“Jana am Abgrund” von Karl Brühwiler | Rezension

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Titel:  Jana am Abgrund: Ein psychoedukativer Comic über Jugendliche und Depression
Autor
: Karl Brühwiler
Illustratorin: Natalija Eric
Genre: Comic, Depression, Jugendliche
Verlag:
BoD – Books on Demand
Seiten: 40 S.
Jahr:
2020
ISBN: 978-3-7494-1896-1
Format: Taschenbuch/Softcover (auch als ePDF E-Book erhältlich)
Offizielle Website: Buchshop BoD

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Klappentext

Das Jugendalter ist ein Lebensabschnitt voller Chancen und Krisen. In dieser Zeit sind Depressionen und andere psychische Erkrankungen bei Jugendlichen nichts Seltenes.

Jana steckt in einer solchen Krise und entwickelt Symptome einer Depression. Selbstzweifel, Unsicherheit und Scham halten sie davon ab, Hilfe zu suchen. Kann sie über ihren Schatten springen? Kann sie trotz der Angst, andere durch ihre Gefühle zu belasten, Hilfe annehmen?

Anhand der fiktiven Geschichte von Jana werden in diesem Comic das Thema Depression bei Jugendlichen und die damit verbundenen schwierigen Gefühle einer depressiven Krise veranschaulicht. Mit fachlichen Inputs zur Symptomatik und Behandlung und dazugehörigen Fragen soll eine emotionale und gedankliche Auseinandersetzung des Lesers mit dem Thema angestossen werden.

Mittels aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Psychotherapie vermittelt Karl Brühwiler das Thema auf eine offene und positive Weise. Dabei eignet sich dieser Comic genauso für die Prävention bei interessierten nicht betroffenen Jugendlichen, wie auch als Mutmacher und Begleiter in der Behandlung von jungen Psychotherapiepatientinnen und Patienten. Auf keinen Fall aber ersetzt dieser Comic eine psychotherapeutische Behandlung.

Quelle: Brühwiler, Karl: Jana am Abgrund. 2020. Norderstedt. Klappentext.
"Jana am Abgrund - Ein psychoedukativer Comic über Jugendliche und Depression" von Karl Brühwiler
Illustration auf der Titelseite: Natalija Eric

Ich danke dem Autor Karl Brühwiler ganz herzlich für das Rezensionsexemplar. Dies ist meine allererste Comic-Rezension, denn normalerweise passen Comics nicht in mein “Beuteschema”. Doch das Thema hat mich dermaßen angesprochen, dass ich “Jana am Abgrund” unbedingt lesen und rezensieren wollte.

Worum geht’s?

Jana ist fünfzehn Jahre alt und entwickelt Symptome einer Depression. Aus Scham und Angst vor Ablehnung hält sie ihren Gefühlszustand geheim und vertraut sich zunächst nicht einmal ihrer Mutter und besten Freundin an. Doch Letztere ahnt, dass etwas mit Jana nicht in Ordnung ist und lässt nicht locker. Wird Jana ihr die Wahrheit sagen und Hilfe annehmen?

Verwoben in die fiktive Geschichte von Jana führt Karl Brühwiler seine jugendlichen Leser*innen an das Thema Depression heran. Um weiter darüber aufzuklären, schiebt er immer wieder Seiten mit Informationen zu der Krankheit dazwischen und stellt dem*der Leser*in Fragen mit Bezug auf die Handlung. Dies soll den*die Leser*in dazu animieren, die Geschichte zu analysieren und zu reflektieren, sowie sich zu überlegen, wie er*sie selbst in bestimmten Situationen handeln würde.

Meine Meinung

Ganz ehrlich? Ich habe mich in dem Comic selbst wiedergefunden. Es war wie eine Zeitreise zurück in meine Jugend, als ich zum ersten Mal mit einer Depression zu kämpfen hatte. Janas Geschichte greift die typischen Symptome und Verhaltensweisen einer depressiven Jugendlichen auf. Sie schämt sich für ihr Verhalten, hat Angst, ihre Angehörigen mit ihrem Kummer zu belasten und versteht sich selbst nicht mehr. Ganz ähnlich ist es mir damals auch gegangen.

Ich finde es klasse, dass Karl Brühwiler für dieses Thema die Form eines Comics gewählt hat. Zum einen ist dieser mit 40 Seiten sehr kurzweilig (mir persönlich war er fast etwas zu kurz, aber für die Zielgruppe ist er perfekt) und zum anderen um einiges unterhaltsamer und leichter zu verstehen als ein Fachbuch.

Nicht jede*r Jugendliche ist eine Leseratte. Viele bevorzugen es, sich Bilder mit kurzen Texten anzusehen – und unterhaltsam sollte es auch sein. Und genau das bietet der Comic: Eine kleine Geschichte, angereichert mit wertvollen Informationen, die so manche*n depressive*n Jugendliche*n denken lässt: “Moment mal! Das kenne ich doch auch von mir!” Unterhaltung und Bildung werden geschickt miteinander verknüpft und zeigen dem*der Jugendlichen auf, dass er*sie nicht alleine ist.

Der Comic soll kein Ersatz für eine Therapie sein, sondern jugendlichen Betroffenen Mut machen, sich ihren Eltern oder anderen Bezugspersonen anzuvertrauen und bestenfalls eine Therapie zu beginnen. Depressionen sind im Allgemeinen gut behandelbar und je früher man das Schweigen bricht, desto besser und schneller kann dem*der Betroffenen geholfen werden.

Über den Autor

Karl Brühwiler wurde 1984 geboren und arbeitet als Psychotherapeut mit Jugendlichen. 2011 schloss er das Studium der Psychologie an der Universität Zürich mit den Nebenfächern Psychopathologie des Kindes- und Jugendalters und Kriminologie ab. Im selben Jahr begann er eine psychotherapeutische Weiterbildung in Integrative Körperpsychotherapie (IBP), die er 2015 abschloss.

Im Mai 2018 veröffentlichte er “Auf dem Weg zum Mann”, einen Ratgeber für männliche Teenager. 2020 folgte der psychoedukative Comic “Jana am Abgrund”. Der Autor wohnt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in der Schweiz.

Mein Fazit

Genau so einen Comic hätte ich als Jugendliche gebraucht, als ich meine erste Depression bekam. Ich bin begeistert und empfehle den Comic allen Jugendlichen mit Depressionen und deren Angehörigen weiter.

Meine Bewertung


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3 Comments on ““Jana am Abgrund” von Karl Brühwiler | Rezension

  1. Pingback: Depression bei Jugendlichen: Karl Brühwiler im Interview

  2. Wow! Sehr wertvoll! Ich habe letztes Jahr Pirouretten gelesen – auch graphic novel, Teenager und unangehme Themen (Leistungssport und sexueller Ausrichtung). Solche Bücher braucht es einfach noch mehr!

    • Danke für deinen Kommentar, liebe Katharina. Das klingt gut, “Pirouetten” muss ich mir mal genauer anschauen. Ja, da bin ich ganz bei dir. Solche Bücher sind besonders wertvoll!

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