“Perfektion – Die Ursprünglichen” von Laura Kier | Rezension

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Buchcover von "Perfektion - Die Ursprünglichen" von Laura Kier
Coverdesign: Laura Kier

Titel: Perfektion – Die Ursprünglichen (Bd. 2)
Autorin: Laura Kier
Genre: Dystopie
Verlag: Selfpublishing
Umfang: 300 S.
Erschienen: 13. Dezember 2020
ISBN: 978-3-96427-030-6
Formate: Taschenbuch/E-Book
Offizielle Website: Weltenpfad – Laura Kier

*

Klappentext

Dein Gedächtnis wurde gelöscht, du erwartest ein Kind, und alles, was du dir wünschst, ist Sicherheit für euch beide. Doch wie weit gehst du, um dein Ziel zu erreichen?
Flucht und Verstecken sind keine Option mehr. Der skrupellose Forschungskonzern Genteck Systeme ist Adara bis zu den Schwestern der Auferstehung gefolgt. Aber ein direkter Kampf bedeutet weitere Tote. Deshalb entschließt sich Adara, zu Genteck zurückzukehren und den Forschungskonzern von innen zu sabotieren. Doch wie soll sie ohne ihre Erinnerungen wissen, wem sie vertrauen kann? Wird sie es rechtzeitig herausfinden, bevor noch mehr Menschen ihr Leben verlieren?

Quelle: Kier, Laura: Perfektion. Die Ursprünglichen. 2020. Bottrop. Klappentext
Kindle E-Reader auf dem das schwarzweiße Cover von "Perfektion - Die Ursprünglichen" von Laura Kier zu sehen ist. Der E-Reader liegt auf einer weißen Tischdecke. Drumherum sind künstliche bunte Herbstblätter platziert, sowie links eine Igelfigur
Photo by Myna Kaltschnee

Ich danke der Autorin Laura Kier ganz herzlich für das Rezensionsexemplar. 💚

Worum geht’s?

“Perfektion – Die Ursprünglichen” ist die Fortsetzung der Dystopie “Perfektion – Die Veränderten”.

Die hochschwangere Adara macht sich auf den Weg zur Rebellengruppe “Schwestern der Auferstehung”, um ihr ungeborenes Kind vor dem Konzern Genteck Systeme in Sicherheit zu bringen. Doch diese Aktion geht schief und sie landet auf der Schwangeren-Station von Genteck. Adara beschließt, heimlich für die Rebellen zu spionieren und zu versuchen, den Konzern von innen zu stürzen. Die Rebellin Kira steht ihr hierbei zur Seite.

Doch Adara treiben viele Dinge um. Wem kann sie vertrauen? Was ist richtig, was ist falsch? Und warum ließ sie vor einiger Zeit ihr Gedächtnis löschen?

Stück für Stück findet sie Antworten auf ihre vielen Fragen – doch am Ende kommt alles ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat.

Mein Blick wandert zu Taliope. “Du kannst die Psyche von uns allen am besten deuten. Es gibt da etwas, was ich nicht verstehe. Wie konnte ich mir so sicher sein, dass mein Wissen nur schadet und warum will ich jetzt unbedingt herausfinden, was ich wusste?”
“Weil du hoffst, dass dieser Wahnsinn hier ein Ende findet. Egal, in welche Richtung es geht.”

Quelle: Kier, Laura: Perfektion. Die Ursprünglichen. 2020. Bottrop. Kapitel 18. Position 1893.

Meine Meinung

Es sind bereits über drei Jahre vergangen, seit ich den 1. Band “Die Veränderten” * gelesen habe. Wer meine Rezension dazu kennt, weiß, dass ich damals nicht hundertprozentig zufrieden war. Deshalb versuchte ich, die Erwartungen an den 2. Band nicht allzu hoch anzusetzen.

Doch ich wurde vollkommen überrascht.

Das Cover

Ich weiß, ich fand das Cover von Band 1 damals nicht so passend. Diese Ansicht habe ich komplett geändert. Jetzt, nachdem ich die ganze Geschichte kenne, halte ich die Cover beider Bücher für absolut wunderschön und zutreffend.

Das Titelbild von Band 2 zeigt einen DNA-Strang, der aus einzelnen Teilen zusammengesetzt ist. Er befindet sich unter Wasser, was perfekt auf das Setting hindeutet. Um zur Schwangeren-Station von Genteck zu gelangen, muss man nämlich abtauchen. ⚓ Mehr dazu verrate ich im Abschnitt “Das Setting”.

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Photo by Rahul Shah on Pexels.com

Die Handlung

Genau wie der 1. Band wird auch Band 2 nie langweilig. Die Autorin zauberte eine superspannende Geschichte, voller Action und düsterer Geheimnisse. Ich habe mich jedes Mal aufs Weiterlesen gefreut und manchmal wollte ich gar nicht mehr aufhören.

Was ich dem Buch besonders zugutehalte, ist, dass die Handlung alles andere als vorhersehbar ist. Deshalb habe ich das Ende absolut nicht kommen sehen.

Genau wie die Protagonistin Adara, wissen auch die Lesenden nicht, wem man trauen kann und wer in Wirklichkeit versucht, die Hauptfigur zu manipulieren. Beim Lesen habe ich “Spürnase” gespielt und versucht, vor Adara herauszufinden, was innerhalb von Genteck Systeme vor sich geht.

Doch Laura Kier hat es ständig geschafft, mich auf die falsche Fährte zu locken. 😜

Keine Gefühlsduselei

Was ich auch mochte, ist, dass die Geschichte auf große Gefühlsduselei in Form einer romantischen Nebenhandlung verzichtet und sich wirklich auf die Welt und ihre Geheimnisse konzentriert. Romantische Liebe kommt nur sehr subtil vor und nimmt nicht – wie in vielen anderen Dystopien – eine große Rolle ein.

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Romantik in Büchern. Ganz im Gegenteil, ich finde sie sogar richtig toll. Aber manchmal ist es eine willkommene Abwechslung, einfach nur Geheimnisse zu lüften oder sich einer dystopischen Welt hinzugeben, in der die Menschen mit noch größeren Problemen zu kämpfen haben, als man selbst in der Realität. 😉

Die Figuren

Mit Adara hat Laura Kier eine starke Frau ins Rennen geschickt. Sie ist mutig, entschlossen und trotz allem nicht blind für andere Sichtweisen. Ihre Achilles-Ferse: Sie ist schwanger. Somit trägt sie nicht nur die Verantwortung für sich selbst, sondern auch für ihr Ungeborenes. Bei jeder Entscheidung muss sie abwägen, ob sie das Risiko eingehen kann oder ob das Leben ihres Babys in Gefahr ist.

Da ich kinderlos bin, fand ich es besonders spannend, die Geschichte aus der Sicht einer werdenden Mutter erzählt zu bekommen. Das macht Adara zu einer ganz besonderen Protagonistin.

Wie sehr Adara versucht, ihre Gefühle zu kontrollieren, um nicht aufzufallen und sich und ihr Kind nicht in Gefahr zu bringen, wird an dieser Stelle wunderbar deutlich:

In mir brodelt es, aber ich schiebe alles zur Seite. Beruhigen. Keine Messwerte liefern, die ich nicht zeigen möchte.

Quelle: Kier, Laura: Perfektion. Die Ursprünglichen. 2020. Bottrop. Kapitel 13. Position 1326.
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Photo by Leah Kelley on Pexels.com

Vielschichtige Charaktere

Wie oben angeführt, weiß man bei den anderen Figuren bis zum Schluss nicht, auf welcher Seite sie eigentlich stehen. Diese unterschiedlichen Facetten machen sie zu vielschichtigen Charakteren, ohne die die Handlung nicht so spannend gewesen wäre.

Besonders gefreut habe ich mich, San und Mira-Mi “wiederzusehen”. Denn gerade bei San wusste ich lange nicht, wie ich ihn einschätzen soll. Er war schon in Band 1 eine meiner Lieblingsfiguren, doch ich hatte immer das Gefühl, dass er nicht ganz ehrlich ist. Diesen Verdacht habe ich auch gehegt, als ich Band 2 gelesen habe, doch die Auflösung seines Geheimnisses hat mich sehr zufrieden zurückgelassen. 😊

Das Setting

Das Setting gehörte wohl zu den Elementen des Buches, die mich besonders beeindruckt haben. Allein schon die Station unter Wasser, in der ein Großteil der Handlung stattfindet, ist eine spannende Idee. Hinzu kommen die vielen Details, wie die Station eingerichtet ist (ich bin ein großer Fan der Robben-Animation und des Gartens).

Auch die anderen Gebäude und Räumlichkeiten von Genteck, sowie die zerstörte Welt außerhalb davon, haben mein Dystopien-Fanherz höher schlagen lassen. Laura Kier malte mir mit ihren Worten wunderschöne, lebendige Bilder in den Kopf.

Die Handlungsorte, die ich übrigens auch schon in Band 1 mochte, sind definitiv eine große Stärke der Dilogie.

Das Handwerkliche

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe bei “Perfektion – Die Ursprünglichen” einfach nichts zu meckern.

Sofern ich das beurteilen kann, hat Laura Kier auch handwerklich alles richtig gemacht. Ihre Beschreibungen sind klar und einprägsam. Zudem hebt sie immer wieder kleine Details hervor, ohne zu ausschweifend zu werden. Gerade auch Adaras Innenleben wird hervorragend dargestellt, sodass man richtig mit der Protagonistin mitfühlen kann.

Hier ein Beispiel:

“Resigniert starre ich auf meine Hände. Innerlich bin ich nicht nur angespannt, sondern alles in mir flattert. Meine Gedanken springen hin und her, mein Magen zieht sich zusammen und mein Herz rast.”

Quelle: Kier, Laura: Perfektion. Die Ursprünglichen. 2020. Bottrop. Kapitel 12. Position 1185.

Mit ihrem flüssigen Schreibstil machte Laura Kier mir das Lesen leicht und die spannenden Kapitelübergänge führten dazu, dass ich so manches Mal meine Zubettgehzeit immer weiter hinausgeschoben habe. 😅

Das Ende

Müsste ich nachträglich die Prämisse des Buches bestimmen, wäre es wohl: “Es kommt immer anders, als man denkt.” In dieser Dystopie ist nichts so, wie es zunächst scheint.

Das Ende habe ich nicht kommen sehen, jedenfalls nicht auf diese Weise. Aber genau deshalb war ich von “Perfektion – Die Ursprünglichen” auch hin und weg.

Ich möchte an dieser Stelle jedoch erwähnen, dass das Ende Gewalt und Tod beinhaltet. Wer davon getriggert wird, sollte das Buch besser nicht lesen.

Über die Autorin

Autorin Laura Kier Portrait von Paul Ekert
Foto: Paul Ekert

„Träume können die Zukunft verändern. Doch erst, wenn man die Augen öffnet, kann man sie verwirklichen!“

Das ist das Motto von Laura Kier. Sie wurde 1985 geboren und wusste schon mit elf Jahren, dass sie Autorin werden wollte. Doch der Weg dorthin war steinig. Im November 2016 wagte sie sich an ihre erste eigene Veröffentlichung. 2018 erschien ihr Debütroman “Perfektion – Die Veränderten”, der erste Band einer Dystopie. Ein Jahr später veröffentlichte sie ihre Märchenadaption “Myalig – gestohlene Leben” im Rahmen der Märchenspinnerei. “Perfektion – Die Ursprünglichen” ist der Folgeband ihres Debüts.

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(Weiterleitung zu Amazon mit einem Klick aufs Cover)

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Mein Fazit

“Perfektion – Die Ursprünglichen” ist eine Dystopie vom Feinsten. Daher verleihe ich ihr das Prädikat: Absoluter Geheimtipp!!! Ich empfehle die Dilogie jedem Dystopienfan, rate aber dazu, mit Band 1, “Die Veränderten”, anzufangen *.

Meine Bewertung

Fünf Herzchen

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2 Comments on ““Perfektion – Die Ursprünglichen” von Laura Kier | Rezension

  1. Das klingt super spannend! Und toll, wenn Band 2 deine Einschätzung des Anfangs noch ändern konnte ;)
    Puh! Schwanger und Dystopie klingt schon mal fies pur…

    • Vielen Dank für dein Feedback. Ja, mir hat die Dilogie wirklich super gefallen. Generell kann ich die Geschichten von Laura Kier nur empfehlen. 😊

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