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Hochsensibilität und Gewalt im Kreißsaal

Meine liebe Gastbloggerin Katharina hat mich kürzlich auf ihren Aufruf zur Blogparade „Gewalt unter der Geburt“, anlässlich des Roses Revolution Day am 25. November 2020, aufmerksam gemacht. Obwohl Schwangerschaft und Geburt nicht gerade meine Fachgebiete sind, wollte ich es mir nicht nehmen lassen, etwas zu dieser Blogparade beizutragen. Vor allem, als Katharina mir vorschlug, das Ganze mit einem Thema zu verknüpfen, das mir sehr am Herzen liegt: Hochsensibilität.

Ich muss zugeben, dass es mir nicht leicht fiel, diesen Artikel zu schreiben.

Erstens, hatte ich noch nie mit „Gewalt unter der Geburt“ zu tun. Es war mir nicht einmal bewusst, dass das Problem existiert. Mit dem Begriff „Geburt“ habe ich immer Freudentränen und Glückseligkeit verbunden, ja vielleicht auch Anstrengung und Schmerzen, die aber von der Vorfreude auf das Kind überdeckt werden. Dass für manche Gebärende die Zeit im Kreißsaal mit körperlicher und/oder psychischer Gewalt und furchtbaren Erinnerungen verbunden sein könnte, habe ich erst verstanden, als Katharina mir von der Blogparade berichtete und ich für diesen Blogpost recherchiert habe.

Zweitens, habe ich selbst noch nie ein Kind zur Welt gebracht und daher nur ansatzweise eine Vorstellung von Schwangerschaft und Geburt. Ich musste mich beim Schreiben auf die Erfahrungen anderer Menschen verlassen.

Dennoch möchte ich auf das Thema aufmerksam machen. Es geht uns nämlich alle an und nur zusammen können wir etwas bewegen.

Wie gesagt, soll es in diesem Artikel um die Hochsensibilität gehen. Sowohl meine Mutter als auch ich zählen zu den hochsensiblen Personen, die ich im Folgenden als „HSP“ bezeichnen werde.

In diesem Blogpost erfährst du

  • was Hochsensibilität eigentlich ist,
  • wie sich ein Leben als HSP anfühlt und
  • warum Hochsensible anfälliger für negative Erfahrungen während der Geburt sind als weniger sensible Menschen.
Hochsensibiliität & Gewalt im Kreisssaal - ein Blogbeitrag von Myna Kaltschnee, der auf Gewalt bei der Geburtshilfe von HSP aufmerksam macht.

Was ist Hochsensibilität?

Der Begriff „highly sensitive person“ („hochsensible Person“), kurz „HSP“, wurde in den 90er Jahren von der US-amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron geprägt. Ihr Buch „Sind Sie hochsensibel?“ (im Original: „The Highly Sensitive Person“) gilt heute als die Bibel bzw. das Standardwerk zum Thema Hochsensibilität.

Etwa 15 bis 20 % der Bevölkerung ist hochsensibel. Diese Menschen reagieren empfindlicher auf Sinnesreize, wie z. B. Lärm, blinkende Lichter, grelle Farben, kratzende Kleidung, Gestank, Hitze und Kälte. Zudem haben HSP „feinere Antennen“ wenn es um Gefühle geht, sowohl ihre eigenen, als auch die anderer Menschen. Für viele HSP ist es geradezu eine Qual, Gewalt und Leid im Fernsehen zu sehen. Deshalb befinden sich unter Hochsensiblen auch nur wenige Fans von Horrorfilmen. Dahingegen haben HSP ein Gespür dafür, wie es anderen Menschen geht. Selbst wenn ihr Gegenüber behauptet, es sei alles okay, fühlen Hochsensible oft, wenn es sich dabei um eine Lüge handelt.

HSP reagieren häufig stärker auf Substanzen wie Alkohol, Drogen, Medikamente und Koffein als „Normalsensible“. Auch ihre Schmerzempfindlichkeit ist ausgeprägter. Was andere lediglich als „unangenehm“ wahrnehmen, kann einem Hochsensiblen bereits wehtun.

Es kommt vor, dass bei hochsensiblen Kindern fälschlicherweise ADHS diagnostiziert wird, weil sie sich im Klassenzimmer schlecht konzentrieren können. Sind diese Kinder in einer ruhigeren Umgebung, haben sie hingegen keine Schwierigkeiten mit ihrer Aufmerksamkeit. Es sind lediglich die vielen Außenreize und Sinneseindrücke, die sie in der Schule stören und ablenken.

Hochsensible haben oft einen hohen Leidensdruck, weil sie sich „andersartig“ fühlen und glauben, dass etwas mit ihnen nicht stimme. Viele HSP sind von Natur aus schüchtern und eher introvertiert. Sie denken viel nach und beziehen Konflikte schnell auf sich, was schreckliche Schuldgefühle auslösen kann. HSP sind sehr harmoniebedürftige Menschen und gehen Streitereien am liebsten aus dem Weg. Auch mit Kritik haben Hochsensible mehr zu kämpfen, als weniger sensible Menschen. Es ist leider nicht selten, dass HSP psychische Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen entwickeln.

An dieser Stelle sei aber angemerkt, dass Hochsensibilität an sich eine angeborene Charaktereigenschaft und keine Krankheit ist. Hochsensibilität kann also nicht behandelt oder gar geheilt werden. Jedoch können Betroffene lernen, mit ihrer Hochsensibilität umzugehen und sie als eine Stärke anstatt einer Schwäche anzusehen. Das ist ein langer Prozess, denn das eigene Mindset ändert sich nicht von heute auf morgen. Aber es lohnt sich, diesen Weg zu gehen.

Manche Experten betrachten Hochsensibilität als eine Form der Hochbegabung. Aus wissenschaftlicher Sicht ist das allerdings umstritten. Ich persönlich finde diesen Ansatz interessant. Hochbegabung ist für mich mehr als nur ein IQ von über 130. Es gibt Fachgebiete, die nicht von einem herkömmlichen IQ-Test geprüft werden, aber in denen man trotzdem hochbegabt sein kann, bspw. herausragendes musikalisches oder athletisches Talent. Ob ich Hochsensibilität auch dazu zähle, darüber bin ich mir noch nicht im Klaren und möchte mich erst noch intensiver mit der Materie beschäftigen. Gerne kannst du mir deine Ansicht darüber in den Kommentaren mitteilen.

Wie lebt es sich als HSP?

Meine Hochsensibilität hat sich bereits im Kleinkindalter bemerkbar gemacht. Ich war schon immer extrem geräuschempfindlich, was bei mir zu einer Phobie geführt hat, die niemand nachvollziehen konnte: Ich hatte panische Angst vor Luftballons. Während die anderen Kinder um mich herum es liebten, mit den bunten Ballons zu spielen, graute mir davor, dass einer platzen könnte. Der laute Knall erschreckte mich jedes Mal dermaßen, dass ich mir grundsätzlich die Ohren zuhielt, wenn ich jemanden mit einem Luftballon hantieren sah. Kindergeburtstage waren daher ganz schlimm. Vor allem, als befreundete Zwillinge ein „Luftballonfest“ veranstalteten und mich einluden. Gut, zu diesem Zeitpunkt war ich bereits acht oder neun und konnte mit diesen Ängsten schon ein bisschen besser umgehen. Trotzdem war es die reinste Qual.

Aufgrund meiner extremen Geräuschempfindlichkeit fürchtete ich mich als Kind auch vor Donner, Düsenjets (die gelegentlich ihre Runden über unserer Stadt drehten), Sirenen und sogar Kirchenglocken. Ich muss etwa vier oder fünf Jahre alt gewesen sein, als ich mit meiner Kindergartengruppe den städtischen Kirchturm besichtigen durfte. Meine Angst, dass während unserer Besichtigung die Glocken läuten könnten, war so groß, dass die Praktikantin mit mir den Kirchturm verlassen musste. Als ich unten auf die anderen wartete, hielt ich mir die ganze Zeit über „sicherheitshalber“ die Ohren zu.

Auch meine Schmerzempfindlichkeit machte sich schon früh bemerkbar. Wenn ich mich verletzte, litt ich oft ein bisschen länger als andere Kinder. Spritzen, impfen und Blutabnahmen waren für mich Praktiken aus der Hölle. Und Massagen empfinde ich bis heute eher als unangenehm, als entspannend.

Sehr auffallend ist auch meine Sensibilität bezüglich Hitze und Kälte. Ich bin weder ein Sommer- noch ein Wintermensch. Meine Getränke stelle ich im Normalfall nicht in den Kühlschrank, weil ich von gekühlten Getränken Kopfschmerzen bekomme (meiner hochsensiblen Mutter geht es übrigens genauso). Ich hatte lange große Scheu vor dem Kochen, weil ich dabei z. B. mit heißem Wasserdampf in Berührung komme. Wenn ich alleine esse, lasse ich meine Speisen mindestens 10 Minuten lang abkühlen. Manchmal sind sie anschließend nur noch lauwarm, aber das ist für mich die ideale Temperatur. Eiscreme hingegen lasse ich gerne ein bisschen antauen, damit sie cremiger und nicht mehr ganz so kalt und hart ist.

Apropos hart, „knusprige“ Lebensmittel mag ich auch nicht besonders. Beim Nudelauflauf bevorzuge ich z. B. die weicheren Nudeln von unten, nicht die knusprigen an der Oberfläche. Backwaren wie Pizza, Brot oder Kuchen dürfen bei mir keinen zu harten Rand haben. Die feste Konsistenz fühlt sich unangenehm in meinem Mund an.

Aber auch auf Gefühlsebene macht sich meine Hochsensibilität bemerkbar. Ich bin ein extrem harmoniebedürftiger Mensch. Wenn andere mir gegenüber laut werden oder mich kritisieren, reagiere ich meist mit komplettem Rückzug. Manchmal versuche ich, das Problem zu schlichten, indem ich so mitfühlend wie möglich meine eigene Sichtweise darstelle. Merke ich aber, dass ich damit auf Granit stoße und sich der Streit eher noch zuspitzt, verfalle ich in eine Art Fluchtmodus. Der Konflikt raubt mir nicht nur jegliche Energie, sondern versetzt mich geradezu in Panik. Anstatt weiterzudiskutieren, laufe ich davon. Mein Gegenüber nimmt dann oft fälschlicherweise an, er/sie wäre mir egal oder ich würde den Streit nicht ernst nehmen. Dabei bin ich einfach nur vollkommen mit der Situation überfordert und habe – wenn es sich um einen nahestehenden Menschen handelt – Angst, etwas Falsches zu sagen und die Person zu verlieren. Nicht selten beschäftigen mich solche Konflikte im Nachhinein noch Tage, Wochen oder sogar Monate.

Hinzu kommt, dass ich es fühle, wenn es anderen Menschen nicht gut geht. Schlechte Stimmungen nehme ich schnell wahr, auch wenn sie nicht offen gezeigt werden. Haben andere Menschen z. B. Schmerzen, spüre ich das am eigenen Körper. Gewalttätige und grausame Filme meide ich. Aber auch Sendungen wie „Upps! – Die Pannenshow“, in denen sich Menschen wehtun, bereiten mir mehr Unwohlsein als Spaß. Pure Schadenfreude ist mir fremd. Ich kann höchstens im Nachhinein lachen, wenn sicher ist, dass die Person sich nicht verletzt hat und die Situation selbst lustig fand.

Mit Veränderungen konnte ich schon immer schlecht umgehen. Das heißt nicht, dass ich Veränderungen grundsätzlich meide, denn manchmal sind sie einfach nötig. Aber ich brauche viel Zeit, um mich auf die Veränderung vorzubereiten und mich darauf einzustellen. Spontanität ist keine meiner Stärken. Oft bin ich in Zeiten der Neuerung extrem empfindlich und meine psychischen Erkrankungen treten stärker in den Vordergrund.

Stress, Hektik und viel menschlicher Kontakt sind Gift für mich. Ich funktioniere am besten, wenn ich mich zurückziehen und in meinem eigenen Tempo arbeiten kann. Im Großraumbüro eines gewinnorientierten Unternehmens wäre ich verloren.

Hochsensibilität und Gewalt im Kreißsaal - Beitrag zur Blogparade anlässlich des Roses Revolution Day 2020

HSP und Gewalt unter der Geburt

Nachdem du nun einen kleinen Eindruck von uns Hochsensiblen bekommen hast, möchte ich erläutern, warum ich glaube, dass HSP anfälliger für Gewalt unter der Geburt sind als weniger sensible Menschen. Der Grund ist eigentlich ein ganz einfacher und vielleicht kannst du ihn dir inzwischen auch schon denken:

Hochsensible nehmen unangenehme Situationen schneller als Gewalt wahr als „Normalsensible“.

Gebärende sind in einer Ausnahmesituation. So schön eine Geburt auch ist, sie ist mit Schmerzen und Erschöpfung verbunden. Manchmal auch mit Angst. Schon bei „Normalsensiblen“ löst das eine Menge Stress aus. Wie schwierig ist dieses Erlebnis dann erst für eine HSP?

Im Folgenden möchte ich ein paar Beispiele nennen, wie HSP Situationen im Kreißsaal als bedrohlich oder gewalttätig empfinden können, die von weniger Sensiblen lediglich als unangenehm wahrgenommen werden.

Auch wenn ich selbst noch nie ein Kind zur Welt gebracht habe, bin ich mir bewusst, dass Wehen sehr schmerzhaft sind, vor allem, wenn es sich um die erste Geburt handelt. Bei meiner Recherche bin ich auf den Artikel „Geburt & Schmerzen: Wie weh tun Wehen?“ auf medela gestoßen, in dem die Schmerzen „(…) wie eine Mischung aus starken Menstruationsschmerzen mit üblen Magen-Darm-Krämpfen und Rückenschmerzen“ beschrieben werden. Ich weiß, wie sich die einzelnen Schmerzarten getrennt anfühlen und allein bei der Vorstellung, wie quälend das in Kombination sein muss, wird mir ganz anders.

Nun stelle man sich vor, eine HSP mit ihrer höheren Schmerzempfindlichkeit befindet sich in dieser Situation. Medikamente möchte sie nicht nehmen, weil sie sich bewusst ist, dass diese bei ihr stärker wirken und sie anfälliger für Nebenwirkungen ist. Die zuständige Hebamme hat eine lange Schicht hinter sich und möchte eigentlich nach Hause. Die HSP spürt die negative Atmosphäre im Kreißsaal. Sie sucht die Schuld bei sich und fühlt sich unwohl.

Weil der werdende Vater vor Aufregung ständig redet und lacht, schickt die Hebamme ihn ohne Rücksprache und Einwilligung der gebärenden HSP hinaus. Er mache seine Frau nur nervös. In Wirklichkeit ist aber das Gegenteil der Fall: Die räumliche Trennung von ihrer Begleitperson versetzt die HSP in Angst. Mit der schlechtgelaunten Hebamme allein in einem Raum zu sein, empfindet sie als bedrohlich.

Immer wieder versucht die Hebamme, der HSP Schmerzmittel aufzuquatschen. Ihr Ton wird dabei zunehmend rauer und anklagender. „Jetzt stellen Sie sich nicht so an. Nehmen Sie eine Tablette.“

Die HSP hat Angst, die Hebamme mit einer erneuten Ablehnung so zu reizen, dass sie sie womöglich anschreit. Ihr Mann ist nicht mehr im Raum und sie befürchtet, in Tränen auszubrechen, wenn sie versucht, sich allein gegen die verbalen Angriffe der Hebamme zu wehren. Das wäre ihr nicht nur peinlich, sondern böte der Hebamme noch mehr Angriffsfläche. Also stimmt sie, gegen ihren Willen, der Einnahme eines Medikaments zu.

Na, wie viele gewalttätige Handlungen stecken in diesem Fallbeispiel? Hast du mitgezählt?

Hier kommt die Auflösung:

Die erste Gewalterfahrung war, dass die HSP ohne Rücksprache und Einwilligung von ihrem Mann getrennt wurde. Sie fühlt sich dadurch hilflos und bedroht, insbesondere weil sie die negative Stimmung im Raum wahrnimmt und sich wegen des enormen Stresses nicht in der Lage fühlt, sich selbst zu verteidigen.

Das zweite Beispiel bestand in der verbalen Gewalt der Hebamme („Jetzt stellen Sie sich nicht so an.“). Das geht damit einher, dass sich die HSP unter Druck gesetzt fühlt, was die dritte Gewaltsituation darstellt.

Last but not least, werden der HSP gegen ihren Willen Medikamente verabreicht. Eine Zustimmung aus Angst ist keine Zustimmung, sondern Nötigung. Beides, die unfreiwillige Gabe von Schmerzmittel und die Nötigung, sind Formen von Gewalt.

Insgesamt kommen wir also auf fünf gewalttätige Handlungen. Hast du alle erkannt?

Schlussgedanken

Ich hoffe, dieser Artikel hat dir einen kleinen Einblick in das Leben von Hochsensiblen gegeben und es für dich nachvollziehbar gemacht, warum HSP mit ihrer feinfühligen, sensiblen Art Handlungen als gewalttätig oder bedrohlich empfinden können, die auf andere Menschen harmlos wirken.

Vielleicht hast du dir bei manchen meiner Beispiele gedacht, dass die Situationen ja eigentlich gar nicht so schlimm und schon gar nicht als Gewalt einzustufen sind. Genau deshalb habe ich diesen Artikel geschrieben. Gewalt ist nicht nur, wenn jemand geschlagen oder angebrüllt wird. Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Viele Gewalthandlungen werden von Außenstehenden heruntergespielt, aber für die Betroffenen können sie traumatische Erfahrungen sein – unabhängig davon, ob sie hochsensibel sind oder nicht.

Während eines so stressigen und einschneidenden Erlebnisses wie einer Geburt, ist man besonders hilfsbedürftig und verletzlich. Deshalb ist es so wichtig, dass zum Roses Revolution Day am 25. November 2020 ein Zeichen gegen Gewalt in der Geburtshilfe gesetzt und darauf aufmerksam gemacht wird.

Möchtest du dich auch dafür stark machen? Dann hast du im Rahmen von Katharinas Blogparade noch bis zum 29. November 2020 die perfekte Gelegenheit dazu. Hier findest du mehr Informationen.


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19 Kommentare zu „Hochsensibilität und Gewalt im Kreißsaal

  1. Liebe Myna, vielen Dank für deinen interessanten Beitrag. Zum Thema Geburt kann ich mangels Erfahrung nichts sagen, aber in einigen deiner Schilderungen habe ich mich wiedererkannt. Ich vermute, dass ich auch sensibel bin, nicht ganz so ausgeprägt, aber es gibt etliche Anzeichen dafür.
    Liebe Grüße, Susanne

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo liebe Susanne,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Oh, das ist schön, dass du dich da wiederfinden konntest. Am Schluss meines Beitrags habe ich Tests verlinkt, mit denen man überprüfen kann, ob man als hochsensibel gilt. Wenn es dich interessiert, kannst du dir das ja mal anschauen. :) Natürlich ist nicht jede HSP gleich. Jede*r hat so seine Bereiche, in denen er/sie mehr empfindlich ist und nicht alle Merkmale treffen auf jeden zu.

      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und sende dir liebe Grüße! :)
      Myna

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      1. Liebe Myna, ich dachte immer, meine Mutter und ich sind irgendwie anders, und so ist es ja auch. Aber beruhigend zu wissen, dass wir nicht allein sind…
        So einen Test werde ich bestimmt mal machen. Danke für die Tipps.
        Liebe Grüße, Susanne

        Gefällt 1 Person

      2. Hallo Susanne,

        gerne. Ja, viele Hochsensible haben das Gefühl, „anders“ zu sein. Das ging mir auch immer so. Zu wissen, dass das nichts Schlimmes ist und man das sogar als besondere Gabe betrachten kann, tut ungemein gut.

        Liebe Grüße
        Myna

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      3. Liebe Myna, ich habe jetzt 3 Tests gemacht und diese bestätigen den Verdacht. In der Zusammenfassung stand auch, dass man mit anderen Menschen, die nicht so sensibel sind, geduldig sein soll, da ihr Verhalten einem Hochsensiblen oft als Rücksichtslosigkeit erscheint. Eine meiner schwersten Übungen…

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      4. Liebe Susanne,

        ich gebe dir recht, leicht ist es nicht. Aber wenn man es akzeptiert, kann man lernen, damit umzugehen und auch Grenzen zu setzen, um sich vor der oft sehr hektischen und weniger sensiblen Außenwelt zu schützen.

        Freust du dich denn über das Testergebnis? Dass es deinen Verdacht bestätigt hat, zeigt auf jeden Fall, dass du ein sehr reflektierter Mensch bist, der sich gut selbst einschätzen kann. Diese Gabe hat nicht jeder.

        Oh ja, das mit der Geduld ist gar nicht einfach. Ich kämpfe da auch noch damit. Vor allem, wenn Menschen gestresst sind und deshalb reizbar oder schlecht gelaunt sind. So etwas zieht mich extrem runter und überfordert mich oft. Ich nehme sowas schnell persönlich. Aber der Rat, da geduldiger mit den Mitmenschen zu sein, ist etwas, das ich definitiv noch lernen muss.

        Liebe Grüße
        Myna

        Liken

      5. Liebe Myna, ich versuche schon immer, Grenzen zu setzen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Für die meisten Mitmenschen bin ich eher merkwürdig, weil ich nur ganz wenig Freunde bzw. eher Bekannte habe. Dabei bin ich glücklich damit. Ich habe einen Partner, der da ähnlich ist, wenn auch nicht hochsensibel.
        Aber ich bin über das Stadium drüber weg, mir Gedanken darüber zu machen, was andere von mir halten. Nur nervt es, wenn man das Gefühl bekommt, sich rechtfertigen zu müssen…
        Ich habe schon immer gemerkt, dass ich anders bin, meine Mutter ist ja auch so. Das Ergebnis hat mich daher nicht überrascht.
        Ich nehme auch vieles persönlich, das ist anstrengend. Bei Stress kann ich aber selbst gereizt werden, versuche aber, es nicht so zu zeigen.
        Die Geduld mit den Mitmenschen wird gerade in diesen Zeiten auf eine harte Probe gestellt…
        Liebe Grüße, Susanne

        Gefällt 1 Person

      6. Hallo liebe Susanne,

        oh, da haben wir wohl Einiges gemeinsam. Ich war schon immer eine Einzelgängerin und fühle mich alleine sehr wohl. Mein Partner tickt da auch ganz ähnlich und eigentlich habe ich außer ihm, meiner Familie und einer Handvoll Freunde nicht viele Menschen, mit denen ich wirklich einen engen Kontakt habe. Aber genau wie du bin ich glücklich damit. :) Und ja, sich rechtfertigen zu müssen ist nervig und sehr energieraubend. Ich wünschte, die Gesellschaft wäre Introvertierten und Hochsensiblen gegenüber aufgeschlossener und würde uns so akzeptieren, wie wir sind.

        Liebe Grüße
        Myna

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      7. Liebe Myna. Bei mir ist es genauso wie bei dir, das ist tröstlich. Ich vermisse auch nichts. Zu viele Bekannte würden mir wohl eher Kraft und Nerven rauben. Wenn ich bei meinen Kollegen sehe, wie die sich jedes Wochenende mit denen und jenen hier und da treffen, bin ich dankbar für meine ruhigen Wochenenden.
        Wir werden wohl eher belächelt, habe ich das Gefühl. Ich wurde auch schon als unsozial bezeichnet, weil ich kaum Freunde habe und auch gern mal allein bin.
        Dabei bin ich sehr aufgeschlossen, wenn ich passende Menschen finde. Aber das ist fast wie mit der Nadel im Heuhaufen…
        Liebe Grüße, Susanne

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      8. Hallo liebe Susanne,

        absolut!!! Da kann ich nur nicken und dir zustimmen! Ich habe schon als Kind kaum das Bedürfnis gehabt, mit anderen Kindern zu spielen. Als Teenager saß ich am Wochenende zu Hause in meinem Zimmer und habe geschrieben oder Musik gemacht, anstatt mich in Discos oder auf Partys herumzutreiben. So bin ich bis heute. :D

        Und ja, man wird belächelt oder sogar ausgegrenzt und gemobbt, wenn man Pech hat und als“unsozial“ oder „unnahbar“ abgestempelt. Das ist wirklich schade, denn hinter introvertierten/hochsensiblen Menschen stecken meist sehr aufgeschlossene und interessante Persönlichkeiten.

        Ja, das mit der Nadel im Heuhaufen kenne ich, deshalb habe ich meinen „Radius“ dank des Internets etwas erweitert und habe auch im Ausland online Freundschaften geschlossen. Es gibt mehr von unserer „Sorte“, man muss manchmal aber echt lange suchen.

        Liebe Grüße
        Myna

        Gefällt 1 Person

      9. Liebe Myna, ich hatte eine beste Freundin seit der 1. Klasse und das hat mir gereicht. Wir waren unzertrennlich und haben auch heute noch Kontakt. Auf Partys war ich nie, zu laut, zu viele Menschen…

        Die lauteren Menschen sind nun mal häufiger und übertönen uns oft. Daher habe ich auch Probleme, mich in Geduld zu üben. Es ist sicher nicht ihre Schuld, dass sie so sind, aber ein wenig mehr Rücksicht wünschte ich mir schon.

        Ich habe seit vielen Jahren eine liebe Brieffreundin in Amerika und über den Blog etc. habe ich auch mehr Onlinekontakte. Das ist schön. Ich bin jetzt dem Bookerfly Club beigetreten, um mehr mit anderen Autoren in Kontakt zu kommen. Online fällt mir das leichter.

        Liebe Grüße, Susanne

        Gefällt 1 Person

      10. Hallo liebe Susanne,

        wow, so eine beste Freundin, mit der man durch dick und dünn geht, habe ich mir immer gewünscht. Ich hatte einen richtig guten Freund in der 1. und 2. Klasse, aber als wir in die 3. Klasse kamen, ist er nach NRW gezogen (wohne in Ba-Wü) und der Kontakt ist leider abgebrochen. Habe ein paar Mal versucht, ihn online ausfindig zu machen, aber es hat nie geklappt. :( Ich würde so gerne wissen, was aus ihm geworden ist. Er war damals schon so schlau und mich würde es nicht wundern, wenn er heute Wissenschaftler wäre. :)

        Ja, ich war auch nie auf Partys, wenn man Kindergeburtstage nicht mitrechnet. :D Bei mir waren aber nicht nur Lautstärke und viele Menschen der Grund dafür, sondern auch, weil ich Alkohol absolut nicht ausstehen kann. Und meine Klassenkameraden haben gefühlt das ganze Wochenende durchgesoffen – der Sinn dahinter hat sich mir einfach nie erschlossen.

        Oh, was ist denn der Bookerfly Club? Davon habe ich noch nie gehört, klingt aber interessant.

        Liebe Grüße
        Myna

        Gefällt 1 Person

      11. Liebe Myna, diese Freundschaft ist für mich daher auch sehr wertvoll. Wenn man älter wird, ist es viel schwerer jemanden zu finden, mit dem eine enge Freundschaft möglich ist. Das ist traurig, aber ich habe mich damit abgefunden.
        Partys mit übermäßigem Alkoholkonsum und lauter Musik etc. waren mir auch immer ein Graus, bis heute.
        Der Bookerfly Club bietet Austausch unter Autoren, Schreibtipps etc. Es kostet 100 € im Jahr, ein akzetabler Preis. Ich muss mich dort erstmal in Ruhe umschauen.
        Liebe Grüße, Susanne

        Gefällt 2 Personen

      12. Liebe Susanne,

        ja, das stimmt, solch enge Freundschaften sind wichtig und unbezahlbar. Leider wurde ich oft von „Freunden“ enttäuscht, deshalb bin ich da ziemlich wählerisch geworden.

        Oh dieser Bookerfly Club klingt wirklich interessant. Muss ich mir mal näher anschauen.

        Liebe Grüße
        Myna

        Gefällt 1 Person

      13. Liebe Myna, das geht mir übrigens genauso und ich bin mittlerweile auch vorsichtiger. Traurig ist das, aber nicht zu ändern.

        Ja, schau mal, es scheint eine nette Community zu sein.

        Liebe Grüße, Susanne

        Gefällt 1 Person

  2. Liebe Myna, dein Beitrag allein war es schon wert, diese Blogparade zu veranstalten! Ich danke dir sehr für deine ausführliche Herleitung und die konkreten Beispiele! Wenn nur eine einzige Person durch diesen Beitrag für das Problem sensibilisiert wird, hat es sich schon gelohnt. Herzliche Grüße, Katharina

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    1. Hallo liebe Katharina,

      vielen Dank für dein positives Feedback. Freut mich, dass dir das Ergebnis gefällt. Ich habe zu danken, dass du mich auf das Problem aufmerksam gemacht hast. Ich wurde beim Schreiben definitiv dafür sensibilisiert. :)

      Herzliche Grüße
      Myna

      Gefällt 1 Person

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