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Rezension | „Saving Rapunzel“ von Rabea Blue

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Titel: Saving Rapunzel (Märchenspinnerei, Buch 19)
Autorin:
Rabea Blue
Genre: Liebesroman, Märchenadaption
Verlag: 
Machandel-Verlag
Seiten: 180 S.
Jahr:
2019
ISBN: 978-3-959591676
Format: Kindle E-Book (auch als Taschenbuch verfügbar)
Preis:
2,99 € (Taschenbuch: 9,99 €)
Offizielle Website: *klick*

Klappentext

„Eine eingesperrte Frau
Ellenlanges Haar
Ein Mordprozess

Janes Ehemann ist vor ihren Augen verbrannt. Für den sektenähnlichen „Alten Kreis“, dem das Opfer angehörte, ist die Sache klar: Es war Mord. Ein Mord, für den sie sofort Jane und deren Gärtner Diego verantwortlich machen. Doch was ist das Motiv? Wie brach das Feuer aus? Und werden die Geschworenen die Angeklagten für schuldig erklären?

Rapunzel einmal anders. „Saving Rapunzel“ ist eine bedrückende Abwandlung des bekannten Märchens der Gebrüder Grimm, in der Rabea Blue das Thema häusliche Gewalt und Unterdrückung von Frauen aufarbeitet. Nach und nach erkennt Jane, dass das reale Leben nicht so sein muss, wie man es ihr seit Kindesbeinen vorgegeben hat.

19. Buch aus den Reihen der Märchenspinnerei.“

Zunächst möchte ich der Autorin Rabea Blue ganz herzlich für das Rezensionsexemplar danken. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Worum geht’s?

„Saving Rapunzel“ ist bereits das 19. Buch der Märchenspinnerei. Es handelt sich dabei um eine romantische, aber ebenso spannende und fantastisch angehauchte Märchenadaption von – wer hätt’s gedacht – „Rapunzel“.

Die Geschichte dreht sich um die junge Jane Hall, die als Angeklagte vor Gericht steht. Es wird ihr vorgeworfen, ihren Mann, den wesentlich älteren Theodore Hall, umgebracht zu haben. Mit ihr angeklagt ist der Gärtner Diego Torres, der dabei war, als Theodore zu Tode kam. Doch haben wirklich Jane und Diego das Opfer umgebracht?

Ein Motiv hätten sie allemal. Der „Alte Kreis“, eine sektenähnliche Vereinigung, in der Jane aufgewachsen ist, hat seine ganz eigenen Regeln und Vorstellungen, wie man mit Frauen umgeht. Dementsprechend unglücklich ist Jane auch in ihrer Ehe – bis ihr Mann Diego als Gärtner einstellt und dieser auf sie aufmerksam wird. Wird er Jane aus ihrer Situation retten können?

Hier ein Zitat, das mir gut gefallen hat und das Janes Situation perfekt beschreibt:

„Es würde ziemlichen Ärger geben, wenn dein Mann uns hier zusammen sieht, oder?“

Sie zuckte zusammen, als er Theodore erwähnte. Für den Bruchteil einer Sekunde sah sie ihm in die Augen, ließ ihren Blick dann wieder durch das Zimmer schweifen. „Darüber denke ich lieber nicht nach“, lenkte sie ab.

Meine Meinung

Das Cover zeigt eine junge Frau, die am Fenster steht und ihren langen Zopf hinunterlässt. Ein passenderes Cover könnte eine „Rapunzel“-Adaption wohl nicht haben. Ich finde sowohl das Motiv, als auch die Farben und Gestaltung mit dem Blattwerk sehr gut gewählt. Das Cover hat mich sofort angesprochen.

Auch der Titel ist toll, wenn man davon absieht, dass es bereits mehrere Bücher mit diesem Titel gibt und ich englischen Titeln von deutschen Büchern immer ein bisschen kritisch gegenüber stehe. Aber im Grunde genommen beschreibt er genau das, worum es im Buch geht: „Rapunzel“ (Jane) zu retten.

Am Anfang jeden Kapitels befinden wir uns in der Gerichtsverhandlung, in der Jane und Diego als Mörder angeklagt sind. Etwa ab der Mitte der Kapitel folgen Rückblenden, die die eigentliche Geschichte erzählen. Ich fand diese Herangehensweise sehr interessant und abwechslungsreich. So sieht man die Handlung aus verschiedenen Perspektiven, was eine wahre Bereicherung ist.

Was die Figuren betrifft, ist Diego eindeutig mein Liebling. Er hat ein gutes Herz und ist aufrichtig und loyal. Zumindest Jane gegenüber. Er setzt sich über Regeln hinweg, um ihr zu helfen. Das finde ich sehr stark. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch: In der Handlung heißt es irgendwann, dass Diego der „Hausmeister“ sei, wobei sonst immer davon die Rede ist, dass er als „Gärtner“ bei den Halls beschäftigt sei. Das hat mich ein bisschen verwirrt und ich war mir nicht sicher, ob das Absicht oder ein Versehen war.

Mit Jane musste ich erst warm werden. Sie tat mir ein bisschen leid, weil sie so lange Haare hat (ich bin mittlerweile von der Kurzhaarfraktion, ist einfach pflegeleichter ^^). Aber sicher gibt es auch Menschen, die sie um ihren „Gendefekt“ beneiden, dass ihre Haare schneller wachsen, als gewöhnlich. Natürlich tat sie mir nicht nur deshalb leid, sondern in erster Linie auch, weil sie wirklich kein einfaches Leben führt. Doch sie ist mutig. Sie geht ein Risiko ein und setzt alles aufs Spiel – ob es sich für sie lohnt, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Theodore ist ein wahrer Horror-Ehemann. Zwar ist er wohlhabend und sorgt dafür, dass es Jane an nichts fehlt (bis auf Freiheit und Liebe *hust*), doch er behandelt sie wie den letzten Dreck. Dass er in der Geschichte gestorben ist, tat mir überhaupt nicht leid. Jetzt im Nachhinein frage ich mich, ob er vielleicht einen Tick zu negativ dargestellt wurde. Ich meine, mich hätte sein Tod vermutlich mehr berührt, wenn er wenigstens ein winziges bisschen Menschlichkeit gezeigt hätte. Aber darüber könnte man jetzt spekulieren und da mich das beim Lesen nicht gestört hat, möchte ich es auch nicht groß platt treten.

Das Allerspannendste an der Geschichte war meiner Meinung nach aber die Sekte. Es hat mich fasziniert, wie weit der „Alte Kreis“ geht, um Mitglieder zu gewinnen und wie er diese behandelt. Ich finde ja solche Psychospielchen und Manipulationen von Menschen furchtbar spannend. Ich kann gut verstehen, warum Theodore gerne Mitglied des „Alten Kreises“ war. Als Mann hatte er darin nur Vorteile. Jane hat als Frau allerdings – entschuldigt den Ausdruck – die Arschkarte gezogen. Dass sie im Laufe der Handlung lernt, sich nicht mehr alles gefallen zu lassen, zeugt von unheimlicher Stärke. Dafür bewundere ich sie.

Doch hat sie wirklich Theodore ermordet? Oder ist das alles nur ein blöder Zufall? Das erfährst du, wenn du das Buch liest – wozu ich dir absolut raten kann! Ich habe ja die meisten Bücher der Märchenspinnerei gelesen und dieses gehört definitiv zu meinen Favoriten.

Über die Autorin

Rabea Blue wurde 1985 in Frankfurt am Main geboren. Als Schülerin schrieb sie erste Kurzgeschichten und entdeckte das Schreiben für sich. Nach dem Abitur studierte sie Betriebswirtschaftslehre und legte eine lange Schreibpause ein. Erst als sie begann, als Unternehmensberaterin zu arbeiten, fing sie wieder an, Kurzgeschichten zu verfassen – bis ihr das irgendwann nicht mehr genug war. So entstanden erste längere Texte. 2017 erschien ihr Debütroman „Savers – und es gibt sie doch (Akademie der Engel, Teil 1)“ im Selfpublishing. Weitere Bücher folgten. Sie ist Mitglied im Nornennetz und Selfpublisher-Verband. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Südhessen. Mehr Infos über sie und ihre Bücher findest du auf ihrer Homepage.

Mein Fazit

Eine spannende Märchenadaption über eine junge Frau, die lernt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ich empfehle das Buch gerne weiter und vergebe ihm volle fünf Herzchen.

Meine Bewertung

5herzchen


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