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Depression vs. Camp NaNoWriMo

Vergangene Woche ist ja – wie jeden Juli – das Camp NaNoWriMo wieder gestartet. Natürlich wollte ich wieder mitmachen. Allerdings als „Rebell“: Anstatt an einem einzelnen Romanprojekt zu schreiben, wollte ich verschiedene Projekte anpacken. Ich habe mir das als abwechslungsreiches, produktives Camp vorgestellt – doch dann kam die Depression und alles wurde anders als geplant.

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Sie kam völlig aus dem Nichts.

Die ersten drei Tage des Camps liefen noch ganz gut. Ich habe zwar nicht so viel geschrieben wie sonst, aber ich war völlig im Plan und hatte auch Spaß dabei.

Freitagabend dann der Absturz. Düstere Gedanken drängten sich auf und das schwere, dumpfe Gefühl der Niedergeschlagenheit und Melancholie machte sich in mir breit. In der Hoffnung, dass dies nur ein kurzes Intermezzo sein würde, lenkte ich mich ab und versuchte, mich auf andere Gedanken zu bringen.

Doch am Samstag war diese bleierne Schwere noch immer da. Obwohl mein Lieblingsmensch mich besuchte und wir wirklich einen schönen Tag miteinander verbrachten (leckeres Essen, Spaziergang am Fluss, schöne Gespräche, kuscheln, …), wurde ich diese düstere Stimmung einfach nicht los. Ich wurde zunehmend gereizter und das bekam der arme Lieblingsmensch zu spüren, der doch überhaupt nichts dafür konnte. Ich versuchte, mich zusammenzureißen, mich mit positiven Gedanken optimistischer zu stimmen. Doch es klappte nicht. Den Sonntag verbrachte ich fast vollständig im Bett. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich am Wochenende kein einziges Wort geschrieben habe.

Am Montag bekam ich Besuch von meinen Eltern. Irgendwie schafften sie es, dass es mir wieder ein bisschen besser ging. Doch den Tag darauf verkrümelte ich mich wieder im Bett. Auch Montag und Dienstag schrieb ich überhaupt nicht – und das, obwohl ich am Mittwoch das neue Kapitel meines Blogromans hochladen wollte. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe das nicht geschafft.

Doch dann kam der Mittwoch, der alles änderte. Mit einem Rückstand von fast 3.000 Wörtern musste ich im Camp wieder kräftig aufholen. Und das nahm ich mir am Mittwoch vor. Ich hatte an diesem Tag einen Termin mit meinem Psychiater und war danach relativ gut gestimmt, was ich natürlich sofort ausnutzen wollte. Auch wenn ich das Kapitel erst am Donnerstagabend hochgeladen habe, habe ich es dennoch am Mittwoch noch fertigbekommen, inklusive Überarbeitung. Und ich habe am Donnerstagmorgen noch fast 1.150 Wörter an meinem Roman #ProjektNKweitergeschrieben. Damit war das Defizit im Camp wieder ausgeglichen.

Mittlerweile bin ich wieder „on track“ was das Camp betrifft und darauf bin ich sehr stolz. Ich hatte zwischenzeitlich überlegt, mein Ziel von 15.000 Wörtern (was ja schon relativ wenig ist), auf 10.000 zu senken, aber mein Ehrgeiz hat es mir verboten und ich möchte noch weiter daran festhalten.

Wie geht es mir heute? Nun, die Depression ist noch da. Den Donnerstag habe ich wieder fast ausschließlich im Bett verbracht. Aber ich kämpfe mich eben so durch, versuche, mich nicht unterkriegen zu lassen. Gleichzeitig bin ich aber auch in einer ganz lieben internationalen Group beim Camp, die mich und meine „mental health struggles“ unterstützt und mich immer wieder daran erinnert, dass meine Gesundheit wichtiger ist, als irgendein Schreibziel. Da haben sie recht. Deshalb versuche ich, die Balance zu wahren zwischen Self-Care und Fleißarbeit.

Machst du auch beim Camp mit? Wenn ja, wie läuft es bisher für dich? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.


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8 Kommentare zu „Depression vs. Camp NaNoWriMo

  1. Liebe Myna. Ich finde es toll, dass du dich trotz deiner Depression schreibst und versuchst, deine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. 👍 Ich mache auch mit, Ziel sind 15500 Wörter. Sieht momentan gut aus.
    Liebe Grüße und weiter so, Susanne

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Susanne,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine lieben Worte. Ja, ich denke, wenn man versucht, trotzdem Schritt für Schritt weiterzumachen, hilft einem das, nicht völlig in ein Loch zu fallen. Aber natürlich muss man auf sich Acht geben und darf sich nicht unter Druck setzen. Toll, dass du auch beim Camp mitmachst. Ich wünsche dir noch viel Erfolg weiterhin.

      Liebe Grüße
      Myna

      Gefällt 1 Person

      1. Liebe Myna, du hast Ziele und Träume, das ist immer gut. Ich kenne mich mit Depressionen nicht aus, aber ich bin mir sicher, es ist oft sehr schwer, damit umzugehen. Umso besser, dass du schreibst und kreativ bist.
        Ich arbeite mich kapitelweise vorwärts, Schritt für Schritt.
        Liebe Grüße, Susanne

        Gefällt 1 Person

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