#Depribattle Reloaded | KW13/2019

Die KW13 begann ganz gut, nahm aber leider ein depressives Ende. Warum und weshalb, erfährst du in den unten angehängten Updates.

Mehr Infos zum Ablauf findest du hier.

Das #Depribattle basiert auf einer Idee von der lieben Thekla von Wintermohn.

Der Beitrag umfasst den Zeitraum vom 18. bis 24. März 2019. Er ist wie eine Art Tagebuch aufgebaut und zeigt dir in (mehr oder weniger) regelmäßigen Updates, wie es mir gerade geht und wie ich im Kampf gegen meine psychischen Probleme vorankomme.

Achtung! Triggergefahr!

In diesen Beiträgen schreibe ich ziemlich hoffen und ehrlich über meinen Alltag. Es könnte passieren, dass ich Depression, Angstzustände, SVV oder ähnliche Symptome bei Menschen triggere, die dafür anfällig sind. Falls du zu solch einer Risikogruppe gehörst, rate ich dir davon ab, weiterzulesen.

#Depribattle (3)

Mittwoch, 27. März 2019, 03:51 Uhr

Es ist kurz vor 4 Uhr morgens und ich bin immer noch wach. In der Nacht von Sonntag auf Montag war ich bis ca. 7:30 Uhr wach, konnte dann aber doch noch ein bisschen schlafen. Wenigstens fünf oder sechs Stunden. In letzter Zeit schlafe ich sehr schlecht. Immer wieder stehe ich auf, weil ich keine Geduld habe, liegen zu bleiben und darauf zu warten, dass ich einschlafe.

Gestern habe ich übrigens mein Manuskript für #ProjektBlutsauger beendet. Also, die Rohfassung. Ich bin total glücklich darüber. Der Dienstag war sowieso ein schöner Tag. Meine Eltern waren da und wir waren asiatisch essen und danach noch einkaufen und spazieren.

Der Montag war nicht sonderlich aufregend. Ich war mit diesem und jenem beschäftigt. Habe Übungsaufgaben fürs Fernstudium gemacht und an meinen Stories gearbeitet. Die Depression lässt mich in letzter Zeit in Ruhe, meine Stimmung ist gut. Aber die Angst ist nach wie vor da.

Donnerstag, 28. März 2019, 23:45 Uhr

Heute habe ich den Plot für #ProjektSD komplettiert. Ich bin jetzt endlich bereit fürs Camp NaNoWriMo. Fast jedenfalls. ich brauch noch einen Ort, wo das Ganze spielen soll. Hab zwar schon einen im Kopf, aber ganz sicher bin ich mir nicht. Auf jeden Fall soll es in England stattfinden. Aber ich weiß noch nicht, ob ich eine fiktive Stadt erfinden soll oder eine echte Stadt benutzen.

Wie du vom obigen Absatz vielleicht ableiten kannst, bin ich sehr motiviert und freue mich schon riesig aufs Camp NaNoWriMo. Die Geschichte ist vom Plot her so ausgefeilt wie noch keine davor. Glaube ich zumindest. Ich werde sicher wieder davon abschweifen, aber was soll’s.

Aber hier soll es ja nicht ums Schreiben, sondern meine Depression und Ängste gehen. Die Ängste sind nach wie vor da, letzte Nacht hatte ich sie wieder verstärkt. Ich schlafe momentan auch sehr schlecht ein. Dafür schlafe ich tagsüber dann viel zu lange. Das ist natürlich ein Teufelskreis, aus dem ich versuche, auszubrechen. Die Depressionen halten sich in Grenzen. Mir geht’s okay. Nicht gut, aber auch nicht richtig schlecht. Das ist ja schon mal etwas, oder?

Es steht bisher übrigens 3:1 für die Disziplin.

Freitag, 29. März 2019, 23:53 Uhr

Heute Abend habe ich Scheiße gebaut. Eigentlich lief der Tag ganz gut, ich bin ein bisschen früher aufgestanden als gestern, habe ein paar Dinge erledigt und die Stimmung hielt sich die Waage, Ängste waren auch nicht so schlimm. Und dann bekam ich heute Abend diese Nachricht. Jemand aus meiner Verwandtschaft heiratet. Und diese Person ist sogar noch jünger als ich. Das hat mich so dermaßen in eine Krise gestürzt, dass ich gleich mal die Rasierklingen geholt habe.

Ich wollte vor fünf Jahren auch heiraten. Ich hatte mich darauf gefreut, bald Frau H. zu sein. Doch es hat nicht geklappt – wir haben uns getrennt, noch bevor wir die Hochzeitsplanung richtig angegangen waren. Es schmerzt, zu wissen, dass ich diesen Mann niemals heiraten werde. Und ich weiß nicht, ob ich generell jemals heiraten werde. Ich weiß nicht mal mehr, ob das Konzept Ehe etwas für mich ist. Kann ich das? Eine Ehefrau sein? Womöglich sogar Kinder bekommen und großziehen? Oder ist dieses Leben nichts für mich? Ich beneide meine Freunde und Verwandte, die bereits eine eigene Familie haben. Ich fühle mich wie eine Versagerin, weil ich nichts auf die Reihe kriege. Keine Partnerschaft, keinen Job, ja, ich kriege es ja nicht mal hin, meinen Alltag sinnvoll zu strukturieren. *seufz*

Du siehst, die Depression ist wieder voll da. Und dass ich mich am linken Arm geschnitten habe, macht die Sache auch nicht gerade besser …

3:2 für die Disziplin. Der heutige Punkt geht an die Depression.

Samstag, 30. März 2019, 14:05 Uhr

Heute geht es mir schlecht. Nicht nur, weil die Wunden am Arm wie verrückt brennen. Nein, ich bin auch wieder total depressiv. Obwohl heute die Sonne scheint und es warm draußen ist, bin ich hier drin, in meinen Hoodie gekuschelt und ertrage den Tag irgendwie.

Ich hoffe, du hast mich in meinem gestrigen Beitrag nicht falsch verstanden. Ich habe mich nicht selbst verletzt, weil ich meiner Verwandten die Hochzeit nicht gönne. Ganz im Gegenteil. Es freut mich für sie. Sie ist ein lieber Mensch und hat ein glückliches Leben verdient. Nur trifft die Sache mit der Hochzeit bei mir einen wunden Punkt und wühlt Ängste und Erinnerungen auf, die ich längst verdrängt hatte.

Ich habe vorhin noch ein Kapitel gelesen. Vielleicht schaffe ich es dieses Wochenende ja, das Buch auszulesen. Das wäre nicht schlecht für meine Lesestatistik. Ich lese nämlich schon wieder viel zu lange an dem Buch. Schon seit drei Wochen oder so. Die letzten Tage hatte ich mich so auf meine Schreibprojekte gestürzt, dass das Lesen irgendwie ein bisschen zu kurz gekommen ist. Dabei lenkt es mich so gut von meinem Leben ab. Das ist manchmal auch der einzige Grund, warum ich lese oder schreibe: Mich in andere Welten flüchten. Die Realität vergessen. Auf andere Gedanken kommen.

Was tust du, wenn es dir nicht gut geht? Womit lenkst du dich ab oder was tust du, das dir guttut?

Sonntag, 31. März 2019, 23:07 Uhr

Heute ging es mir wieder ein wenig besser. Noch nicht richtig gut, aber wenigstens waren der Schneidedruck und die Suizidgedanken weg. Ich habe heute Mittag ein bisschen draußen in der Sonne gelesen. Das hat mir gutgetan.

Von 18 Uhr bis 21 Uhr habe ich dann noch ein Nickerchen gemacht und sogar richtig lebendig geträumt. Ich war einfach so müde und wollte einigermaßen fit sein, wenn das Camp NaNoWriMo beginnt. Denn ich möchte mal wieder reinschreiben. Das ist doch schon Tradition. Leider wird niemand sonst aus meiner Cabin mitmachen, deshalb bin ich wohl alleine. Aber wir werden sehen, wie lange ich durchhalte …

Der Punkt geht von gestern an die Depression und der von heute an die Disziplin. Somit steht es 4:3 für die Disziplin.

Wochenfazit

Mit einem Ergebnis von 4:3 kann ich nicht meckern. Der Freitag ist zwar mit der Selbstverletzung ziemlich schief gegangen, aber ich habe mich wieder etwas aufgerappelt und versuche, das Beste aus der Situation zu machen. Hoffen wir, dass die Wunden gut verheilen und ich nicht mehr so schnell einen Rückfall erleide.


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