Tagesausflug in den Schwarzwald

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Eigentlich wollte ich dir an dieser Stelle wieder ein Camp-NaNoWriMo-Update geben, aber es hat sich in den letzten Tagen nicht viel getan. Bis Freitag habe ich noch fleißig geschrieben, dann herrschte wieder Ebbe. Samstag war ich auf einer Geburtstagsfeier, Sonntag hatte ich Besuch und Montag – ja, da habe ich etwas ganz besonderes unternommen: Einen Tagesausflug in den Hochschwarzwald und den Zollernalbkreis. Da es darüber deutlich mehr zu berichten gibt, als über das Camp, habe ich beschlossen, in meinem Blogpost diese Woche über meinen Ausflug zu sprechen.

Schwarzwald & Zollernalb Blogpost Bild Sonnenuntergang

Spontaner Vorschlag

Vor etwa zwei Wochen unternahmen meine Eltern einen Ausflug in den Schwarzwald und schickten uns ein Foto via WhatsApp. Da ich bemerkte, wie gerne ich jetzt auch dort wäre, versprach mir mein Vater, mich beim nächsten Mal mitzunehmen. Das dies so schnell passieren würde, hätte ich nicht erwartet.

Wie in der Einleitung erwähnt, war ich am Samstag auf einem Geburtstag. Meine Eltern waren ebenfalls anwesend und ich plauderte ein wenig mit meinem Vater. Ganz spontan fragte er: „Hast du nächste Woche irgendwelche Termine?“
Ich überlegte, schüttelte dann aber den Kopf. Bis auf die üblichen Arbeiten (schreiben, bloggen, Social Media, etc.) stand nichts auf dem Plan.
Mein Vater daraufhin: „Könnten wir dann nächste Woche unseren Ausflug machen? Vielleicht am Montag?“
„Ja, natürlich“, entgegnete ich begeistert und überfordert zugleich. Bis zum Montag blieben mir noch zwei Tage, um mich mental auf den Ausflug vorzubereiten. Ich gebe zu, Spontaneität zählt nicht gerade zu meinen Stärken. Aber diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen und mein Vater meinte, dass am Montag (13. Juli 2020) das Wetter am vielversprechendsten war.

Wandern will gelernt sein

Da mein Vater mir prophezeite, dass ich bei unserem Ausflug ein Stück zu Fuß gehen müsse und ich die Kondition einer Kartoffel habe, beschloss ich, am Sonntag ein bisschen zu „trainieren“. Ich erwartete Besuch von meinem Lieblingsmenschen und gemeinsam machten wir einen extra langen Spaziergang am Neckarufer. Zuerst dachte ich bereits nach wenigen hundert Metern, dass ich gleich zusammenbrechen würde, doch je weiter ich mich vorwärts kämpfte, desto besser ging es.

Der Tag des Ausflugs ist da

Trotzdem sorgte das dafür, dass ich am nächsten Morgen ziemlichen Muskelkater hatte. Glücklicherweise brachen wir nicht früh zu unserem Ausflug auf, da wir bis spät abends unterwegs sein würden.

Das war unser Tagesplan:

11:45 Uhr   Abfahrt
15:00 Uhr   Ankunft an den Todtnauer Wasserfällen
17:00 Uhr   Rückfahrt mit Zwischenstopp im Zollernalbkreis
19:00 Uhr   Ankunft im Zollernalbkreis mit Abendessen
20:00 Uhr   Aufbruch zum Traufgang Zollernburg-Panorama
22:00 Uhr   Rückfahrt

Abfahrt

Ratet mal, wer mal wieder nicht rechtzeitig fertig wurde? Genau, ich! Zwar war ich angezogen, gewaschen und hatte eine Kleinigkeit gefrühstückt, doch mein Rucksack war nur halb gepackt, als meine Eltern an der Tür klingelten. Ich war mal wieder in letzter Minute aufgestanden und hatte einfach zu viel in das knappe Zeitfenster gestopft. Mit etwa fünf bis zehn Minuten Verspätung brachen wir schließlich auf in Richtung Hochschwarzwald. Mama am Steuer, Papa auf dem Beifahrersitz auf dem Navi herumtippend und ich hinten auf der Rückbank.

Ich liebe ja lange Autofahrten. Da kann ich denken und träumen – beides Dinge, die mein introvertiertes Herz höher schlagen lassen. Dass die Fahrt allerdings um die drei Stunden (mit zwei kurzen Pausen) dauern würde und das Ziel stolze 200 km entfernt war, war mir nicht bewusst. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich vom genauen Ablaufplan nämlich noch keine Ahnung.

Nach etwa einer Stunde machten wir die erste Pause auf einem Rastplatz, wo wir uns ein notdürftiges Mittagessen gönnten. Mein Vater hatte für mich eine Brezel und ein Croissant bei seinem Stammbäcker geholt. Ich gönnte mir das Croissant und wurde bei seinem Geschmack sofort in meine Teenagerzeit zurückversetzt, in der ich das jeden Samstag zum Frühstück gegessen hatte. Egal wie viele Croissants ich bisher in meinem Leben verspeist hatte, es schmeckt einfach keines so gut wie das vom Stammbäcker meiner Familie (der übrigens bald schließen muss, was mich sehr traurig macht). Nach etwa zwanzig Minuten setzten wir die Fahrt fort.

Zwischendurch wurde ich furchtbar müde, doch ich fand keine bequeme Schlafposition. Ich kann im Auto ohnehin nicht gut schlafen, weil ich immer Angst habe, dass etwas passiert, sobald ich die Augen zumache. Das ist so ein blöder Spleen von mir, den ich schon als Kind hatte.

Wir fuhren am Titisee vorbei, dessen glitzerndes Wasser mich sofort verzauberte. Ich habe eine Schwäche für jegliche Gewässer, weshalb ich mit meinem Lieblingsmenschen fast jedes Wochenende einen Spaziergang am Neckar mache. Und dieser Titisee hatte es mir sofort angetan. Mental setzte ich ihn auf die Liste mit Orten, die ich in naher Zukunft genauer erforschen wollte.

Kurz vor unserem Ziel passierten wir einen Parkplatz, von dem aus man einen fantastischen Blick über den Schwarzwald bis zum Titisee hatte. Mein Vater und ich zückten sofort unsere Kameras und tobten uns fotografisch aus (die toten Bäume im Vordergrund ignorierten wir einfach).

Blick über den Schwarzwald mit Titisee in der Ferne

Blick über den Schwarzwald bis hin zum Titisee

Ankunft an den Todtnauer Wasserfällen

Als wir gegen 15:00 Uhr an den Todtnauer Wasserfällen ankamen, war der Parkplatz völlig überfüllt. Nur mit viel Glück fanden wir eine freie Lücke. Der Eintritt kostete zwei Euro pro Erwachsener. Obwohl der Weg zu den Wasserfällen zunächst bergauf führte und ich ziemlich ins Keuchen kam, war es glücklicherweise nicht weit. Allerdings gab es zusätzlich einen Rundweg mit zahlreichen Brücken, von denen aus man die Wasserfälle betrachten konnte. Den sind wir aber nicht komplett abgelaufen.

Während meine Mutter die Wasserfälle auf eigene Faust erkundete, verbrachten mein Vater und ich die meiste Zeit damit, möglichst schöne Fotos davon zu schießen. Und das dauerte seine Zeit. Mama war ganz geduldig und ich gesellte mich schließlich zu ihr und verdrückte eine halbe Brezel, da die letzte Mahlzeit bereits einige Stunden zurücklag (und ja auch nur aus einem Croissant bestanden hatte).

Ich muss hinzufügen, dass ich meinen Schreibassistenten Ruprecht (ein Sockenäffchen aus den USA) im Rucksack dabei hatte, in der Hoffnung, ein paar Fotos von ihm machen zu können. Zuerst war ich aber zu gehemmt, vor all den Touristen mein Stofftier auszupacken und zu fotografieren. Aber nachdem der Ansturm auf den Wasserfall abnahm, traute ich mich doch. Das Ergebnis findest du auf Emma Escamillas Instagram-Account @emmaloveswriting.

todtnauer wasserfälle

Todtnauer Wasserfälle

Rückfahrt mit Zwischenstopp im Zollernalbkreis

Gegen 17:00 Uhr brachen wir dann wieder auf. Anstatt direkt nach Hause zu fahren, machten wir allerdings noch einen Umweg. Mein Vater wollte die Burg Hohenzollern bei Hechingen im Zollernalbkreis fotogarfieren – und zwar bei Sonnenuntergang (was ja um diese Jahreszeit erst kurz nach 21:00 Uhr der Fall ist). Ich fand die Idee klasse, denn ich liebe die Burg Hohenzollern (noch mehr Kindheitserinnerungen!) und halte sie für eine der schönsten Burgen Deutschlands.

Die Fahrt dorthin dauerte etwa zwei Stunden und war ca. 140 km lang. Ich saß wieder auf der Rückbank und hing meinen Gedanken nach. Mein Kopf pulsierte, meine Augen brannten, aber an Schlaf war nicht zu denken. Ich war aufgeputscht, inspiriert und gleichzeitig wahnsinnig erschöpft von den vielen Eindrücken. So ein Ausflug war etwas ganz anderes als mein üblicher Alltag, der sich zu 99 Prozent zu Hause abspielt. Mal nicht am Laptop sitzen, sondern eine Auszeit vom Ich nehmen. Zeit mit Menschen verbringen, die ich über alles liebe, neue Erfahrungen machen, einfach nur leben und sein. Im Jetzt und Hier.

Gleichzeitig verbrachte ich an diesem Tag fast sechs Stunden im Auto – eine Menge Zeit um nachzudenken, zu verarbeiten und zu träumen. Für mich war die Zeit im Auto keinesfalls wertlos oder verschwendet. Im Gegenteil. Stundenlang einfach mal gar nichts zu machen war Teil der Auszeit.

Ankunft im Zollernalbkreis mit Abendessen

Kurz nach 19:00 Uhr erreichten wir den ziemlich abgelegenen „Zollersteighof“ in Albstadt-Onstmettingen. Dort aßen wir zu Abend (Schnitzel mit Pommes *sabber*). Erst als mein Essen serviert wurde, bemerkte ich, was für einen riesigen Hunger ich hatte. In letzter Zeit ernähre  ich mich ja zunehmend vegetarisch, aber ich würde mich nicht als Vegetarier bezeichnen, da ich gelegentlich noch Fleisch und Fisch verzehre. Vor allem, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin und zu besonderen Anlässen.

Aufbruch zum Traufgang Zollernburg-Panorama

Nachdem unsere Bäuche gefüllt waren, ging es zum Traufgang Zollernburg-Panorama. Von diesem Aussichtspunkt hatte man freie Sicht über das weite Land und zur Burg Hohenzollern.

Die Sonne stand bereits tief, als wir ankamen, doch bis zum Sonnenuntergang dauerte es noch eine Weile. Leider waren wir nicht die Einzigen dort und die besten Plätze waren bereits belegt. Aber mein Vater und ich zückten trotzdem sofort unsere Kameras. Ich machte ein paar Nahaufnahmen von der Burg und welche, auf denen sie sich als dunkle Silhouette in die Abendsonne erhebt. Das Licht war geradezu magisch und ich probierte mehrere Kameramodi aus, bis ich etwas gefunden hatte, das am Besten funktionierte. Eine so hochwertige Digicam wie mein Vater besitze ich aber leider nicht und auch an der Expertise fehlt es mir. Aber ich habe das Fotografieren wieder für mich entdeckt und teile meine Schnappschüsse jetzt regelmäßig auf meinem privaten und englischen Instagram-Account @mimiscribbler.

Blick auf Burg Hohenzollern bei Sonnenuntergang vom Traufgang Zollernburg-Panorama

Blick auf die Burg Hohenzollern bei Sonnenuntergang vom Traufgang Zollernburg-Panorama

Die Sonne sank tiefer und tiefer und schließlich verschwand sie als roter Ball hinter dem Horizont. Ich knipste Fotos bis zum Schluss, hatte so viel Spaß dabei und konnte es nicht erwarten, mir zu Hause die Bilder auf dem Laptop anzuschauen.

Gegen halb zehn traten wir den Rückweg an. Es wurde langsam kühl, doch ich war so in Bewegung und voller Begeisterung, dass ich die sinkende Temperatur gar nicht wahrnahm.

Rückfahrt

Die letzten 90 km vergingen wie im Flug. Ich beobachtete den Nachthimmel und suchte ihn nach dem angekündigten Kometen Neowise ab, konnte ihn aber nirgendwo entdecken. Lediglich irgendein anderes helles Objekt am Himmel fiel mir auf, von dem ich bis heute nicht weiß, was es war.

Kurz nach 23:00 Uhr erreichten wir mein Zuhause. Ich war so müde und erschlagen, dass ich zu nicht mehr viel in der Lage war. Ich gönnte mir noch eine Portion Erdbeeren als später Abendsnack, dann legte ich mich ins Bett und schlief so schnell ein, wie es sonst nur äußerst selten der Fall ist.

Warst du schon mal an den genannten Orten? Oder stehen sie auf deiner Reiseliste? Lass es mich doch in den Kommentaren wissen. Ich bin sehr gespannt auf deine Gedanken.


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Ein Kommentar zu “Tagesausflug in den Schwarzwald

  1. Pingback: Ich knips‘ hier nur! | Juli 2020 | Myna Kaltschnee

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