#Depribattle Reloaded | KW15/2019

Die KW15 lief leider nicht so gut. Stimmungsschwankungen und Ängste quälten mich immer wieder und die erhoffte Ablenkung fiel leider auch aus.

Mehr Infos zum Ablauf findest du hier.

Das #Depribattle basiert auf einer Idee von der lieben Thekla von Wintermohn.

Der Beitrag umfasst den Zeitraum vom 8. bis 14. April 2019. Er ist wie eine Art Tagebuch aufgebaut und zeigt dir in (mehr oder weniger) regelmäßigen Updates, wie es mir gerade geht und wie ich im Kampf gegen meine psychischen Probleme vorankomme.

Achtung! Triggergefahr!

In diesen Beiträgen schreibe ich ziemlich hoffen und ehrlich über meinen Alltag. Es könnte passieren, dass ich Depression, Angstzustände, SVV oder ähnliche Symptome bei Menschen triggere, die dafür anfällig sind. Falls du zu solch einer Risikogruppe gehörst, rate ich dir davon ab, weiterzulesen.

#Depribattle (3)

Montag, 8. April 2019, 16:57 Uhr

Ich bin heute wieder sehr spät aufgestanden. So gegen 15 Uhr, obwohl ich bereits um 13 Uhr wach war. Ich hatte schlecht geträumt und dieser Traum hat Einfluss auf meine ganze heutige Stimmung. Tief in mir drin brodelt es. Ich habe Aggressionen, doch ich unterdrücke sie, lasse sie nicht heraus. Deshalb bin ich in meinen Träumen immer so wütend, sobald mir Leid angetan wird. Und mir wurde letzte Nacht im Traum wieder Leid angetan. Es ist einfach furchtbar.

Als ich vorhin ein bisschen meditiert habe (ich hab es mir zur Aufgabe gemacht, täglich zu meditieren, was leider nicht jeden Tag klappt), kam die ganze Traumgeschichte wieder hoch. Ich spürte die Wut und auch gleichzeitig Angst und Scham. Es war schlimm, dabei wollte ich doch meinen Geist für ein paar Minuten freimachen.

Gerade sinkt auch meine Stimmung immer mehr zum Nullpunkt hin. Ich muss aufpassen, dass ich nicht wieder zu tief in die Depression rutsche. :(

Mittwoch, 10. April 2019, 23:25 Uhr

Mir geht es immer noch nicht sonderlich gut, aber wieder etwas besser als am Montag. Meine Ängste waren gestern wieder sehr präsent und ich fühlte mich den ganzen Tag so lethargisch und niedergeschlagen.

Auch heute habe ich wieder ewig im Bett gelegen  und kaum etwas unternommen. Erst abends habe ich mich dann ans Schreiben gesetzt und ein bisschen was gearbeitet. Ich muss mir unbedingt darüber klar werden, was ich von meinem Leben eigentlich will.

Die letzten drei, vier Jahre betrachte ich als graue Zone, wo ich nicht wirklich etwas geschafft habe. Okay, ich habe 5 Romane und 8 Kurzromane geschrieben – diese habe ich aber alle nicht veröffentlicht. Weil ich mich nicht traue. Weil die Angst vor Ablehnung zu groß ist. Und weil ich meine Geschichten als zu schlecht empfinde.

Diese Angst wird mich immer hemmen. Ich muss irgendwann mal aus meiner Komfortzone raus und an die Öffentlichkeit damit. Ein paar Geschichten habe ich nämlich auch geschrieben, die gar nicht soo schlecht sind. Mit etwas Überarbeitung könnte man daraus durchaus noch etwas machen. Aber ich habe schon Angst vor der Überarbeitung, dass ich alles nur verschlimmbessere oder kaputt mache. Du siehst – die Ängste sind allgegenwärtig.

Donnerstag, 11. April 2019, 23:42 Uhr

Heute habe ich von einer Freundin gehört, wie toll sie ihren Alltag plant und strukturiert. Das fand ich so super, dass ich mir dachte: Warum tust du das eigentlich nicht?

Mein Alltag ist pures Chaos. Okay, es gibt einen festen Termin, von 18:45 Uhr bis 19:40 Uhr wird die Glotze eingeschaltet. Da kommen erst die Nachrichten und dann AWZ. Das schaue ich immer. Und danach telefoniere ich meist mit dem Lieblingsmenschen, manchmal aber auch später. Und ganz zum Schluss wird am Manuskript geschrieben, sofern ich gerade eines in der Mache habe. Aber tagsüber herrscht ein absolutes Durcheinander. Dadurch, dass ich so spät aufstehe, habe ich leider auch nicht so viel freie Zeit.

Ich frage mich, wie ich es schaffen kann, auch etwas Ordnung in meinen Alltag zu bringen. Ich muss mir dringend etwas einfallen lassen. Ich glaube, wenn ich einen gut durchstrukturierten Tag hätte, würde meine Stimmung auch nicht immer so schwanken und die Ängste würden vielleicht auch leichter. Ich weiß es nicht – aber einen Versuch ist es doch allemal wert, oder nicht?

Freitag, 12. April 2019, 22:33 Uhr

Heute ging es mir ganz okay. Zwar dachte ich, mein Lieblingsmensch würde heute was mit mir unternehmen, aber er  hat kurzfristig abgesagt. Magen-Darm-Probleme. Da muss ich mich wohl noch ein bisschen gedulden. Vielleicht klappt es ja morgen mit einem Besuch. Er meinte, es ginge ihm schon ein bisschen besser. Ich mache mir Sorgen um ihn, nicht nur wegen der Magen-Darm-Beschwerden, sondern auch, weil er sich ständig so ausgelaugt und müde fühlt. Studieren ist anstrengend. Ich bin insgeheim froh, nie selbst studiert zu haben. Ich glaube, das hätte ich nicht gepackt.

So wie ich vieles in meinem Leben nicht gepackt habe. Ich bin froh, die Ausbildung zur FaMI erfolgreich abgeschlossen zu haben. Das hat mir wirklich viel bedeutet, denn es hat bewiesen, dass ich keine absolute Versagerin bin. Auch wenn die Ausbildung nicht so perfekt gelaufen ist, wie ich es gerne gehabt hätte. Aber den Abschluss habe ich in der Tasche und den nimmt mir keiner mehr weg.

Heute war ich wieder lange im Bett. Wieder bis nachmittags. Dabei bin ich eigentlich schon gegen 10 Uhr aufgewacht. Aber ich wollte einfach nicht aufstehen. Ich habe mir „SWR1 Leute“ angehört und danach bin ich einfach noch liegengeblieben.

Doch die Depression und Ängste waren heute auszuhalten. Als ich dann mal aus dem Bett draußen war …

Sonntag, 14. April 2019, 18:17 Uhr

Gestern Abend ging es mir wieder ganz schlecht. Ich hatte panische Angstzustände und hatte teilweise das Gefühl, dass alles um mich herum „nicht real“ sei. Ein furchteinflößender Zustand.

Ich habe eine E-Mail beantwortet, für die ich normalerweise etwa 30 Minuten gebraucht hätte, doch tatsächlich habe ich um die 3 Stunden (!) dafür gebraucht. Einfach weil ich mich kaum konzentrieren konnte und ständig das Geschriebene nachlesen musste. Jeder Formulierung habe ich hundertmal geändert, sodass es auch wirklich gut beim Gegenüber ankommt. Es war eine Katastrophe. Danach bin ich völlig erschöpft ins Bett gegangen. An Schreiben war gestern nicht zu denken.

Heute geht es mir wieder etwas besser, aber so unterschwellig ist die Angst noch da und auch meine Stimmung ist nicht so gut. Ich würde mich am liebsten den ganzen Tag im Bett verstecken. Aber das würde alles nur noch schlimmer machen. Deshalb bin ich aufgestanden und schreibe nun das hier. Es soll mir helfen, meine Gedanken zu ordnen.

Der Lieblingsmensch ist leider immer noch krank, daher haben wir uns noch nicht getroffen. Vielleicht morgen … :(

Wochenfazit

Diese Woche sollte eigentlich aufregend und toll werden, dabei war sie – bist auf Dienstag – ziemlich doof. Ich hatte immer wieder Stimmungsschwankungen und Angstzustände. Seinen Gipfel fand das am Samstag, als ich so extreme Ängste hatte, dass ich mich selbst nicht mehr gespürt habe und das Gefühl hatte, alles um mich herum sei unreal. Als würde ich neben mir stehen. Meinen Sieg beim Camp NaNoWriMo konnte ich auch nicht wirklich genießen. Es steht 4:3 für die Depression.


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