Für immer | Der Dienstag dichtet #17

Heute gibt’s wieder einen Beitrag zur Gedicht-Bloggeraktion „Der Dienstag dichtet“ von der lieben Katharina von Katha kritzelt. Die Regeln und eine Liste mit allen Teilnehmern findest du auf ihrem Blog.

Das heutige Gedicht ist mein letztes für das Jahr 2020. Ich gehe nächste Woche bis zum 6. Januar in die Blogpause und ob ich 2021 weiterhin mit diesem Blog mitmache, ist noch nicht sicher. Mir macht die Aktion viel Spaß, aber eventuell nehme ich zukünftig mit meinem Zweitblog als Emma Escamilla teil, der auch mehr für kreatives Schreiben steht. Ganz durchdacht ist das noch nicht, aber ich wollte es schon mal erwähnen.

Dementsprechend wichtig ist es mir auch, dass das heutige Gedicht 100 % aus meinem Herzen kommt und eine wichtige Bedeutung für mich hat. Sozusagen als krönender Abschluss. Ich muss euch warnen, das Gedicht ist ein bisschen traurig, da ich es für eine Person geschrieben habe, die dieses Jahr unsere Welt verlassen hat. Trotzdem hoffe ich, dass es den Einen oder Anderen berührt.

Der Dienstag dichtet - Gedicht Aktion von Katha kritzelt
Grafik: Katha kritzelt

Für immer

Gewidmet meinem Opa F., der für immer in meinem Herzen bleiben wird.

Letzte Weihnachten
hab ich mir gewünscht,
dich noch einmal zu sehen.
Noch einmal deinen
albernen Witzen zu lauschen
und deinen Anekdoten,
die du auch bei der
hundertsten Wiederholung
noch lebhaft erzählst.
Der Wunsch wurde mir
erfüllt.
Aber du warst nicht mehr
du selbst.
Der Körper schlapp und dürr.
Der Geist müde und verwirrt.
Das hat geschmerzt, doch
dich an Heiligabend
noch einmal zu sehen,
war mein schönstes Geschenk.
Dabei wusste ich,
dass es Abschied bedeutet.
Ich habe jede Sekunde
genossen und aufgesaugt.
Aber irgendwann
war auch dieser Tag zu Ende.
Noch eine Umarmung.
Noch ein letzter Blick.
Dann trennten sich
unsere Wege.
Für immer.



All meine Gedichte findest du hier.

8 Comments on “Für immer | Der Dienstag dichtet #17

  1. Ach… schnüff… das klingt nach sehr viel Liebe. Du hast Glück, du hattest deinen Opa lange (auch, wenn es sich nach viel zu kurz anfühlt)…

    • Ja, lieb hatte ich ihn auf jeden Fall. <3 Und ja, er ist alt geworden, fast 85 (er ist einen Tag vor seinem Geburtstag gestorben). Ich vermisse ihn sehr, aber auf der anderen Seite bin ich auch froh, dass er Corona nicht mehr miterlebt hat. Er wäre nämlich im Februar in ein Pflegeheim gekommen, in dem später ein heftiger Corona-Ausbruch passiert ist. Und da hätte er vermutlich viel mehr gelitten.

  2. Traurig ja, aber auch schön. In deinen Zeilen spürt man vor allem die Liebe.
    Wg nächstem Jahr kein Stress. Kann die Liste jederzeit ändern. 😇

    • Danke, das freut mich. Ich muss ganz ehrlich zugeben, nachdem ich das Gedicht beendet hatte, habe ich erst mal geweint. Aber es hat gutgetan.

      Okay, super. :)

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