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„Es war einmal: Meine Märchen“ von Sandra Grimm | Rezension

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Diese Rezension wurde von meiner Gastbloggerin Katharina geschrieben.

Titel: Es war einmal: Meine Märchen (Edition Piepmatz)
Autorin:
Sandra Grimm
Illustratorin: Frau Annika
Genre: Märchenbuch, Kinderbuch, Bilderbuch
Verlag:
Ravensburger Verl.
Seiten: 30 S.
Jahr:
2020
ISBN: 978-3473438815
Format: Pappbilderbuch
Preis:
12,99 €
Offizielle Website: *klick*

Klappentext

„Willkommen im Märchenland! Hier gibt es Hexen, Zwerge, verwunschene Wälder und böse Stiefmütter. Kinder ab 2 Jahren lernen hier das erste Mal Hänsel und Grete, Frau Holle, die Bremer Stadtmusikanten und viele weitere klassische Märchen kennen. Originalgetreu nacherzählt für die ganz Kleinen und ausgestattet mit einem stabilen Umschlag, wird das Buch zu einem langjährigen Begleiter in jedem Kinderzimmer.“

Bei Kinderbüchern bin ich noch kritischer, als bei Büchern für Erwachsene. Denn Kinder übernehmen sehr viel direkter, was wir ihnen vorleben.

Ich gehe deshalb immer mit einer großen Portion Misstrauen an Kinderbücher heran – das gilt um so mehr für Märchenbücher, die häufig nur so vor Stereotypen platzen.

Das Buch „Es war einmal… Meine Märchen“ hat von mir 3 von 5 Sternen bekommen und ist damit eines der besseren Märchenbücher.

Worum geht’s?

Zehn bekannte Märchen werden jeweils in kurzen Geschichten vorgestellt. Die Geschichten sind teilweise stark gekürzt und auf den wesentlichen Inhalt komprimiert. So sind sie auch schon für kleine Kinder ab circa 3 Jahren geeignet. Laut Buchrücken ist das Buch für Kinder ab zwei Jahren empfehlenswert. Ich stimme dem zu, wenn es zum Anschauen und Besprechen gedacht ist. Zum Vorlesen sind die Texte für den*die durchschnittliche Zweijährige aber noch zu lang.

Im Buch werden die bekannten Märchen Rotkäppchen, Die Prinzessin auf der Erbse, Frau Holle, Das hässliche Entlein, Schneewittchen und die 7 Zwerge, Der Froschkönig, Hänsel und Gretel, Die Bremer Stadtmusikanten, Dornröschen und Aschenputtel vorgestellt.

Meine Meinung

Von den zehn Märchen bedienen fünf – die Hälfte! – das Klischee, dass die weibliche Hauptperson am Ende den Prinzen heiratet. Das sind also Geschichten, von denen ich grundsätzlich Abstand nehme.

Von den anderen 5 Geschichten handeln 2 von Tieren. Die restlichen drei Geschichten haben mindestens eine weibliche Hauptperson, die nicht von männlichen Personen dominiert wird. Immerhin.

Dennoch, wie eingangs geschrieben, gehört dieses Buch zu den besseren Märchenbüchern für kleine Kinder. Der Grund liegt in den Zeichnungen:

Das Buch besticht durch wunderbare Bilder. Die Farben sind kräftig, freundlich und doch nicht übertrieben. Besonders positiv ist mir außerdem aufgefallen, dass nicht alle Hauptpersonen weiß sind. In der Geschichte vom Froschkönig sowie bei der Prinzessin auf der Erbse sind die Personen dunkelhäutig. Das ist wirklich selten, und sehr positiv hervorzuheben.

Darüber hinaus finde ich es angenehm, dass die Personen nicht den gängigen Model-Maßen entsprechen. Die Personen haben keine Disney-haften Kurven, sondern wirken wesentlich mehr wie die Durchschnittsperson. (Mir ist bewusst, dass auch hier eine normative Wertung enthalten ist.)

Zuletzt noch zum Material: Die Seiten sind aus dicker Pappe und damit ideal, um immer wieder von kleinen Kinderhänden gepackt zu werden. Das Buch wurde mit dem FSC-MIX-Label ausgezeichnet.

Über die Autorin

„Sandra Grimm wurde 1974 in Norddeutschland geboren. Nach der Schule hat der Wind sie ein Jahr mit sich nach Frankreich gezogen. Danach hat sie sich in verschiedene deutsche Städte wehen lassen, um Diplompädagogin zu werden und in einem Kinderbuchverlag zu arbeiten. Inzwischen hat der Wind sie zurück in den Norden geholt, wo sie in ihrem Büro im Dachgeschoss arbeitet. Das ländliche Leben umgibt sie mit niedlichen Tieren, skurrilen Nachbarn, putzigen Familien, mancherlei Fahrzeugen, kuriosen Bekannten und quicklebendigen Söhnen. So hat sie tausendundeine Anregungen für neue Geschichten und Reime. Über zweihundert kleine und große Bücher hat sie schon veröffentlicht, die sich in ihrem Dachgeschoss in den Regalen drängeln. Und ein weiteres Regal wartet bereits auf neue Abenteuer für neugierige Leser …“

Quelle: Ravensburger.de

Mein Fazit

Leider werden auch in diesem Buch die Geschlechterrollen vom rettenden Prinzen und der dankbaren Frau zementiert. Die Bilder gleichen aber viel wieder aus.

Meine Bewertung


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6 Kommentare zu „„Es war einmal: Meine Märchen“ von Sandra Grimm | Rezension

  1. Wäre es nicht sinnvoll dann einfach neue Märchen zu schreiben?
    Ich befürchte, dass es ein ziemlicher Aufwand über mehrere Generationen wäre um Grimms Märchen zu gendern. Bzw sie so umzuschreiben, dass sie zeitgemäss wären. Deswegen gibt es ja auch die vielen Adaptionen um das auszugleichen. Aber halt nicht für Kinder.
    Aber Klassiker so aufzuarbeiten, dass es die Kinder nicht zu sehr verwirrt – das stelle ich mir nahezu unmöglich vor. Sie bekommen von den Eltern das angepasste Märchen und werden überall ausserhalb mit den klassischen Märchen konfrontiert – das gibt bestimmt ein ziemliches Kuddelmuddeln in dem unbelasteten Gehirn.

    Gefällt 3 Personen

    1. Hallo Rina,
      ich stimme dir voll und ganz zu! Es gibt wirklich viele moderne Kinderbücher, die ich wesentlich lieber vorlese. Dieses Buch war ein Geschenk, und wie gesagt — die Bilder sind wirklich schön; so dass wir es regelmäßig anschauen. Und wir lesen eben die Geschichten, die nicht das klassische Prinzessinnenbild zeichnen.

      Hast du einen Tipp für moderne Märchen für Kinder in dem Kindergartenalter?

      Herzliche Grüße,
      Katharina

      Gefällt 2 Personen

      1. Nein leider nicht – in meinem Umfeld gibt es keine kleinen Kinder mehr.
        Das wird bestimmt auch nicht leicht zu finden – dieses Prinzessinnenbild findet man ja auch in Young Adult Romanen noch sehr verbreitet….

        Liebste Grüsse

        Gefällt 1 Person

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