Was mir Musik bedeutet

Heute möchte ich einmal über ein ganz, ganz anderes Thema schreiben, als ich das in den letzten Jahren getan habe. Ich glaube, abgesehen vom ESC habe ich noch überhaupt nicht darüber geschrieben. Zumindest nicht hier. Es geht heute um Musik und was sie mir bedeutet. Und da ich in Zukunft öfter über das Thema schreiben möchte, gibt es jetzt den neuen Menüpunkt „Musik“ unter „Leben“.

Ich habe nicht immer Geschichten geschrieben. Ich habe auch nicht immer gelesen oder gebloggt. Es gab eine Zeit in meinem Leben, da habe ich vor allem eines getan: Musik gemacht.

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Wie alles begann

Ich habe schon immer gerne Musik gehört und gesungen. Schon als Zweijährige habe ich aus vollem Hals das Weihnachtslied „Eine Muh, eine Mäh“ von Peter Alexander mitgekräht.

In meinem Elternhaus wurde vor allem Klassik und Schlager gehört, was meine Kindheit geprägt hat. Als ich im Grundschulalter war, hat unser Vater uns zwei seiner Lieblingsbands aus Jugendtagen vorgestellt: ABBA und Middle Of The Road. Durch diese Bands kam ich auch ein bisschen mit Popmusik in Berührung, was allerdings längst nicht der Musik der 90er Jahre entsprach, in denen ich aufwuchs. Mit „moderner Musik“ konnten meine Eltern damals nicht viel anfangen.

Mit 6 Jahren begann ich, Geigenunterricht zu nehmen. Ich tat es allerdings hauptsächlich, um meine Eltern glücklich zu machen. Ich wusste, wie sehr sie sich wünschten, dass ich das Instrument spielte und da bereits damals schon sehr musikalisch war, dachten meine Eltern, das sei das perfekte Instrument für mich. Viel später erzählte mir meine Mutter, dass meine erste Geigenlehrerin ihr einmal im Vertrauen gesagt hatte, dass ich mehr ein „Klavierkind“ sei. Ich wünschte, meine Eltern hätten auf die Frau gehört, denn das hätte mir tatsächlich besser gefallen. Sowohl mein Vater als auch meine Mutter haben sich das Klavierspielen selbst beigebracht. Sie sind jetzt keine Virtuosen, aber können spielen. Vielleicht haben sie damals gedacht, dass ich mir das Klavierspielen auch irgendwann selbst beibringen könnte. Ich weiß es nicht.

Erst mit etwa 11 Jahren fing ich an, einen eigenen Musikgeschmack zu entwickeln. Ich lieh mir aktuelle CDs aus der Bücherei aus, hörte Radio, schnappte in der Schule Musik von meinen Klassenkameraden auf.

Wie ich zum Songwriting kam

Als ich 13 Jahre alt war, kam mein Vater auf die Idee, dass ich ein Lied, das er geschrieben hatte, singen und er mich auf dem Keyboard begleiten könnte. Das Ganze wollten wir aufnehmen und den Großeltern vorspielen. Von diesem Zeitpunkt an, kam ich auf die Idee, dass ich auch selbst Songs schreiben und aufnehmen wollte. Ich brachte mir also mehr oder weniger das Keyboardspielen bei und mit ca. 14 Jahren schrieb ich erste Songs und nahm sie auf. Ganz am Anfang machte ich das noch zusammen mit meiner Schwester unter dem Bandnamen „Two“, aber meine Schwester verlor leider schnell das Interesse daran. Also machte ich allein weiter.

Mein allererster selbstgeschriebener und aufgenommener Song heißt „Unser Onkele“, der äußerst humorvolle Text ist auf Schwäbisch und ich hatte ihn zusammen mit meiner Schwester für unseren Onkel aufgenommen, unseren ersten (und einzigen) Fan. Danach folgen englische Songs, deren Texte so miserabel sind, dass ich sie hier nicht wiedergeben möchte. ;-)

Mit der Zeit verstand ich, dass ich lieber in meiner deutschen Muttersprache Songs schreiben wollte. Je mehr ich mich darin übte, desto besser wurden sie. Mit dem Geigespielen hatte ich schließlich aufgehört. Stattdessen sparte ich mir das Geld für billige Instrumente zusammen. Ich kaufte eine E-Gitarre, eine Konzertgitarre, einen E-Bass und hatte das Keyboard meiner Eltern. Damit komponierte ich, nahm auf, verarbeitete meine Gefühle in meinen Texten. Manches davon veröffentlichte ich im Internet, bekam Feedback und arbeitete hart weiter daran. Natürlich war das Feedback meist von erfahrenen, erwachsenen Hobbymusikern, die ihre Instrumente beherrschten und viel besseres Equipment, sowie mehr Erfahrung als ich hatten. Es war also dementsprechend vernichtend. Doch davon ließ ich mich nicht unterkriegen.

Ein paar meiner Songs wurden sogar von Electro-Musikern als Remixe veröffentlicht. Darauf war ich ein bisschen stolz.

Wie ich mich entwickelte

2007 – 2010 nahm ich zudem Gesangsunterricht. Das machte mir sehr, sehr großen Spaß. Ich sang viele Songs aus Musicals, was mich total begeistert hat, denn ich liebe Musicals. Ich hatte auch einige Auftritte, mein „größter“ war vor etwa 400 Leuten Anfang 2008 bei einem Benefizkonzert.

Irgendwann kam mir das Leben dazwischen. Ich musste den Gesangsunterricht aufgeben, konnte wegen der Panikattacken keine Auftritte mehr absolvieren und auch das Songschreiben geriet in den Hintergrund.

2014 kaufte ich mir schließlich selbst ein Keyboard, da ich inzwischen aus meinem Elternhaus ausgezogen war. Da sich meine Englischkenntnisse mittlerweile deutlich verbessert hatten, versuchte ich mich wieder an englischen Texten. Es gab da die eine oder andere Aufnahme, die ich für sehr gelungen halte, wenn auch nicht gut genug, um sie ins Internet zu stellen. Viele der Songs sind auch noch nicht „fertig“.

In den Jahren danach folgten noch ein paar spontane Aufnahmen von Songideen, aber nichts, was ich mit anderen hätte teilen können.

Mein Musikgeschmack wandelte sich seit meiner Kindheit übrigens enorm. Ich höre zwar immer noch gerne Klassik – allerdings hauptsächlich „Neoklassik“ – aber so gut wie gar keinen Schlager mehr (Udo Jürgens bildet da eine Ausnahme, aber der hebt sich meiner Meinung nach sowieso vom herkömmlichen Schlager ab). Dafür aber umso lieber alles, was in Richtung Rock und Metal geht. Oldies liebe ich auch. Momentan höre ich z. B. sehr viel Billy Joel. In meinen Augen ist er ein fantastischer Songwriter, von dem ich noch viel lernen kann.

Schlussgedanken

Gerade in den letzten Tagen ist mir bewusst geworden, wie sehr ich das Musikmachen vermisse. Ich habe mein Keyboard bestimmt schon ein, zwei Jahre nicht mehr angerührt. Genauso meine Gitarren. Das ist sehr schade und ich sollte das unbedingt ändern. Leider ist der Mikrofonanschluss an meinem PC kaputt und verzerrt die Aufnahmen. Das nimmt mir ein bisschen den Spaß an der Sache. Aber ich bin mir sicher, ich werde irgendwann eine Lösung finden. Und vielleicht gibt es ja bald etwas von mir auf die Ohren. ;-)


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8 Kommentare zu “Was mir Musik bedeutet

  1. Liebe Myna, das wäre schön, wenn du wieder Musik machen würdest. Ich lerne seit 10 Jahren Klavier, als Kind habe ich etliche Jahre Sopran- und Altblockflöte gelernt. Ich komme auch aus einem sehr musikalischen Haus, vor allem Klassik.
    Liebe Grüße, Susanne

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    • Hallo Susanne,

      danke für deinen Kommentar.

      Oh, das ist toll. Blockflöte habe ich als Kind auch eine Weile gespielt. Noch bevor ich Geigenunterricht bekam, glaube ich. Meine Mama hat es mir beigebracht.

      Liebe Grüße
      Myna

      Gefällt 1 Person

      • Liebe Myna, meine Mutter war Berufsmusikerin (Geige), jetzt schon länger in Rente. Leider spielt sie nicht mehr, man müsste halt weiter fast täglich üben. Das bereitet ihr aber mittlerweile Schmerzen, also geht es nicht mehr.
        2 Stunden Geigenunterricht hatte ich, aber ich wollte lieber Flöte spielen. Heute ärgere ich mich, dass ich nicht auf die Klarinette gekommen bin, die liebe ich auch sehr. Aber das Klavier bereitet mir viel Freude und ich habe einen guten Lehrer.
        Liebe Grüße, Susanne 🎵🎹

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      • Hallo liebe Susanne,

        oh, das ist ja toll, dass deine Mama Berufsmusikerin war. Vermisst sie das Geigespielen sehr? Ich stelle es mir schwierig vor, wenn man sein ganzes Leben etwas getan hat und es dann im Alter nicht mehr ausüben kann. :( Das ist traurig.

        Darf ich fragen, in welchem Alter du mit Klavier angefangen hast? Bereits als Kind oder erst im Erwachsenenalter? Ich denke, wenn man als Kind anfängt, ist es leichter, aber wenn man wirklich mit Freude dabei ist, kann man auch vieles noch als Erwachsener lernen.

        Liebe Grüße
        Myna

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      • Liebe Myna,
        sie vermisst es schon, aber es hilft ja nix. Unter Schmerzen zu spielen, ist keine Alternative. Dafür spielt sie aber auch noch Klavier.
        Ich habe mit 30 angefangen und muss viel üben, um halbwegs gut spielen zu können. Es sind auch eher einfache Stücke. Aber ich bin mit Freude dabei und das ist für mich die Hauptsache.
        Liebe Grüße, Susanne

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      • Liebe Susanne,

        ja, das stimmt natürlich. Tut mir trotzdem leid für deine Mutter. Gut, dass sie das Klavierspielen noch hat.

        Oh mit 30, das macht mir Mut. Ich bin vor ein paar Wochen 30 geworden. :D Dann ist es ja noch nicht zu spät. Klar, viel Übung gehört immer dazu, wenn man etwas lernen möchte. Aber wenn einem etwas Freude macht, dann übt man ja auch gerne. :)

        Liebe Grüße
        Myna

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      • Liebe Myna,

        das ist schon traurig, wenn man bedenkt, wie lange und gern sie musiziert hat.

        Es ist nie wirklich zu spät, außer natürlich um Starpianist zu werden. 😁 Und wenn man regelmäßig übt, hat man schon Erfolge. Ein guter Lehrer ist auch viel wert.

        Liebe Grüße, Susanne

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