Halloween-Buchtipp: “All Horrors Eve” von Tanja Hanika | Rezension

Buchcover All Horrors Eve: Zwei Hände mit schwarzen Fingernägeln halten einen Kürbis
Coverdesign: Cathy Strefford

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Heute habe ich einen lesenswerten Halloween-Buchtipp für dich, der die perfekte Gruselstimmung aufkommen lässt.

Die Fakten auf einen Blick:

Titel: All Horrors Eve – Eine Halloweengeschichte
Autorin: Tanja Hanika
Genre: Horror
Verlag: Selfpublishing
Umfang: 200 S.
Erschienen: 10. Juni 2021
ISBN: 978-3754304181
Formate: Taschenbuch/E-Book
Offizielle Website: Website von Tanja Hanika

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Klappentext

»Halloween ist die eine Nacht im Jahr, in der man Fledermäuse quietschen und Totenköpfe mit den Zähnen klappern hört, in der der eigene Schatten einen erschreckt und gruselige Musik durch die Straßen weht. An Halloween erscheint alles möglich, wenn man einen Friedhof betritt, die Kerze im ausgehöhlten Kürbiskopf ausbläst oder Gläserrücken spielt.«

Hailey kann es kaum erwarten, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Spukhaus zu besuchen, um am Halloweenabend die angeblich nie zuvor bestandene Challenge zu meistern. Ihre beste Freundin Ella hingegen freut sich mehr auf die anschließende Studentenparty, die ihre eigenen Überraschungen für die beiden Freundinnen bereithält. Um sich die letzten Tage bis dahin zu vertreiben, erzählen sie sich Gruselgeschichten, testen den Mythos »Never blow out a Jack O’Lantern!« und stellen sich ihren Ängsten mit Gläserrücken, einem Verstecken-und-Erschrecken-Spiel und vielem mehr.

Ein etwas pikaresker Horrorroman für Halloweenfreunde über Mut und Mutproben. Triggerwarnungen: Blut, Gewalt, Leichen, Verwesung, Tod. Eine genaue Auflistung über die Content Notes einzelner Kapitel befindet sich im Buch

Quelle: Hanika, Tanja: All Horrors Eve – Eine Halloweengeschichte, 1. Auflage, Weinsheim, 2021, Klappentext
E-Reader, auf dessen Display das Titelbild von "All Horrors Eve" zu sehen ist.
Coverdesign: Cathy Strefford

Ich danke der Autorin Tanja Hanika ganz herzlich für das Rezensionsexemplar. 💚

Worum geht’s?

Halloween steht vor der Tür: das Fest der Gruselkostüme, Kürbisfratzen und Schauergeschichten. Die beiden Studentinnen Ella und Hailey sehnen den Tag herbei, allerdings aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Horrorfan Hailey hat sich bereits in den letzten Monaten auf den Besuch im berühmten Spukhaus vorbereitet, um das sich schaurigen Gerüchte ranken. Liegen dort wirklich echte Leichen herum? Und stimmt es, dass niemand zuvor die Challenge, vier bestimmte Gegenstände im Haus zu finden, geschafft hat?

Ella hingegen freut sich vor allem darauf, Party zu machen – und das, obwohl eigentlich eine Ausgangssperre verhängt wurde. Denn in der Stadt hält sich ein Satanistenkult auf, der in der Halloweennacht nach einem Opfer sucht.

Auch Scott ist im Spukhaus und auf der Party – und das, obwohl er eine unheilvolle Prophezeiung für die Halloweennacht bekommen hat. Doch erst einmal hat er nur Augen für Hailey …

Noch ahnen alle drei nicht, was sie an Halloween erwartet.

Eine spannende Geschichte über die wohl gruseligste Nacht des Jahres.

Content Notes zu den einzelnen Kapiteln befinden sich am Ende des Buches.

Meine Meinung

“All Horrors Eve” ist die ideale Lektüre für kuschelige Herbstabende. Auch wenn das Buch ein paar Schwächen hat, hatte ich damit eine wunderschöne Lesezeit. Manchmal konnte ich gar nicht aufhören, zu lesen und war richtig gefesselt. Trotzdem war ich an manchen Stellen auch ein wenig enttäuscht, dass nicht mehr passiert ist. In meiner Rezension gehe ich näher auf die Stärken und Schwachstellen des Buches ein.

Das Cover

Das wunderschöne von Cathy Strefford gestaltete Cover zeigt zwei Hände, die einen Kürbis halten. In diesen ist der Titel eingeritzt und leuchtet.

Ich finde, das Cover ist hervorragend gelungen und passt super zur Halloween-Thematik. Es macht neugierig auf die Geschichte und weckt eine schaurige, geheimnisvolle Stimmung.

Die Handlung

Wie der Titel bereits erahnen lässt, dreht sich die Geschichte komplett um Halloween, doch auch das Thema Satanismus spielt eine Rolle. Meiner Meinung nach hätte gerade letzteres noch ein bisschen gewichtiger sein dürfen. Vielleicht auch in Bezug auf die Legende von Little Johnny, die immer wieder erwähnt wird.

pumpkin on brown wooden table
Photo by Monstera on Pexels.com

Pikaresker Roman

Obwohl das Buch wirklich unterhaltsam und gruselig ist, war ich an manchen Stellen nicht ganz zufrieden. In meinem Kopf bildeten sich Fragen, auf die ich keine Antwort bekam.

Auch wenn es sich dabei um einen pikaresken Horrorroman handelt, der aus vielen kleinen Einzelszenen besteht, fand ich manche dieser “Puzzlestücke” ein wenig enttäuschend, ganz besonders die Szene mit dem Gläserrücken. Da habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass etwas Spannendes passiert, aber wurde schlussendlich enttäuscht. Das ändert aber nichts daran, dass das Buch insgesamt wirklich spannend ist.

Lieblingsszenen

Super gelungen fand ich die Szenen im Spukhaus und auf der Party, worauf ich im Punkt „Das Setting“ noch ein mal genauer eingehen werde. Tanja Hanika hat hier wieder gezeigt, was für eine talentierte Horrorautorin sie ist.

Die Figuren

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, jedoch immer in der dritten Person Singular. Die wichtigsten Charaktere sind Hailey, Ella und Scott.

Was mir an den Freundinnen Ella und Hailey so gefallen hat, ist ihre Gegensätzlichkeit. Während die stets schwarz gekleidete Hailey eher der introvertierte Typ ist, liebt Ella es, unter Menschen zu sein und zu feiern.

Die Figuren sind gut ausgearbeitet und haben ihre ganz eigenen Stärken, Schwächen und Macken.

Ich war aber vor allem ein Fan des Nebencharakters Ben, Scotts besten Kumpel. Seine Sprüche sind einfach urkomisch und haben mir so manchen Lacher entlockt.

Beispiel gefällig?

Caleb steckte nun seinerseits eine Münze in den Automaten. “Was du fühlst und was du bist, liegt in deiner Hand“, lautete die Nachricht des Wahrsagers. Nachdem Caleb sie vorgelesen hatte, schaute er die beiden ratlos an. “Das soll meine Zukunft sein? Was soll das denn bedeuten?”
“Du bist doch der Philosophie-Student. Mach was aus deinem Leben”, schlug Scott vor. “Du kannst alles erreichen, so in etwa?”
“Hol dir einen runter und genieß den Tag”, lautete Bens Rat. “Carpe diem.”

Quelle: Hanika, Tanja: All Horrors Eve – Eine Halloweengeschichte, 1. Auflage, Weinsheim, 2021, Pos. 853

Oder auch das hier:

“(…) Was gibt’s denn?”
Ben zog einen Stuhl unter dem Tisch hervor, drehte ihn um und setzte sich falsch herum darauf. “An sich nichts. Nach dem ganzen Weibergewäsch will ich vor dem Schlafengehen noch mit einem Mann reden, nicht dass mir über Nacht der Schwanz abfällt. (…)”

Quelle: Hanika, Tanja: All Horrors Eve – Eine Halloweengeschichte, 1. Auflage, Weinsheim, 2021, Pos. 1171

Ich liebe Tanja Hanikas Sinn für Humor. :D

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Photo by cottonbro on Pexels.com

Das Setting

Tanja Hanika schafft es erneut, eine schaurige Atmosphäre aufzubauen. Besonders die Szenen im Spukhaus und im Partykeller weckten bei mir ein beklemmendes Gefühl.

Ich musste immer wieder kurz durchatmen und mich daran erinnern, dass das alles “nur eine Geschichte” war und ich in Wirklichkeit in meinem sicheren, gemütlichen Wohnzimmer saß und der süßliche Geruch von meiner Duftkerze kam – und nicht etwa von verwesenden Leichen. (Natürlich habe ich keine Duftkerze, die nach Leichen riecht. :D Sie duftet einfach nur undefinierbar süß.)

Das Handwerkliche

Neben den vielen kleinen Details, die Tanja Hanika über die Settings verrät, bezieht sie auch alle Sinne der Protagonisten in ihre Beschreibungen ein. Das macht das Geschehen noch lebendiger und brachte mein Kopfkino zum Rattern.

Ein anschauliches Beispiel, wie die Autorin mit der Beschreibung des Seh- und Geruchssinns Spannung erzeugt, ist diese Stelle:

Ella konnte nur ein auf dem Boden liegendes Bein sehen. Sie glaubte nicht, dass das ein grässlicher Scherz war. Sie roch die Angst.

Quelle: Hanika, Tanja: All Horrors Eve – Eine Halloweengeschichte, 1. Auflage, Weinsheim, 2021, Pos. 2348

Hinweise auf andere Bücher eingestreut

Ich habe mich gefühlt wie eine Detektivin, als ich die Hinweise auf zwei andere Bücher von Tanja Hanika aufgespürt habe. Eine lustige und gleichzeitig geniale Idee, die für allem die eingefleischten Fans begeistern dürfte.

Natürlich verrate ich an dieser Stelle nicht, welche Geschichten gemeint sind und wo die Autorin sie versteckt hat. Das darfst du schön selbst herausfinden. ;)

Content Notes? Finde ich klasse!

Ich halte es für ausgesprochen vorbildlich, dass die Autorin am Ende ihres Horrorromans eine Liste mit Content Notes für die einzelnen Kapitel angefügt hat. Die wichtigsten davon stehen auch bereits am Ende des Klappentexts, sodass potenziell anfällige Menschen schon vor dem Kauf gewarnt werden.

Das Ende

Das Ende hat es noch einmal in sich und ist ziemlich blutig. Ich muss zugeben, ich habe vorausgeahnt, wer der Bösewicht ist und lag damit auch richtig. Trotzdem fand ich es super spannend und habe bis zur letzten Seite mitgefiebert.

Was ich allerdings nicht so sehr mochte, war, wie sich die Situation zwischen den Freundinnen Ella und Hailey entwickelt. Meiner Meinung nach ist Ella nicht so ein schlechter Mensch, wie sie am Ende dargestellt wird und sie tat mir ziemlich leid.

Ich wurde dennoch gut aus dem Buch entlassen und hatte ein paar schaurig-schöne Lesestunden mit “All Horrors Eve”.

Autorin Tanja Hanika
Foto: D. Pfingstmann

Über die Autorin

Tanja Hanika wurde 1988 in Speyer geboren und wuchs in Rheinland-Pfalz auf. Als sie mit acht Jahren eine Kinderversion zu Bram Stokers „Dracula“ las, entstand ihr Interesse, selbst Schauergeschichten zu schreiben. Ab 2008 studierte sie an der Universität Trier Germanistik und Philosophie. Heute lebt die Autorin mit ihrer Familie und ihren beiden Katzen in der Eifel. Mehr Informationen findest du auf ihrer Website.

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Mein Fazit

Mein Lesetipp für Halloween. Mit diesem Buch kommst du garantiert in Gruselstimmung.

Meine Bewertung

Vier Herzchen

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