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Rezension | „Die Liebe der Kellerwesen“ von Anna Gasthauser

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Buch "Die Liebe der Kellerwesen" von Anna Gasthauser
Cover: Laura Newman

Titel: Die Liebe der Kellerwesen
Autorin:
Anna Gasthauser
Genre: Horror/Grusel mit romantischen Elementen
Verlag:
Books on Demand
Seiten: 312
Jahr:
2019
ISBN: 978-3750427648
Format: Taschenbuch (auch als E-Book erhältlich)
Preis:
9,99 € (bzw. E-Book 2,99 €)

Klappentext

Furcht vor dem Übernatürlichen – ein Gefühl, das Lydia bisher nicht kannte. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass das wahre Leben weit erschreckender ist, als es Geister oder Untote je sein könnten. Doch als sie den mysteriösen Firmenkeller betritt, taucht sie in eine fremde Welt ein, die sie in Angst versetzt und gleichzeitig fasziniert …

Benno, der junge Hausmeister, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geheimnisse des Kellers zu bewahren. Er ist ein Einzelgänger und hält sich die Menschen so gut es geht vom Hals, bis die Büroangestellte Lydia in sein Leben stolpert und seine Gefühle gehörig durcheinanderbringt. Bald sind es nicht mehr die Kellerwesen, die er schützen muss, sondern Lydia! Denn ein unheilvoller dunkler Mann streckt bereits die Finger nach ihr aus und zieht sie immer tiefer in seinen Bann.

Eine außergewöhnliche Geschichte voller Mystik, Spannung und Leidenschaft.

Zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei Anna Gasthauser für das Rezensionsexemplar bedanken. Ich habe mich sehr gefreut – vor allem auch über die persönliche Widmung.

Worum geht’s?

Der Klappentext verrät bereits ziemlich gut, worum es in diesem Buch geht. Trotzdem möchte ich ein paar Worte dazu sagen.

„Die Liebe der Kellerwesen“ ist die überarbeitete und erweiterte Version von Anna Gasthausers Debütroman „Kellerwesen – Die Welt zwischen den Wänden“ (der nicht mehr erhältlich ist).

Wer bei „Die Liebe der Kellerwesen“ eine Schnulze erwartet, wird enttäuscht sein.  Ja, das Buch beinhaltet romantische Elemente, aber im Vordergrund stehen der Keller (in dem der Großteil der Handlung stattfindet) und was dieser mit der Protagonistin Lydia macht.

Viel wichtiger als die Romanze, ist die Freundschaft und das Vertrauen, dass sich zwischen Lydia und Benno entwickelt – auch wenn die Liebesgeschichte gegen Ende an Bedeutung gewinnt.

Lydia fürchtet sich zunächst schrecklich vor dem Keller, in dem sie angeblich Akten digitalisieren muss. Benno fühlt sich anfangs in seiner Ruhe gestört und gibt sich grummelig und ablehnend, liebt es aber auch, Lydia aufzuziehen. Hierzu ein Zitat, dass ich unbedingt in meiner Rezension erwähnen wollte, weil es mich zum Schmunzeln gebracht hat:

„Es ist so still hier unten“, sagte Lydia. „Man hört absolut nichts von oben. Keine Stimmen, kein dumpfes Trampeln. Nicht mal das Krachen des Fahrstuhls.“

„Ja, nicht wahr?“, antwortete Benno, als wäre das etwas Wunderbares. „Wir sind ziemlich tief unten und die Decke ist sehr massiv.“

„Wenn es im Gebäude brennt und da oben der Alarm losgeht, bekommen wir das hier mit?“ Lydia hatte versucht, die Frage beiläufig klingen zu lassen.

„Wahrscheinlich nicht“, antwortete er ebenso gelassen. „Da oben hört auch niemand unsere Schreie.“

(Gasthauser, Anna: „Die Liebe der Kellerwesen“, Books on Demand, Norderstedt, Seite 38)

Das Buch hat also durchaus Humor. Doch so leicht es an manchen Stellen ist, so tragisch wird es im letzten Viertel. Der im Klappentext erwähnte „unheilvolle dunkle Mann“ spielt dabei eine große Rolle. Und der Keller selbst, der eine unheimliche Macht auf Lydia ausübt. Benno, der sie inzwischen lieb gewonnen hat, macht sich zunehmend Sorgen und versucht, Lydia vor dem Kellerwesen zu retten. Ob ihm das gelingt, wird an dieser Stelle nicht verraten. Damit aber auch noch ein düsteres Zitat in dieser Rezension vorkommt, hier noch ein Satz, der mir besonders gut gefallen hat (der Inhalt der eckigen Klammern ist von mir hinzugefügt):

Er [Benno] umklammerte Lydia, während das schreckliche Gefühl der Endgültigkeit näher und näher kroch und ihn bald wie ein dunkler, schwerer Rauch umgab.

(Gasthauser, Anna: „Die Liebe der Kellerwesen“, Books on Demand, Norderstedt, Seite 246)

Meine Meinung

Das Cover des Buches ist ein echter Blickfang. Eine schwarze, vertrocknete Rose prangt auf dunklem Hintergrund. Oben und unten sind Glasscherben zu erkennen. Die Designerin des Covers war übrigens Laura Newman. Die Rose könnte man als Bild für Lydia deuten, die zunehmend „verdorrt“. Gleichzeitig ist sie natürlich auch ein Symbol für die Liebe – aber eine düstere Liebe in diesem Fall.

Den Titel „Die Liebe der Kellerwesen“ fand ich zunächst etwas irreführend, weil die „Liebe“ zwischen den „Kellerwesen“ (ich gehe davon aus, dass hiermit Lydia und Benno gemeint sind), erst sehr spät eine Rolle spielt. Und auch hier möchte ich nochmal betonen: Wer eine vor Romantik triefende Liebesgeschichte mit heißem Sex und einem Heiratsantrag erwartet, wird mit diesem Buch nicht glücklich. Es kommt Liebe vor, ja. Aber viel Gefummel oder dergleichen gibt es nicht – das Düstere und Liebeskummer stehen eher im Fokus. Im Nachhinein betrachtet, finde ich den Titel aber gar nicht mehr so schlecht. Es IST eine Liebesgeschichte – aber sie ist anders.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Lydia erzählt, ab und zu auch aus der von Benno. Da der Roman in der 3. Person Singular verfasst ist, kommt man auch nicht durcheinander und weiß immer genau, aus welcher Sicht gerade berichtet wird.

Besonders gefallen haben mir die Beschreibungen des düsteren Kellers. Gleich ganz am Anfang, im zweiten Kapitel, war ich völlig gefesselt davon, wie Lydia sich zum ersten Mal dort hinunter traut. Ich fühlte mich richtig in die Situation versetzt und ein beklemmendes Gefühl machte sich in mir breit.

In Lydia konnte ich mich selbst wiederfinden. Sie ist introvertiert und ängstlich, gleichzeitig aber auch furchtbar neugierig. Mit Benno hat sie einige Gemeinsamkeiten – ich glaube, das ist es auch, warum er sie in seiner Nähe akzeptiert. Sie ist eine Einzelgängerin, genau wie er, und nicht besonders redselig. Erst mit der Zeit öffnet sie sich etwas und die beiden kommen ins Gespräch.

Benno hat mir fast noch besser gefallen, als Lydia. Er gibt sich zwar nach außen hin ein bisschen mürrisch, hat aber ein großes Herz. Er macht es sich zur Aufgabe, Lydia zu beschützen und genießt mehr und mehr ihre Anwesenheit. Manche Dinge hält er vor Lydia geheim, weil er Angst um sie hat. Schlussendlich findet sie sie aber doch heraus und sein größter Albtraum wird wahr.

Außer Lydia und Benno kommen nur noch eine Handvoll Nebenfiguren vor, wie z. B. der geschwätzige Kollege Albatros und Lydias Vorgesetzter Henry Eisenberg, der nicht so unschuldig ist, wie er vorgibt. Der Fokus liegt aber auf Lydia, Benno und dem Keller (der ein Eigenleben führt und daher fast auch als „Charakter“ betrachtete werden kann). Oh, und es kommt eine geheimnisvolle Katze darin vor, die durch die Gänge schleicht.

Die kurzen Kapitel habe ich geliebt. So konnte ich das Buch gar nicht mehr zur Seite legen. Für mich gibt es beim Lesen nichts schlimmeres, als eigentlich aufhören zu müssen (weil die Zeit fortgeschritten ist), dann zu einem neuen Kapitel zu kommen und festzustellen, dass es 30 Seiten lang ist. Wie schön ist es, wenn das nächste Kapitel nur 10 Seiten hat und man es „auch noch schnell“ lesen kann? Und dann das nächste. Und das übernächste … ihr kennt das. Da ich meist abends draußen auf dem Balkon gelesen habe, hörte ich erst damit auf, als es so dunkel war, dass ich beim besten Willen nichts mehr entziffern konnte.

Ich habe ja sowohl die erste Version des Buches gelesen, die 2016 erschienen war, als auch diese neue Version. Obwohl mir der Erstling wirklich gut gefallen hat, fand ich die Neuauflage noch besser. Vor allem geht sie über das ehemalige Ende hinaus, was ich wahnsinnig spannend fand.

Über die Autorin

Anna Gasthauser wurde 1980 geboren. „Kellerwesen – Die Welt zwischen den Wänden“ war ihr Debütroman, der 2016 erschien und 2019 unter dem Titel „Die Liebe der Kellerwesen“ neu aufgelegt wurde. Seither veröffentlichte die Autorin weitere Bücher im Selfpublishing und in Verlagen. Sie lebt in Potsdam.

Mein Fazit

Ein spannender, düsterer Roman für alle Fans einer gruseligen Atmosphäre und dem Übersinnlichen. Obwohl es sich um einen Horrorroman handelt, kommt er ohne haufenweise Blut aus und enthält romantische Elemente. Für mich ganz klar fünf Herzchen! Ich empfehle das Buch gerne weiter.

Meine Bewertung

5herzchen


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