Rezensionen

Rezension | „Ich verwese“ von Tanja Hanika

(Unbezahlte Werbung)

Triggerwarnung: Blut, Gewalt (auch gegen Kinder), Kannibalismus, Verwesung, Gedärme

Buchcover "Ich verwese" von Tanja Hanika
Foto: Tanja Hanika

Titel: Ich verwese
Autorin:
Tanja Hanika
Genre: Horror, Kurzgeschichte
Verlag:
Selfpublishing
Seiten: 110 S.
Jahr:
2020
ASIN: B08GZ3QJW4
Format: E-Book (Kindle und Tolino)
Preis:
2,99 € (ab 01.11.2020 kostet das E-Book 3,99 €)

Klappentext

„Ich bin nicht mehr ich.

Elisa sitzt mit ihren Kindern beim Zahnarzt, als ihr Mann sie von der Arbeit anruft. Sie soll sofort aufbrechen und mit den beiden nach Hause fahren. Schon auf dem Parkplatz vor der Praxis erkennt sie, dass etwas nicht stimmt: Panik ist unter den Menschen ausgebrochen.
Obwohl Elisa alles gibt, um ihre Kinder und sich zu beschützen, spürt sie bald, dass sie infiziert worden ist.
Als Zombiewesen kennt sie keine Gefühle und hat keine Erinnerungen an ihr Leben mehr. Da ist lediglich dieser enorme Hunger, der nicht nur Elisa zur Gefahr für die Menschen werden lässt. Auch als Zombie gibt es Widrigkeiten zu bestehen, wenn man seine Zähne in köstliches Menschenfleisch rammen möchte.

Eine Horrorkurzgeschichte, die zum Teil aus Zombie-Perspektive erzählt wird.

Triggerwarnung: Blut, Gewalt (auch gegen Kinder), Kannibalismus, Verwesung.“

Zunächst möchte ich mich ganz herzlich bei der Autorin Tanja Hanika für das Rezensionsexemplar bedanken. Ich habe mich sehr gefreut, wieder zu „ihren“ Bloggern zu gehören und das Buch rezensieren zu dürfen.

Worum geht’s?

Die Geschichte beginnt wortwörtlich mit Friede, Freude, Eierkuchen. Die junge Mutter Elisa überrascht ihre Familie mit einem Pancakefrühstück und ist bestens gelaunt. Noch weiß sie nicht, dass dieser Tag ihr Leben auf den Kopf stellen wird.

Nein, „auf den Kopf stellen“ ist eine Untertreibung! Die Menschen in ihrer Stadt verwandeln sich plötzlich in Zombies und alles gerät aus den Fugen. Beim Versuch, ihre Lieben zu retten, infiziert sich Elisa selbst.

Von nun an muss sie als Untote durch die Stadt ziehen. Von der liebevollen Mutter ist nichts mehr übrig. Ihre Gier auf Menschenfleisch ist übermächtig und sie wird zur Gefahr für ihre Familie, die verzweifelt versucht, sie zu retten.

Meine Meinung

Das Cover zeigt den verwesenden Mund (oder soll ich ihn als „Maul“ bezeichnen?“) eines Zombies. Ich finde es sehr gelungen, da es definitiv hält, was es verspricht: Blut, Gedärme, Verwesung. „Ich verwese“ (genialer Titel übrigens) ist nichts für schwache Nerven und im Idealfall sollte man es auch nicht so machen wie ich und es vor dem Zubettgehen lesen. Menschen, die zu Albträumen neigen, seien hiermit gewarnt.

Apropos Warnung, ich finde es klasse, dass Tanja Hanika eine Triggerwarnung unter ihren Klappentext geschrieben hat. Daran sollten sich viele andere Autor*innen ein Beispiel nehmen.

Ich habe noch nie zuvor eine Geschichte aus Zombieperspektive gelesen, daher war das eine Premiere für mich. Die Horrorkurzgeschichte (die fast die Länge einer Novelle hat) beginnt zunächst mit Elisa als Ich-Erzählerin. So ist man ganz nah am Geschehen dran. Als sie zum Zombie wird, wechselt die Perspektive in die dritte Person Singular („es“). Das fand ich eine sehr spannende Herangehensweise. Elisa ist als Zombie wie ferngesteuert, weshalb die Ich-Perspektive nicht mehr richtig gepasst hätte. Allerdings fiel mir auf, dass immer wieder Details einflossen, die Elisa gar nicht mitbekommen haben konnte, sondern nur ein allwissender Erzähler. Ich weiß nicht, ob das Absicht war oder ob der Autorin diese „Fehler“ (wenn es Fehler sind) versehentlich reingerieten. Die meiste Zeit wird nämlich aus Elisas personaler Sichtweise erzählt.

Mit schaurigen Beschreibungen hat Tanja Hanika nicht gespart. Es wird richtig schön eklig und brutal. Ein Horrorschocker vom Feinsten! Nur an manchen Stellen hätte ich mir eine Beschreibung, anstelle eines Fakts gewünscht. Zum Beispiel, als Elisa als Zombie zu ihrem Elternhaus zurückkehrt, steht dort sinngemäß, dass sie vor ihrem Elternhaus steht, dieses aber nicht als solches erkennt. Da hätte ich es interessanter gefunden, wenn das Elternhaus beispielsweise ein markantes Detail hätte, an dem der/die Leser*in es wiedererkennt. Das ist aber eine Kleinigkeit und ändert nichts daran, dass ich mich schön gegruselt habe.

Der Großteil des E-Books ist super spannend und ich konnte kaum aufhören zu lesen. Gegen Ende, so im letzten Viertel, fällt die Spannungskurve etwas ab und ich war nicht mehr ganz so gefesselt. Vielleicht hatte ich mich auch daran „gewöhnt“, dass die Zombies einem Menschen die Gedärme herausreißen und es hätte etwas anderes passieren müssen, um mich nochmal richtig zu schocken (so schlimm das auch klingt). Mir hat auch ein richtig spannender Höhepunkt gegen Ende gefehlt. (Oder ich bin einfach zu abgebrüht mittlerweile.) Aber langweilig oder gar schlecht fand ich die Geschichte auf keinen Fall! Im Gegenteil, ich hatte schaurig-schöne Lesestunden.

Typisch für eine Kurzgeschichte ist ja, dass am Ende einige Fragen offen bleiben. Das war auch hier der Fall. Mich hätte es z. B. wahnsinnig interessiert, was aus Elisas Familie geworden ist. Aber hier lässt die Autorin ihren Leser*innen Spielraum für die eigene Fantasie.

Zwar habe ich bis zum Schluss auf ein anderes Ende gehofft, aber ich fand den Abschluss trotzdem passend und wurde mit reichlich Gänsehaut aus der Geschichte entlassen.

Über die Autorin

Tanja Hanika wurde 1988 in Speyer geboren und wuchs in Rheinland-Pfalz auf. Als sie mit acht Jahren eine Kinderversion zu Bram Stokers „Dracula“ las, entstand ihr Interesse, selbst Schauergeschichten zu schreiben. Ab 2008 studierte sie an der Universität Trier Germanistik und Philosophie. Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie und ihren beiden Katzen in der Eifel. Mehr Informationen findest du auf ihrer Homepage.

Mein Fazit

Das Buch eignet sich perfekt als gruselige Halloween-Lektüre. Einfach mit einer Tasse Tee und Knabbereien auf dem Sofa in eine Decke kuscheln und sich in Tanja Hanikas Zombiestadt entführen lassen. Da mir im letzten Viertel etwas die Spannung gefehlt hat, gibt es nur 4 von 5 Herzchen. Ich empfehle das Buch aber trotzdem gerne weiter!

Meine Bewertung


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2 Kommentare zu „Rezension | „Ich verwese“ von Tanja Hanika

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