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Charaktere kennenlernen #1 – Der Charakterbogen

Um eine gute Geschichte zu schreiben, muss mal vielerlei Dinge beachten. Man sollte Ideen im Kopf haben, vielleicht auch einen detaillierten Plot, das Setting sollte ausgearbeitet sein und eventuell Worldbuilding betrieben werden.
Doch ein ganz wichtiger Punkt ist es, jene zu erschaffen, die der Geschichte Leben einhauchen: die Charaktere. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, diese zu entwickeln und besser kennenzulernen. Im Folgenden möchte ich dir ein paar Werkzeuge an die Hand geben, mit denen du Charaktere kreieren kannst.
Heute kümmern wir uns ganz um Charakterbögen. Im nächsten Teil (der kommenden Mittwoch, den 24.04.2019 erscheint) geht es um weitere Methoden, die du nutzen kannst.

Kurz und kompakt: Charakterbögen

Sie sind wohl die am weitesten verbreitete Methode, um Charaktere zu entwickeln. Charakterbögen finde ich immens wichtig, vor allem, wenn man noch am Anfang seiner Autorenkarriere steht. Aber auch sonst finde ich es praktisch, Charakterbögen an der Hand zu haben – einfach, um während des Schreibens bestimmte Details über die Charaktere nachschauen zu können. Denn wenn man viele Figuren in einer Geschichte hat, vergisst man gerne mal die Frisur oder Augenfarbe und dann ist es praktisch, wenn man sich diese Details irgendwo notiert hat. Welches Auto fuhr Charakter X nochmal? Und verträgt Charakter Y nun Erdnüsse oder nicht?

Manche Autoren füllen die Charakterbögen vor dem eigentlichen Schreiben aus, andere währenddessen. Ich fülle in der Regel die Punkte aus, die ich von Anfang an weiß und lasse alles andere offen. Später nehme ich dann noch Ergänzungen vor, wenn ich die Charaktere etwas besser kennengelernt habe. Das passiert meist beim Schreiben der eigentlichen Geschichte. Manchmal ändere ich auch Details nochmal ab, wenn ein Charakter sich als ganz anders entpuppt, als man anfangs festgelegt hat. Auch das kann passieren. Zum Glück sind die Charakterbögen ja nicht in Stein gemeißelt.

Ich persönlich gehe so vor, dass ich mir nur für die Hauptcharaktere Charakterbögen anlege. Alle Nebenfiguren sammle ich in einem gesonderten Dokument mit kurzen Beschreibungen des Äußeren, ihrer Funktion in der Geschichte, ihrem Alter und ihren wichtigsten Eigenschaften, sowie einem Ziel. Manchmal ergänze ich diese Kurzbeschreibungen auch noch mit wichtigen Details, die mir während des Schreibprozesses einfallen bzw. in die Geschichte einfließen.

Mein Charakterbogen ist sehr detailliert und ich habe ihn mehrmals erweitert und angepasst. Im Folgenden möchte ich euch die wichtigsten Punkte vorstellen, die mein Charakterbogen aufweist.

1. Name und Grunddaten

2. Außenbild

3. Auftreten und Verhalten

4. Physiologische Aspekte

5. Psychologische Aspekte

Optional können hier auch noch Persönlichkeitstypen wie MBTI oder das Enneagramm (weitere Infos dazu in Teil 2) angegeben werden.

6. Vergangenheit

7. Gegenwart

8. Zukunft

  • Wovon träumt er?
  • Was sind seine Ziele?
Das wären die wichtigsten Punkte, die mein Charakterbogen umfasst. Wie du siehst, ist er ziemlich detailliert und manche Fragen kann man sicher erst beantworten, wenn man den Charakter näher kennengelernt hat. Also nur keine Panik!
Man muss auch nicht jede Frage beantworten. Es reicht oft schon, wenn man die wichtigsten Punkte festgelegt hat. Je genauer man den Charakter allerdings beschreibt, desto besser kennt man ihn und es fällt einem leichter, ihn in der Geschichte interagieren zu lassen.
Ich hoffe, dass dieser Artikel dir weitergeholfen hat. Wie gesagt, in Teil 2 werde ich auf weitere Methoden eingehen, mit denen du deine Figuren besser kennenlernen kannst. Wenn es nicht der Charakterbogen ist, vielleicht hilft dir dann ein anderer Tipp zu diesem Thema weiter. Ich weiß, dass es AutorInnen gibt, die nie Charakterbögen nutzen. Das ist auch nicht schlimm. Jeder hat seine eigene Arbeitsweise.
Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, wie du deine Charaktere planst bzw. ob du sie überhaupt planst. :)
Dieser Artikel erschien zunächst beim Schreibmeer.

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