Rezension | „Nachtfrost“ von Jessica Bradley

(Unbezahlte Werbung)nachtfrost

Titel: Nachtfrost
Autorin:
Jessica Bradley
Genre: Drama, Märchenadaption
Verlag:
Selfpublishing
Seiten: 120 S.
Jahr:
2019
ISBN: 978-3749470303
Format: Taschenbuch (auch als E-Book erhältlich)
Preis:
9,95 € (E-Book: 5,99 €)

Klappentext

Die dreizehnjährige Laura flieht vor ihrem gewalttätigen und alkoholkranken Vater. Ihr Ziel: ihre Oma in Italien. Doch so leicht, wie sie es sich vorstellt hat, ist das Unterfangen nicht. Sie schlittert von einer Katastrophe in die nächste. Bis sie auf eine Gruppe Obdachloser trifft, die ihr wohlgesonnen sind. Bis auf Juri. Als Laura dann noch auf sein Geheimnis stößt, überschlagen sich die Ereignisse.

Das sozialkritische Drama Nachtfrost ist eine Hommage an Hans Christian Andersens Märchen: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern.

Meine Meinung

Zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei der Autorin Jessica Bradley für das Rezensionsexemplar und die Goodies bedanken. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Das Cover zeigt den Titel in einer scheinbar zu Eis gefrorenen Buchstaben. Der silber-schwarze Hintergrund wird mit Eisblumen verziert. Ich fand das Cover gut gelungen, da diese Geschichte im Winter spielt und die Kälte eine nicht unwichtige Rolle darin innehat. Den Titel „Nachtfrost“ fand ich – aus gleichem Grund – gut gewählt.

„Nachtfrost“ ist keine leichte Kost. Vorne im Buch wird darauf hingewiesen, dass die Geschichte Trigger enthalten kann. Mich hat das Buch zum Glück nicht getriggert, ich befand mich zum Zeitpunkt des Lesens aber auch in einer stabilen Verfassung. 

Der Roman ist mit 120 Seiten nicht dick und schnell gelesen. Die Kapitel sind kurz und aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Ich finde aber, dass die Geschichte hervorragend mit dem geringen Umfang auskommt. Sie ist spannend, herzzerreißend und emotional – alles, was man von einem guten Buch erwartet.

Die Protagonistin Laura ist erst dreizehn Jahre alt, doch hat sie in ihrem kurzen Leben schon viel Schmerz und Trauer aushalten müssen. Ich konnte mich gut in Laura hineinversetzen und habe mit ihr Seite um Seite mitgefiebert.

Eine meiner Lieblingsfiguren war Kalle, ein Obdachloser, der Laura aufnimmt. Er kümmert sie so liebevoll um sie, wie man es eigentlich von ihrem Vater erwarten sollte.

Dieser hingegen hat mir nicht so gut gefallen. Nicht nur, weil er ein Säufer ist und Laura misshandelt (er kam mit dem Tod seiner Frau wohl nie klar), sondern weil er überhaupt kein Interesse an seiner Tochter (die er als „Miststück“ oder „Drecksbalg“ bezeichnet) hat. Es scheint, als sei jeglicher Funken Vaterliebe erloschen. Das wurde vor allem in der Szene offensichtlich, in der er zur Polizei geht, um eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Die Tatsache, dass er weder ein Foto von seiner Tochter hatte, noch sie beschreiben konnte, hat mich doch ziemlich verstört. Ich meine, selbst wenn er 24/7 besoffen ist, sollte er doch seine Tochter kennen, oder? Mir wurde der Vater ein bisschen zu desinteressiert und herzlos beschrieben. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich an der Geschichte habe und er wiegt nicht so viel, dass ich ein Herzchen abziehen würde.

Der Schluss hat mich sehr berührt und er ist Jessica Bradley perfekt gelungen. Er hat fast ein bisschen etwas Magisches an sich. Ob Laura ihre Oma erreicht oder nicht, möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten.

Über die Autorin

Jessica Bradley, geboren 1977 in Nordrhein-Westfalen, schrieb bereits in den 90er Jahren Drehbücher für das Kinder- und Jugendtheater. Kinder- und Jugendbücher und Kurzgeschichten folgten. „Nachtfrost“ ist ihr Romandebüt. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Bonn.

Mein Fazit

Eine wunderschöne, rührende Lektüre, die es trotz ihrer Kürze vermochte, mich zu packen. Ich empfehle sie gerne weiter und vergebe ihr fünf Herzchen.

(Warnung: Dieses Buch kann triggern!)

Meine Bewertung

5herzchen


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