Mein Brief an … The Beatles

Heute gibt’s mal wieder einen öffentlichen Brief – und zwar an eine Band, die einen ganz besonderen Platz in meinem Leben einnimmt. Dabei waren zwei der Mitglieder bereits  tot, als ich auf den Geschmack kam, und ich kannte kaum Gleichaltrige, die meine Fanliebe teilten. Die Rede ist von den Beatles.

Mein Brief an The Beatles

Liebe Beatles,

wow, ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Brief einmal schreibe. Ich meine, wenn diese Zeilen euch erreichen, ist die Hälfte von euch bereits tot. Aber vielleicht können John und George den Brief ja dort lesen, wo auch immer sie jetzt sind.

Wie dem auch sei – ich sitze hier und fühle mich ins Jahr 2004 zurückversetzt. Es war Sommer und ich war total verliebt. Mein Schwarm war 17, also drei Jahre älter als ich, und ich wusste nicht viel über ihn. Da ich zu schüchtern war, um ihn anzusprechen, schrieb ich ihm einen Liebesbrief. Ja, so richtig mit Stift auf Papier und Briefmarke. Ich hatte seine Adresse aus dem Telefonbuch und um ehrlich zu sein, war ich mir damals nicht mal sicher, ob es tatsächlich seine Adresse war. Aber ich glaubte, zu wissen, in welcher Stadt er wohnte und dort gab es nur eine Familie mit seinem Nachnamen. Jedenfalls bekam er meinen Brief und wir begannen zu schreiben – per E-Mail, weil das dann doch einfacher und auch günstiger war. Ich fand heraus, dass er Gitarre spielte – und zwar sehr gerne Lieder von euch, den Beatles. Ich hatte bis dahin nicht viel von euch gehört. Ich wusste zwar, dass es euch vor einigen Jahrzehnten gegeben hatte (jeder kennt die Beatles, nicht wahr?), aber da meine Eltern euch nicht hörten (die standen eher auf ABBA), hatte ich keinerlei Ahnung von eurer Musik.

Zum Glück gab es die Stadtbücherei in unserem kleinen Örtchen, die auch CDs verlieh. Und weil ich neugierig war, was für Musik mein Schwarm machte, lieh ich mir eine CD von euch aus – und war sofort begeistert.

Was soll ich sagen? Während aus meinem Schwarm und mir nie etwas wurde, infizierte ich mich quasi 40 Jahre nach der eigentlichen Beatlesmania mit dem Pilzkopffieber. Ich fing an zu kreischen, wann immer ihr im Fernsehen erwähnt wurdet oder ich sonst irgendwo auf euch stieß. Ich hörte eure Lieder rauf und runter, bis ich sie auswendig mitsingen konnte.

Ein absolutes Highlight war, als mein Vater von seinem Arbeitskollegen originale alte Beatles-Schallplatten für mich auslieh und ich diese auf Papas Uraltplattenspieler anhörte, der in meinem Zimmer stand. Ich liebte es und jedes Mal, wenn ich eure Platten auflegte und die Musik zu spielen begann, hatte ich das Gefühl, in der Zeit zurückzureisen.

Ich träumte davon, eine Zeitmaschine zu erfinden und euch zu besuchen. Total albern, ich weiß. Noch alberner war, dass ich mich irgendwann in George verguckte. Man kann sagen, dass ich mir jeden Abend im Bett Fan Fictions über euch zusammengesponnen hatte, sie aber leider nie aufschrieb. Da ich selbst darin keine unbedeutende Rolle spielte, konnte ich einfach nicht darüber schreiben. Dabei kam ich mir lächerlich vor und ich hatte Angst, dass jemand Drittes meine Fanfantasien lesen könnte. Das war mir peinlich.

Auch wenn ich mittlerweile noch viele, viele andere Lieblingsbands in mein Leben integriert habe, seid ihr nach wie vor meine absoluten Favoriten und ich schäme mich auch nicht, in einem Beatles T-Shirt herumzulaufen,  auf das ich im Übrigen häufig von Leuten aus der Generation meiner Eltern angesprochen werde.

Ich bin stolz darauf, ein Beatles-Fan zu sein. Auch wenn ich als Teenager in der Schule dafür schief angeschaut wurde. Aber ich habe mich eh meistens für andere Dinge interessiert, als meine Klassenkameraden. Daher war mir das egal.

Danke, dass ihr mit eurer Musik und eurem Humor mein Leben bereichert habt. Ich hoffe immer noch, Ringo und Paul irgendwann live auf der Bühne zu sehen. Vielleicht habe ich ja Glück und mein Träumchen wird wahr – wenn ich schon nicht alle vier zusammen spielen sehen kann.

Oder jemand erfindet endlich die verdammte Zeitmaschine. ;-)

Es grüßt euch

eure Myna


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9 Kommentare zu “Mein Brief an … The Beatles

  1. Liebe Myna, mit deiner Zeitmaschine würde ich dann gern mitkommen. Ich bin auch ein absoluter Fan der Beatles und war auf zwei Revival-Konzerten. Auf den originalen konnte ich leider nicht dabei sein. 😉
    Mich hat mein Vater mit dem Beatles-Virus infiziert und mir damals viele Kassetten mit ihrer Musik geschenkt. Ich muss also auch so 13 oder 14 gewesen sein.
    Liebe Grüße, Susanne

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    • Hallo liebe Susanne,

      ooooh ein weiterer Beatles-Fan, wie toll :) <3 Freue mich riesig, zu hören, dass du die Band ebenso magst wie ich. Oh ja, Revival-Konzerte wären auch noch eine Idee. Das habe ich bisher noch nie gemacht. Warst du schon im Beatles-Museum in Halle (Saale)? Da war ich 2006 oder so mit meiner Familie und es war ein echtes Mekka für Beatles-Fans. :D

      Liebste Grüße
      Myna

      Gefällt 1 Person

  2. Mein Beatles-Shirt ist leider kaputt gegangen und ich habe bisher keinen adäquaten Ersatz gefunden. 😉 Ich hab ihre Lieder früher auf Klavier hoch und runter gespielt.
    Grüße, Katharina

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