“Glück im Angebot” von Catherine Bybee | Rezension

Werbung | Zunächst bedanke ich mich bei der Übersetzerin Teresa Hein ganz herzlich für das Rezensionsexemplar. Es hat eine Weile gedauert, bis ich es geschafft habe, “Glück im Angebot” zu lesen und zu rezensieren, doch vergessen habe ich es nie.

Myna Kaltschnee hält das Buch "Glück im Angebot" von Catherine Bybee in die Kamera

Auf einen Blick

Titel: Glück im Angebot (Creek Canyon 2)
Originaltitel: Home To Me
Autorin: Catherine Bybee
Genre: Romance
Verlag: Montlake Verl.
Umfang: 360 S.
Erschienen: 20. Oktober 2020
ISBN: ‎ 978-2496705478
Formate: Taschenbuch/E-Book

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Klappentext

“Ein gefährliches Geheimnis und die Chance auf ein neues Glück.

Als die scheue Erin dem Feuerwehrmann Matt Hudson begegnet, fühlt sie sich sofort zu ihm hingezogen. Und auch Matt ist fasziniert von ihrer zerbrechlichen Schönheit. Doch Erin hütet ein gefährliches Geheimnis. Sie will auf keinen Fall mit ihm ausgehen und stößt ihn immer wieder vor den Kopf. 

Auch wenn Matt sich ihr Verhalten nicht erklären kann, erkennt er, dass Erin Hilfe braucht. Mit einer Behutsamkeit, die ihm kaum jemand zugetraut hätte, sorgt er für ihre Sicherheit. Aber während Erin langsam lernt, ihm zu vertrauen und wieder an die Liebe zu glauben, holt ihre Vergangenheit sie unaufhaltsam ein …

Worum geht’s?

“Glück im Angebot” ist der zweite Teil der Creek-Canyon-Reihe von Catherine Bybee. Das Buch kann jedoch unabhängig vom ersten Band (“Herz zu gewinnen”) gelesen werden.

In der Liebesgeschichte finden Erin und Matt zueinander. Erin ist aus den Fängen ihres gewalttätigen Ehemanns geflüchtet und versteckt sich in einem Gästehaus in Kalifornien. Matt ist der zukünftige Schwager ihrer Vermieterin und so treffen die beiden bereits im ersten Band aufeinander.

Doch erst im zweiten Band lernen sich die beiden richtig kennen – und lieben. 

Ein Buch, das auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam macht und gleichzeitig eine romantische Liebesgeschichte verspricht.

Meine Meinung

Ich bin ehrlich gesagt geteilter Meinung. “Glück im Angebot” ist eine unterhaltsame Geschichte mit einer liebenswürdigen Hauptfigur. Aber manches hat mich genervt.

Was ich dem Buch auf jeden Fall hoch anrechne, ist, dass es die Thematik “Häusliche Gewalt” aufgreift und darauf aufmerksam macht. Diesbezüglich ist das Buch gut recherchiert und spannend geschrieben.

Die Handlung ist abwechslungsreich und wird nie langweilig, auch wenn ich manchmal das Verhalten einzelner Figuren nicht nachvollziehen konnte. 

Catherine Bybees Schreibstil ist flüssig und bildhaft und auch die Übersetzung von Teresa Hein konnte mich vollkommen überzeugen.

Insbesondere das Finale am Ende hat mich richtig gefesselt. Großer Pluspunkt!

Sympathische Protagonistin

Erin hatte ich schon im ersten Band ins Herz geschlossen und umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie in Band zwei als Protagonistin fungieren durfte. 

Sie hat einiges mit mir gemeinsam, was mir natürlich besonders gefallen hat. Erin ist introvertiert, interessiert sich für Bücher (sie arbeitet als Lektorin) und ist immer mehr um das Wohlergehen anderer besorgt als ihr eigenes.

Was ich allerdings überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist ihr Männergeschmack.

Ich mochte Erin. Sie ist unglaublich stark, auch wenn das nicht immer sichtbar wird. 

Matt konnte ich hingegen nicht leiden.

Matts Sprüche gingen mir auf den Keks

Ich muss zugeben, ich habe sehr lange an diesem Buch gelesen. Das lag vor allem daran, dass ich mit dem Love Interest Matt nie warm wurde. Er mag ein liebevoller Mann sein, aber seine Sprüche gingen mir auf den Keks.

Hier zwei Beispiele:

Erin rückte die Tasche zurecht, die sie an einem Schulterriemen quer vor dem Körper trug. Dann ließ sie sich von Matt in die Jacke helfen. Für die milde Spätfrühlingsnacht war sie beinahe zu warm. 
“Und worin fährst du?”, fragte sie.
Er zwinkerte und setzte seinen Helm auf “In deinen Armen.”

Quelle: Bybee, Catherine. Glück im Angebot. Luxemburg. Montlake. 2020. S. 195

Er ging zu ihr und zog den Reißverschluss zu. Aber nur bis kurz unterhalb ihrer Brüste. Dann nahm er sich die Freiheit, die Mädels so zurechtzurücken, dass sie bestens zur Geltung kamen. 
“Macht’s Spaß?”, fragte Erin.
“Ich setze bloß meine Fantasien in die Tat um.”

Quelle: Bybee, Catherine. Glück im Angebot. Luxemburg. Montlake. 2020. S. 221

Vielleicht bin ich humorlos, was das betrifft. Aber ich musste bei Matts Sprüchen an diese plumpen Anmachsprüche denken, à la “Hat es weh getan, als du vom Himmel gefallen bist?” Meh!

Matts Familie ist Gold wert

Wenigstens hat er eine tolle Familie. Bei den Hudsons ist immer was los und genauso wie sie Parker und ihre Geschwister im ersten Band offen und freundlich empfangen haben, so nehmen sie auch Erin gerne in ihre Familie auf.

Ganz besonders Matts Schwester Grace mag ich – übrigens schon seit dem ersten Band. In „Glück im Angebot“ spielt sie am Ende eine spannende Rolle. Ich habe gar nicht mehr aufhören wollen, zu lesen.

*

Grace ist ein starker, weiblicher Charakter, der für sich einsteht und eigentlich das krasse Gegenteil zu Erin darstellt. 

Und das Beste: der dritte Band der Creek-Canyon-Reihe erzählt Grace’ Geschichte. Darauf freue ich mich schon ganz besonders (den Band hab ich nämlich auch noch hier).

Und ich hoffe sehr, dass das dritte Buch mit dem Bild der “schwachen Frau” bricht. Das hat Band zwei nämlich nicht geschafft.

Von grauen Mäusen und sexy Helden

Ich habe mich in den letzten Monaten mit dem Thema Geschlecht und Geschlechterrollen beschäftigt. Ein spannendes Thema, wenn man es offen und neugierig angeht und bereit ist, sich Gedanken dazu zu machen und alte Denkmuster zu ändern.

Gerade Rollenklischees haben mich dabei sehr interessiert. Was macht eigentlich einen Mann oder eine Frau aus? Wie ticken die unterschiedlichen Geschlechter und lassen sie sich überhaupt definieren?

“Glück im Angebot” bedient viele dieser Rollenklischees und das hat mich genervt.

Speziell dieses “Graues Mäuschen wird von sexy Held gerettet und die beiden werden glücklich bis ans Ende ihrer Tage”-Trope ist mir sauer aufgestoßen.

Matt ist (fast) immer zur Stelle, wenn Erin Hilfe braucht. Als habe er eine Art Radar, der ihm sagt, wann sie in Not ist.

Als Erin im Krankenhaus ist, spricht der Arzt ständig mit Matt über Erin, anstatt mit Erin selbst. Als würde er ihr nicht zutrauen, dass sie auf sich aufpassen kann, nur weil sie eine Frau ist.

Leider ist das auch in der Realität häufig der Fall. Aber Geschichten haben die Macht, dieses Verhalten anzuprangern. 

Mal ehrlich, warum müssen immer die Frauen von den Männern “gerettet” werden? Das hält das Bild von der zerbrechlichen, schwachen Frau aufrecht. Und das gefällt mir gar nicht.

Dennoch bin ich mir sicher, dass viele Leserinnen genau auf solche Geschichten stehen, weshalb sie sich auch zahlreich verkaufen.

Da entspreche ich nicht der Zielgruppe.

Fazit

“Glück im Angebot” ist eine Liebesgeschichte, die das Thema “Häusliche Gewalt” behandelt. Ich bin jedoch geteilter Meinung. Die Hauptfigur war toll und die Handlung an sich interessant, aber der Love Interest ging mir tierisch auf den Keks und ich hätte mir gewünscht, dass das Buch nicht nach dem Schema “Graues Mäuschen wird von sexy Held gerettet” verfasst wäre. 

Meine Bewertung


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