noch mehr zunehmen. Ich fühle mich jetzt schon total unwohl in meinem Körper und könnte kotzen, wenn ich mich im Spiegel oder auf Fotos sehe. Und die meisten meiner Klamotten passen mir auch nicht mehr. Schöne Scheiße … Aber irgendwie muss sich das doch stoppen lassen. Wie gesagt, ich werde mir etwas einfallen lassen. So kann das nicht weitergehen.

Der Punkt für Freitag geht an die Disziplin. Und Mittwoch/Donnerstag auch. Also steht es 5:0.

16:26 Uhr

Als ich mich heute Morgen auf die Wage gestellt habe, habe ich einen Schock bekommen. 1,5 Kilo mehr als gestern! Aber nach der Fressattacke von gestern Abend/heute Nacht ist das auch kein Wunder. Ich hätte nur nicht gedacht, dass es SO VIEL ist.

Ich wollte mich dann heute eigentlich zügeln, aber ich bin schon wieder die ganze Zeit am Naschen. Irgendwie muss ich mich in den Griff bekommen. So kann das ja nicht weitergehen. Wenn ich ohnehin schon zunehme, dann muss das nicht auch noch so schnell sein. Irgendwie muss ich es schaffen, mich zu disziplinieren und weniger zu essen. Sport ist ja recht und schön, aber da bin ich ein gebranntes Kind. Es ist ein Dilemma und ich weiß langsam einfach nicht mehr, was ich tun soll.

Wochenfazit

Eigentlich lief die Woche, mal von der starken Angst abgesehen, ganz gut. Ich würde sagen, diese Woche steht es wieder 7:0 für die Disziplin. Das ist natürlich SEHR gut. Heißt aber nicht, dass es mir so wunderbar ging, sonder einfach, dass ich mich von der Angst nicht habe unterkriegen lassen. Ich hoffe, dass ich das in der neuen Woche beibehalten kann.


Achtung!

Beim Senden eines Kommentars werden Daten (Name, E-Mail, Website, IP-Adresse, etc.) gesammelt. Mit dem Abschicken deines Kommentars erklärst du dich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.

Werbeanzeigen

8 Kommentare zu “#Depribattle Reloaded | KW11/2019

  1. Wenn für dich „das Haus verlassen, um Sport zu machen“ mit zu vielen Ängsten verbunden ist (das kommt mir nämlich sehr bekannt vor …), hilft es dir vielleicht, von zu Hause aus Sport zu machen? Es gibt viele Youtubevideos und da ist bestimmt etwas dabei, was du auch gut machen kannst <3

    Gefällt 1 Person

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.